
Nach rund 20 Jahren ist die weltweit führende HiFi-Messe, die High End, in 2026 von München nach Vienna umgezogen. Ob dieser Umzug der Veranstaltung gut tut, darüber wurde vorab viel gemunkelt, und so manche Auguren waren der Meinung, dass dies in die Hose gehen würde. Auch so mancher große deutsche HiFi-Vertrieb wollte deshalb nicht nach Wien gehen, dennoch fand ich so einige wieder… Nun denn, dies ist ja nicht der erste Umzug dieser Messe, die erste fand 1983 in Düsseldorf statt, und bereits damals war ich als staunender Jünglig mit dabei, wohnte ich doch nicht weit entfernt. Weiter ging es dann ins Kempinski nach Frankfurt über das MOC nach München nun ins Austrian Vienna Center. Meine Wenigkeit sieht das recht entspannt, gibt der Sache eine Chance und fährt einfach mal hin um der Sache auf den Grund zu gehen.

Also ich sachet mal so: Der erste Eindruck war nicht ohne, und diese beiden Bilder hier sind vom ersten Tag der HiFi-Messe am Donnerstag, 04. Juni 2026. Also dem Händler- und Fachbesuchertag, da kann man als Veranstalter wohl nicht meckern, wenn sich bei bestem Wetter die Hallen füllen.

Und so strahlten die Veranstalter und Organisatoren der High End Vienna 2026 miteinander um die Wette. So ein leichtes Kribbeln hatten diese schon bei den Vorbereitungen und dem Umzug der HiFi-Messe, wie sie bei der Pressekonferenz unverblümt zugaben, ob das wohl alles gutgehen würde am neuen Ort? Sie waren ob der Premiere dann doch zufrieden, und dies lag laut ihrer Rede auch mit an der professionellen Organisation durch das Austrian Center Vienna Team, reibungslos und unproblematisch sei alles abgelaufen. Verkehrsgünstig sehr gut zu erreichen ist dieses per Autobahn, doch auch wer per Bahn anreiste so wie ich, war vom Wiener Hauptbahnhof per U-Bahn innerhalb kürzester Zeit auf der Messe.

Seit 2018 gibt es die Aktion mit den Musikbotschaftern der High End mit dem Motto „Am Anfang steht immer die Musik“. Wohl wahr, was wären eine HiFi-Messe und die Wiedergabeketten ohne Musik, es gäbe die ganze Branche nicht, und dieses schöne wie auch teilweise sehr exklusive Hobby nicht.

In 2026 nun die kanadische Sängerin und Songschreiberin Dominique Fils-Aimé als Markenbotschafterin der High End Vienna 2026. Ihr Album „My World Is The Sun“ ist vor kurzem als Doppel-LP im DMM-Verfahren bei in-akustik neu aufgelegt worden und wurde hier in Wien der Öffentlichkeit präsentiert.
Ein paar Zahlen gab es dann natürlich auch: 22.800 Besucher würden erwartet, so viele Tickets wurden an Fachbesucher, Endkunden und die 500 Pressevertreter bereits ausgegeben. 500 Aussteller in 134 Räumen auf 26.000 qm präsentieren ihre HiFi-Neuheiten, also ähnliche Zahlen wie auf der letztjährigen Veranstaltung im MOC in München. Den Umzug nach Vienna hat die High End demnach unbeschadet überstanden, die endgültigen Zahlen stehen bei Veröffentlichung dieses Messeberichts noch aus.

So, nach der Pressekonferenz dann mal los, und schauen, was hier so läuft; was es so an Neuheiten im HiFi so gibt. Ich auf jeden Fall wie ein VW Käfer, also Meter um Meter machen musste ich schon hier in Wien im ACV. Auf den Etagen Level 0, 1, 2 und 3 waren die Räume doch recht weit voneinander entfernt, so dass ich mich manchmal fragte: Kommt da hinten noch was? Da wäre etwas mehr auf den Gängen schon schick, die Veranstalter darauf angesprochen bekam ich die Antwort, dass ihnen dieses bewusst geworden sei und sie dies auf der High End 2027 verbessern wollen. Doch da will ich mal nicht groß meckern bei der Premiere über dieses Detail. Und so wanderte ich durch das Austrian Center Vienna und orientierte mich.

