
Vor rund zwei Jahren erschien der Streaming-Vollverstärker Roksan Caspian 4G für 4.500 Euro, der sich dann als Vollverstärker ohne die Netzwerkfunktionen bei uns zum Test einfand. Nun schieben die Engländer die Streaming-Vorstufe Roksan Caspian 4G für 4.000 Euro sowie die Stereo-Endstufe Roksan Caspian 4G für 3.500 Euro nach, getreu dem Motto „Aus Eins mach Zwei“. Was diese Kombi neben den Analogeingängen, MM- & MC Vorverstärker sowie HDMI-Eingang so auf dem Kasten hat, das soll der Testbericht aufzeigen.
Roksan – Hintergrund
Wer eigentlich ist dieser Roksan? Hinter dem Markennamen der Mitte der 80er gegründeten HiFi-Marke steckten ursprünglich Touraj Moghaddam und Tufan Hashemi, die beiden entwickelten den sehr hochwertigen Plattenspieler Xerxes, der fast schon eine Legende ist. Weitere Plattenspieler kamen hinzu, hochwertige Tonabnehmer sowie Phonovorverstärker, und auch einen Kompaktlautsprecher namens Darius gab es mal. Obendrauf noch Vollverstärker wie den Kandy K2 und natürlich einen Amp namens Roksan, wobei die Briten mit diesem Segment nicht so bekannt waren. 2016 wurde der englische Hersteller dann von Monitor Audio übernommen, der ebenfalls auf der großen Insel beheimatet ist.

Roksan Caspian 4G – Technik
Verpackt sind der Netzwerkplayer sowie die Endstufe sehr ordentlich, und in einem schicken Sackerl dazu, da macht das Auspacken der Geräte doch wirklich Freude. Und wenn man die beiden edlen Gerätschaften im Anschluss daran so vor sich stehen hat, strahlen die Äuglein ob der hervorragenden Qualität der massiven Gehäuse aus Aluminium, da gibt es wirklich nichts zu meckern. Praktischerweise haben die Vor- und Endstufe genau die gleichen Abmessungen, das ergibt ein einheitliches und elegantes Design. Beiden Geräten gemein sind auch die exakt gleichen Kühlkörper mit den Lüftungsschlitzen wie auch die Frontplatte mit dem minimalinvasiven schwarzen Display, und die Ringkerntrafos sitzen wie gehabt zentral in der Mitte. Doch dann werden es der Gemeinsamkeiten logischerweise weniger.

Roksan Caspian 4G – Streaming Pre-Amplifier
Unübersehbar zentral ist der große Lautstärkeregler beim Streaming Pre-Amplifier angeordnet. Wobei, neben der Lautstärke kann man mit ihm eigentlich so alles am Caspian 4G bedienen. Schließlich fungiert er per kurzem Druck dem Einschalten, und gaaanz langem Drückem dem Ausschalten des Gerätes. Durch die Quellen kann man ebenso hüpfen, wenn man den Regler gedrückt hält und dreht. Zudem lassen sich alle Funktionen wie auch Einstellungen so erreichen, doch per hauseigener MaestroUnite App gelingt das einfacher. Da gibt es einige schöne Sachen zu entdecken, wie beispielsweise das Umbenennen oder Abschalten der Eingänge. Oder eine Loudnesseinstellung sowie eine Balanceregelung. Eine Raumanpassung ist ebenso mit dabei, in dieser gibt man die Position der Lautsprecher im Raum ein, so man diese Funktion per Fähigkeiten eines Sherlock Holmes denn im Menü der App entdeckt hat.

Ein paar Feinheiten gibt es noch zur Lautstärkeregelung zu erzählen. Diese läuft auch im leisereren Bereich sehr feinfühlig, und gibt nicht gleich Vollgas wie so mancher andere Zeitgenosse. Für die Regelung der Lautstärke kombiniert Roksan beim Caspian 4G eine Mischung aus analoger und digitaler Technik. Zum Einen übernimmt die erstgenannte Abteilung den klanglich relevanten Lautstärkebereich, für die Feinjustage des Pegels und der Kanalgleichheit wiederum ist dann die digitale Lautstärkeregelung zuständig. Damit diese ihre Stärken voll ausspielen können, sind sie diskret auf einer separaten Platine aufgebaut, zudem wird jeder Kanal separat geregelt.

