Reisefreudige denken bei Faro wahrscheinlich zu allererst an den Flughafen der Küstenstadt im Süden Portugals – kurz FAO – und für Urlauber das Tor zur wunderschönen Landschaft der Algarve. Doch auch bei einigen HiFi-Fans fängt das Gehirn an zu rattern. Da war doch was… Genau! In Faro befindet sich das Headquarter und der Gründungssitz des Digitalaudio-Spezialisten Innuos, den wir bereits sehr lange kennen und den konsequenten Aufbau des Produktportfolios begleiten konnten. Beginnend mit den einst exotischen Musikservern baute Innuos weiter darauf auf und machte die Server auch zu Playern, integrierte DACs, entwickelte eigene Streaming-Lösungen sowie Reclocker und Netzwerkswitche. Szenekenner konnten die Lernkurve und die Neuentwicklungen rund um das Themenfeld Digital-Audio praktisch hautnah miterleben.

Wir HiFi-IFAs hatten unlängst den aktuellen Innuos ZEN Next-Gen und den STREAM1 mit Netzteil LPS1 im Test, die die neue Geräte-Architektur in modularer Bauweise und Aufrüstbarkeit repräsentieren. In diesem Test schauen wir HiFi-IFAs uns den ambitionierten großen Bruder STREAM3 mit dem hochwertigen PhoenixDAC Board um 11.000 Euro an, der aus dem Musikserver und Player einen vollwertigen high end Netzwerkspieler mit gelöster Eintrittskarte in die analoge Welt macht.

Innuos STREAM3 mit PhoenixDAC Board – Annäherung
Der Innuos STREAM3 kommt in Silber oder Schwarz mit einer Höhe von 85 mm weiterhin recht schlank daher, ist aber im Gegensatz zum STREAM1 mit einem Grundriss von 420 mm * 330 mm ein echter HiFi-Vollformater. Beim Auspacken war ich überrascht von dem stattlichen Gewicht von rund 13 kg. Angesichts der durchaus recht leicht gestaltbaren Digitaltechnik ein sicheres Zeichen dafür, dass die Portugiesen beim Netzteil, dem mechanischen Aufbau ihrer Elektronik und dem Gehäuse nicht an Material gespart haben. Tatsächlich macht die Solidität bereits Freude und spendet Vertrauen. Wie nicht anders erwartet ruht das Gerät auf drei sinnvoll platzierten Füßen, da kann also, weil statisch bestimmt, nichts ungewollt kippeln.
Die neue STREAM-Produktlinie hat ein neues Erscheinungsbild bekommen, das die Grafik der dreidimensionalen Facettierung ihrer Vorfahren durch linienförmige Nuten in der ansonsten ebenen Frontplatte wieder aufgreift. Das haben wir schon beim STREAM1, den es übrigens nur in schwarz gibt, gesehen, ebenso wie das dunkle Plexiglaselement rechts am Gehäuse, das wie ein Display erscheint, tatsächlich aber „nur“ die durchscheinende Abdeckung für die Leuchtsymbole und damit das visuelle User Interface darstellt. Und das besteht aus zwei Elementen: dem Icon für Standby und dem Firmenlogo. That’s it. Reicht aber auch, da weitere User Interfaces die beiliegende Fernbedienung sowie die mächtige Innuos SENSE App für Smartgeräte sowie das ebenbürtige Interface für einen Webbrowser sind. Zurück zum Display: blinkt das Logo lila, erwacht der der STREAM 3 aus dem Dornröschenschlaf. Leuchtet es stabil weiß, ist das Gerät betriebsbereit.

Bevor etwas leuchtet, muss sich der Neubesitzer mit den Anschlüssen am Heck befassen. Ist er Innuos-Kenner, kommt ihm das alles bekannt vor und findet sich schnell zurecht: Natürlich findet sich dort die Kaltgeräte-Netzstecker-Buchse nebst Kippschalter, datenseitig dann zwei USB-A-Buchsen für einen USB-Speicher oder ein CD-Ripping-Laufwerk. Die USB-A DAC-Buchse ist der Standard Ausgang zum Digital/Analog-Wandler, neu ist eine zusätzliche USB-C-Buchse, die auch Mobilgeräte lädt. Die Netzwerk-Buchse gibt zweimal: eine zum Heimnetzwerk (LAN) und eine direkt zu einem externen Streaming-Player (ETHERNET), sollte der STREAM3 dediziert als Musikserver dienen. Die HDMI-Buchse ist reinen Service-Zwecken vorbehalten. Last but not least: die Stereo-Cinch- und XLR-Ausgänge des hochwertigen PhoenixDAC Boards.
