Wir HiFi-IFAs begleiten den Weg von sonoro bereits einige Jahre. Und sicherlich haben wir in den einleitenden Worten unserer Berichte häufiger erwähnt, dass die Neusser ihr Portfolio von ebenso praktischen, eleganten wie wohlklingenden Kompaktanlagen bis hin zum waschechten HiFi-Vollsortimenter mit Streaming-Receivern, Lautsprechern und Plattenspielern ausgebaut haben. sonoro hat die solide technische Basis erkannt und die Ambition entwickelt, Gutes noch besser zu machen. Dafür haben sie sich die Hilfe von anerkannten Experten ins Haus geholt und schufen ihre Signature Line, in deren Zentrum der All-In-One-Receiver sonoro MAESTRO Quantum Signature um 2.800 Euro steht und den wir in diesem Test für euch beleuchten werden.

sonoro MAESTRO Quantum Signature – Annäherung
Die sonoro Signature Line ist mit der tatkräftigen Unterstützung von Karl-Heinz Fink und Rainer Finck entstanden. Karl-Heinz Fink unterstützt sonoro als externer Partner mit der Fink Audio Consulting seit 2025. Diese gehört schon seit Jahrzehnten zu den führenden Entwicklern von Lautsprecherboxen und stellt ihr Know-how sowie ihre bestens ausgestatteten Simulations- und Messeinrichtungen ihren Kunden zur Verfügung. Hinzu kommen die eigenen Lautsprechermarken Epos und Fink Audio. Im Bereich der Elektronik stieß unlängst der renommierte Entwickler Rainer Finck hinzu. Er verantwortete für Jahrzehnte bei namhaften Audiomarken Innovationen im Bereich Verstärker, CD-Player und Plattenspieler. Womit wir wieder beim Quantum Signature sind.

Der sonoro MAESTRO Quantum Signature ist nicht nur Mitglied der Signature Line, sondern gleichzeitig auch die dritte Evolutionsstufe des All-In-One Receivers, der als MAESTRO startete und mit dem Namenszusatz Quantum in die nächste Generation wuchs. Neben dem German Audio Design Facelift bekam der MAESTRO Quantum beispielsweise eine Dirac Live Raumanpassung mit an die Hand. Die Signature Line setzt dies nun mit weiteren Optimierungen und Funktionen fort.
Wer alles aus einer Hand haben mag: Dem Quantum Signature stellt sonoro als Mitspieler die neuen ORCHESTRA Shaped Signature 3-Wege Standlautsprecher mit zwei 5,25″ Tiefton-Treibern, einem 5,25″ Mitteltöner sowie einem AMT Hochtöner, den ORCHESTRA Slim Signature als 2-Wege-Bassreflex-Kompaktlautsprecher sowie den puristischen PLATINUM Signature Plattenspieler zur Seite. Die Serie zeigt sich in den Farbkombinationen Matt Schwarz / Schwarz und Matt Weiß / Silber.
In dem umweltfreundlichen Karton des sonoro MAESTRO Quantum Signature finde ich alles, was für den Betrieb nötig ist – außer Lautsprecherkabeln. Das finde ich wiederum auch vernünftig, da qualitative Ansprüche des Besitzers sowie Notwendigkeiten vor Ort (Längen, Verlegesituation etc.) sehr unterschiedlich sein können. Mit dabei ist ein Standard-Netzkabel mit gekennzeichneter Phase, Radio Wurf- und Teleskopantenne, WLAN- und Bluetooth-Antenne und eine Fernbedienung mit Batterien sowie die nötigen Dokumente. Die Antennen schraube ich direkt am Heck ein, dann ist das erledigt.

Das weitere Setup geht am Aufstellort wie gewohnt schnell von der Hand, wo ich ein bereits bereitliegendes und richtig gephastes WSS-Kabel Platin Line Netzkabel mit der Buchse verbinde – direkt daneben befindet sich auch der Haupt-Kippschalter -, ebenso wie ein Boaacoustic Blueberry Netzwerkkabel. Alternativ könnte ich auch eine WLAN-Verbindung nutzen. In die Vollkupfer-Lautsprecherklemmen stecke ich das ebenfalls griffbereite Inakustik LS-1205 AIR Lautsprecherkabel ein. Mit einem Druck auf die Standby-Taste vorne links am Gerät erwecke ich den Signature zum Leben. Das Setup lässt sich pragmatisch über das Bedienfeld am Gerät erledigen. Das LAN-Netzwerk ist sofort da, ein WLAN-Netzwerk kann wie gewohnt zugänglich gemacht werden, zum Beispiel über WPS oder Kennwort. Mit dem Zugang zum Internet stellt sich die Uhr automatisch. Wer mag, kann auch google Cast einrichten. Damit bin ich schon startklar.

