
Der HiFi-Herbst ging in Darmstadt in die nächste Runde – mit einem Termin, auf den sich viele in der Branche, wie auch wir HiFi-IFAs, gefreut haben, unter anderem, weil er im Darmstadtium, an einem der schönsten Veranstaltungsorte in der Szene stattfand. Akustisch hervorragende, freundliche, große Räume, ein lichtdurchflutetes Foyer und eine Architektur, die die Sinne belebt und nicht ermüdet. Die Messe in Darmstadt hat Tradition – und erlebte schon einige Veranstalter. Heuer nahm die High End Society gemeinsam mit dem HiFi-Magazin LowBeats das Ruder in die Hand und aus den HiFi-Tagen wurde die FINEST AUDIO SHOW Darmstadt 2026 – auf 10.000 qm Ausstellungsfläche, mit 50 Ausstellern und 200 Marken. Wir berichten euch ausführlich von der HiFi-Messe, damit ihr euch ein Bild machen könnt.
Wie schon im letzten Jahr beschlossen Bernd und ich, strukturiert vorzugehen, und teilten uns das Geschehen auf. Bernd wird euch im zweiten Beitrag aus den Hörräumen im zweiten und dritten Geschoss berichten, ich nehme euch im ersten Bericht der HiFi-Messe mit auf die Reise durch das große Foyer mit einem Abstecher in die GAMING ZONE, das Foyer im ersten Geschoss, den Saal, die World of Headphones und zum Kinobesuch. Ich fand, es gab viel zu entdecken, auszuprobieren und zu bequatschen, auch außerhalb der Spielwiesen in den Hörzimmern. Machen wir also los.
Im großen Foyer

Ich starte mal chronologisch. Dies war mein erster Eindruck beim Betreten der Finest Audio Show im Darmstadtium. Da mich mein Imkerkurs am Samstagvormittag und meine zielsichere Schusseligkeit am Mittag zu einer späteren Anreise zwangen, war zum Trost ein Parkplatz direkt am gläsernen Aufgang mit kurzem Weg zum Foyer frei. Zuerst grübelte ich, welcher Vertrieb das wohl war, bei der Produktvielfalt, bis ich merkte, dass das ja ein Händler war. Hier stellten direkt die HiFi-Profis als Lokalmatadoren mit vier Ladenlokalen im Umkreis aus. Blickfänger waren sicherlich die KEF Blade Two Meta (um. 39.000 Euro / Paar) neben dem Flatscreen nebst Soundbar. Ein hübsches Setup für Stereo- und TV-Fans.
An der Längsseite des Standes (Foto unten) fanden sich unter anderem ebenfalls schicke und dabei deutlich preiswertere Monitor Audio Studio 89 (um 2.350 Euro / Paar; Stands um 600 Euro), dazu ein McIntosh MSA-5500 Streaming-Vollverstärker (um 10.000 Euro) sowie ein Eversolo Play (um 600 Euro)


Im Foyer stellte Avantgarde Acoustic die von der Künstlerin Sabrina Seck farbenfroh veredelten UNO SD vor, die im Serienzustand um 35.000 Euro / Paar liegen. Werke von Sabrina Eck findet man bei Instagram unter „exclusive.art“.

Ein weiterer Eyecatcher waren die weißen, kugeligen Elipson BS 50 Tribute mit einem nach oben strahlenden 2-Wege-System, einem integrierten Resonator sowie Reflektor um 5.600 Euro. Die Speaker referieren auf das Jahr 1953. Uns gefielen im Test schon die Kugellautsprecher Elipson Planet L 2.0 Gold Edition, ebenfalls mit einem 2-Wege Koaxial (um 1.000 Euro).

Am Yamaha Flügel wieder der Ulmer Teufels-Pianist Bernd, der auch in diesem Jahr die Finger für die HiFi-IFAs virtuos über die Tasten fliegen ließ. Unterstützung bekam er dabei dezent vom Flügel selbst. Die Disklavier Technik des Yamaha Enspire Pro Pianos ermöglicht die direkte Aufnahme und Wiedergabe über die Klaviatur des Instruments. Was bei historischen Systemen wie das Pianola (ab 1895), die Phonola von Hupfeld oder das Welte-Mignon-Reproduktionsklavier eine gestanzte Rolle erledigte, die Melodie, Tempo und Anschlag steuerte, übernimmt hier natürlich eine Elektronik. So kann man zum Beispiel live ein Klavierkonzert auf ein weit entferntes, selbstspielendes Disklavier übertragen und dort wiedergeben. Siehe auch unsere Newsmeldung hierzu.