Die Verkabelung ist schnell erledigt: Das bereitliegende WSS Platin Line N3STC Netzkabel kommt an die Netzbuchse. Für Grounding-Fans ist das Gehäuse mit einer Erdungsbuchse versehen. Siehe hierzu bei Interesse auch den Test des PURITAN Grounding Systems. Als analoge Signalkabel kommen WSS Platin-Line XLR-Kabel sowie ein Fastaudio Black Science mk3 XLR zum Einsatz, die Netzwerkverbindung übernimmt ein Boaacoustic SIGNAL.lanCat.6A an der LAN-Buchse. Als Vorverstärker dient mein SPL Director mk2. Um das Gehörte einordnen zu können schließe ich den STREAM3 über den USB-DAC-Ausgang mit einem Supra Cables USB 2.0 Excalibur auch an den integrierten SPL DAC768 des Vorverstärkers sowie an den MERASON DAC 2 an.

Dem Innuos STREAM3 liegt serienmäßig eine Fernbedienung bei (beim STREAM1 optional), die für den Alltagsbetrieb – wenn das Handy mal auf der Seite liegen soll und nur Grundfunktionen benötigt werden – sehr angenehm und praktisch ist. Beliebt auf der Remote Control sind sicherlich Standby On/Off, Stummschaltung (Mute), auf dem Ring Titelsprung (Skip) Vor/Zurück, Lautstärke (Volume) sowie Play/Pause. Äußerst praktisch sind aber auch die 10 Kurzwahltasten (P0-P9), die in der SENSE App frei programmiert werden können, sowie eine Zufallswiedergabetaste. Mit der beiliegenden schwarzen Scheibe kann das Batteriefach leicht entsperrt werden. Werfen wir nun einen Blick auf die SENSE App, welche die verfügbaren Innuos Systeme im Netz erkennt.
Die Innuos SENSE App
Die Innuos SENSE App ist als Benutzerschnittstelle ein wichtiger, integraler Teil des Musiksystems, da diese neben der Bedienung der technischen Fähigkeiten des Gerätes das Musikerlebnis wesentlich mitprägt. Daher hat Innuos seine App selbst entwickelt und setzt diese durchgängig über alle Modellreihen als Userinterface ein. Ein großer Vorteil, der etwas mit produktübergreifender Usability und damit auch geschickter Kundenbindung zu tun hat. So finde auch ich mich schnell mit dem neuen System zurecht, da die sich Bedienung und Konfiguration meines eigenen ZENith mk3 also genauso darstellt, wie auch beim unlängst getesteten ZEN Next-Gen oder der STREAM1.
Die Bedienoberfläche ist hochfunktional und benutzerfreundlich gestaltet. Das ist Innuos wichtig. Die App ist für Android, iOS, Amazon Fire sowie praktisch als Webbrowser in der Version 3.2 verfügbar. Mit der ansprechenden Erscheinung der SENSE APP macht das Bedienen einfach Spaß. Ich finde den ganzheitlichen wie ambitionierten Ansatz jedenfalls sehr sympathisch. Eine Integration in das mittlerweile verbreitete, aber recht kostspielige ROON ist darüber hinaus ebenfalls möglich, aber nicht zwingend nötig, um Freude beim Abspielen seiner Musik zu haben.
Ich kann mit der APP beide Geräte, die ich im Hörzimmer Netzwerk zeitgleich in Betrieb hatte, problemlos verwalten. Der STREAM3 war sofort da und zur Auswahl gestellt, etwaige fällige Updates wurden mir sogleich angeboten. So konnte ich also direkt sehen, ob alle Geräte, mein ZENith Mk3 und der STREAM3, up to date sind. Die Firmware-Updates laufen erfahrungsgemäß sauber durch. Ich habe das Update auf 26.0.0 und kurz danach auf 26.0.1 ausgeführt. Das Importieren von Musik ist ebenfalls einfach und funktioniert über die USB-Schnittstelle mittels Festplatte oder über ein angeschlossenes CD-Laufwerk. Letzteres habe ich mit einem handelsüblichen externen PC-Laufwerk ausprobiert. Der Import kann auch via Netzwerk von NAS-Laufwerken oder anderen Musikservern erfolgen, die der Innuos ebenfalls als NAS erkennt. Bedingung: Man kennt für den Zugriff die Passwörter. In meinem Fall waren das eine QNAP NAS und die beiden Innuos-Geräte. Das war äußerst praktisch, um Testmusik hin und her zu kopieren. Dafür wieder einmal beide Daumen hoch!
