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Verstärker mit Streamer / DAC

Test: Vollverstärker Trigon Exxceed – Verführung mit Contenance und digitalen Eingängen

Alfredo MasciaBy Alfredo Mascia3. Mai 2026

In Deutschland gibt es Regionen, die definieren sich über eine bemerkenswerte, fast schon demonstrative Unaufgeregtheit. Kassel zum Beispiel. Wer die nordhessische Metropole bereist, tut dies meist mit dem hehren Ziel, auf der documenta den Puls der zeitgenössischen Weltkunst zu fühlen oder in der Märchenwelt der Gebrüder Grimm nach dem tieferen Sinn des Daseins zu forschen. Doch abseits der kuratierten Leinwände und überlieferten Mythen existiert eine ganz eigene Realität aus massiven Metalllegierungen und einer beinahe meditativen Gründlichkeit: die Manufaktur Trigon. Wer beginnt, sich mit dieser Marke auseinanderzusetzen, tritt eine Exkursion in ein Universum an, in dem die Uhren nicht nur anders gehen, sondern vermutlich so konstruiert sind, dass sie das Konzept „Zeit“ eher als unverbindliche Empfehlung betrachten.


Vollverstärker Trigon Exxceed – Annäherung

Trigon besetzt in der internationalen HiFi-Landschaft eine Nische, die man mit Fug und Recht als „begehbaren Maschinenbau“ bezeichnen könnte. Während nämlich die Branche im Rest der Welt oft mit immer kürzeren Produktzyklen, schrillen Marketing-Verbundstoffen und digitalen Heilsversprechen um die Aufmerksamkeit eines volatilen Publikums buhlt, scheint man in Kassel eine liebevolle, fast schon schutzwürdige Sturheit gegenüber flüchtigen Trends kultiviert zu haben. Der Vollverstärker Trigon Exxceed ist eines der greifbaren Ergebnisse dieser Philosophie – ein Teil, das schon durch seine bloße Anwesenheit im Raum signalisiert, dass es nicht gekommen ist, um übermorgen durch ein Nachfolgemodell mit bunten Knöpfen ersetzt zu werden. Man hat beim Trigon Exxceed einfach nicht das Gefühl, ein kurzlebiges elektronisches Gadget vor sich zu haben. Irgendwie assoziiert man mit der Erscheinung des „trigonschen“ Verstärkers ein Gerät, das seine Aufgaben mit einer Art preußischer Pünktlichkeit und tiefenentspannter Souveränität erledigt. Wir werden sehe

Eines stand für mich jetzt schon fest: Dieser Verstärker ist sackschwer und kein Gerät, das man mal eben mit der Hand jongliert, während man die Lautsprecherkabel sortiert. Hier hat man es mit „Heavy Metal“ zu tun – und diese physische Dominanz fiel nicht nur mir auf. Als der Trigon auf seinem Platz thronte, so stabil, hübsch und massiv, meinte ich doch tatsächlich ein wenig zu spüren, wie mein eigener Verstärker ein wenig ängstlich und eingeschüchtert herüberblinzelte…

Aber so beeindruckend diese Physis auch sein mag – Gut Ding will Weile haben. Der Trigon Exxceed ist kein Sprinter, der sofort aus dem Karton heraus seine volle Performance abliefert. Er verlangt nach einer ausgiebigen Kennenlernphase und darf sich erst einmal einige Wochen lang in aller Ruhe einspielen.


 

Vollverstärker Trigon Exxceed – Technik

Der Trigon Audio Exxceed gehört klar zur Fraktion „keine Experimente, dafür maximaler Aufwand an den richtigen Stellen“. Im Inneren setzt der Vollverstärker auf einen konsequent kanalgetrennten Doppelmono-Aufbau, der sich nicht mit symbolischer Trennung zufriedengibt, sondern tatsächlich zwei Ringkerntransformatoren einsetzt – ein jeder jeweils zuständig für seinen Kanal. Das ist kein Design für die Prospektseite, sondern eines, das sich vor allem dann auszahlt, wenn es elektrisch ungemütlich wird. Die Stromversorgung ist entsprechend großzügig dimensioniert, inklusive üppiger Siebkapazitäten und separater Spannungsregler für die unterschiedlichen Baugruppen; ein Detail, das man selten sieht, aber häufig hört.

