Zwei Tage Musikhören ist angesagt. Das hört sich nach nichts Besonderem an, oder doch? Im Namen des guten Klangs waren wir für euch am 19. und 20. September unterwegs im Mövenpick Hotel Stuttgart Airport. Hören, Sehen und Plauschen ist angesagt und sich einen kleinen Überblick auf dem HiFi-Markt verschaffen. Zu zweit waren wir für euch, und natürlich auch für uns unterwegs auf den HiFi-Tagen 2026. Doch genug der Vorworte, auf geht’s!
Rundgang Bernd

Die Süddeutsche HiFi-Tage 2026 eröffnen den Herbstreigen der HiFi-Messen in diesem Jahr. Eine Neuheit gab es schon, bevor wir die Veranstaltung besuchten: Das Le Méridien Hotel, zentral gelegen am Stuttgarter Hauptbahnhof, kam leider nicht mehr als Veranstaltungsort in Frage, die dortigen Hotelgäste fühlten sich wohl zu sehr vom Publikumsverkehr gestört. Schade, uns gefiel es gut dort, andererseits auch verständlich. Also durfte Ivonne Borchert-Lima sich kurzfristig innerhalb weniger Wochen umorientieren und fand im Mövenpick Hotel Stuttgart Airport einen wohlgesonnenen Partner. In den beiden Etagen, in denen die Veranstaltung stattfand, sah ich übrigens keine Hotelgäste, ein gutes Omen für die Zukunft? Wir werden sehen. Etwas schlechter aus der Stuttgarter Innenstadt erreichbar waren die SDHT 2026 für so manchen Besucher und vielleicht deshalb gab es in diesem Jahr ein paar Aussteller weniger als 2025, andererseits gibt es hier am Flughafen Parkplätze in Hülle und Fülle. Doch die Befürchtung, es könnte deshalb hier oben auf den Fildern außerhalb des Stuttgarter Talkessels nichts los sein, war absolut unberechtigt. Wie die Veranstalterin uns mitteilte, wurden in 2026 rund 1.100 Besucher gezählt, und damit über den Daumen 300 mehr als im Vorjahr…
Die Treppe hoch und rein in den ersten Raum. Im letzten Jahr noch von uns als Weltneuheit angepriesen, stand ich wieder vor den teilaktiven Standlautsprechern AP-Elektroakustik Monitor 30P / Bass Module 20A mit DSP aus Neu-Ulm in Bayern für 25.000 Euro das Paar, die wir vor rund einem Jahr bei uns zum Test begrüßen durften. Die oben auf sitzenden passiven Regallautsprecher Monitor 30P, die per Steckbrücken im Hochton angepasst werden können, gibt es auch separat mit Stands für 12.900 Euro. Aktiv mit Hypex-Verstärkern angetrieben sind die Subwoofer, die mittels DSP an den Raum angepasst werden können. Fein und neutral abgestimmt war diese Vorführung ein gelungener Einstieg auf den SDHT 2026. Das lag natürlich auch mit am Plattenspieler Orbiter mit Lyra Delos für 18.000 Euro von der HiFi-Zeile in Worpswede, dessen feine Signale vom Phono-Verstärker SPL Phonos für 2.000 Euro verstärkt wurden. Ach ja, nicht zu vergessen die Vintage-Stereo-Endstufe Nakamichi PA5 für die oberen Lautsprecher.