Alsbald fand ich mich bei PEAK Consult vor den großen Klangsäulen Sunfire für rund 150.000 Euro ein. Adäquat angesteuert von zwei Mono-Endstufen CH-Precision M-10 für rund 115.000 Euro. Weitere unzählige Elektronik kam ebenfalls von CH-Precision und Innuos als Musiklieferanten.


Dieter Molitor von Live Act Audio führte die High End Standlautsprecher Silent Pound Challenger 2 für 28.000 Euro vor. So silent war das hier nicht, die flachen Schallwandler können ganz schön loslegen! Mit dabei der Vollverstärker Double Shot 400 für 13.000 Euro aus Neuseeland sowie ein Linn Selekt DSM für 6.700 Euro, die Verkabelung stammte von HMS.


Zu hören gab es hier bei Trigon-Audio leider nichts, dazu war der Platz der Ausstellungsfläche dann doch zu klein. Gehört jedoch hat unser Autor Alfredo den Vollverstärker Trigon Exxceed Amp voller Vergnügen. Von daher begnügte ich mich mit einem Schwätzchen mit Herrn Reddemann.


Den gab es auch nicht zu Hören, scheint aber sehr verlockend zu sein: Der neue High End Vollverstärker Atoll IN400 Evolution mit modularem Aufbau für Zusatzmodule wie Phonoeingang, DAC etc., die in den geschirmten Schächten auf der Rückseite des Amps montiert werden. Im Herbst 2026 soll er wohl erscheinen, Preise gibt es noch keine, aber immerhin das Gewicht von 27 kg ist bekannt.


Leider nicht zu hören, aber lecker anzuschauen der riemengetriebene Plattenspieler Takum 3.1, den es mit dem MM-Tonabnehmer Audio Technica 3600 L ab 2.700 Euro zu erwerben gilt. Mit ernsthaft passenden MC-Systemen geht es dann ab rund 3.000 Euro los.

Dalibor Beric führte bei DREIH die nagelneuen Harbeth NLE-Lautsprecher für 29.000 Euro vor, angesteuert werden diese von einer Harbeth Vorstufe mit DSP sowie einer Sechskanal-Hypex-Endstufe. Das war jetzt nicht der von den Engländern bekannte Schmuseklang, sondern definiert und ansatzlos, auch das können die Briten also.

Auch FEZZ Audio bietet verschiedene Einbaumodule für seine Verstärker an, so wie hier für den Titania MK II für 3.750 Euro. Und nennt dies „Extension Boards System“, da gibt es je nach Wunsch dann bis zu zwei Module zum Stückpreis von 300 Euro, unter anderem Phono-MM, Bluetooth, Koax/Optisch und auch HDMI-Eingänge.


Daniel Frauchiger präsentierte auf der High End Vienna 2026 seine neuesten Streiche: Den Merason Mountain DAC, den Merason Mountain Pre Vorverstärker sowie die Stereo-Endstufe Merason Mountain Power, alle drei für jeweils 22.000 Euro. Im Zusammenspiel mit den Standlautsprechern von QLN Master 7 für 33.000 Euro. Mit dabei noch Powerconditioner und Kabel von Transparent Audio, HiFi-Rack von Neo sowie der Music Server XACT S1 Evo für 13.000 Euro und der Switch XACT N1 für 6.000 Euro. Die Augen zu, und die Ohren offen, war das ein wirklich feines und entspanntes Vergnügen.


Ganz schön was los am Stand des Streaming-Anbieters Qobuz. Doch so schnell wie sie da waren, flogen sie auch wieder aus die Mitarbeiter, und informierten Musik-Interessierte an allen möglichen Plätzen auf der High End über die Angebote und Möglichkeiten der Franzosen.

Das schaut ja schon recht spärlich aus mit den Aktivlautsprechern Dutch & Dutch 8c für rund 15.000 Euro, doch Falk war in seinem Test sehr angetan von deren Klang. Wer es etwas kleiner oder günstiger möchte, für den gibt es die Dutch & Dutch 6c für rund 10.000 Euro.