Die Masseführung ist sternförmig organisiert um Störeinflüsse zu minimieren – ein Klassiker guter Analogtechnik, der zuverlässig dafür sorgt, dass sich Signale nicht gegenseitig ins Wort fallen. In der Ausgangsstufe arbeiten mehrere parallel geschaltete bipolare Leistungstransistoren pro Kanal, montiert auf großzügig dimensionierten Kühlkörpern, die die thermische Stabilität nicht dem Zufall überlassen. Die resultierenden Leistungswerte bewegen sich um die 2 x 100 Watt an 8 Ohm und steigen an 4 Ohm entsprechend an, ohne dass der Verstärker den Eindruck erweckt intern hektisch zu werden. Unterstützt wird alles durch eine vergleichsweise hohe Ruhestromeinstellung, die den Übergang zwischen den Halbwellen sauber hält – ein klassischer Trick, um Verzerrungen im kritischen Bereich zu minimieren. Die Vorstufe wird durch eine Shunt-Regelung versorgt. Diese hat gegenüber klassischen Serienreglern den Vorteil, extrem stabil auf Laständerungen zu reagieren. Der Nachteil: höherer Aufwand und mehr Verlustleistung. Der Vorteil: genau deshalb macht Trigon es so.

Bei der Digitalsektion bleibt man angenehm sachlich; Trigon nennt bewusst keinen plakativ vermarkteten DAC-Chip, sondern setzt auf eine eigene Implementierung eines hochwertigen Delta-Sigma-Wandlers (typischerweise aus dem Umfeld von Burr-Brown/Texas Instruments oder ESS). Entscheidend ist hier weniger der Chipname als die Einbindung – und die ist sauber gelöst, inklusive separater Spannungsversorgung für den Digitalteil und entkoppelter Taktsektion. Die Taktaufbereitung selber erfolgt über einen präzisen Quarzoszillator mit kurzer Signalführung, sodass Jitter gar nicht erst zur Entfaltung kommt. Die USB-Schnittstelle basiert auf einer XMOS-Plattform und verarbeitet PCM-Signale bis 384 kHz/32 Bit sowie DSD bis zur 256fachen Abtastrate einer Standard-CD. Ergänzend stehen mehrere S/PDIF-Eingänge (optisch und koaxial) zur Verfügung, die über dedizierte Receiver-Bausteine eingebunden sind. Der DAC bietet zudem über das Menü wählbare Digitalfilter – ein Detail für Menschen, die gern wissen, dass sie könnten, wenn sie denn wollten.

Ein weiteres schönes Detail findet sich bei der Lautstärkeregelung: statt eines klassischen analogen Potentiometers setzt der Trigon Exxceed auf eine elektronisch gesteuerte, kanalgenau abgeglichene Lautstärke – “Steuerung“. Die großen Drehgeber auf der Front sind also Encoder, die intern eine hochwertige IC-basierte IC-Regelung ansprechen. Das vermeidet die üblichen Probleme mechanischer Potis wie Kanalungleichheit, Kontaktalterung oder Kratzgeräusche nach Jahren des Gebrauchs und erlaubt gleichzeitig eine sehr feine Abstufung in kleinen Pegelschritten. So ganz nebenbei ermöglicht dieses Konzept Zusatzfunktionen wie Eingangsnormierung, Balanceregelung sowie speicherbare Laustärkeeinstellungen pro Eingang. Oder anders: außen drehen, innen rechnen.

Die Anschlusssektion zeigt sich entsprechend durchdacht und vollständig: drei analoge Cinch-Hochpegeleingänge, ein symmetrischer XLR-Eingang mit differenzieller Signalführung, fünf (!) digitale Eingänge (2x S/PDIF koaxial, 2x Toslink optisch und einmal USB) dazu Pre-Outs in XLR- als auch in Cinch-Ausführung für externe Endstufen oder aktive Setups, ein Record-Out, ein integrierter Kopfhörerausgang sowie solide ausgeführte Lautsprecherterminals für zwei Kanäle; an der Stelle gibt eher das Kabel als die Klemme nach. Ergänzt wird das alles durch Steueranschlüsse wie Trigger-In/Out. Kurz gesagt – hier wird eher der Platz im Rack knapp als die Anschlüsse…

Die Signalführung im Trigon Exxceed bleibt dabei erfreulich kurz und logisch aufgebaut. Digitale und analoge Sektionen sind physisch getrennt, empfindliche Baugruppen abgeschirmt und die Leiterplatten zeigen eine saubere, symmetrisch-kanalgetrennte Anordnung. Wer gern Platinen betrachtet, findet hier weniger Chaos als vielmehr das visuelle Äquivalent zu aufgeräumten Schreibtischen – also eher selten im echten Leben aber umso erfreulicher, wenn es so ist. Die Verarbeitung folgt konsequent dem technischen Anspruch, und so besteht das Gehäuse aus massivem Aluminium und Stahl, präzise gefertigt und weitgehend frei von sichtbaren Schrauben.