Auf der einteiligen, bei der Signature Line laserbeschrifteten Frontplatte, die mit umlaufender Schattenfuge im bekannten Gehäuse sitzt, findet sich der sonoro „Wiederholungstäter“ schnell zurecht. Obwohl die Neusser das User Interface gemeinsam mit dem ebenfalls neuen AVATON (Test) nochmals überarbeitet und optimiert haben, herrscht eine gewisse Durchgängigkeit über alle „Baureihen“. Links das Slot-In CD-Laufwerk mit seinen Steuerungstasten, neben dem Standby Taster findet sich eine 3,5 mm Kopfhörerbuchse, in der Mitte das hochauflösende 4 Zoll Farbdisplay – das sich im „True Fidelity“ Modus ausblendet – , rechts daneben das Tastenfeld mit den Quellen und Sound Presets. Hier kann der Hörer auch direkt in den „True Fidelity“ Modus schalten. Und außen dann der gerändelte Signature „Diamond Grip“ Drehknopf, mit seinen zugehörigen Steuertasten. Er ist für die Menüsteuerung zuständig und auch als Lautstärke-Encoder.

Die Bedienung des Quantum Signature geht damit bereits am Gerät gut von der Hand. Gut in der Hand liegt die ebenfalls überarbeitete Kunststofffernbedienung, die den großzügigen Radius des Gerätegehäuses an ihren Flanken wieder aufgreift. Mit ihr lassen sich die wichtigsten Funktionen des Gerätes bequem bedienen, zu denen unter anderem neben Standby, Lautstärke, Stummschaltung und Play/Pause auch der Menüzugriff regeln lässt. Als Zugabe lassen sich 99 frei belegbare Favoriten direkt abrufen.


Direkt und umfassend gestaltet sich die Bedienung per sonoro App, die auf Android und iOS Smartgeräten läuft und von den Neussern selbst entwickelt wurde. Hier lassen sich übrigens wie vom Handy gewohnt verschiedene Weckzeiten programmieren oder ein Sleep-Timer aktivieren.
sonoro MAESTRO Quantum Signature – Technik
Der MAESTRO Quantum Signature basiert auf der bewährten Plattform des MAESTRO Quantum und wurde in Zusammenarbeit mit der Branchenikone Rainer Finck grundlegend weiterentwickelt. Durch die gezielte Optimierung von über 80 Bauteilen sowie einer vollständig überarbeiteten Schaltungsauslegung soll die Gesamtperformance, der Klangphilosophie des Hauses folgend, deutlich gesteigert werden.

Am konsequentesten äußern sich Maßnahmen im neuen „True Fidelity“ Modus, der die Signalverarbeitung auf das Notwendige reduziert. Die Idee dieser Schaltung ist mit der Idee von altbekannten „Direct“-Schaltungen vergleichbar und sorgt dafür, dass alle für unnötig erachteten Klangbeeinflussungen, auch wenn sie auf „neutral“ eingestellt sind, aus dem Weg geräumt werden. Von unnötigen Funktionen oder Algorithmen befreit, kann das Signal dann im Signature direkt bis an die hochwertigen Lautsprecherklemmen, die auch an den ORCHESTRA Shaped Signature Standlautsprecher Verwendung finden, wandern.
Als Lautstärkeregelung entwickelte sonoro die neue hauseigene digitale „PureGain“-Technologie, die auf einer Schaltung Reiner Fincks im DSP basiert und die das Grundrauschen um 20dB gegenüber konventionellen digitalen Lautstärkeregelungen reduzieren soll. Verschleißfrei, der Drehregler arbeitet dabei nur als Encoder.
Befindet sich der Hörer nicht im „True Fidelity“ Modus, kann er auf Wunsch für seine sonoro Lautsprecher auf speziell abgestimmte Presets inklusive „Dynamic Bass“ zugreifen. Ansonsten gibt es eine „Adaptive Loudness“ Funktion, die lautstärkeabhängig den Sound anreichert. Ebenso sorgt ein Equalizer mit drei Sound-Preset-Speicherplätzen für Höhen, Bässe und Balance für individuelle Klanganpassung. Da der Signature den Anschluss von Subwoofern ermöglicht, lässt sich ein erweitertes Bass-Management für 2.1 und (neu) 2.2 Systeme aktivieren, wobei sich Hochpassfilter und -frequenz sowie Stereo oder Summenschaltung auswählen lassen. Eine tiefergreifende Raumanpassung ist mittels Dirac Live möglich (siehe folgendes Kapitel).