Im ersten Augenblick könnte der Verdacht aufkommen, dass hier gleich zwei High End Anlagen mit jeder Menge Tieftöner spielen. Doch weit gefehlt, die 2,10 m hohen massiven Klangsäulen links und rechts aus Aluminium sind „lediglich“ die Tieftöner des ART DÉCO ACOUSTICS Systems aus Kornwestheim. Mittendrin befindet sich jeweils ein Tieftöner, die Öffnungen oben und unten sind Bassreflexöffnungen. Mit dieser Anordnung will der Entwickler Gerd Köck ungebührlichen Aufdickungen im Bass vorbeugen. Den Basslautsprechern zur Seite gestellt hat er rund geformte 2-Wege Monitorlautsprecher auf Stands, deren Gehäuse wie bei den größeren Kollegen geriffelt und aus massivem Aluminium gefräst ist. Den MIttelpunkt bildet der Stereo-Gegentaktverstärker E25 mit sechs Röhren und externer Stromversorgung. Bei der rund 70.000 Euro kostenden High End Anlage gab es entsprechend der Philosophie tatsächlich keine fett aufdickenden Bässe, sondern sehr ehrliche und neutrale wie auch durchsichtige Klänge mit gutem Timing auf einer Höhe etwas über den Ohren des sitzenden Publikums.
Bei Rolf Gemein und seinem Unternehmen Symphonic Linde findet man eher selten HiFi-Neuheiten, er bevorzugt die Weiterentwicklung seiner bewährten High End Audio Produkte. Und das ist auch gut so in meinen Ohren, beispielhaft sei der Vollverstärker RG 10 MK 5 Reference HD (11.000 Euro) genannt, ihm zur Seite stand der der HIgh End CD-Spieler La Musica Edition (10.000 Euro). Doch es gab tatsächlich auch etwas Neues hier im Raum, die Standlautsprecher Klangbrunnen. über deren Preis der ansonsten so beredte Meister sich ausschwieg. Auf jeden Fall bereitete das Hören hier bei Symphonic Line wie immer viel Freude mit dem sehr natürlichen Klangbild, in das man sich einfach reinfallen und genießen kann.
Die High End Standlautsprecher INKLANG Ceterra 70 für 13.000 Euro das Paar gehen in „Serie“. So ganz stimmt das ja nicht, doch nach der limitierten und ausverkauften Black Edition Erstauflage gibt es die Hamburger Lautsprecher in vielfältigen Farbkombinationen, die je nach Kundenwunsch speziell angefertigt und geliefert werden. Speziell jedoch war das hier Gehörte nicht, sondern fein abgestimmt und schnell in der Signalverarbeitung. Klanglich neutral ausgerichtet mit einem Hauch angenehmer Wärme am Streaming-Verstärker Arcam SA 45 für 5.000 Euro.
Etwas unauffällig seitlich aufgestellt, aber auch hörenswert die Aktivlautsprecher INKLANG AYERS Two Wireless (ab 2.900 Euro) mit dem Streaming-Vorverstärker INKLANG HD10 Stream Connect (750 Euro). MIttendrin und dabei der AYERS Sub Wireless HD Subwoofer für 1.900 Euro.
Ein zweites Mal ging es zu einem Lautsprecherhersteller aus Neu-Ulm. Norman Gerkinsmeyer präsentierte auf den SDHT 2026 seine Aktivlautsprecher ATE Imagine Monitor 220 mit Hypexmodulen für 20.000 Euro. Ganz oben sitzt eine seiner Eigenentwicklungen, der „Ring Mode Drive“, eine Flachmembran die einen sehr weiten Frequenzbereich von 250 Hz bis 30 kHz ermöglicht. Anschlussfreudig sind die ATE-Lautsprecher mit zwei analogen Eingängen (Cinch & XLR), drei digitalen (Optisch, S/PDIF Koax und AES/EBU) sowie HDMI ARC. In den tiefen Lagen werden diese von extrem impulsiven, passiven Chassis unterstützt, in diesem Fall angetrieben von einer SPL Performer s1200 Stereoendstufe für 6.500 Euro. Zugespielt wurde von einem Innuos Next-Gen Musikserver (HiFi-IFAs Test: Innuos ZEN Next-Gen) per Festplatte und Qobuz. Wer mehr über den Klang wissen möchte: Bei uns gibt es einen Test über die bauähnlichen teilaktiven Standlautsprecher ATE Imagine Monitor 180 & Sub.