Der mehrschichtige Gehäusedeckel ist ein kleines Kunstwerk für sich und trägt zur mechanischen Dämpfung sowie zur Stabilität bei, während entkoppelnde Gerätefüße verhindern, dass Vibrationen ungefragt ins Innenleben weitergereicht werden. Mit rund 18 Kilogramm bringt der Trigon Exxceed bei weitem genug Masse mit, um nicht versehentlich beim Umstecken eines Kabels den Standort zu wechseln – ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Auch haptisch bleibt der Vollverstärker von Trigon angenehm konsistent. Die beiden großen Drehgeber laufen mit definiertem Widerstand und vermitteln Kontrolle, ohne schwergängig zu sein. Sensortasten reagieren perfekt, das zentrale TFT-Display ist funktional und sehr gut ablesbar. Die Menüstruktur erlaubt detaillierte Eingriffe – von der Benennung und Pegelanpassung einzelner Eingänge bis hin zur Auswahl von DAC-Filtern, Balancesettings und Energiesparfunktionen. Die Bedienung wirkt dabei durchdacht genug, dass man sie auch ohne ständiges Nachschlagen versteht. Letzteres ist im HiFi-Bereich keineswegs immer selbstverständlich.

Vollverstärker Trigon Exxceed – technische Daten

  • Gerätetyp: Vollverstärker mit digitalen Eingängen
  • Eingänge: 4x analog, 4x digital SPDIF plus 1x USB (PCM/DSD)
  • Eingangsimpedanz: analog 47kOhm
  • Ausgänge: 1x Lautsprecher, 1x Kopfhörer, 1x unsymmetrisch Line Out / Rec Out, 1x symmetrisch XLR Pre Out
  • Klirrfaktor: < 0,02%
  • Frequenzband: digitale Eingänge 20 Hz – 20kHz (-3dB), analoge Eingänge 5Hz – 250kHz (-3dB)
  • Übersprechdämpfung: < -80dB Geräuschspannungsabstand: > -92 dB bezogen auf 1 Watt an 4 Ohm
  • Ausgangsleistung: 2x 100 Watt / 2x 170W 8/4 Ohm
  • Abmessungen: 440 mm X 110 mm X 380 mm (BxHxT)
  • Gewicht: 18,3 kg
  • Garantie: 3 Jahre
  • Zubehör: IR Fernbedienung „DIRECTOR“
  • Besonderheiten: Eingänge im Pegel einstellbar, DAC mit mehreren Digitalfiltern, anwählbar über TFT-Display

Vollverstärker Trigon Exxceed – Klang

In der HiFi-Welt gibt es sehr viele Geräte, die ihre Leistung mit einer gewissen „Hemmungslosigkeit“ zur Schau stellen; sozusagen die „Haudraufs“. Der Trigon Exxceed entstammt einer gänzlich anderen Schule. Er ist kein Verstärker, der klanglich sofort auffällt, sondern eher eine Art Instanz, die kuratiert. Nimmt man sich die Zeit, Nils Lofgrens „Keith Don`t Go“ (CD: Acoustic Live) aufzulegen, wird diese Eigenschaft unmittelbar greifbar. Wo andere Amps die Saitenattacken mit einer schon fast ungebührlichen Aggressivität in den Raum peitschen, wählt dieser Vollverstärker den Weg der kultivierten Präzision. Die Einleitung der Gitarre wird hier nicht als schieres „technisches Signal“ reproduziert, vielmehr hat man das Gefühl, der Trigon würde dem Raum ganz diskret bedeuten, ein wenig zur Seite zu treten, um Platz für die Kunst zu schaffen. Trotz aller Contenance steht die akustische Gitarre allerdings mit einer plastischen Körperhaftigkeit im Raum die so selbstverständlich wirkt, dass man fast versucht ist, dem Instrument einen eigenen Stuhl anzubieten…

Jeder Anschlag wird mit einer Akribie gezeichnet, die auch die feinen Obertonstrukturen nicht als einfaches Beiwerk, sondern als essenziellen Bestandteil der Textur begreift. Das Abklingen der Saiten meistert der Trigon Exxceed dabei mit einer derartigen Grandezza, dass man den Eindruck gewinnt, der Nachhall verfüge über ein eigenes Bewusstsein für Etikette – er verflüchtigt sich nicht einfach, er verabschiedet sich vorher noch förmlich. Lofgrens Stimme wiederum sitzt mit einer greifbaren Intimität leicht vor dem musikalischen Geschehen. Der Trigon Exxceed erlaubt es dem Hörer, jeden Atemzug und jede noch so beiläufige dynamische Nuance wahrzunehmen, ohne dieses künstlich zu illuminieren. Das Publikum im Hintergrund wird dabei nicht als diffuses Rauschen abgetan, sondern in räumlicher Tiefe sortiert, die ein wenig an die diskrete Akustik eines exklusiven Privatkonzertes erinnert, bei dem das Husten in der dritten Reihe bereits als schwerer gesellschaftlicher Fauxpas geahndet würde.