sonoro Multiroom ist ab dem vierten Quartal 2026 verfügbar und wird über eine kabelgebundene Audio-over-IP-Lösung bereitgestellt. Hiermit ist der zeitgleiche Betrieb von bis zu 32 kompatiblen sonoro Musiksystemen möglich. Einen weiteren Weg intelligenter Integration bietet die Smart Home Fähigkeit, die mit führenden Smart-Home-Systemanbietern wie zum Beispiel Jung oder Gira kompatibel ist. Hierüber lassen sich die Lautstärke, Quellen und Favoriten steuern. Die Einbindung des Audiosystems in automatisierte Szenen ist damit ebenfalls möglich.
Auf dem Audio-Board ersetzte sonoro Klasse-2-Kondensatoren (X7R) im Signalweg durch DC-Kopplung und reduzierte die Verstärkung von I/V-Wandlern und nachfolgenden OPAMP-Stufen. Als Schnittstellen bietet der Quantum Signature wie schon der Quantum neben zwei AUX (Cinch und 3,5 mm Klinke) für Vinyl-Fans auch einen Phono MM-In mit neuer Entzerrerschaltung. In der digitalen Domain gibt es einen optischen wie einen koaxialen Digitaleingang, die von einem HDMI (ARC) flankiert werden. Speicher können via USB-A oder -C mit 5 Volt Versorgung angeschlossen werden. Raus geht es analog mit einem Stereo Pre out sowie Line-Out, digital per Cinch oder optisch.
Auf dem Datenweg können Streamingdienste wie Spotify Connect (+Lossless), Qobuz Connect, Amazon Music, Deezer oder TIDAL Connect abgerufen werden. Als allgemeine Streamingschnittstellen gibt es Apple AirPlay oder Google Cast, sowie Auracast und Roon ready. Ins heimische Musiknetzwerk gelangt der Hörer via DLNA und UPnP. An Bord ist auch bidirektionales Bluetooth, das einerseits das Streamen auf das Gerät ermöglicht, aber auch das kabellose Kopfhören. Der DAC wird beim Signature vom DSP mit geringerem Jitter getaktet, wobei die Hard- und Firmware angepasst wurde.
Für die nötige Power sorgen bekannte Hypex Class-D Verstärker mit 2* 180 Watt an 4 Ohm beziehungsweise 2* 110 Watt an 8 Ohm. Die Verstärkerplatine besitzt gegenüber dem Quantum ein neues Layout mit geänderter Zobel-Dimensionierung, überarbeiteter Filter- und Entstörbeschaltung sowie hochwertigeren Elkos. In der Ausgangsstufe wurden die Koppelkondensatoren vor den Class-D-Endstufen durch bipolare Audio-Elkos ersetzt und die Lautsprecherverkabelung neu geführt. Im Netzteil kommen mehr extrem rauscharme LDO-Regler zum Einsatz, die als Basis für die Signalverarbeitung das Grundrauschen der Versorgungsspannungen reduzieren.

sonoro MAESTRO Quantum Signature – Dirac Live und Klangeinstellungen
Im Inneren des Quantum Signature weilt weiterhin der Geist und die Fähigkeiten seiner konzeptionellen Basis, des Quantum. Möglichkeit zur klanglichen Optimierung im raumakustisch interessanten Frequenzbereich von 20 bis 500 Hertz bietet daher die integrierte Dirac Live Raumkorrektur des Spezialisten Dirac. Die dazu erforderliche Lizenz liefern die Neusser gleich mit. Für 99 Euro lässt sich bei Dirac Live auf Wunsch auch die vollwertige Funktionalität der Raumkorrektur für den Frequenzbereich bis 20 kHz und weitere Features freischalten.