Das FINK HiFi Kompetenzzentrum fuhr wie üblich groß auf. Doch in diesem Jahr waren sie auf den SDHT 2026 preislich etwas bescheidener als üblich aufgestellt, vielleicht hat ja doch mal jemand mein übliches Gemecker über die mittlerweile teilweise sehr abgehobenen HiFi-Preise gelesen… Ok, geschenkt bekommt man diese High End Stereo Kette bestehend aus den Wilson Audio Sabrina V Lautsprechern (36.000 Euro), den Dan D’Agostino Pendulum Vollverstärker (23.000 Euro), den dCS Bartok Streamer (um 25.000 Euro), die dCS Clock (um 10.000 Euro), den Plattenspieler SME 8 (ab 10.000 Euro) und die verschiedenen Nordost Kabel auch nicht, aber es ging nicht um höher, weiter… Im großen Saal Zürich 2 führte Matthias Böde von der STEREO seinen Subwoofer-Workshop mit dem Velodyne SPL-X12 (4.000 Euro) vor. Mit dem Ergebnis, dass man kaum noch auf so einen separaten Tieftöner verzichten möchte. Und auch der „Rest“ dieser High End Anlage konnte mich mit weiträumigen und schmeichelhaften Klängen verführen.
Eine weitere HiFi-Anlage, Platz genug war ja in dem Raum für die Präsentation, bestand aus den Standlautsprechern Perlisten A4T (um 7.000 Euro), dem Perlisten D12s Subwoofer (5.000 Euro) und dem Bass-Management-System Perlisten DSPX. Vorne dran als Elektronik die VTL TL-2.5 Vorstufe (ab 7.000 Euro), der VTL ST150 Stereo Endstufe (um 10.000 Euro), dem dCS Lina Dac X (16.000 Euro) und der dCS Lina Clock (9.000 Euro). Dazu die Krell K300p Phono Vorstufe (um 8.500 Euro) und der VPI Model One Plattenspieler (ab 7.600 Euro), und auch hier wieder alles mit Nordost Kabeln verbunden.
Kii Audio Three und BXT nennt sich das modulare Standlautsprecher-System, in Summe gibt es dieses System inklusive der Kii Controll ab ca. 30.000 Euro. Mit dem DSP lassen sich diese Lautsprecher gut an viele verschiedene akustische Bedingungen anpassen. Dies gilt ebenso für die kleineren aktiven Kompaktlautsprecher Kii Seven, die inklusive der Steuerungseinheit rund 10.000 Euro kosten.
Wie fast auf jeden HiFi-Tagen war in Stuttgart 2026 auch Audiaz wieder mit dabei, dieses Mal mit den Opera Grandezza Standlautsprechern mit 90 mm Diamantmitteltöner und 30 mm Diamanthochtöner. In diesem 170.000 Euro teuren System übernimmt der Mitteltöner einen Bereich ab 200 Hz, der Hochtöner setzt ab 2 kHz ein, „Diamonds Are Forever“. Preislich angepasst die edle High End Audio Elektronik von Esoteric mit dem Grandioso N1 Streamer DAC für 43.000 Euro und passender Grandioso G1X Clock für 33.000 Euro. Als treibende Kräfte kamen der Esoteric Grandioso C1X Solo Vorverstärker für 29.000 Euro sowie die Stereo-Endstufe Grandioso S1X Class A für 39.000 Euro zum Einsatz. Die Kabel wiederum dann hauseigene AudiaZ in Reinsilber eTeflon Technologie.
Eine echte Premiere auf den SDHT 2026 waren die neuen Relco Mantide 2-Wege Lautsprecher für etwas unter 30.000 Euro, mit Bändchen im Hoch-MIttelton sowie klassischem 20er Tieftontreiber aus Kevlar am Streaming-Vorverstärker Eversolo DMP-A8 Master Gen 2 für 2.600 Euro sowie der Stereo-Endstufe Eversolo AMP-F8 für 1.800 Euro. Angenehm luftig wie auch weiträumig hier das Klangbild, da konnte man auch schon mal länger sitzenbleiben. Ein paar Jahre war diese italienische Lautsprechermarke vom HiFi-Markt verschwunden. Schön, dass Predrag Veselinovic sich ihrer wieder angenommen hat.
Wie unterschiedlich Räume und Aufstellung der Lautsprecher sich auswirken können, das erfuhr ich bei den passiven Standlautsprechern Rowen REFYN für 16.000 Euro das Paar aus der Schweiz, diese übrigens mit eigenentwickelten Chassis. Angetrieben wurden diese von zwei Monoendstufen Rowen Mono Absolute für 6.500 Euro das Paar sowie dem Vorverstärker Rowen Smart Pre Absolute für 4.000 Euro, dem ein Wiim-Streamer vorgeschaltet war. Schrieb ich im Bericht der NDHT 2026 über spritzige Klänge, wurden mir hier etwas weichere und zärtlichere Töne angeboten. Und die nahe Aufstellung an der Fensterfront ergab wider Erwarten keinen aufdickenden, sondern einen angenehmen Bassbereich.
Ob das wohl funktionieren mag mit den Kompaktlautsprechern Sonox Q30 für 1.000 Euro auf den Nachtkästchen? Es funktioniert verblüffend gut, klar, weiträumig und sauber. Die kleinen Lautsprecher sind für eine solche wandnahe Aufstellung und auch im Regal konzeptioniert, so Yvo Aebischer von Rowen, der für beide Marken entwickelt. Das gleiche gilt übrigens für die Klangsäulen Sonox X100 für 2.600 Euro. Die Power für diese Lautsprecher liefert der Rowen Smart Amp für 4.100 Euro.