Ohne Kabel geht es im HiFi nicht, und Supra Cables bietet da so einiges an. Auch strahlende Gesichter wie bei Stefan Eisenhardt und dem Kollegen Stefano Dimartino vom Lite Magazin. Möchte gar nicht wissen, was die beiden da aushecken, oder doch?

Markus Grelka stellte auf der HiFi-Messe die bisher noch unbepreisten Cerubin 2 Lautsprecher vor, die er zusammen mit Joachim Gerhard entwickelt hat. Komplett aus Massivholz hergestellt sind diese wie alle aus dem Hause Rose-Handwerk. Zudem wurden diese extra auf Wunsch von AudioNext für die High End Vienna konzipiert, um die Fähigkeiten der Eversolo-Elektronik zu demonstrieren. Komplett mit Purifi-Treibern sind die Cerubin 2 versehen, doch wer meint hier sechs treibende Bässe zu sehen, liegt falsch, da lediglich zwei Tieftöner je Box angetrieben werden, die seitlichen sind Passivradiatoren. Die Chassis der oben auf sitzenden Kompaktlautsprecher wurden von einer externen Frequenzweiche (Rechts im Bild) die mit Mundorf-Bauteilen bestückt sind getrennt. Angetrieben wurden die kompletten Purifi-Treiber in ihren Massivholzgehäusen mit sechs zu Mono gebrückten Eversolo Stereo-Endstufen AMP-F10 (Stück 2.600 Euro), die von der Eversolo DMP-A10 Streamer-Vorstufe (Ab 3.800 Euro) angesteuert wurden.


Auf originelle Art und Weise präsentierte WBT seine Lautsprecherbuchsen auf der High End Vienna 2026. Irgendwie haben die Essener ja alles, was man im HiFi an Steckern und Buchsen so benötigt.

Der Streaming-Verstärker Cyrus Amp 80 mit BluOS für 6.300 Euro spielte mit den nagelneuen schlanken Standlautsprechern Neat Vito Classic mit AMT-Hochtöner für um die 6.000 Euro das Paar verblüffend feinfühlig und groß auf. Noch ein paar wenige Käbelchen dazu und fertig ist die Laube. Da kommt man als HiFi-Tester schon mal ins Grübeln, ob es denn wirklich noch teurer und exklusiver sein muss…


Grell OAE 2 nennen sich die offenen Kopfhörer für 500 Euro, die beiden jungen Leute waren vom großzügigen Klang angetan. Auch ich hörte kurz rein und stimmte den beiden zu.

Das Beste kommt zum Schluss, heißt es im Volksmund. Und so halte ich es dann in meinem ersten Messebericht auch mit einer der für mich besten Vorstellungen auf der High End Vienna 2026. Innuos noch zum Schluss. Im Mittelpunkt der Vorführung der Musikstreamer- und Server Innuos Nazaré ab 38.000 Euro können dem normalverdienenden Menschen schon die Tränen in die Augen treiben. Dazu noch der USB-Reclocker Innuos Nazaré Flow für 16.000 Euro sowie der Innuos Nazaré Net Netzwerk-Switch für den gleichen Preis.
Nobel weiter dann mit dem High End D/A-Wandler EMM Labs DA2i für 38.500 Euro sowie dem Vorverstärker EMM Labs PREi für knappe 30.000 Euro sowie den Mono-Endstufen EMM Labs MTRX2 V2 für 50.000 Euro. Als Schallquelle die High End Standlautsprecher Marten Coltrane Quintet für 170.000 Euro das Paar… Doch neben dem feuchten Geldbeutel wurden auch die Augen feucht beim Klang.


Glücklicherweise kann Innuos auch Musikstreamer- und Server in preislich erschwinglicheren Regionen anbieten, wie dem erst kürzlich bei uns getestetem Innuos Stream1. Ganz konsequent zieht Innuos übrigens seine Erweiterungsphilosophie durch: Alle Streamer/Musikserver in deren Programm lassen sich durch separate Reclocking-Module sowie Netzteile ergänzen und klanglich noch weiter verbessern.

So, das waren meine ersten Eindrücke von der High End Vienna 2026. Weiter geht es dann hier mit dem nächsten Messebericht aus Wien in ein paar Tagen. Nach diesem Tag muss ich mich erstmal stärken!