Bei Verwendung der Dirac Live Smartphone App muss ein USB-Messmikrofon an die rückseitige USB-A-Schnittstelle des Quantum Signature angeschlossen werden, das von dort auch mit Strom versorgt wird. Bleibt das Setup gleich, benötigt der Anwender das Mikro (Preisklasse 50-120 Euro) im Prinzip nur bei der Ersteinrichtung. sonoro bietet ein ebensolches mit kleinem Dreibein-Stativ und Verlängerungskabel für 69 Euro als Set an – mit 60-tägigem Rückgaberecht. Zeit genug also zum erstmaligen Einmessen. Bei späterem Verstellen beziehungsweise Austausch der Lautsprecher sowie bei wesentlichen Änderungen im Raum muss die Korrektur wiederholt werden. Logisch. Dirac Live ist auch als PC-App verfügbar, dann muss das Mikro am PC angeschlossen werden. Gegenüber Verfahren, die mit Handy-Mikrofonen arbeiten, ist die Erfassung des Messtones mit einem Messmikrofon deutlich besser.

Für diesen Test rufe ich die Dirac Live App auf meinem Notebook auf, an dem ich ein Focusrite Scarlett 2i2 2nd Gen mit Behringer Messmikrofon per USB angeschlossen habe. Mein kostenloses Nutzerkonto in der Dirac Live App ist noch vom Quantum Test aktiv. Die App sucht nun nach kompatiblen Geräten im gemeinsamen Netzwerk und findet den sonoro MAESTRO Quantum Signature. Das Prozedere erfordert die Aufnahme von Testtönen, geführt von einem Wizard. Die App warnt freundlicherweise vor möglichen zu hohen Pegeln. Die Grafik zeigt die sieben Messpositionen mit Blick von vorne auf den Hörplatz, nicht mit Blick auf die Anlage. Aufpassen! Läuft alles glatt, ist der Vorgang in zehn Minuten erledigt. Nach Erfassung der Daten errechnet Dirac Live die Korrektur, die der Anwender unter individuellem Namen speichern und an das Gerät übertragen kann. Die sonoro App bietet mir nun die Korrektur zur Auswahl an, die dann die neue Nulllinie darstellt, auf welche die Einstellung von Bässen, Höhen und Balance aufsetzt, ebenso die Adaptive-Loudness-Funktion.
sonoro MAESTRO Quantum Signature – Technische Daten
- Technologie
– Hypex Class-D Verstärker
– 2* 180 Watt an 4 Ω / 2* 110 Watt an 8 Ω @ 0,1 %THD
– Lautsprecherimpedanz: 4 bis 16 Ω
– Einstellen von Bässen, Höhen & Balance
– Digitale Lautstärkenregelung (sonoros PureGain)
– True Fidelity Modus: reduziert die Signalverarbeitung auf das Notwendige
– Adaptive-Loudness-Funktion, Subwoofer-Management
– Optimale Equalizer-Voreinstellungen für sonoro Lautsprecher + Dynamic-Bass Funktion
– Dirac Live Raumkorrektur-App (Lizenz enthalten – 20 bis 500 Hertz, optionales Messmikrofon benötigt.)
– Hochauflösendes 4“ TFT-Farbdisplay, automatische Helligkeitsanpassung
– WEP, WPA2 (PSK), WPA3, WPS Verschlüsselung
– WLAN: IEEE 802.11 a/b/g/n/ac/ax, 2,4/5 GHz
– LAN-Netzwerkanschluss
– Automatische und manuelle Sendersuche
– Abschaltautomatik (Sleep-Timer) mit minutengenauer Einstellung (5-90 Min.)