Apropo Apps: Die MaestroUnite App gibt es für Android wie auch iOS, und die solltet ihr auch installierren, um die umfangreichen Möglichkeiten des Streaming-Preamps zu entdecken. Ein wenig tricky ist der Einstieg, wenn auch den Kartons der beiden Geräte riesige Blätter mit symbolischer Bedienungsanleitung beiliegen. Bevor ihr den Preamp wie auch die Stereoendstufe an den Strom hängt, bitte vorher Bluetooth und WLAN auf dem Handy oder Tablett aktivieren. Dann die Roksan App installieren, und, ein kleiner Tipp von mir: Danach bitte nur die Vorstufe an den Strom hängen und mit der App auf die Suche gehen. In der Steuerungs-Sofware erscheint alsbald der Streaming-Vorverstärker und auf dem Display desselbigen ein Zifferncode zum Eingeben in der App. So ihr dies gemacht habt, fluppt die Geschichte gut und ihr könnt in der Oberflächer der Software herumstöbern.
Das gleiche Prozedere führt ihr anschließend mit der Endstufe durch und kurz danach werden beide Geräte in der Software angezeigt. Vor- und Endstufe verbinden sich automatisch per via Bluetooth Low Energy/BLE miteinander, und die Vorstufe schaltet aufgrund dieser Verbindung die Endstufe mit ein und aus. Hängt ihr jedoch beide Geräte gleichzeitig ans Stromnetz wie auch ich es anfangs gemacht habe, kommt ihr bei der Verbindung mit der MaestroUnite App und dem Eintippern der Zahlencodes ein wenig ins Schleudern, weil der Code nach kurzer Zeit ausgeblendet wird. Anschließend bitte noch die BluOS™ App installieren, und ihr könnt in die Welt des Streamings abtauchen. Und nicht nur die, mit dieser Software könnt ihr alle Eingänge bedienen.

Einen schnöden x-beliebigen DAC, den gibt es hier nicht, sondern eine hauseigene Schaltung namens „Rapture“. Die Digital-Analogwandlung besitzt einen digitalen Dual-Mono-Aufbau, bei dieser Art der Spannungsverstärkung wird ein Stromkonverter mit Widerständen für die Wandlung von Strom in Spannung eingesetzt, Die Entwickler von Roksan versprechen sich und dem Hörer bei der hauseigenen Technik eine größere und lineare wie auch rauschärmere Verarbeitung bei mehr Bandbreite als sie bei normalen Schaltungen Standard ist. Diese Technik benutzt der Roksan Caspian 4G Netzwerkspieler nicht nur für das Streamen, sondern natürlich auch bei seinen optischen wie auch koaxialen Eingängen, und natürlich auch dem HDMI-eARC Eingang für das Heimkino.
Klar gibt es auch Analogeingänge in Form von Cinch und XLR für weitere vorhandene Zuspieler. Und im Gegensatz zum Vollverstärker gibt es bei der Streaming-Vorstufe neben dem MM-Eingang mit einer Verstärkung von 53 dB (Low -3 dB, Mid 0 dB, High +3 dB) bei 47 kOhm / 100 pF auch einen für die feinen empfindlichen MC-Signale mit 77 dB (Low -3 dB, Mid 0 dB, High +3 dB) bei 100 Ohm / 470 pF. In der App findet ihr diese Werte leider nicht, dort steht ganz einfach Low, Mid und High.
Ein paar Worte gibt es noch zum grundsätzlichen Aufbau des Streaming-Vorverstärkers zu verlieren: Der Roksan Caspian 4G ist sauber vollsymmetrisch aufgebaut, was sich von den Eingängen bis zu den Ausgängen komplett durchzieht. Womit ich somit bei der Doppel-Mono-Endstufe angelangt bin.

Roksan Caspian 4G – Stereo Endstufe
Bei der Stereoendstufe Roksan Caspian 4G ist die Front, oh Wunder, noch aufgeräumter als beim Netzwerkspieler. Immerhin gibt es linkerhand den Ein- und Ausschalter, interessant ist dieser für den Fall, dass die Endstufe in einer Kombination mit Fremdmarken eingesetzt werden soll, und nicht automatisch über den Roksan Caspian 4G Streaming-Vorverstärker eingeschaltet wird. Zudem hat dieser Drucktaster eine weitere Funktion: Per Knopfdruck könnt ihr einen der beiden Cincheingänge oder auch den XLR-Eingang auswählen. Dies ist praktisch für den Fall, dass ihr den Power Amp in eine Surroundanlage einschleifen wollt, oder mal keine Lust auf die App habt. Zudem wird die eingestellte Lautstärke auf der Front in senkrecht stehenden orangefarbenen Balken angezeigt.