Im Foyer stand nicht etwa ein Cyberdyne Systems Model 101 aus der Serie T-800, sondern die nicht minder beeindruckende und mehr als mannshohe Wilson Audio Autobiography – ein handgefertigtes 5-Wegesystem der Extraklasse in der Sonderfarbe Crimson Satin (Karmesinrot). Die Hoch-/Mittelton-Einheit in d’Appolito-Anordnung lässt sich geometrisch zeitrichtig justieren. Beeindruckende Eckdaten: Höhe: 2,06 m, Gewicht: 372,4 kg, Preis: rund 1 Mio. Euro in der Grundausstattung.

Gleich nebenan setzte ELAC einen erfrischend handlicheren Kontrast mit dem neuen Radiowecker RD 100 mit zeitgemäßer Digitaltechnologie sowie großem Display, DAB+ und Bluetooth neben klassischem UKW um 200 Euro. Er ist eine liebevolle Hommage an den Klappzahlen-Radiowecker RD 100 aus 1972.

Am Stand von Clearaudio aus Erlangen fiel mir der, auf 1000 Stück limitierte RAMMSTEIN Plattenspieler aus der Clearaudio Artist Series um 2.000 Euro ins Auge. Er wurde in Zusammenarbeit mit der Band entwickelt. Technisch basiert das Laufwerk auf dem Clearaudio Concept mit steifem MDF-Kern, dazu ein Clearaudio-Tonarm mit speziell gebrandetem MM-Tonabnehmer. Die integrierte LED-Beleuchtung ist dimmbar und in weiß oder rot erhältlich.
Unten im Bild der Clearaudio compass GT, der in enger Zusammenarbeit mit „the sound of gaming by konsolenfan.de“ entstand. Der Plattenspieler um 1.500 Euro soll die Welt hochwertiger Analogtechnik mit der Leidenschaft für Gaming-Soundtracks auf Vinyl verbinden. Der GT ist stufenlos dimmbar und in RGB-Farben beleuchtet.


Am Treppenabgang vorbei an HiFi-Klassikern aus dem Bestand der HiFi-Zeile ging es hinab zu Yamaha, wo die neuen NX-70 A Streaming-Lautsprecher für Interesse beim Publikum sorgten. Da sich die beiden Lautsprecher kabellos verstehen, reicht jeweils ein Stromanschluss. Mit dabei eine YPAO-Raumkalibrierung, MusicCast Multiroom-Audio mit intuitiver App-Steuerung, HDMI eARC für TV-Anschluss sowie Streaming inklusive roon ready. Der Preis: um 2.950 Euro. Nettes Detail am Lautsprecher mit technischem Schick: bei der Wahl von Kupfer für die Kontrastelemente hat sich Yamaha nach einem Händler-Tipp vom Autohersteller Cupra inspirieren lassen. Der Sound war dazu echt ansprechend.


Wieder überirdisch war der Stand von AVM kaum zu übersehen. Aber nicht nur wegen der Größe, sondern auch wegen des schönen Mobiliars. AVM aus dem badischen Malsch präsentierte sich gemeinsam mit dem Lautsprecherhersteller Audio Physic aus dem sauerländischen Brilon. Oben im Bild ein stummer Serviervorschlag aus AVM PAS 30.3 Streaming-Vorverstärker um 3.000 Euro und MA 30.3 mk2 Mono-Endstufen um 4.000 Euro / Paar nebst Audio Physic STREAM 3 um 3.200 Euro / Paar.
Unten im Bild die Vorführkette mit den edlen AVANTERA RQ Lautsprechern aus der Reference Serie (um 24.000 Euro / Paar). Die EVOLUTION Phonovorstufe zum 40-jährigen Jubiläum von AVM gibt es in zwei Varianten: die 3.3 mit Transistor- (um 5.000 Euro) und die 5.3 mit Röhrenschaltung (um 6.000 Euro). Vollverstärker ist ein OVATION AS XL (um 34.500 Euro). Der Plattenspieler stammte aus der ROTATION Serie von AVM.