– 99 Favoritenspeicherplätze für alle Musikquellen, davon max. 20 Spotify Playlists/Titel/Interpreten
– Bedienung: Fernbedienung, sonoro audio App oder direkt am Gerät
– Roon Ready
– Smart Home Ready

- Input / Output
– FM & DAB+ Digitalradio, Internetradio
– Podcast-Modus
– Slot-In CD-Player (CD, CD-R, CD-RW, MP3-CD, WMA) mit Repeat- und Shuffle-Funktion
– Bluetooth® (A2DP, AVRCP); Bluetooth® LE-Audio-Technologie, Auracast™ ready
– Bidirektionale Bluetooth® Verbindung für kabellose Bluetooth® Kopfhörer
– Apple AirPlay, Google Cast
– Spotify Connect™, TIDAL Connect™, Amazon Music™, Qobuz Connect™, Deezer™*
– DLNA, UPnP
– HDMI (ARC)
– USB-A, USB-C (Lade- und Abspielfunktion)
– 1* AUX-In (3,5mm Klinke); 1* Vergoldeter AUX-IN (Cinch-Eingang)
– Vergoldeter Phono-Eingang (für MM-Tonabnehmer)
– Stereo Pre out, Line out
– Digitale optische und koaxial Ein- und Ausgänge
– Kopfhöreranschluss (3,5mm Klinke)
– Lautsprecheranschlüsse
– Eingebautes Netzteil (AC 220-240 V~50/60 Hz 300 Watt) mit Netzschalter
– Netzkabel mit Markierung der Phase
- Gehäuse
– Abmessungen (B*H*T) inklusive Antennen aber ohne Drehregler: ca. 452 * 120 * 279 mm
– Gewicht: ca. 7 kg
– Handgeschliffenes Holzgehäuse mit hochwertigem Lack veredelt
– Lasergeschnittene Aluminiumfront aus einem Stück
– Knöpfe und Drehregler in Vollmetall
– Neu entwickelter Lautstärkeregler mit Diamond Grip - Zubehör
– Fernbedienung inklusive Batterien (AAA)
– Stromkabel, Länge 2 m
– FM/DAB Wurfantenne und Teleskopantenne
– Zwei externe WiFi-Antennen
– Quick-Start-Guide / Sicherheitshinweise

sonoro MAESTRO Quantum Signature – Klang
Ich freue mich schon, mit dem sonoro MAESTRO Quantum Signature Musik zu hören. Bereits sein Vorgänger Quantum bot bemerkenswertes HiFi bei maximalem Bedienkomfort. Ich bin nun auf die neue Evolutionsstufe gespannt. Dabei möchte ich mich nicht auf die Dirac Live Raumkorrektur konzentrieren, die Unzulänglichkeiten des Raumes individuell ausbügelt und bei jedem Besitzer des sonoros anders wirken wird. Mein Hörzimmer ist beispielsweise von Hause aus recht gut, daher fallen die Korrekturen überschaubar aus. Dennoch wird der Bass im Bereich der Raummoden eingebremst, wird dadurch etwas konturierter und kommt besser auf den Punkt. Das wirkt sich auf das gesamte Klangbild entschlackend aus. Bei meinem dokumentierten Hördurchgang konzentriere ich mich auf den „True Fidelity“ Modus, der die Essenz der Signature Idee darstellt, mit einem Seitenblick auf den „Normalmodus“ mit Klangkorrekturen auf „Null“.
Es begann damit, so ist es geschehen, dass ich mir einen Kaffee holte, mich in das stille Hörzimmer im ersten Stock begab, Platz und das Laptop zur Hand nahm. Plötzlich ertönte Ilse Werner vor mir im Hörraum: „Jetzt müssen Sie mir nochmal eins sagen. Wer ist auf die Idee überhaupt gekommen, mit mir ’ne Platte zu machen?“. Das war derart realistisch, dass mir vor Schreck wie vor Entzückung ob der Authentizität fast der Becher aus der Hand fiel. Das Sprachsample ist wie ein Hidden Track nach rund zweieinhalb Minuten Stille an den letzten Titel angehängt. Da bin ich wohl grad aus der Pause zurückgekehrt.
Das alles spielt sich auf dem Album Three des Lisa Bassenge Trios ab, das ich mir herausgesucht hatte, weil unsere Musikfachfrau Victoriah erzählte, dass sie grad den Cockerspaniel Lisa Bassenges bei sich hüte – und ich ein Fan des Albums einschließlich des sagenhaften Coverfotos bin. Jetzt ist es raus 😉 Das Album startet mit „I got you (I feel good)“ und mir schallt die jugendliche, gegenüber Ilse Werner ein halbes Jahrhundert jüngere Stimme Lisa Bassenges entgegen. Ein toller Kontrast zwischen zwei Menschen, die an unterschiedlichen Positionen ihres Lebens stehen.
Die Stimme der Sängerin kommt in der Musikaufnahme ebenso präsent und realistisch rüber wie die Sprache Werners. Gleichzeitig entsteht eine warme Atmosphäre, die mich in den Arm zu nehmen scheint. Tonal passen die Tastenanschläge des Pianos zusammen mit dem, mal erdigen, mal kernigen Kontrabass. Ein weiterer schöner Kontrast ist „You don’t have a name“, das die Erzählstimme Bassenges mit Instrumenten kombiniert, die hier subtile Soundeffekte beisteuern.