Rückseitig gibt es neben den zuvor genannten drei Stereo-Eingängen noch zwei Line-Out. Benötigt ihr tatsächläch mehr als die von der Stereo-Endstufe angebotenen Leistung von 2* 200 Watt an 4 Ohm lässt diese sich in Mono gebrückt auf interessanterweise sogar respektable 1* 630 Watt an 4 Ohm steigern. Und über die Line-Out Ausgänge könnt ihr Bi-Wiring oder auch Tri-Wiring betreiben; gut, dass meine Standlautsprecher sich mit Single-Wiring bescheiden… Ach so ja: Mit einem vielleicht bereits vorhandenen Streaming- oder Vollverstärker Roksan Caspian 4G habt ihr die genannten Möglichkeiten natürlich ebenfalls. Und für den Fall, dass ihr eine andere Vorstufe mit 12 Volt Triggerausgang im HiFi-Rack stehen habt, bietet die Roksan Caspian 4G Endstufe einen Triggereingang zum Einschalten an.
Das Innenleben des Endverstärkers dominieren ein kräftiger Ringkerntrafo mit 600 VA sowie 36.400 µF Elkos auf jeder Seite. Auch die kräftigen Kühlrippen links und rechts fallen auf, jeweils drei Toshiba Transistoren 2SC5200 sowie je drei 2SA1943 sind an ihnen montiert. Klanglich vorteilhaft soll dabei die von Roksan erdachte proprietäre, intelligente „Euphoria“ Class-AB Verstärkertechnologie sein, die zwei getrennte Stromversorgungen für die Verstärkung sowie Spannungserhöhung besitzt.

Roksan Caspian 4G Streaming Pre-Amplifier – Technische Daten
- Geräteart: Netzwerkplayer mit DAC, MM & MC Phono-Vorverstärker
- Aufbau: Dual-Mono
- Software: Roksan MaestroUnite App und BluOS®. Qobuz, Tidal, Spotify, Deezer, Amazon…
- Besonderheit: Raumanpassung in der App mit Positionierung der Lautsprecher
- D/A-Wandler: Hauseigener Rapture DAC mit Dual-Mono-Aufbau bis 24 Bit / 192 kHz
- Analogeingänge: 1* XLR, 2* Cinch, 1* Phono-MM (50, 53, 56 dB), 1* Phono-MC (74, 77, 81 dB)
- Digitaleingänge: 2* Koaxial (Bis 24 Bit / 192 kHz), 2* Optisch (Bis 24 Bit / 96 kHz), Bluetooth aptX, AAC, SBC)
- Analogausgänge: 1* XLR, 2* Cinch (Einstellungen Fix, Variabel, Low Pass Subwoofer)
- Maße: 43,2*37,8*9,3 cm (b*t*h)
- Gewicht: 10,1 kg
- Farben: Silber oder Schwarz
- Zubehör: Fernbedienung
- Besonderheit: Updates per WLAN
Roksan Caspian 4G Power Amplifier – Technische Daten
- Geräteart: Stereo-Endstufe
- Betriebsart: Euphonia Class AB mit Dual-Mono-Aufbau
- Analogeingänge: 1* XLR, 2* Cinch
- Analogausgänge: 2* Cinch
- Lautsprecheranschlüsse: 1* Links / Rechts
- Leistung: 2* 105 Watt an 8 Ohm, 2* 200 Watt an 4 Ohm, 1* 630 Watt an 4 Ohm
- Maße: 43,2*37,8*9,3 cm (b*t*h)
- Gewicht: 14,9 kg
- Farben: Silber oder Schwarz
- Besonderheit: Updates per WLAN

Roksan Caspian 4G Streaming Pre-Amplifier & Power Amplifier – Klang
Gemütlich und entspannt beginnt der Hörtest mit dem Titel „Sweet Dreams“ des Duos Chet Atkins & Mark Knopfler aus deren Album Neck & Neck. Der englische Name deutet auf die Gitarrenhälse der Protagonisten hin, frei ins Deutsche übersetzt lässt sich dies auch in gegenseitiges Necken übersetzen. Und davon gibt es reichlich zu hören, man merkt definitiv, welchen Spaß die beiden am gemeinsamen Spiel haben. Wie in einer gemütlichen privaten Session jammen sie vor sich hin, und lassen uns daran teilhaben. Wir, das sind in diesem Fall Falk, Stefan Schickedanz sowie meine Wenigkeit. Zu einem Hörwochenende, und natürlich auch einem Männerabend haben wir uns verabredet.