Richtung Garderobe und Aufzüge präsentierte der Händler Home Tech plus einen Teil seines Produktportfolios – von HiFi bis High End. Bei den Viernheimern wird man auch in Sachen Multiroom, Heimkino, TV & Video fündig.
Gleich nebenan der SonicThrone HiFi-Audio Sessel (Foto unten) von Markus Schönrock und Norbert Reinhart, der Entspannung, aber auch Action im Nahfeld verspricht. Stereo-Dreieck inklusive Hörplatz im geschlossenen System als Alternative zur klassischen HiFi-Anlage oder gar Kopfhörern im Kompaktformat. Dank der handwerklichen Kompetenz von Musik & Möbelbau Reinhart ist der SonicThrone in den Grenzen des Machbaren materialseitig individualisierbar. Auf der Messe zeigten die Tauberbischofsheimer eine Kombination mit einem Curved Display.

Stippvisite in der GAMING ZONE
Der Konsolen-Fan Michael Schulz hat sich für die GAMING ZONE ein großzügiges Spiel(e)zimmer auf der Eingangsetage ausgesucht. An Playstation und Co. fanden sich immer wieder Jugendliche, junge Erwachsene und reifere Semester zum Zocken ein – zum Ausprobieren oder auch mal länger verweilen. Was ich toll finde: Michael weiß, wie man mit Menschen umgeht. Er ließ am Freitag beim Aufbauen ein Paar zum zocken verweilen – sie störten ja den Ablauf nicht und hatten ihren Spaß. Der Dank: zu Öffnungszeiten kamen dann am Wochenende die Freunde vorbei. So geht das.

Tatsächlich – das war auch nicht verwunderlich – war der der Altersdurchschnitt in diesem Raum am niedrigsten auf der Messe. Das habe ich natürlich mit meiner Anwesenheit kurzzeitig versaut – Michael hat mir aber trotzdem ein Lächeln geschenkt 😉 Gaming ist ja auch für alle Altersklassen spannend. Neben beeindruckender Grafik auf den Screens ist auch der Sound ein wesentlicher Teil des Spielerlebnisses, sei es per Lautsprecher oder Gaming-Headset. Ortbarkeit und Sprachverständlichkeit sind nicht nur schick, sondern auch für die Interaktion wichtig. Oben im Bild der begehrte McLaren Rennsimulator von Bowers&Wilkins, der nicht nur dem Spieler, sondern auch seinen Zuschauern Spaß macht.

Im oberen Foyer

Gleich am Treppenaufgang war Norbert Lehmann im Gespräch mit Interessenten. Er brachte zum Abhören per Kopfhörer das ebenso konsequente wie schöne Duo aus Thorens TD404 Plattenspieler (um 4.500 Euro) an der Lehmann Audio Phonovorstufe PHONOLITH mit integriertem Kopfhörerverstärker nebst separatem Netzteil (ab 2.800 Euro) mit. Exponate gewährten Einblick ins Innenleben, dazu lagen kuratierte Aufnahmen als Vinyl und Tonband aus.


An gewohnter Stelle traf ich wieder auf den HiFi-Studiobesitzer Richard Menzel (Da staunt das Ohr, Horb am Neckar) der mit einem Röhrenverstärker Cayin CS-845A um 5.900 Euro, Digitalelektronik Lumin U2X (um 11.000 Euro) sowie mit Vinyl an Zingali Acoustics Zero Otto Lautsprechern (ab 7.700 Euro / Paar) spielte. Da staunte auch mein Ohr und auch das, des Publikums. Richards Vorführungen waren immer gut besucht. Der Sound war sauber und spielfreudig. Trotz des offenen Raumes oder gerade deswegen. Die Zingali kamen dort jedenfalls super zurecht. In Stuttgart entschied sich Richard an gleicher Elektronik bewusst für die MC Systems MC MP 3.1.

MAGAUDIO stellte seine schwingungsdämpfenden Magnetfüße aus, die im Vierer-Set erhältlich sind. Der spezielle Aufbau der Magnete ermöglicht Druck-, aber auch Zugbelastung. Auf den Füßen können Gewichte von 2 kg bis 70 kg ruhen – oder theoretisch abhängen. Die Preisspanne liegt bei rund 300 Euro bis 1.700 Euro je Vierer-Set; in der Pro-Serie können die Füße zudem in der Höhe verstellt werden.

Recht neu am Markt in Sachen Lautsprecher ist Birkenfeld Audio aus Waldsolms bei Frankfurt, die ihre Picture Reference in „L-Form“ mitbrachten. Der Lautsprecher ist ein aktives Konzept mit einer DSP-Frequenzweiche zum Preis von 18.800 Euro. Wählt der Kunde den optionalen Beryllium Hochtontreiber liegt er bei 25.900 Euro. Die Wahl des Verstärkers behält der Käufer, alternativ kann er ein hauseigenes, passendes Verstärkerpaket mit Hypex NCore Verstärkermodulen (8-Kanal) ab 2.575 Euro dazu ordern. Birkenfeld Audio baut auch ebenso schicke wie solide Racks. Das linke, breitere liegt um 11.000 Euro.