Die SENSE App verwaltet auf Wunsch auch das Backup, das über ein weiteres Menü konfigurierbar ist. Wird der STREAM3 als Player via USB verwendet, sieht der Musikhörer in der App, welcher DAC angeschlossen ist, beziehungsweise den Namen, die der Chip-Programmierer dem DAC gegeben hat. Auch können weitere Einstellungen des Innuos-Players vorgenommen werden, wie zum Beispiel die Konvertierung von DSD auf PCM oder eine womöglich sinnvolle Begrenzung der Taktzahl auf 96 kHz.
Der STREAM3 ist in seiner Grundausstattung ein Player, daher ist eine weitere interessante und wichtige Möglichkeit die Integration freigegebener Netzwerk-Ordner in die Systemumgebung des Innuos als Quelle. Damit spielt der STREAM3 auch Musik von anderen Musikservern ab, ohne diese importieren zu müssen, in meinem Fall vom ZENith Mk3 oder der QNAP NAS.
Tatsächlich können Freunde der SENSE APP zusätzlich über den Musikserver auch kompatible externe uPnP-Streamer als Player bedienen. Das probierte ich bei mir im Hörzimmer unlängst beim Test der Streaming-Lautsprecher ATE Imagine 180 & Sub aus und fiel mir positiv auf. Alternativ stünden in meinem Fall auch der LUMIN U1 mini Streamer im Hörzimmer und der sonoro STREAM All-In-One-Winzling im Wohnzimmer eine Etage tiefer zur Auswahl. Damit werden Innuos Geräte vollends zur Datendrehscheibe.
Der Home-Bildschirm inspiriert den Hörer mit den zuletzt importierten Alben oder der zuletzt gespielten Musik. Lieblings-Radiosender oder Podcasts sind auf Wunsch ebenfalls gelistet. Das Abtauchen in die Rubrik „Musik“ ermöglicht die App mit gängigen Suchkategorien an, sowie zusätzlich erneut Podcasts oder Internet-Radio. Praktischerweise ist der Zugriff auf die Streaming Portale Highresaudio, Deezer, Idagio (Klassik), Tidal und Qobuz implementiert, wozu der Nutzer beim Anbieter natürlich einen zumeist kostenpflichtigen Account benötigt. Bei der Musiksuche oder sonstigen Aktivitäten in den Menüs während des Musikhörens, bleibt der Player mit kleiner Cover-Vorschau am unteren Bildschirmrand sichtbar, mit einem Fingertipp geht er ins Vollbild. Das ist sehr praktisch, wie auch die gesamte Bedienung der SENSE App intuitiv möglich ist. Auch Einsteiger werden schnell rein finden. Das war das Wichtigste in Kürze, nun folgt die technische Beschreibung und ich höre parallel schon einmal etwas Musik.

Innuos STREAM3 mit PhoenixDAC Board – Technik
Um die Technik des Innuos STREAM3 zu verstehen, schauen wir uns erst einmal die Idee an. Der STREAM3 wurde von Innuos als neuer, leistungsstarker HiFi-Musik-Streamer und -Server mit modularem Aufbau konzipiert. Dem Käufer gibt der modulare Aufbau die Möglichkeit, den STREAM3 nach individuellen Bedürfnissen zu konfigurieren und damit natürlich auch nur für die gewünschte Funktionalität zu zahlen. „Nackt“, also in der absoluten Grundausstattung, ist der STREAM3 ein reiner Streaming Transport, der über eine Standard USB-A Schnittstelle digitale Signale an einen DAC der bestehenden HiFi-Kette weitergeben kann. Und nun kommen die SSD-Slots und Ausgabe-Module ins Spiel, die Funktionalitäten erweitern oder verfeinern.
Fangen wir mit der Erweiterung um Speicher an. Hier bietet Innuos wie gewohnt die Möglichkeit an, ab Werk Speicherplatz in den Größen 2, 4 und 8 TB direkt mit zu ordern. Hier findet eine M.2-NVMe-SSD Verwendung. Damit wird aus dem Streamer praktisch ein Musikserver mit Player Funktionalität, wie man es auch von den Vorgängerserien kennt. Neu ist die Möglichkeit, dass der Besitzer seinen eigenen kompatiblen Speicher installieren kann: Zum Nach- oder Umrüsten oder wegen Präferenzen bei der Speicherwahl – das soll es ja geben in der HiFi-Szene. Der Musikfreund kann nun also auch gespeicherte Musik über die USB-A- oder USB-C-Schnittstelle an einen DAC oder über das LAN-Netzwerk beziehungsweise direkt über die ETHERNET-Schnittstelle Audiodaten an einen Player mit bis zu 2,5Gbit/s übermitteln. Zum Füttern der Festplatte mit CDs kann über eine USB-Datenschnittstelle kann ein externes optisches USB-Laufwerk angeschlossen werden. Über die USB-Anschlüsse können auch Highspeed-USB-Laufwerke als Musikspeicher verwendet werden.