Ein butterweiches Klavierspiel hören wir, wie hingehaucht sind die fein perlenden Tastenanschläge. Das Mark Knopfler mit dabei ist, hört man sehr schnell heraus bei dem für ihn üblichen Fingerpickering. Feingliedrig wird der Schlagzeugbesen über das Fell der Trommel gestrichen und gelegentlich touchiert er auch den metallenen Rand des Trommelkorpus. Auf einer Achse kurz vor den beiden Standlautsprechern spielt sich dieses Geschehen ab, während sich hinter den Lautsprechern ein Streicherteppich ausbreitet.
Beim nachfolgenden flotteren „There’ll Be Some Changes Mode“ tritt die typisch nölige Stimme von Chet Atkins in den Vordergrund, er und Mark Knopfler liefern mit ihrem Sprachgesang eine humorige Battle ab, bei der sie sich gegenseitig auf’s Korn nehmen, so wie es alte Kumpels machen, ohne sich dabei etwas krumm zu nehmen, cool die beiden. Und obwohl der Countrysänger eine etwas verwaschene Aussprache hat, bekomme ich doch so einiges mit, was für die Sprachverständlichkeit der Roksan Caspian 4G Kombi spricht, ironisch tituliert Chet Atkins seinen Kompagnon auch mal als „Elvis“. Erwähnenswert ist die Durchschaubarkeit für mich deshalb, weil der Streaming-Vorverstärker mitsamt der Stereo-Endstufe etwas weicher und wärmer spielt als der Caspian 4G Streaming-Amplifier. Wie spielerisch die beiden mit ihren Gitarren umgehen und man auch mal ein ganz dezentes wohl versehentliches Quietschen einer Saite hört, mal jeder der Interpreten für sich und auch wieder gemeinsam, sie ergänzen sich klasse.
Genug der Gemütlichkeit, per Qobuz holen wir Ane Brun mit „Do You Remember“ in den heimischen Hörraum, zuerst machen wir dies mit dem Streaming-Verstärker Roksan Caspian 4G. Ein flotter Rhythmus ist das, der mit seinen präzisen und leicht warmen Trommelschlägen sofort in den Fuß geht. Linkerhand gibt es gelegentlich ein leichtes Plop, so wie mit dem Finger aus dem Mund gezogen, ein Detail, das auf einfacheren HiFi-Anlagen eher untergeht. Wunderbar klar ist die Stimme der nordischen Sängerin, und dennoch angenehm weich mit ihren feinen Schattierungen und Schwebungen.
Wir sind gespannt, was die Vor-Endkombi wohl aus diesem Lied machen wird. Nun denn, mit ihr steht die Stimme noch eine Portion freier und losgelöster vor uns. Begleitet wird Ane Brun von einem hinter ihr stehendem Frauenchor, der sich je nach Qualität der HiFi-Komponenten auch mal nach Zwergenchor anhören kann, wie Falk ihn bei unserem Redaktionstreffen von Stereoguide und HiFi-IFAs mit einem Augenzwinkern bezeichnet. Doch bei dem, was er hier und heute hört, ist er rundum zufrieden. Noch breiter aufgezogen und losgelöster wird das komplette Geschehen bei den getrennten Komponenten, und Ane Brun differenzierter zum Chor. Ein kleiner Nachteil sei dabei nicht verschwiegen, die Roksan Caspian 4G Kombi ist halt etwas kostspieliger als der Streaming-Amp, doch das ist berechtigt.