Interessante Lautsprecher gab es bei cw Acoustics zu sehen, die unter anderem den Vertrieb der Traditionsfirma ProAc haben. Viele kennen die „Tablette“. In Darmstadt standen zudem drei Modelle aus der RESPONSE Serie (oben links im Bild). Ganz rechts auf dem Foto, beziehungsweise unten links, der Open Baffle Lautsprecher Matter AXION. Da er kein Gehäusevolumen besitzt, sieht seine Schallwand und der Rahmen aus Birken-Sperrholz wie ein zusammengestecktes Holzspielzeug aus. Die technischen Details zeigen, dass der Hersteller es ernst meint: Drei 8″ Tieftöner, ein 6″ Mitteltöner, ein AMT-Hochtöner und eine Höhe von 115 cm bei schlanken 17 kg pro Stück. Die Verkabelung besteht aus Matter 4N-Leitern aus reinem Silber, die Anschlüsse sind WBT Nextgen-Buchsen.
Im Bild unten im Hintergrund die schönen Lautsprecher von Atlantis Lab, die ich natürlich nicht hören konnte, aber anschauen – und das hat jemandem wie mir, der Freude an Naturprodukten hat, bereits Freude bereitet. Der linke Regallautsprecher AT-13 ist aus Buche und wird in dieser Variante wohl so nicht mehr gefertigt, die anderen Modelle haben Seitenteile aus Eiche. Die Paarpreise liegen bei nachvollziehbaren rund 1.800 (AT-13) bis 4.200 Euro (AT-18 Pro).

Im Foyer traf ich auch auf Uwe Flocke, der seine HiFi-Karriere vor einigen Jahrzehnten in Remseck bei Stuttgart mit einem HiFi-Laden begann und nach rund 10 Jahren ins Lager der HiFi-Restauratoren wechselte. Eine Sache die Uwe nach eigener Erkenntnis und der von Freunden besser liegt als der Verkauf. Der gelernte Radio- und Rundfunktechniker legte noch eine Lehre als Landmaschinenmechaniker nach, was seine Leidenschaft zum „Selbermachen“ untermauert. Dokumentiert hatte er dies für Interessenten mit zahlreichen Fotos aus seiner Meisterwerkstatt und seinem Wohnzimmer. Wer also ein Schätzchen aus den 70er bis 90er Jahren („meine Ära“) wieder auf Vordermann bringen will, der ist bei Uwe Flocke bestens aufgehoben. Wer das Gerät im schönen Ungarn selbst vorbeibringen will, kann sich gleich ein kleines Urlaubserlebnis gönnen.
Gleich daneben präsentierte sich der Vertrieb Audio Trade (ATR) mit zwei großen Marken Ecken. Zum einen Audio Pro mit skandinavischen Wurzeln. Gegenüber vom Sofa zeigten sie ein klassisches Setup mit A48W Wireless-Multiroom-Standlautsprechern (um 1.200 Euro / Paar) und in der Mitte nicht etwa ein Center-Speaker, sondern ein kompakter Wireless-Multiroom-Lautsprecher der C-Serie (ab 350 Euro). Im Sideboard (Bild unten) fanden sich die modernen und dezent farbenfrohen Audio Pro C5 MkII W Classic und C5 MkII W (beide um 350 Euro).


Mit WiiM zeigte Audio Trade, wie ein modernes Wohnzimmer aussehen kann. Unter dem Flat-Screen TV steht die WiiM Bar (um 500 Euro), links daneben für den nötigen Bumms der WiiM Sub Pro Subwoofer (um 530 Euro) und hinter der Couch rechts und links zwei WiiM Sound light als Effektlautsprecher (Stück um 270 Euro). Kabellos, versteht sich.
Und unten im Bild noch eine Empfehlung aus dem Hause ATR für den Einstieg ins HiFi: Im Zentrum steht ein WiiM Amp Streaming Verstärker (ab 419 Euro) zusammen mit einem Einsteiger-Plattenspieler von Pro-Ject Audio, z.B. der E 1.2 Phono mit integriertem Phono-Vorverstärker (um 370 Euro) und die Speaker Box 3E Carbon um 300 Euro. Komplettes HiFi mit toller Ausstattung um 1.100 Euro.