Die optionalen Module greifen auf der Ausgabeseite an: das PhoenixUSB Board verbessert die Datenausgabe via USB und stellt eine eigene USB-A Schnittstelle bereit. Das SPDIF Board wandelt in eben dieses Format und gibt die digitalen Daten via AES, Coaxial oder optischer Buchse aus, das gleiche Prinzip gilt für das PhoenixI2S Board. Alle drei erweitern die digitale Player Funktionalität des STREAM3 und bespielen einen nachgeschalteten DAC aus der HiFi-Anlage des Nutzers.
Soll der STREAM3 als vollwertiger Netzwerkspieler agieren, kommen die DAC-Module ins Spiel. Der PerformanceDAC, den wir vom STREAM1 Test kennen, gibt das analoge Signal über vergoldete Cinch-Buchsen aus, das hochwertigere PhoenixDAC Board besitzt hierzu Cinch- und XLR-Buchsen. Die höchste Ausbaustufe stellt somit der STREAM3 mit integriertem SSD-Speicher und PhoenixDAC Board dar, so, wie unser Testgerät ausgestattet ist. Damit kombiniert er die Funktion des Servers mit dem des Netzwerkspielers. Damit kann der STREAM3 einer Vorstufe sowie Vollverstärker oder dank digitaler Lautstärkeregelung theoretisch auch direkt an Endstufen oder Aktivboxen analog angeschlossen werden.
Ausgestattet mit einer hochmodernen Taktung, einer extrem rauscharmen Stromversorgung sowie einem CNC-gefertigten, perlgestrahlten und eloxierten Aluminiumgehäuse – ergänzt durch unsere hauseigene Software – übernimmt dieser Streamer die vollständige Kontrolle über die digitale Audiowiedergabe.
Im STREAM3 ist eine High-End-Stromversorgungsarchitektur mit integriertem ARC6-CX-Modul verbaut, das in Zusammenarbeit mit Dr. Sean Jacobs entwickelt wurde. Darin wird eine 132.000 µF Mundorf-Kapazität, aktive Gleichrichtung und CX-Spannungsregelung auf einer einzigen Baugruppe zusammengefasst. Diese versorgt das System mit extrem sauberem Strom und reduziert die Impedanz erheblich. Die Speisung erfolgt von einem großzügig dimensionierten 300-VA-Ringkerntransformator in Kombination mit einer medizinisch zertifizierte Netzfilterung zur Rauschunterdrückung. Das Gerätegewichte trägt zur umfassenden Vibrationsdämpfung sowie Abschirmung bei, hinzu kommt der 4-mm-Erdungsanschluss als weitere Möglichkeit zur Rauschminimierung.

Das verbaute optionales PhoenixDAC Board basiert auf einer hochwertigen internen Digital-Analog-Wandlerstufe. Diese wird über ein eigenes, separates Netzteil, das ebenfalls in Partnerschaft mit Dr. Sean Jacobs entwickelt wurde, unabhängig mit Strom versorgt.
Die Mainboards der STREAM-Serie wurden auf flüssige sowie reaktionsschnelle Arbeitsweise optimiert und arbeiten mit einem Intel Quad-Core-Prozessor der 13. Generation sowie 8 GB DDR5-RAM in Industriequalität. Gegenüber Vorgängermodellen wurde damit die Rechenleistung 200% schneller. Das Betriebssystem läuft auf einer speziellen TLC-SSD, das sorgt für niedrige Latenz und Schutz gegen Datenverlust bei Stromausfall. Weiterhin nutzt Innuos eine Echtzeit-Kernel-Technologie aus der ZEN Next-Gen-Serie.