Last, but not least. Den HiFi-Vertrieb Hölper habe ich mir für den Schluss meines Rundgangs auf den HiFi-Tagen 2026 in Stuttgart aufgehoben. Ihr werdet euch fragen, weshalb. Ganz einfach mal wieder in preislich angenehmen Gefilden hören. Drei HiFi-Anlagen in den Preisklassen um 3.500 Euro, um 5.000 Euro sowie für 12.500 Euro brachte Dietmar Hölper ins Mövenpick Airport Hotel mit. Alle waren sie ihren Preis wert, so auch die Stimmen aus dem Publikum. Am besten gefallen hat mir dann die teuerste Anlage, unter anderem bestehend aus den Quellen Plattenspieler Unitra GSH-630 Fryderyk (Test) mit Ortofon 2M Red für 3.700 Euro und dem CD-Player AMC XCDise-vt für 1.300 Euro. Der Hybrid-Verstärker Pier Audio MS-1000 SE für 3.200 hat einen MM Phono-Vorverstärker inkludiert und Breitbandlautsprecher mit Zusatzhochtöner Pier Audio Filante 34 für 2.900 Euro das Paar. Verkabelt mit preiswerten HiFi-Kabeln von Melodika.
Rundgang Falk

Bernd und ich haben auf den Süddeutschen HiFi-Tagen Struktur in unser Reporter-Leben gebracht und unseren Bericht recht konsequent nach Etagen aufgeteilt. Allerdings haben wir uns „in der Etage des anderen“ gegenseitig die Berichterstattung über unsere „Nachbarn“ überlassen. Jan Jürgens mit seinem Vertrieb HiFi-ve aus Musberg wohnt praktisch in Spaziergangs-Reichweite von mir in Oberaichen – beides Ortsteile von Leinfelden-Echterdingen – in Echterdingen wiederum steht übrigens das Mövenpick am Flughafen. Ein echtes Lokalderby also an diesem Wochenende.
Jan, den ich schon seit den seligen Tagen der Hörerjury des HiFi-Magazin AUDIO kenne, hat vor rund zwei Jahren den Vertrieb der amerikanischen Marken YG Acoustics und Boulder übernommen. Beide Firmen stammen aus Colorado, YG aus Denver, Boulder aus Lousville, was sich praktisch in der Agglomeration Denvers befindet. YG Acoustics hat anno 2020 zudem in Cambridge (UK) ein Forschungs- und Entwicklungszentrum eingerichtet.
Jan ist auf den SDHT mit den schicken YG Acoustics Vantage 3 Lautsprechern mit Alu-Gehäuse aus der Reference Serie (um 64.000 Euro pro Paar) und als Elektronik mit den kleinen wie feinen Boulder 851 Monos (um 28.000 Euro pro Paar) sowie dem passenden 812 DAC Vorverstärker (um 13.000 Euro) nebst 808 Phono-Vorverstärker (um 10.000 Euro) angereist. Digitaler Zuspieler war ein edler Oladra Sentia (um 35.000 Euro), von dem wir ein Oladra-Modell aus den ersten Baureihen im Test hatten. Jan war die Freude an der Arbeit deutlich anzumerken. Ich habe aus dem Soundtrack des Wes Anderson Films Grand Budapest Hotel den Titel „Canto at Gabelmeister’s Peak“ gehört. Kurz zusammengefasst: Großes Kino.