Falk und Stefan haben nicht ewig Zeit, zudem steht unser Männerabend an, daher beschäftige ich mich mit den speziellen Einstellungen des Roksan Caspian 4G Streaming-Vorverstärkers sowie der Stereo-Endstufe zu einem späteren Zeitpunkt. Auch deshalb, weil ich wie bereits weiter oben angemerkt die Raumanpassung für die Lautsprecher anfänglich nicht in der MaestroUnite App gefunden habe. Diese befindet sich in der App der Vorstufe unter „Ausgänge, HD DAC, Intelligente Grenzflächensteuerung“, wirklich intelligent finde ich diese Bezeichnung nun wirklich nicht… Ein Telefonat mit Jens Ragenow vom Vertrieb half mir dann aus der Patsche.
Um die klanglichen Auswirkungen der „Grenzflächensteuerung“ zu erfahren, darf Ane Brun mich nochmals bezirzen. Also stelle ich den Abstand der Lautsprecher zu den Wänden per App ein, dies ist dann ein Kinderspiel, und funktioniert bei laufendem Betrieb der HiFi-Anlage. Bei jeder Änderung der Einstellungen macht sich dies dann bemerkbar. Die Stimme der Sängerin wird klarer und verständlicher, ebenso gilt dies für den weiter aufgezogenen Chor. Klarer in der Definition erreicht auch das Schlagzeug meine Ohren, und auch den Trommelschlägen tut die Änderung im DSP gut, sie erscheinen mir flotter wie auch spielerischer, und die Füße wippen fleißig mit. Beim Ausschalten dieser Funktion bin ich überrascht, wie groß die klanglichen Unterschiede sind. Also schnell wieder an mit ihr, das haben die Entwickler echt klasse hinbekommen mit dieser Anpassungsmöglichkeit.

Bisher wurde die Musik per Qobuz gestreamt, doch der Roksan Caspian 4G Streaming Pre-Amplifier bietet neben den analogen Cincheingängen auch noch die Möglichkeit, zwei Plattenspieler mit MM- und MC Tonabnehmer anzuschließen. Da die Caspians preislich etwas gehobener angesiedelt sind, wähle ich den zweiten und schließe den Rega Planar 6 mit dem TAD Excalibur Black und auch mal den Takumi Level 1.1 mit seinem Aka MC an.
Auf den Plattenteller kommt eine meiner aktuellen Lieblings-LPs, My World Is The Sun von Dominique Fils-Aimé. Sehr angenehm überrascht bin ich von dem Wellenrauschen des Titels „Sea Of Clouds“, verblüffend natürlich und sanft geht die Caspian 4G MC-Vorstufe damit um, damit hätte ich nun wirklich nicht gerechnet. Auch das Didgeridoo schwingt und brummelt vor sich hin, dass es eine wahre Freude ist, und der etwas weiter hinten stehende Männerchor summt wie ein tief abgestimmter Bienenschwarm. Beim Lied „Freedom Become“ wird die Trompete so überzeugend echt gespielt, dass Blechblasinstrument glänzt dabei mit feinen Klangfarben und Schattierungen.
Bisher habe ich der Roksan Caspian 4G Kombi ja eher braves Futter gegeben und keinen Hafer. Daher gibt es zum Abschluss des Tests noch etwas richtig Fetziges auf die Ohren mit „Last Train To Istanbul“ von Steve Hacketts LP Out Of The Tunnel’s Mouth. Das ist eine musikalische Schießbude sondergleichen, die Vermischung von orientalischen mit westlichen Rhythmen. Ein seltsam wehklagendes Sitar, das sich mit einem Synthie sowie einer seufzenden Flöte unterhält. Hinterlegt mit weit aufspielenden Streichern aus dem Orient und Paukenschlägen, die es in sich haben. Dem im Netzwerkplayer integrierten MC-Vorverstärker bereitet auch dieses Durcheinander großes Vergnügen. Und so sage ich zu mir: Respekt, in der 1.000 Euroklasse spielt der integrierte Phono-Pre locker mit. Die Endstufe schüttelt dies alles mit links und rechts aus dem Ärmel, felsenfest hat sie die LUA Con Espressione und auch die CITO Audio DBC 8A-Evo im Griff. Doch sie macht das nicht mit Show und Knalleffekt, sondern mit ihrem dezent sattwarmen Charme. So miteinander verbandelt geben der Roksan Caspian 4G Streaming Pre-Amplifier und der Stereo Power-Amp ein harmonisches Gesamtbild ab.