Innuos STREAM3 mit PhoenixDAC Board – Technische Daten
- Datenformate:
WAV, AIFF, FLAC, ALAC, AAC, MP3, DSF, DFF, MQA Unterstützung - Sample-Raten:
PCM: Up to 32bit/768KHz
DSD: Up to DSD256 via DoP, up to DSD512 via Native DSD
(maximal 24bit/192KHz beim SPDIF Modul) - Konnektivität:
USB (DACs, Imports, Backups, USB Drive playback)
– 3 * USB 3.2
– 1 * USB-C
Netzwerk
2 * 2.5gb (Ethernet, Bridged) - Weitere Anschlüsse:
1 * Digital Output Modulschacht
1 * Storage Expansion Bay (1 * M2 nVME SSD)
1 * HDMI (Service)
1 * Gehäuseerdung (4 mm Port)
1 * AC Stromanschluss - Streaming Quellen:
Integrierte Streamingdienste (Mitgliedschaft erforderlich):
– Qobuz, TIDAL, Deezer, HighResAudio, IDAGIO, Spotify Connect, TIDAL Connect, Qobuz Connect
Internet Radio & Podcasts
Radio Paradise FLAC und Interactive Services
Lokale Musikdateien
Interne M2 NVMe SSD
NAS-Laufwerke/Server
USB-Laufwerk (Zugriff auf Dateisystem) - CD-Ripping über externes USB Optical Drive + installiertem SSD-Speicher
Metadaten-Quelle: Discogs, FreeDB, GD3, Musicbrainz
Ripping-Formate: FLAC oder WAV - Control Software & Integrations
Innuos Sense App für iPadOS/iOS, Android, Fire OS
Webbrowser via my.innuos.com oder IP-Addresse - Optional:
Roon (Core und Endpoint Modi)
HQPlayer (NAA Endpoint Modus)
AssetUPnP (UPnP Server Modus) - Stromversorgung:
19 Volt DC, externes Schaltnetzteil (optional: Innuos LPS1) - Maße ( B * T * H ): 420 mm * 330 mm * 85 mm
- Gewicht: 12,8 Kg

Optionale Output Module
PerformanceDAC Board
- Aktueller AKM DAC Chip mit hochwertigen TCXO Clocks
- Unterstützt PCM bis 32bit/768KHz, Natives DSD bis DSD
- Unabhängige Stromversorgung für digitale und analoge Bereiche
- Hochwertige, vergoldete RCA/Cinch-Buchsen
PhoenixDAC Board
- Dual Mono AKM DAC Chips mit OCXO Clock plus FemtoClocks für Audio
- Unterstützt PCM bis 32bit/768KHz, Natives DSD
- Unabhängige Stromversorgung für digitale und analoge Bereiche
- Hochwertige, vergoldete RCA/Cinch- und XLR-Buchsen
PhoenixUSB Board
- Regeneriertes und neu getaktetes (Reclocked) USB-Signal
- Hochpräzise 3ppb 24MHz OCXO Clock für verbessertes Timing und Signalintegrität
- Extrem rauscharme LT3045-Linearregler für jede unabhängige Spannung; keine Schaltregler auf dem Haupt-USB-Chip.
- Störungsfreie 5 Volt Versorgung der USB-Verbindung zum DAC
PhoenixI2S Board
- Bypass der Konvertierungsstufen mit direkter Verbindung direkt zum externen DAC-Chip
- 3ppb 24Mhz Mainclock mit zwei Premium FemtoClocks
- HDMI Verbindung mit 8 wählbaren Pin-Konfigurationen
- Maximale Audioauflösung kompatibel bis DSD1024
SPDIF Board
- Hochwertige koaxiale, optische und AES-SPDIF-Signalausgänge zum DAC.
- Unterstützt PCM bis 24bit/192KHz
- Optimierte Stromversorgung für extrem geringes Rauschen
- Hochwertige, vergoldete Buchsen

Innuos STREAM3 mit PhoenixDAC Board – Klang
Ich füge ja nicht andauernd neue Musik zu meinem eigenen Musikserver hinzu. Umso begeisterter bin ich davon, wie einfach es ist, die Festplatte des Musikservers mit neuer Kost zu versorgen. Ich entschließe mich, zwei Alben zu rippen, weil ich die CDs direkt griffbereit habe und mich Musik anspricht. Dazu habe ich ein PC-USB-Laufwerk angeschlossen, die CDs eingelegt und den Rest hat der automatische Rippvorgang erledigt. Ohne App, einfach so. Inklusive des Einbindens von Metadaten (wenn online verfügbar). Vier weitere Alben importiere ich mit der Innuos SENSE App von meinem ZENith mk3 auf den STREAM3. Quelle auswählen, Passwort eingeben, Ordner anklicken, importieren. That’s it. Jetzt bin ich startklar. Ich entscheide mich, die Ausstattung des STREAM3 voll zu nutzen und ihm als Netzwerkspieler auf den Zahn zu fühlen.
Es ist ein verregneter, etwas trostloser Sonntag, daher muss ich mich irgendwie wachrütteln. Meine Wahl fällt auf das Album Zenyatta Mondatta von The Police. „Don’t stand so close to me“ ist kein wirklich heiterer Titel, aber hat ordentlich Power. Die vermittelt der Innuos STREAM3 schonmal erstklassig und lässt mich eine aufrechte Sitzhaltung aufnehmen. Die Stimme von Gordon Sumner alias Sting, der sein Berufsleben Anfang der 70er Jahre vor der Musikerkarriere als ausgebildeter Lehrer startete, hat eine ordentliche Präsenz sowie Intensität ohne zu sich in den Vordergrund zu drängen, und die in einen schwebenden Elektrosound einsetzt, der wie eine Vorahnung wirkt. Schön ergänzen sich Gitarre und Schlagzeug. Der Sound wirkt nicht alt oder künstlich aufgepeppt. Er ist einfach gut. Besagte Energie macht aus dem Gehörten nicht einfach einen Song, sondern den Vortrag eines Anliegens.