Großes Kino bot auch Ascendo mit dem neuen Aktivlautsprecher Live 12 Komodo Dragon, der je Kanal drei Endstufen mit insgesamt 6,9 kW an Bord hat. Die Leistung dient aber nicht nur dazu, bei entsprechender Musik die Haare durchzufönen, sondern auch als Reserve. Muss mal im DSP eine Basssenke im Raum ausgeglichen werden, erfordert dies einiges an Energie, bevor es überhaupt losgeht mit größeren Lautstärken in diesem Frequenzbereich. Wie auch die LIVE 15, die wir im Test hatten, hat die Live 12 einen Coaxialtreiber (hier im 12 Zollformat), der den Mittel- und Hochton aus einer einzigen akustischen Quelle abstrahlt. Bei den Bässen belässt es Ascendo bei selbst entwickelten, schnellen 12 Zoll Treibern statt den größeren 15 Zöllern, dafür aber zwei an der Zahl. Die drei Kanäle je Lautsprecher werden einzeln eingemessen. Der Aktivlautsprecher hat analoge Eingänge und überlässt auch die Lautstärkeregelung der externen Quelle, bevorzugt hochwertig analog – in der Vorführung einem CD Player Klassiker Audio Aero La Source (Hausnummer: >30.000 Euro). Der Preis der gezeigten Ascendo Live 12 Komodo Dragon in Klavierlack liegt bei 58TEUR und startet bei 55TEUR in mattschwarz.


finecoustics stellte im Mövenpick Hotel Stuttgart Airport fein gearbeitetes Anti-Vibrationszubehör für Lautsprecher von der Firma Defini aus Hong Kong vor. Defini ist ein echtes Ingenieursprodukt mit ausgeklügelten Technologien. Zum Portfolio gehören Vibrationsabsorber (Preise ab 119 Euro pro Stück) , Dekoppler (Preise ab 270 Euro pro Stück / 890 Euro im 4er Set), beide Produkte werden wie Füße appliziert, und die Bookshelf Platform zum Unterstellen (Preisklasse ab circa 500 Euro je 2 Stück).
finecoustics führte an zwei Paaren gleicher KEF Standlautsprecher die Dekoppler vor, die statt der Serienfüße angeschraubt werden. Ein Paar mit, ein Paar ohne Dekoppler. Die klangliche Veränderung beim Umschalten war bemerkenswert. Bei Entkopplung denkt man zuerst immer an den Bass, hier im Hörzimmer war ein positiver Einfluss auf das gesamte Klangbild deutlich zu vernehmen. Eine interessante Hörerfahrung.