Ganz hinten im Foyer präsentierte sich Cambridge Audio auf großer Fläche. Die gezeigte Anlage war nicht nur gut sichtbar in Signalorange, sondern auch äußerst schlank: Sich selbst genug ist eigentlich schon der aktive Streaming-Lautsprecher Cambridge Audio L/R X um 2.000 Euro das Paar. Er ist in sechs modernen Farben erhältlich. Dem L/R X stehen integrierte 800 Watt Gesamtleistung zur Seite, die einen maßgefertigten 28-mm Hochtöner sowie zwei 5″ Tieftöner antreiben. Mit dabei sind eine Raumoptimierung, ein DynamEQ, integrierte Streaming Dienste, Multiroom, Roon Ready und AirPlay 2, dazu ein Plattenspieler-Eingang (MM-Phono-Stufe) und HDMI eARC-Eingang. Im Foto unten ein Blick ins Innenleben. Passend dazu gibt es farblich abgestimmt den neuen Plattenspieler SPIRA (mit Bluetooth, um 350 Euro). Die grauen Geräte der EX-Serie im Rack sind fürs Setup nur Deko.
Für Freunde echten One-Box-Designs, die auch ohne Stereo-Dreieck Musik hören können und wollen, im Bild unten die Pantheon Audio OBSIDIAN (weiß, um 1.500 Euro) und die größeren PANTHEHONE I (um 3.500 Euro). Mit an Bord bei beiden: Streaming, Bluetooth und Line-In.

Im Kongresssaal

Im sehr schönen und akustisch hervorragenden Kongresssaal spectrum war noch reichlich Platz und für Ideen für 2027. Es gab hier trotzdem einiges zu sehen, wenn auch weniger als in den Jahren zuvor. Daher aber auch reichlich Potenzial, um im nächsten Jahr noch mehr Besucher zu diesem schönen Fleck im Darmstadtium zu locken. Schauen wir nun, wer heuer hier ausstellte.

Gleich am Eingangstor präsentierte sich Inakustik und bot in Schaukästen Einblick in seine Technologien. Im Vordergrund die neueste Neuigkeit aus dem Markgräfler Land: die Kooperation mit dem Plattenspieler-Spezialisten TransRotor: den TRA 9 gibt es optional mit dem Inakustik Referenz AIR Pure Silberkabel. Unten im Bild zu sehen der Aufbau eines aufwändigen AIR Kabels – wobei hier natürlich nur der mechanische Aufbau, nicht die gewieften Fertigungsprozesse im Detail sichtbar sind, die diese Technologie ausmachen.


Mit einem ungewohnt kleinen Stand vertreten war Michael Kromschröder von der KlangLoft bei München. Er hatte unlängst den Europavertrieb des edlen Lautsprecherherstellers mit Instrumentenbautradition Brodmann übernommen, den ich bei CM-Audio in Neuss kennengelernt hatte. Er stellte zudem die extravagante Elektronik von Aries Cerat und einen Reference Line Plattenspieler von Sikora aus.

Auch im Saal ist Audio Trade ATR vertreten. Ein Exponat war was für Menschen mit Benzin im Blut: die ebenso extravagante wie limitierte Harley Davidson Edition um 2.600 Euro. Die Zarge zeigt das ikonische Harley-Davidson Bar & Shield-Logo, ist hohlraumfrei aus massivem MDF gefräst und als Alu/MDF-Sandwich-Konstruktion ausgeführt. Mit an Bord ist ein 8.6″ Aluminium S-Shape Tonarm, handpoliert mit hochentwickelter Lagerkonstruktion, SME Headshell, hochreiner Kupferverkabelung und einem TPE-gedämpften Gegengewicht.

SG Akustik aus Karlsruhe stellte eine breite Auswahl an Plattenspieler auf die Beine, oder besser auf die weißen Säulen, und lud Vinyl-Fans damit zum Stöbern ein. Auf der Seite Stand eine breite Phalanx aus REGA Plattenspielern (Foto unten).

WOD Audio ist Vertriebspartner für Bergmann, Dekoni Audio, iFi Audio, Kubala Sosna, Miyajima Lab, Weiss Engineering, Westone Audio und einige mehr. Dementsprechend vielfältig war die Auslage beim Händler aus Nidderau mit großem Online-Shop. An einem Ende der Preisskala stehen sicherlich die Digitalprodukte von iFi am anderen die von Weiss Engineering, wie der DAC502 um 10.000 Euro. Spannend auch der Bergmann Modi Plattenspieler mit Tangential Tonarm (Bild unten, um 9000 Euro).