Ernsthaft, druckvoll und mit Tempo, bei dem der STREAM3 die richtigen Akzente setzt. Jedes Mal freue ich mich auf den Refrain zum Schluss, den die Band als Canon vorträgt und ihn dadurch noch stimmungsvoller gestaltet. Daher bevorzuge ich das Original gegenüber der poppigeren Version aus 1986.
Mein heimlicher Favorit ist „Canary in a coalmine“. Vielleicht ein bisschen deshalb, weil mein Großvater Bergmann war. Auch, aber noch vielmehr, weil der Song unfassbar frisch und temporeich ist. Dafür sorgt die freche E-Gitarre die durch den Song peitscht, aber auch die Impulsivität der Rhythmusabteilung. Der E-Bass von Sting ist kernig und gut nachvollziehbar. Er bringt das Fleisch an den Knochen. Hinzu kommt das Schlagzeug von Stewart Copeland knallhart auf den Punkt. Für das ganze Spektakel liefert der STREAM3 hervorragende Analogdaten an die SPL Vor-/Endstufen Kombi. Und weil es so schön ist, lege ich noch meinen Favoriten Numero drei nach: „Man in a suitcase“. Die Darbietung zeigt mir wieder, wieviel Freude vier Instrumente und ein Charakterkopf machen können – und wieder überrascht mich die Vitalität und Dynamik.
Ich lasse ich mich in den ersten Jahren meines HiFi-Lebens gefangen nehmen. Es folgt ABCs Alphabet City. Alphabet City ist übrigens ein Stadtteil Manhattens, dessen Avenues nur einen Buchstaben zum Namen haben: A, B, C… Ich mag das Album, weil es für seine Zeit (1987) einen druckvollen Sound und so etwas wie großes Kino bot. Logischerweise startet das Album verheißungsvoll mit „Avenue A“ um dann mit der Hit-Single „When Smokey sings“ ordentlich durchzustarten. Der Sound ist überraschend raumfüllend zwischen und um die Lautsprecher. ABC hat einen kräftigen Bass eingebaut, der aber immer im Rahmen bleibt und damit den Elektronikeffekten eine ordentliche Basis bietet. Dazu passt der Gesang von Martin Fry und ab und an hilft ein Frauen-Backgroundchor die Bühne abzustecken.
Das folgende „The night you murdered love“ erscheint musikalisch wie aus einem Guss. In Kombination mit den Chario Aviator NOBILE, die grad spielen, fällt das, was ich höre, eindeutig unter die Rubrik Musik neu wiedererleben. Fast vierzig Jahre sind vergangen… Der STREAM3 liefert dazu als Speicher, Player und Wandler in eine hervorragende Basis. Wer, wie ich, wieder Gefallen an ABC gefunden hat, dem sei noch „Rage and then regret“ und das voluminöse „Minneapolis“ als Anspieltipp ans Herz gelegt.
But now something completely different: Holly Cole Romantically Helpless. Obwohl Holly Cole von Hause aus dem Jazz zugetan ist, taucht das Album in seichtere Gefilde ab. Ein Experiment? Womöglich, aber ein schönes. Im Gegensatz zum STREAM3, der ja mehrere Tricks draufhat, startet die Kanadierin mit dem „One Trick Pony“. Das Album ist hoch ausgesteuert, ich muss erst einmal deutlich leiser drehen. Der Song haut mit dem gezupften Kontrabass mächtig rein. Groß, brummelig, fast an der Grenze, was die HiFi-Anlage mag – aber immer noch auf der guten Seite. Stimmungsvoll setzen dazu rechts und links eine Hammondorgel (oder so etwas) und Gitarren Akzente. Die Stimme von Holly Cole schiebt sich selbstbewusst vor den Bass in der Mitte – einen Tick in Richtung Hörplatz – und macht sie auf angenehme Weise zur Hauptdarstellerin. Der STREAM3 vermittelt die Stimmung ohne unnötige Hektik.