cover-dire-straits-brothers-in-armsDer Übergang zu „Brothers in Arms“ von den Dire Straits offenbart sodann eine weitere Facette; die Fähigkeit zur architektonischen Ordnung. In diesem Stück, das allzu leicht Gefahr läuft in einer pathetischen Klangwolke zu versinken, beweist der Exxceed die Ruhe eines erfahrenen Connaisseurs. Die weitläufigen Gitarren-Layer werden nicht einfach übereinandergeschichtet, sondern mit diplomatischer Sorgfalt im Raum verteilt. Es herrscht eine strikte, aber überaus freundliche Trennung der Akteure, ganz so, als hätten sich die Instrumente vorab in einer stillen Übereinkunft darauf geeinigt, wem welches Frequenzspektrum zusteht.

Mark Knopflers Stimme steht wie immer mit stoischer Gelassenheit im Zentrum – er hat es eh nicht nötig, laut zu sein, um gehört zu werden. Besonders elegant gelingt dem Trigon Exxceed die Handhabung komplexer Passagen: er sortiert hier keinesfalls mit der harten Hand eines Buchhalters, sondern vermittelt mit dem Geschick des erfahrenen Mediators. Alles bleibt organisch verbunden, kein Detail wird über Gebühr isoliert und selbst wenn das Arrangement an emotionaler Wucht gewinnt, bewahrt der Verstärker eine innere Ordnung, die an ein hochkarätiges philosophisches Symposium erinnert – es wird viel gesagt, aber niemand fällt dem anderen ins Wort. Der Bassbereich agiert dabei mit einer Trockenheit und Kontur, die man fast als moralische Integrität bezeichnen möchte: keinerlei Drang, es rauszuschreien – einfach da.

Um den Exxceed noch etwas weiter auszuloten, greife ich mal ganz hinten ins Regal – „The Raven“ von Alan Parsons Project (LP: Tales of Mystery and Imagination). Ein Stück, das wie kaum ein anderes die Brücke zwischen ätherischen Synthesizern, messerscharfen Gitarren und orchestralem Bombast schlägt. Schwere Kost. Schon bei Beginn des Vocoders zeigt der Trigon wieder seine audiophile Contenance: Die künstlich verzerrte Stimme schwebt mit einer Klarheit im Raum, die jedes Phonem greifbar macht, ohne die unheimliche Atmosphäre zu zerstören.

Wenn dann der Basslauf einsetzt, offenbart der Exxceed seinen Grip. Es ist kein mulmiges Grollen, sondern ein präzise definierter, fast physisch spürbarer Punch, der das musikalische Fundament mit der Unbeirrbarkeit eines Preußischen Garderegiments zementiert. Die wahre Sternstunde schlägt hier jedoch im Mittelteil, wenn die Bläser und Streicher das Arrangement fluten. Hier trennt der Exxceed die Spreu vom Weizen: Er bewahrt die feine Textur der Violinen, während er gleichzeitig die Wucht des Schlagzeugs in den Hörraum „schnalzt“, dass einem unweigerlich der Puls beschleunigt. Es ist diese aristokratische Gelassenheit, mit der der Trigon zwischen mikrodynamischem Flüstern und Makro-Donner wechselt, die ihn absolut hörenswert macht.

Der DAC des Trigon Exxceed MK-II passt sich dem an. Er ist keinesfalls ein dekoratives Beibrot, sondern ein sehr ernstzunehmender Mitspieler. Das, was ihn so „gut“ macht ist weniger das reine Datenblatt (für die Freaks: Signalverarbeitung bis PCM 384 kHz / 32 Bit sowie DSD bis  256) als die Einbettung ins Gesamtkonzept: Trigon trennt die digitalen Sektionen konsequent von den analogen – mit eigenen Netzteilen – um Störungen jedweder Art fernzuhalten. Klingt nicht spektakulär, funktioniert aber genau deswegen. Er verleiht dem digitalen Signal eine natürliche Fließfähigkeit sowie Geschmeidigkeit, ohne das dies auf Kosten der Präzision geht. Das hat schon ein bisschen was von „analoger Seele“ – für meine Ohren sind die digitalen Eingänge absolut gleichwertig mit den Line-Eingängen des Trigon Exxceed MK-II.