Roksan Caspian 4G Streaming Pre-Amplifier & Power Amplifier – Fazit
Wer der Meinung ist, das High End Audio und eine elegante Optik nicht zusammengehen, der sollte sich mal den Roksan Caspian 4G Streaming Pre-Amplifier & Power Amplifier anschauen; neben der Optik ist auch die Haptik der beiden Geräte sehr gut gelungen. Ob Loft oder klassisches HiFi-Rack, in beide Umgebungen integrieren sich die HiFi-Komponenten optisch mit ihrer Eleganz und edlen Anfassqualität aus massivem Aluminium bestens. Konsequent in Doppel-Mono aufgebaut sind Vor- wie auch Endstufe mit ihren zentral angeordneten Ringkerntrafos.
Neben seinen naturgegebenen
Streamingfunktionen bringt der Netzwerkplayer einen HDMI-eARC Anschluss mit. Dazu analoge Cinch- und XLR Eingänge, und einen feinen MM- und MC Vorverstärker, der es mit externen Vorstufen sehr gerne aufnimmt. In der hauseigenen MaestroUnite App finden sich sinnvolle Einstellungen wie Balance und Loudness, und als Schmankerl gibt es in ihr eine manuelle sowie wirkungsvolle Raumanpassung, die man auch nutzen sollte.
Egal über welche Quellen man den Roksan Caspian 4G Streaming Pre-Amplifier & Power Amplifier hört, stets ist der Klang fein wie auch sanft aufgelöst und schmeichelt den Sinnen. Großzügig und weit ist die Darstellung, doch nicht übertrieben oder auf Show ausgerichtet. Auch auf den Tiefton trifft dieses zu, bei der die Endstufe wohl jeden Lautsprecher satt und sittsam an der Hand zu führen weiß, ihn bei Bedarf allerdings auch mal ordentlich in den Hintern zu treten vermag. Man merkt es, diese Vor- und Endkombi aus England wurde für Genusshörer entwickelt.
Im Test
Streaming-Vorverstärker mit D/A-Wandler, Phono MC-MM Eingang & eARC
Roksan Caspian 4G mit BluOSTM
Ausführung: Silber oder Schwarz
Maße: 43,2*37,8*9,3 cm (b*t*h)
Gewicht: 10,1 kg
Preis: 4.000 Euro
Stereo-Endstufe
Roksan Caspian 4G
Ausführung: Silber oder Schwarz
Maße: 43,2*37,8*9,3 cm (b*t*h)
Gewicht: 14,9 kg
Preis: 3.500 Euro
Kontakt
Pannes Vertriebs KG
Berliner Straße 3
23795 Bad Segeberg
Tel.: 04551-8955394
Mail: info@pannes-vertrieb.de
Web: www.derbesteklang.de
Mitspieler im Test
Quellen digital – Netzwerkspieler Atoll ST 300 Signature, CD-Spieler Atoll CD200 Evolution, Musikserver Innuos ZEN MK.III
Quellen analog – Plattenspieler Rega Planar 6 mit MC-Tonabnehmer TAD Excalibur Black, Plattenspieler Sonoro Platinum mit Ortofon 2M Red, Phono MM- & MC Verstärker Trigon Vanguard III, Plattenspieler Takumi Level 1.1
Verstärker – Streaming-Vollverstärker mit Phono-Eingang Roksan Caspian 4G, Vollverstärker Rega Brio MK7, Stereo-Endstufe Atoll AM400 Evolution
Lautsprecher – Standlautsprecher LUA Con Espressione, Subwoofer REL R 505, Standlautsprecher Indiana Line Diva 5, Kompaktlautsprecher CITO Audio DBC 8A-Evo
Kopfhörer – Offener Kopfhörer Focal Clear, Kopfhörerverstärker Divaldi AMP-02 mit Phono MM- & MC Stufe
Zubehör – Lautsprecherkabel: Supra XL Annorum, in-akustik LS-804 AIR DIY, in-akustik Referenz LS-204 XL Micro AIR, in-akustik LS-1204. Kleinsignal-Kabel: Cinchkabel in-akustik NF-1204 Air, Stromkabel Supra LoRad 2.5, Powergrip YG-1 Netzfilter, HiFi-Switch NuPrime Omnia SW-8, LAN-Kabel Supra Cat8 & Wireworld Starlight