Andrejs Staltmanis bringen wir immer mit dem Reed Muse 1C Plattenspieler-Laufwerk in Verbindung. Erstaunt waren wir, dass Andrejs auf den SDHT ohne ihn und ohne klassisches HiFi-Rack zwischen den Lautsprechern angetreten ist. Grund: Im Hörzimmer spielten aktive Reflector Audio Lautsprecher aus Lettland mit integriertem DAC und Coaxial-System. Die digitalen Zuspieler von LUMIN konnten hierbei ganz modern auf der Seite ihren Platz finden: der N1 Netzwerk Switch (um 2.300 Euro) und der Netzwerktransport U2X mit externem Netzteil (um 11.000 Euro). Die neuen Reflector Audio mit 10-Zoll Coaxial-System und DSP liegen um 9.000 Euro pro Paar. Dabei lieferte das Ensemble einen erfrischenden Sound mit einem recht überschaubaren Setup.

Einen stilvollen Auftritt hatte avantgarde acoustic mit den aktiven ZERO iTRON für circa 23.500 Euro pro Paar mit Horntechnologie, die im Hoch/Mitteltonbereich in das doch noch recht flache Gehäuse integriert ist. Ein Lautsprecher, der mir persönlich sehr gut gefällt. Als Quelle diente ein Innuos STREAM3 (bei uns im Test war der neue STREAM1 mit LPS1). Zusammen lieferten sie einen Sound der Spaßfaktor und Anspruch geschickt miteinander vereinte. Unten im Bild der gut gelaunte Babak Moayedpour, der im Glanze seines Arbeitgebers in meiner Kameralinse leider zur Gegenlichtgestalt wurde 😉 , der mir das gewichtige Elektronikmodul der ZERO iTRON für die Kamera präsentierte.


Nach den Norddeutschen HiFi-Tagen war Oliver Harzsch auch auf den Süddeutschen mit seiner noch recht jungen Lautsprecherfirma dabei. Von seinen drei Lautsprechermodellen mit Keramiktreibern im Mittelton/Bass sowie Beryllium Hochtönern im markanten Hochglanzgehäuse hatte er die Flaggschiff Standlautsprecher CONCERT (29.900 Euro) und die Regallautsprecher ORCHESTRA (11.900 Euro) im Hörzimmer. Es spielten bei meinem Besuch die großen weißen mit sattem wie auch spritzigem Sound. Angetrieben wurden sie von einem Abacus Verstärker mit Bluesound und RME auf der Quellenseite.

Für Bernd und mich war es mal wieder eine Freude, bei Alders & Lange, oder kurz A&L, vorbeizuschauen, die wir bereits auf einigen Messen angetroffen haben und auch schon ein Gerät zum Test hatten. Oben im Bild die bestens gelaunte Standbesatzung Daniel Jennen und Christian Kallen. Zuerst sind uns A&L aufgefallen durch die farbenfrohen, aber gleichzeitig gediegenen Gehäuse im schlicht funktionalen Bauhaus Stil.

Leise ging es – wie immer – auf dem Stand zu. Warum? Die Kernkompetenz von A&L sind Phonovorverstärker und Kopfhörerverstärker, wie oben im Bild zu sehen: unten der neue VINYL-MASTER, oben der HEADMAN mit markantem Lautstärkeregler on-top. Und in einer Farbe, die mich an Carrara-Weiß erinnert – passend zu meinem Sommerfahrzeug. Schick. 😉 Vorgeführt wurde dementsprechend mit diversen Kopfhörern.
Oben im Bild vorn eine VINYL-ENGINE in orange (3.750-5.200 Euro), dahinter ein VINYL MASTER in grau (4.800 Euro) und vornehm unscharf ganz im Hintergrund der Kopfhörerverstärker HEADMAN (6.250-8.200) in Ford Taunus GXL grün – und genau den (nicht den GXL) hatten wir HiFi-IFAs zum Test. Die neue Phonovorstufe VINYL-MASTER besitzt übrigens vier Eingänge. Daniel hielt sie für uns in die Kamera. Die Drehknöpfe sind Encoder, keine klassischen Schalter, so dass je Eingang per Microcontrollersteuerung Einstellungen gespeichert werden können.