Ebenso breit aufgestellt das Angebot der Hörzone aus München. Weithin sichtbar die Akustik Paneele, am Tisch unter anderem kleine aktive Monitore von Adam Audio, z.B. die ADAM A4V white für 385 Euro pro Stück, Elektronik von RME und Plattenreinigungsmaschinen von HumminGuru.
Auf breiter Front stand auch die Produktauswahl von PS Audio. Außen der Flaggschiff-Lautsprecher ASPEN FR30 (um 40.000 Euro / Paar), innen die kleinen Regallautsprecher auf Stands FR5 (um 5.000 Euro / Paar), dazu die Monoblöcke M800 (um 35.000 Euro pro Paar) und die DirectStream Power Plant 20 um 12.000 Euro (Mitte). Davor steht der PMG Signature 512 DAC mit Lautstärkeregelung (um 10.000 Euro).
Für sich standen die, an Gehäuse wie am Elektronikmodul wunderschön geformten Streaming-Lautsprecher KEF LS LUXE um 4.000 Euro pro Paar. Der Master-Lautsprecher kann mit dem Slave drahtlos oder per LAN-Kabel verbunden werden. Der Master erlaubt Verbindungen per HDMI-eARC, TOSLINK optisch, Digital Koaxial, Analog 3,5 mm, sowie mit dem Netzwerk per RJ45 Ethernet, ebenso steht an beiden Lautsprechern ein Subwoofer-Ausgang (Cinch) zur Verfügung. Dazu gibt es AirPlay, Google Chromecast, Roon Ready (Voraussichtlich ab 2027 verfügbar), UPnP, Bluetooth 5.3, Audirvāna Kompatibilität sowie diverse Streaming Dienste. Das Gewicht von 20 kg pro System ist ordentlich.

Ebenso schweigend zeigte DENON sein EISA Award ausgezeichnetes Denon HOME System, hier die HOME 200 (um 700 Euro), HOME 400 (um 500 Euro) und HOME 600 (um 350 Euro). Sie sind Teil des Denon HEOS Systems mit Bluetooth, WLAN, AirPlay 2, USB-C und analog Eingang.
Im Vordergrund die Nessie VinylMaster Plattenwaschmaschinen. Die preislichen Hausnummern der Waschmaschinen sind um 1.600 Euro für die ProPlus+ und um 3.500 Euro für die Vinylmaster Reference. Letztere kümmert sich um beide Seiten der Platte in einem Abwasch.
Hinten im Eck des Saales wartete der Designer und Tüftler Roger Quandel von Quandel Design auf Interessenten, die nicht lange auf sich warten ließen. Ich hatte ein inspirierendes Gespräch mit einem Menschen, der liebt, was er tut. Oder tut, was er liebt. Seit etwa 10 Jahren beschäftigt sich der Designer neben der grafischen Gestaltung mit der Restaurierung und gestalterischen Interpretation von Hifi-Komponenten. Daraus entstanden ist Contemporary Vintage Hifi und heuer der erste Messe-Auftritt.
Mit dabei waren einige Exponate, die alle toll anzusehen waren. Exemplarisch oben im Bild das LENCO L75 Laufwerk, verfeinert mit japanischen Ingredienzien mit dem Tonarm MA-707 von Micro, der von 1978 bis 1981 produziert wurde, und dem Abtaster Koetsu Black Goldline. Unten der „Mad Maxx“, ein Lenco L75 mit liebevoll furniertem Holzgehäuse, SME 312 12″ Tonarm und Audio Technica AT 1000 (1980er) Tonabnehmer.

Die World of Headphones

Weiter geht’s zur World of Headphones. Am Eingang gab es gleich Praktisches für Kopfhörer-Fans mit freundlicher Beratung: Room’s Kopfhörer-Ständer mit Höhenverstellung und aus eigener Produktion in vielen verschiedenen Varianten. Preisklasse: 150 bis 350 Euro. Unten das neue Produkt: Das Vinyl Rack One für Schallplattenfans.