„If I could see the world with the eyes of a child“ verstärkt den Eindruck der Bühne nochmal, auf dem der Quantum Signature die Instrumente locker verteilt und die Sängerin in die Mitte stellt. Dabei arbeitet er nicht mit einer starken Fokussierung, sondern mit einer lässigen Übersicht, die der Musik guttut, da sie nicht akademisch rüberkommt. Die Stimme der Sängerin wird mitunter sehr intensiv, kippt aber nicht ins Aggressive, was für die Kette spricht – die ja nur aus dem sonoro und dem Paar Chario Aviator NOBILE um 4.000 Euro pro Paar besteht. Die drei scheinen sich gut zu verstehen. „Everything I love“ kommt dann unglaublich frisch daher. Schön ist das mit dem Besen gespielte Schlagzeug in Szene gesetzt, dazu das Piano, der Akzente setzende Bass zusammen mit der lässigen Stimme Lisa Bassenges.
Abschließend noch mein Favorit: „Wir machen Musik“, das die Berlinerin mit Ilse Werner neu aufgenommen hat – im Jahre 2004. Das ist nach 22 Jahren eigentlich schon selbst wieder ein Klassiker. Die beiden Künstlerinnen singen nicht im Duett, sondern nacheinander, was die Sache spannend macht. Ilse Werner mit der Stimme der damals über 80-jährigen, mit viel Lebenserfahrung und die vielleicht auch mal ein wenig stolpert, es folgt ihr obligatorisches Pfeiffen und dann zum Abschluss die junge Stimme der damals 30-jährigen Sängerin. Der sonoro MAESTRO Quantum Signature trifft dabei im „True Fidelity“ den richtigen Ton, mit schönen Nuancen und punktgenauer Pointierung. Gleichzeitig entsteht eine besondere Stimmung. Im „Normalmodus“ spielt der Signature formal genauso korrekt wie zuvor, wirkt dabei aber etwas offener und vielleicht etwas vordergründiger. Das Quentchen mehr an Emotionalität weicht, so könnte man meinen, einem leichten Vergrößerungsglas. Tatsächlich mag ich noch nicht einmal von besser oder schlechter sprechen, weil auch immer der Geschmack eine Rolle spielt – und die Bereitschaft weitere Klangkorrekturen außen vor zu lassen.
Auf meinem Musikserver entdecke ich Linnea Olsson und ihr Album Ah! wieder. Seinerzeit fand ich das Video zu „Dinosaur“ irgendwie schräg – und die Musik zudem sehr erfrischend. Linnea Olsson begleitet sich selbst mit einem Cello, was, auf der HiFi-Anlage gehört, zu einer starken musikalischen Präsenz führt. Bei dieser Aufnahme steht nicht so sehr die Homogenität des Klangbildes im Vordergrund, mehr der Blick auf die Einzelakteure – die ambitioniert gespielten Streichinstrumente und die markante Stimme der Schwedin.
Der Signature fügt das Ganze um die Lautsprecherebene herum zu einem holografischen Bild zusammen, das gegenüber der Aufnahme Lisa Bassenges wiederum einen ganz eigenen Charakter bekommt. Toll, wie ich die gezupften Saiten im Zentrum heraushören kann, dazu Effekte bei Minute 1:50, die den Raum spielerisch ausnutzen, gleichzeitig erhalten gestrichene Saiten einen sehnsüchtigen Schmelz, der im „True Fidelity“ Modus stärker ausgeprägt ist, wie auch das räumliche Empfinden. Auch dieser Aufnahme kommt zu Gute, dass die Kombi nicht überambitioniert zu Werke geht und dadurch unnötige Schärfen vermeidet, was der ausgefallenen Musik sehr zu Gute kommt. Das bemerke ich auch beim sehr direkten und energiereichen „Never again“. Eigentlich eine Einladung das Ah! durchzuhören, aber ich muss weiter. Frau Olsson hat sich ihr Cello ja auch schon unter den Arm geklemmt…
Weiter geht es mal mit was ganz anderem: Aus der Le Café Abstrait Reihe das Album Le Noel Abstrait. Mit der bekannten Musik- und Event-Reihe entführt mich der DJ und Musikproduzent Raphaël Marionneau in die Welt des Chillout, Deep House, Ambient und Trip-Hop. Auch wenn Weihnachten noch nicht vor der Tür steht (außer so langsam im Supermarkt), tut die Musik einfach gut. Der Sound ist warm und satt. Bei Max Melvins „Sand“ liegt ein Sound-Wabern in der Luft, das bald meinen ganzen Raum wohlig flutet und breiter wird, als bei den beiden Alben zuvor.