Der Schweizer Hersteller hatte Bewährtes im Gepäck – und das kam wieder schick als minimalistische Phono-Stereo-Anlage daher. Im Zentrum stand der Thales Magnifier (Preis um 39.000 Euro), der als Phonovorstufe zwei MC-Eingänge verwaltet und als Vorverstärker zusätzlich noch einen Cinch und einen XLR-Analogeingang mitbringt. Zur direkten Ausgabe ist eine Lautstärkeregelung zuschaltbar. Der Magnifier spielte auf die aktiven Manger s1. Auf dem beaudiofull Rack standen Plattenspieler in zwei Qualitätsstufen, die frei konfigurierbar sind (Laufwerk/Tonarm/Tonabnehmer): Thales Reference/Statement/Xquisite (links) und Thales Elegance/Simplicity II/Voro (rechts). Besonderheit der Tonarme ist die Azimuth-Korrektur, die die Drehbewegung des Tonarms in eine Winkeländerung an der Headshell umsetzt. Faszinierende Technik, feinster Analog-Klang.


Ein bekanntes Dreamteam und sichere Bank für guten Klang auf den HiFi-Messen sind Manger, SPL, Transrotor und WSS-Kabel – in Stuttgart präsentiert von Hoerenswert-HiFi aus Nürtingen und einem ausgesprochen gut aufgelegten Jochen Bareiß, der wieder einmal ausgesprochen gut auflegte. Die Interessenten bekamen eine passive Manger p1 an einem Paar SPL Performer s1000 Endstufen nebst Elector Vorstufe (um 2.700 Euro) und Phonos Duo Phonovorverstärker (um 3.000 Euro) zu hören. Analoger Zuspieler war ein Transrotor Bellini Plattenspieler (Preis Laufwerk um 4.800 Euro) – das alles verkabelt mit Jochen Bareiß‘ WSS-Kabeln.

In gewohnter Manier zeigte sich SPL in Ergänzung zum Gemeinschafts-Hörzimmer auch noch an zweiter Stelle im Foyer, beziehungsweise Gangbereich, mit dem Kopfhörerverstärker SPL Phonitor xe mit optional integriertem DAC768 V2 (um 2.900 Euro) nebst klanglich adäquatem Kopfhörermaterial. Sascha und Jens von SPL teilten sich die Aufgabe der Beratung und hatten regelmäßig Interessenten am Stand oder besser: Ständchen 😉


Mit seinem Aktivlautsprecher EXTREME 1 Signature (um 7.800 Euro, Stands um 820 Euro) zeigte Progressive Audio aus Essen klare Kante: Schlicht und kubisch mit kleinen Radien, hatten die Regallautsprecher auf Stands moderne Proportionen und einen passenden Hochglanzlack. Elektronikseitig spielten, ebenfalls von Progressive Audio, der futuristische CD-Player CD-2 (Preis um 12.000 Euro, Gewicht um 20 kg) mit dem DAC Reference mk III (um 30.000 Euro) befeuert über die Power Station 1/3 KW (um 10.000 Euro). Mit am Start war Zubehör von PADIS (Progressive Audio Distribution) Furutec. Der Sound war offen und crisp, Stimmen und Gitarren kamen transparent und nah rüber.