Und noch einmal Audio Trade. Der Vertrieb meinte es ernst auf der Finest Audio Show. Oben im Bild eine Auswahl an Stax Kopfhörersystemen, die aus dem eigentlichen Kopfhörer sowie dem Antrieb und Kopfhörerverstärker des Elektrostaten besteht. Am anderen Ende der Theke gab es unter anderem Final Kopfhörer und Elektronik von Mytek Audio und Gold Note zu sehen und auszuprobieren.

Oben ein kleiner Eindruck von einer Raumhälfte der World of Headphones, die die ganze Zeit gut besucht war. Auch der unbeaufsichtigte Tisch mit B&W Kopfhörern im Vordergrund wurde zum „in-Ruhe-Ausprobieren“ angenommen.

Mal Valve fuhr im Darmstadtium wieder groß auf. Im Vordergrund oben im Bild der Mal Valve Plattenspieler Ultimate Black Series Edition MKIII High-End Plattenspieler mit Carbon-Oil-Tonarm 12″, magnetischem Tellerlager, Plattenansaugung und integrierten MAGAUDIO/Mal Valve Magnetdämpfern. Das geräuschlose Vakuumsystem macht die leichte Vinylscheibe flächig zum festen Bestandteil des Massesystems des Plattentellers. Preisklasse um 20.000 Euro.
Unten im Bild der ebenso edle wie aufwändige Röhren-Kopfhörerverstärker Head Amp Five (Preisklasse um 17.000 Euro) mit vollsymmetrischer Signalverarbeitung mit OTLs für elektrostatische wie magnetostatische, dynamische sowie Ribbon Kopfhörer.


Kleine Kunstwerke sind die In-Ear-Kopfhörer von NOBLE Audio aus Texas, die ich auf der WoH begutachten durfte. Im Bild oben In-Ear-Gehäuse, die im Lost Form Verfahren (Guss in ausgeschmelzten Wachsformen) hergestellt werden. Die In-Ears sind limitiert und liegen bei 12.000 US Dollar. Unten im Bild Gehäuse aus Damast-Stahl. Der gefaltete Stahl erhält die Struktur der dunklen „Höhenlinien“ durch den Schliff und anschließendes Ätzen der Oberfläche. Der Over Ear mit Bluetooth im Hintergrund liegt bei 1.000 Dollar und beherbergt ein Drei-Wege-System je Ohrmuschel. Seinen Klang fand ich angenehm frisch.


T+A zeigte SOLITAIRE T (schwarz, um 1.400 Euro) und seine neue Weiterentwicklung, der SOLITAIRE T PRO (weiß, um 1.600 Euro) Kopfhörer, die sowohl über Bluetooth, als auch per Kabel verbunden werden können. Ich habe den neuen PRO gehört, der so eingestellt einen absolut angenehmen und absolut langzeittauglichen Eindruck hinterließ. Die Verarbeitungsqualität mit Metallteilen und veganem Leder war hervorragend und somit der Preisklasse angemessen.

Herrlich offen und trotzdem mit ordentlicher Substanz klangen die Kopfhörer von Grell, die als Grell OAE2 gegenüber dem OAE1 noch einmal ergonomisch überarbeitet wurden: Breiterer Bügel, längerer Auszug. Beim Aufsetzen muss der auf rechts / links achten, dies ist in der Muschel deutlich gekennzeichnet, da man nicht nur die Stereobühne dreht, sondern sich quasi mit dem Rücken zu den Lautsprechern setzen würde. Die Schallwandler strahlen bewusst mit einer Richtung in die Ohrmuschel, beziehungsweise somit in den Gehörgang. Das funktioniert natürlich nur, wenn der richtige Treiber auf dem richtigen Ohr sitzt. Und dann ist der Sound wirklich bezaubernd. Grell forscht, unter anderem auch gemeinsam mit der Leibniz-Universität Hannover, an innovativen Lösungen für Kopfhörer. Mit rund 500 Euro ist der offene Grell OAE2 äußerst fair bepreist.


Noch ein Blick in die andere Hälfte der World of Headphones. Auch hier setzt sich das geschäftige Treiben fort.