Interessant ist gleichfalls die Möglichkeit, verschiedene Digitalfilter anzuwählen. Das ist kein Spielzeug, sondern eine feine klangliche Justage: je nach Filter wirkt die Wiedergabe minimal straffer, etwas geschmeidiger oder einen Hauch luftiger. Keine dramatischen Unterschiede, eher wie das Wechseln von Lederschuhen auf Laufschuhe: Man läuft denselben Weg, aber mit leicht verändertem Gefühl und passt sich den Gegebenheiten an. Dieses Digital/Analog-Wandlerteil wirkt vollständig in den Exxceed MK-II integriert und eben so gar nicht wie ein „angeflanschtes“ Zusatzmodul. Dynamik, Timing und tonale Balance harmonieren nahtlos mit der analogen Verstärkersektion. In vielen Geräten merkt man sofort, wenn der interne DAC nur mitläuft – hier bemerkt man ihn klanglich nicht; in positiver Hinsicht. Unterm Strich ist das DAC-Teil des Trigon kein spektakulärer Blender, sondern ein sehr souveräner Arbeiter, weil er einfach schlüssig ist und klingt.


Vollverstärker Trigon Exxceed – Fazit

Der High End Vollverstärker Trigon Exxceed ist die Inkarnation des deutschen Understatements – außen ein Tresor, innen ein Poet. Sollten Sie bemerken, dass Sie Ihre sozialen Verpflichtungen sträflich vernachlässigen weil Sie wissen wollten, ob die Oboe im hinteren linken Drittel des Orchesters wirklich einen neuen Rohrblatt-Satz verwendet hat, dann hat der Exxceed seine Arbeit getan. Er ist gleichfalls ein treuer Begleiter, der gut und gerne als Erbstück verwendet werden kann, wenn es denn mal so weit ist. Manchmal entlarvt er minderwertige Aufnahmen mit seiner Aufrichtigkeit, auf dass man sich von einigen lieb gewonnen Jugendsünden in der Playlist wohl oder übel verabschieden sollte. Aber keine Sorge: Der Trigon Exxceed wird Sie mit einer tonalen Eleganz entschädigen, die Sie vergessen lässt, dass Musik jemals anders als – fast – perfekt klingen durfte. Eigentlich mehr als schade, dass man ihn „da draußen“ so selten antrifft.


Im Test

Vollverstärker mit Digitaleingängen
Trigon Exxceed
5.550,- Euro (silber/schwarz oder schwarz uni)
6.400,- Euro (hochglanz verchromt)
Fernbedienung „DIRECTOR“, Preis bei Mitbestellung 240,- Euro
Garantie: 2 Jahre


Vertrieb

nortus Audiotronic
In den Niederwiesen 4a
76744 Wörth am Rhein

Tel.: +49 7271 1299025
Mail: info@nortus-audiotronic.de
Web: www.nortus-audiotronic.de


Mitspieler im Test

Quellen digital – Netzwerkspieler Olive Audio 4HD, CD-Spieler AMR CD-777, Streamer WIIM Pro
Quellen analog – Plattenspieler Dr. Feickert Audio Volare mit Tonabnehmer EMT HSD006
Phonoverstärker – Cyrus Signature Phono (mit PSX-R)
Verstärker – Naim Supernait 3 + HiCAP-DR
Lautsprecher – Standlautsprecher Phonar Veritas p9.2 NEXT, Rosso Fiorentino Elba 2
Kopfhörer – Stax SR-L 500 MK2
Kopfhörerverstärker – Stax SR-M 353X
Zubehör – Kabel von Horn Audiophiles, A23, HMS, Isotek, Boaacoustic, Tellurium Q

DAC IFAs-Hammer Vollverstärker
Alfredo Mascia

Kein Studium der Elektrotechnik. Keine Lehre im Hifi-Laden, auch sonst kein Job in der einschlägigen Branche. Nur pure, echte Leidenschaft, die schon im Kindesalter dazu geführt hat, dass ich mir die Nase an den entsprechenden Schaufensterscheiben plattgedrückt habe. Dann ging es - ich hatte meinen ersten Job – richtig los und es folgte ein sehr langer, steiniger, harter und arg teurer Weg ins Klangnirvana mit der Erkenntnis, dass man dieses mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eh nie erreichen wird. Problem: Diese Erfahrung stachelt die Motivation nur noch weiter an. Da hilft nur „keep cool“ und immer weiterhören!

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