Gelohnt hat sich auch der Besuch im Raum von Lansche Audio und dem SoReal Audio Vertrieb. Lansche Audio präsentierte in lebendiges Furnier gehüllte Aktivlautsprecher um 18.000 Euro das Paar. Kerntechnologie ist der CORONA Plasmahochtöner. Bei diesem System sorgt keine induktive Schwingspule nebst Membran für die Bewegung der Luft, sondern ein Lichtbogen regt masselos die Luft selbst zur Schallübertragung an – von 1.500 – 150.000 Hertz. Das Beste dabei ist, so mein Eindruck, dass sich der Hochtöner nahtlos ins Klangbild einfügt und sich nicht zum „Superstar“ des Ensembles aufschwingt. Lebendig, ansprechend und dynamisch war der Sound, angeliefert vom Röhrenspezialisten sw1x aus dem Sortiment des Vertriebes SoReal Audio mit Vorverstärker Pre IV Special, DAC IV Special (um 30.000 Euro) und VDT Valve Digital Transport Player & Music Streamer.


Die umtriebigen Österreicher, im Bild zwei der vier Gründungsmitglieder Jürgen Seidler und Robert Neumayr, von LOUTD (sic!) waren fleißig auf den letzten HiFi-Messen vertreten und haben auch auf den Süddeutsche HiFi-Tage wieder in ein Hörzimmer eingecheckt. Die aktiven MUSEGGs (7.750 Euro / Paar) spielen als gekoppeltes Stereo-Lautsprecherpaar, der Master Lautsprecher kann das auch mono allein. Ein frühes Paar hatten wir HiFi-IFAs im Test. Neben eingebautem Streaming und Bluetooth bieten sie digitale und analoge Schnittstellen am Master-Lautsprecher sowie die selbst entwickelte Raumkorrektur HoRooc. Seit unserem Test haben die Grazer einiges an Optimierungen an Gehäuse, Elektronik und Software vorgenommen, was konsequent der Perfektionierung der Ursprungs-Idee dient: Gestalterisch wie vom modularen und updatefähigen Konzept. Weiterhin bestand hat die Geschäftsidee, die Lautsprecher nicht nur kaufen, sondern sie auch ab 99 Euro pro Monat als Paar mieten zu können.

Richard Menzel ist beim HiFi auf den Hund gekommen – und das nicht erst auf den HiFi-Tagen Stuttgart. Bei seinem freundlichen Vierbeiner geht jedem Tierfreund das Herz auf. Er hat uns auch ungefähr ein dutzend mal im Raum von LOUTD besucht – er hat wohl bemerkt, dass Robert und ich einen Narren an Hunden gefressen haben. In Menzels Hörzimmer, bespielt von seinem Wohnraumstudio da staunt das Ohr aus Horb am Neckar, ist aber auch Musikfreunden das Herz aufgegangen. Die bunt zusammengewürfelte Kette unter anderem aus dem Röhrenverstärker Cayin CS-845A um 5.900 Euro, Digitalelektronik Lumin U2X und gediegenen Lautsprechern von MC Systems MC MP 3.1 (um 13.000 Euro) gab eine souveräne musikalische Vorstellung, bei der einige Besucher gewiss einige Zeit verweilt haben.

SDHT 2026 – Video
Ein Stammgast auf vielen HiFi-Messen ist mittlerweile der sympathische Kollege Timo Klingelhöfer von Vinyl &…, dessen Rundgang wir euch nicht vorenthalten wollen.
Schlusswort
So, das war nun unser Messebericht von den Süddeutsche HiFi-Tage 2026. Schick war es im neuen Veranstaltungsort in heller, freundlicher Atmosphäre am Stuttgarter Flughafen. Und wir hatten unseren Spaß beim Hören, Herumbummeln und so manchem Schwätzchen. Dabei trafen wir auf ein entspanntes und interessiertes Publikum, von dem wir das Gefühl hatten, dass es gern die Chance nutzte, auch einmal länger im Hörzimmer zu verweilen und einem Setup zu lauschen. Wir freuen uns, wenn ihr auch bei einem der nächsten Berichte der kommenden HiFi-Messen wieder mit uns dabei seid. Oder natürlich auch gerne bei unseren HiFi-Tests.




