„Romantically Helpless“ legt noch ’ne Schippe nach mit seinen Elektro-Effekten zu Beginn, die einen voluminösen Auftakt bieten mit einem Hauch von Rumba-Feeling, bis das Schlagzeug einschreitet und die Bühne für die Kanadierin öffnet. Ein wenig kurios ist der Song schon – und zweifelsohne kein Jazz – , aber mit derartiger Qualität dargeboten absolut ernst zu nehmen und somit ein schöner Spaß. Irgendwie wähne ich mich in einem Club irgendwo in der Karibik mit einem Getränk mit Schirmchen in der Hand. Eine schöne Vorstellung bei dem Dauerregen. Aber auf die Idee kann man schonmal kommen, wenn die Musik zur schönen Illusion wird. Seriöser geht es dann beim hörenswerten „Don’t fence me in“ zu, das nicht minder Freude bereitet.
Der Räumlichkeit und Atmosphäre weiter auf der Spur bin ich mit dem CD-gerippten Album Toy von YELLO. „Kiss the Cloud feat. FiFi Rong“ ist wieder eine Freude, da die Kette, an deren Beginn der Innuos STREAM3 steht, es versteht den Raum in allen Dimensionen weit aufzuspannen: Breite, Höhe, Tiefe. Die Stimme von FiFi Rong ist darin nicht stark fokussiert, sondern wird zum Teil des Äthers vor meinen Augen und Ohren. Yello schafft es, den Raum lückenlos mit Sound zu füllen, ohne ihn zu überfrachten. Dabei hilft die Fähigkeit des STREAM3, fein zu nuancieren, um so Schwebungen und Klangwolken zeitlich sauber ausklingen und räumlich ineinander übergehen zu lassen. Wie schon zuvor begleitet von energiegeladener und feiner Impulsivität. Wenn man weiter hört, bestätigt das „Pacific AM“ und legt mit Spannungsbögen und Dramatik beeindruckend noch eine Schippe drauf.
Weiter noch zur zweiten gerippten CD: Der in-akustik Sampler Passion for Music und Sivert Hoyem „Blown Away“. Ja, weggeblasen hätte mich das auch bald. Die Aufnahmen sind schon auf audiophile Vorführstücke getrimmt, und faszinieren tun sie – scheinbar bewusst die Abhörkette ausreizend – natürlich schon. Und, Bingo! Das hat wieder mal funktioniert. Die Aufnahme besitzt eine Aura, die in meinem Hörraum einen anderen Raum aufspannt, der mehr zu sein scheint, als mein Zimmer eigentlich ist. Das ist große Kunst, da für diese Illusion alle Komponenten der Kette mitspielen müssen – allen voran die Quelle, der STREAM3. Denn der stereophone Betrug des Gehirns funktioniert nur, wenn der akustische Reiz frei von Irritationen ist – wie jetzt. Und plötzlich sitze ich in einem Raum mit offensichtlichem, aber feinem Hall, der scheint, mich in eine dunkle Höhle zu blicken zu lassen. Darin äußerst griffig, mit einem Hauch von Überlebensgröße, die Stimme des Norwegers, dazu ein wenig Gitarre und Effekte. Sehr schön.
Letzter Titel dieser musikalischen Reise mit dem STREAM3 ist ein Concerto in C minor von Johann Sebastian Bach, dargeboten vom italienischen Organisten Edoardo Bellotti. Auch hier spüre ich das Raumvolumen, das in der Aufnahme steckt – ich gehe mal davon aus, dass es aus einer Kirche stammt. Interessant ist, wie deutlich sich das natürliche Raumvolumen, das die Aufnahme quasi als Beiwerk korrekt mit einfängt, vom Volumen bei „Blown away“, wo es als Stilmittel wirkt, unterscheidet. Die Orgel lebt von ihrem Volumen und Wärme der unteren Register sowie den gut wahrnehmbaren Anblasgeräuschen der Orgelpfeifen, die eben eine andere Stimmung erzeugen, als die direkte Aufnahme einer Stimme. Die Charakteristika herauszuarbeiten und dem Hörer zugänglich zu machen, ist dem STREAM3 mit PhoenixDAC Board als digitale Quelle jedenfalls spielend gelungen.

Innuos STREAM3 mit PhoenixDAC Board – Fazit
Der Innuos STREAM3 ist mit einem Preis des Testgerätes von rund 11.000 Euro in einer Preisklasse unterwegs, in der die Erwartungen hoch sind. Und diese bedienen die Portugiesen mit Bravour. Funktional hat der STREAM3 einiges zu bieten: In der Grundausstattung (um 6.600 Euro) ist er ein reiner Streamer mit Standard-USB-Ausgang; mit einer internen Festplatte wird er zum Musikserver. Ausgabeseitig können optional hochwertige USB-, SPDIF oder I2S-Digitalboards modular ergänzt werden. Mit den DAC-Boards geht es in zwei Leistungsklassen analog raus. Dann wird der STREAM3 wird zum Netzwerkspieler. Praktisch ist die Fernbedienung, herausragend die Innuos SENSE App. Das Testgerät war mit 2TB-SSD-Speicher (+800Euro) und dem PhoenixDAC Board (+3.500 Euro) hochwertig ausgestattet. Der Besitzer benötigt so ausgestattet also nur noch einen Verstärker oder Aktivlautsprecher zum digitalen Glück.