Dann setzt der Bass ein. Da-da, da-da… und bringt Schwung in die Bude. Der „Normalmodus“ wirkt hier etwas offener, aber auch schlanker. Der „True Fidelity“ Modus hüllt mich mehr in das Geschehen ein, wirkt bei gleicher Präzision etwas wohliger und vollmundiger. Die Charios nehmen das, was der Signature liefert, dankend auf und machen die Musik zu einem entspannten Erlebnis. So, wie es wohl gedacht ist. AkMusique setzt das Begonnene mit „Sandade“ oder Naomis mit „White“ eindrucksvoll fort. Auch hier ist der Sound voll, gespickt mit Details aus dem Synthesizer, natürlichen Instrumenten und Frauenstimmen, die eine lässige Stimmung generieren. Der Umgang mit dem Bass zeigt, dass nicht zu befürchten ist, dass der Signature bei normalen Lautstärken und unkritischen Lautsprechern leistungsmäßig in die Knie geht.
Ein kleiner, unerwarteter Leckerbissen noch zum Schluss. sonoro verliert in der Dokumentation kein Wort über die DSD-Fähigkeit des Quantum Signature. Also habe ich es einfach mal ausprobiert und siehe da: It works! Vom Label Sound Liaison aus den Niederlanden habe ich das Album The Ghost, the King and I featuring Scott Hamilton & Strings in DSD256. Eine schöne Überraschung, die Musik jetzt in dem Format hören zu können, in dem sie aufgenommen und gemastert wurde. Das Septett ist besetzt mit Tenorsaxophon, Piano, Guitar, Kontrabass, Violine, Viola und Cello, die Aufnahme fand live vor kleinem Publikum im Studio 1 in Heuvellaan Hilversum statt.
Die Aufnahme fängt die Stimmung vor Ort wunderbar und mit großer Homogenität ein. Obwohl sieben Mikrofone verwendet wurden, erzeugt das Mixing und Mastering eine schöne Atmosphäre aus einem Guss, die immer mal wieder von dezentem Klatschen des Publikums aufgelockert wird. Wenn es einen Zustand des Flows gibt, wie ihn Mihály Csíkszentmihályi beschreibt, so strahlt dieses Album ihn aus. Alles ist im Fluss und erscheint selbstverständlich. Die Instrumente haben Charakter, werden aber nicht einzeln künstlich herausgeputzt, nichts wird überbetont. Vielmehr entsteht zum Einzelnen eine gesunde Distanz, was die Nähe und Verbundenheit mit dem Gesamten, dem Ensemble, schafft. Das ist schon exzellent, wie der sonoro MAESTRO Quantum Signature es hinbekommt, ebendies technisch aufzugreifen, aufzubereiten und an die Lautsprecher weiterzugeben. Für mich ist damit der Punkt gekommen, mich in den späten Sonntagnachmittag fallen zu lassen und noch ein wenig „einfach nur“ Musik zu hören. Panta rhei.
sonoro MAESTRO Quantum Signature – Fazit
Der sonoro MAESTRO Quantum Signature ist ein All-In-One Streaming-Receiver, der alles mitbringt, was sein Besitzer im Normalfall (und darüber hinaus) heutzutage zum Musikhören benötigt – Analogeingänge, Phono-MM, Radio, CD und HDMI-Arc fürs TV eingeschlossen. Der Musikfreund kann sich mit dem Signature dann ganz auf die ebenso wichtige Auswahl der Lautsprecher konzentrieren – sei es aus gleichem Hause oder von anderen Herstellern. Dabei darf sich der Besitzer des Signature sicher sein: sein All-In-One wird diese bestens versorgen. Neben den bekannten Klangeinstellungen sowie Dirac Raumanpassung des Quantum bietet der Signature nun eine neue Finesse: mit der „True Fidelity“ Schaltung profitiert der Hörer nicht nur von der von kundiger Hand verfeinerten Elektronik, sondern kann Signal noch direkter an die Lautsprecherklemmen bringen. Ein weiteres Bekenntnis der Marke aus Neuss zum HiFi. Der Sound des Signature wirkt insgesamt sehr fein, spielfreudig und erwachsen. So wie man es auch von einer ausgewachsenen Komponentenanlage erwarten würde. Im Normalmodus wirkt er dabei einen Tick offener, vielleicht etwas sachlicher, mit dem „True Fidelity“ Modus gewinnt der Sound an Substanz und spricht den Hörer emotionaler an. Wenn man so will wandert das Erlebnis vom Kopf näher ans Herz.