Am Stand vom Vertrieb AudioNext war wie immer einiges geboten. Ich hebe mal ein paar Highlights hervor. Im Foto oben links zum einen das elektrostatische Luxus-Kopfhörersystem Warwick Acoustics Aperion, das einen eingebauten dual mono 32bit DAC besitzt, am englischen Königshof spielt und einen Verkaufspreis von rund 40.000 Euro hat. Der Sound ist schlicht hervorragend. Daneben ein Türmchen von Eversolo bestehend aus dem Eversolo DAC-Z10 D/A-Wandler & Vollsymmetrischen Vorverstärker (um 2.000 Euro), dem
Eversolo T10 Streaming Transport (um 2.200 Euro) und dem Eversolo DMP-A8 Gen 2 Master Edition Digital Media Player Streamer (um 2.600 Euro).
Unten im Bild in meinen guten Händen der Ecouté TH2, aktueller Nachfolger des TH1, ein 424 Gramm wiegender Over Ear Kopfhörer mit Bluetooth, USB- und Line-In Schnittstelle. Natürlich mit ANC und als Headset zu gebrauchen. Der Clou: Er besitzt eine eingebaute Röhrenvorstufe. Preis: um 1.000 Euro. Erstes Fazit: unbedingt mal Reinhören, wenn man seiner habhaft wird. Dahinter in weiß der Palma DHS1 (um 2.200 Euro). Sein Clou: Durch Verdrehen des Muschelgehäuses bestimmt der Hörer mechanisch über die Lochung, wie offen oder geschlossen er hört.


Zum Abschluss noch einen Blick beim Cayin Audio Vertrieb von Thomas Deyerling, der auf zwei Tischen einen guten Auszug aus seinem Produktspektrum zeigte. Im Bild links der klassische Cayin HA-3A Röhren Kopfhörerverstärker um 1.998 Euro, moderner rechts daneben unten der Cayin iDAC-8 D/A Wandler (um 1.600 Euro), darüber der Cayin iDAP-8 Digital Audio Player / Streamer (um 1.600 Euro). Beide spielten an Meze Audio Kopfhörern.
Kinobesuch bei Audio Reference

Ich bin ein Heimkino-Fan, das gebe ich zu. Und auch, wenn die Finest Audio Show eine HiFi- und High End Messe in der Welt der Stereophonie ist, war eins meiner absoluten Highlights der Besuch des Audio Reference high end Heimkinos – und den habe ich mir als krönenden Abschluss aufgehoben: Sonntag, 16 Uhr – die letzte Vorstellung. Beeindruckend, aber auch notwendig bei der Größe des schwarz behangenen Raumes: die schalldurchlässige Steward Studio Tek 130 high end Leinwand mit über 4 Metern. Steward fertigt auf Bestellung. Partner von AR war in Darmstadt Screen professional. Beschienen wurde die Leinwand von einem JVC Beamer mit D-ILA Projektionstechnologie. Das Bild war der Hammer.
Zu Hause wird mein 9.1 Aperion Lautsprecher-Setup von einem Denon AVC-X3800H mit maximal rund 1 kW Leistung angeheizt – plus den beiden aktiven Subwoofern – was mir schon recht gut gefällt. Hier waren es rund 20 kW Leistung plus sechs aktive Subwoofer, die im 18 Zoll Format die 17 Zoll Felgen meines „Dienstwagens“ alt aussehen lassen 😉 Da geht richtig was… Die brachiale Leistung wurde von einem Perlisten Setup der S-Serie in Schall gewandelt: drei Lautsprecher vorn, jeweils drei an der Seite, sechs oben und zwei hinten. „Heimkino“ war hier eigentlich zu viel des Understatements. In der rund 20-minütigen Vorführung ging es los mit Stereo: Brian May und Andrea Bocelli mit „Who wants to live forever“ live. Das ist nett, dachte ich, ahnte aber, das noch deutlich mehr ging. Richtig. Beim finalen Ausschnitt aus „Top Gun – Maverick“ ging es dann brutal zur Sache und das Kino wurde dann beim Ritt im Jet durch die Canyons zu einem physisch spürbaren Erlebnis. Großartig. Tipp: Wenn möglich, unbedingt mal anschauen.

Das war mein Rundgang über die Finest Audio Show Darmstadt 2026 durch die Foyers, dem Kongresssaal, über die World of Headphones, meine Stippvisite in der GAMING ZONE und mein Besuch im high end Heimkino von Audio Reference. Ich muss sagen, ich hatte meinen Spaß und mir wurde eine Menge geboten.
Mein erstes kurzes Fazit: Well done, High End Society x LowBeats. Nächstes Jahr gern wieder.
Mehr zu sehen und noch viel mehr zu hören gab es dann in den Hörräumen im zweiten und dritten Geschoss. Auf diese Reise wird euch Bernd, der sich auf diesen Veranstaltungs-Teil konzentriert hat, im zweiten Teil unserer Reportage aus dem Darmstadtium mitnehmen.