Das PhoenixDAC Board erzeugt einen hervorragenden Sound, den ich als kräftig und dynamisch wahrgenommen habe mit tadelloser Räumlichkeit und Detaillierung. Damit agiert der STREA3 wie ein audiophiler Konzertmeister, weniger wie ein gnadenloser Analytiker, was meinem Hörvergnügen bei allen Genres und Musikepochen sehr zu Pass kam. Wer bereit ist, in gehobenes digitales HiFi-Equipment zu investieren, der darf sich den Innuos STREAM3 gerne mal näher anschauen und sollte ihn vor allem anhören.
Im Test
Modular aufgebaute High End Digitalquelle
Innuos STREAM3
mit integriertem PhoenixDAC Board, 2TB SSD Speicher sowie externem Linearnetzteil LPS1 und Fernbedienung
Preis Innuos STREAM3 + PhoenixDAC Board + 2TB Speicher: 10.900 Euro
Preis Fernbedienung: inclusive
- Grundpreis Innuos STREAM1: 6.600 Euro
- Optional SSD-Speicher ab Werk 2TB / 4TB / 8TB: + 800 Euro (im Testgerät) / + 1.400 Euro / 2.500 Euro
- Option PerformanceDAC Board: +1.250 Euro
oder PhoenixDAC Board: +3.500 Euro (im Testgerät)
oder PhoenixUSB Board: +1.400 Euro
oder PhoenixI2S Board: +1.800 Euro
oder S/PDIF-Board: +700 Euro
Kontakt
Innuos
Lote 1D
Zona Industrial Vale da Venda
Vale da Venda
8005-412, Faro
Portugal
Mail: support@innuos.com
Web: www.innuos.com
Mitspieler im Test
Digitale Quellen – LUMIN U1 mini mit SBooster Netzteil, MERASON DAC 1 Mk II, MERASON DAC 2, Musikserver Innuos ZENith Mk3, NuPrime Stream 9, NuPrime CDT-9 mit LPS-212, NuPrime DAC-9X mit Vorstufe
Plattenspieler / Phonovorstufe – Rega P8 mit Excalibur Platinum, Vertere Techno Mat, SPL Phonos
Verstärker – SPL Phonitor x mit DAC768 Kopfhörerverstärker/DAC, SPL Director Mk2.2 Vorverstärker/DAC, SPL Performer s1200 Stereo-Endstufe, Makroaudio LittleBIG Power Mono-Endstufe, sonoro MAESTRO Quantum
Lautsprecher – Dutch&Dutch 8c, Diapason Adamantes V, Elipson Planet L Gold Edition, Velodyne DD-12+, Chario Aviator NOBILE
Kopfhörer – ULTRASONE Edition 15, DENON AH-D7100
Signalkabel – WSS Platin-Line KS-20 XLR, WSS Premium-Line KS-200 XLR, Boaacoustic Evolution BLACK.rca, Sommer Cable Epilogue XLR, FastAudio Black Science mk III XLR
Lautsprecherkabel – in-akustik LS-1205 AIR, in-akustik LS-404 micro AIR, Boaacoustic Mercury
Digitalkabel – Boaacoustic USB-Kabel Silver Digital Xeno, Supra Cables USB 2.0 Excalibur, Supra Cables DAC-XLR AES/EBU, Supra Cables Excalibur DAC-XLR AES/EBU, WSS Platin Line DIGI 2 RCA
Netzwerkkabel – Wireworld Starlight 8, Boaacoustic SIGNAL.lanCat.6A, Supra Cables CAT8+
Netzkabel – Netzkabel Supra Cables LoRad 2.5, bfly bPower, WSS-Kabel Platin Line N3 & N4
Zubehör – Netzleiste Supra Cables LoRad MD07 DC 16 EU SP MKIII, SBooster BOTW P&P Netzteil, NuPrime AC-4 Power Conditioner, NuPrime Omnia SW-8 HiFi Netzwerk-Switch, Innuos PHOENIX USB-Reclocker, MUTEC MC3+ USB, Ideon Audio 3R USB Renaissance mk2 Black Star, Puritan Audio GroundMaster CITY & RouteMaster
Innuos im Test bei HiFi-IFAs (Auswahl)
Test: Innuos PULSE – High End Streaming Bridge mit State of the Art App
Test: USB-Reclocker Innuos PHOENIX um 2.500 Euro – Digitaler Eintakter: Es bleibt alles anders