Mit dem MAESTRO Quantum Signature (um 2.800 Euro) hat sonoro keinen Konkurrenten zum bekannten und in seiner Preisklasse hervorragenden Quantum (um 2.000 Euro) geschaffen, sondern bietet eine darauf aufbauende Weiterentwicklung, der auf gewachsene klangliche Ansprüche abzielt. Wer hervorragenden Sound sowie geschmackvoll gestaltete Ordnung in seinem HiFi-Möbel will, dem sei der sonoro MAESTRO Quantum Signature wärmsten empfohlen. Klangstarkes HiFi im Kompaktformat.
Im Test
All-In-One-Streaming-Receiver
sonoro MAESTRO Quantum Signature
mit vielen Schnittstellen, CD-Player und präziser Dirac-Raumeinmessung sowie optimierten HiFi-Tugenden
Preis: 2.799 Euro
Kontakt
sonoro audio GmbH
Hammer Landstraße 45
41460 Neuss
Tel.: +49 (0) 21 31 / 88 34 141
Mail: support@sonoro.com
Web: www.sonoro.com
Mitspieler im Test
Digitale Quellen – LUMIN U1 mini mit SBooster Netzteil, MERASON DAC 1 Mk II, MERASON DAC 2, Musikserver Innuos ZENith Mk3, NuPrime Stream 9, NuPrime CDT-9 mit LPS-212, NuPrime DAC-9X mit Vorstufe
Plattenspieler / Phonovorstufe – Rega P8 mit Excalibur Platinum, Vertere Techno Mat, SPL Phonos
Verstärker – SPL Phonitor x mit DAC768 Kopfhörerverstärker/DAC, SPL Director Mk2.2 Vorverstärker/DAC, SPL Performer s1200 Stereo-Endstufe, Makroaudio LittleBIG Power Mono-Endstufe, sonoro MAESTRO Quantum
Lautsprecher – Dutch&Dutch 8c, Diapason Adamantes V, Elipson Planet L Gold Edition, Velodyne DD-12+, Chario Aviator NOBILE
Kopfhörer – ULTRASONE Edition 15, DENON AH-D7100
Signalkabel – WSS Platin-Line KS-20 XLR, WSS Premium-Line KS-200 XLR, Boaacoustic Evolution BLACK.rca, Sommer Cable Epilogue XLR, FastAudio Black Science mk III XLR
Lautsprecherkabel – in-akustik LS-1205 AIR, in-akustik LS-404 micro AIR, Boaacoustic Mercury
Digitalkabel – Boaacoustic USB-Kabel Silver Digital Xeno, Supra Cables USB 2.0 Excalibur, Supra Cables DAC-XLR AES/EBU, Supra Cables Excalibur DAC-XLR AES/EBU, WSS Platin Line DIGI 2 RCA
Netzwerkkabel – Wireworld Starlight 8, Boaacoustic SIGNAL.lanCat.6A, Supra Cables CAT8+
Netzkabel – Netzkabel Supra Cables LoRad 2.5, bfly bPower, WSS-Kabel Platin Line N3 & N4
Zubehör – Netzleiste Supra Cables LoRad MD07 DC 16 EU SP MKIII, SBooster BOTW P&P Netzteil, NuPrime AC-4 Power Conditioner, NuPrime Omnia SW-8 HiFi Netzwerk-Switch, Innuos PHOENIX USB-Reclocker, MUTEC MC3+ USB, Ideon Audio 3R USB Renaissance mk2 Black Star, Puritan Audio GroundMaster CITY & RouteMaster
Tests von sonoro audio bei den HiFi-IFAs
All-In-One-System sonoro AVATON
All-In-One Receiver sonoro MAESTRO Quantum
All-In-One-System sonoro MEISTERSTÜCK Gen.2
In- und Outdoor-Bluetoothlautsprecher ESCAPE P9 mit Streaming Modul M1 AIR
TV.Sprachverstärker Faller OSKAR by sonoro
sonoro ORCHESTRA Gen.2 und ORCHESTRA SLIM Regallautsprecher
sonoro ORCHESTRA Regallautsprecher
sonoro GRAND ORCHESTRA Standlautsprecher
All-In-One Receiver sonoro MAESTRO
Plattenspieler sonoro PLATINUM SE
Plattenspieler sonoro PLATINUM
All-In-One-System sonoro MEISTERSTÜCK
All-In-One-System sonoro PRIMUS
All-In-One-System sonoro STREAM
All-In-One-System sonoro ELITE



