Close Menu
HiFi-IFAs, Der Blog: HiFi Test Magazin für High End Audio & Stereo
  • Home
  • HiFi Test
    • Alle HiFi-Tests
    • Netzwerkplayer
    • D/A-Wandler
    • Musikserver
    • CD-Player
    • Plattenspieler & Phono-Zubehör
    • Verstärker – Vor- & Endstufen
    • Verstärker mit Streamer / DAC
    • Regallautsprecher
    • Standlautsprecher
    • Aktivlautsprecher – Streaminglautsprecher
    • All In One – Komplettanlagen
    • Kopfhörer – Kopfhörerverstärker
    • Strom – Kabel – Zubehör – Tuning
  • HiFi News
  • HiFi Report
    • Alle Messeberichte & HiFi-Reportagen
    • Zu Besuch bei…
    • Analog Forum Moers
    • Norddeutsche HiFi-Tage
    • Mitteldeutsche HiFi-Tage
    • Süddeutsche HiFi-Tage
    • HiFi-Tage Darmstadt
    • High End München
  • HiFi-Termine
  • Musik
    • Alle
    • Musik-Tipp
    • Konzerte
    • Musik News
    • Musik Videos
  • Basics
HiFi-IFAs, Der Blog: HiFi Test Magazin für High End Audio & Stereo
  • Home
  • HiFi Test
    • Alle HiFi-Tests
    • Netzwerkplayer
    • D/A-Wandler
    • Musikserver
    • CD-Player
    • Plattenspieler & Phono-Zubehör
    • Verstärker – Vor- & Endstufen
    • Verstärker mit Streamer / DAC
    • Regallautsprecher
    • Standlautsprecher
    • Aktivlautsprecher – Streaminglautsprecher
    • All In One – Komplettanlagen
    • Kopfhörer – Kopfhörerverstärker
    • Strom – Kabel – Zubehör – Tuning
  • HiFi News
  • HiFi Report
    • Alle Messeberichte & HiFi-Reportagen
    • Zu Besuch bei…
    • Analog Forum Moers
    • Norddeutsche HiFi-Tage
    • Mitteldeutsche HiFi-Tage
    • Süddeutsche HiFi-Tage
    • HiFi-Tage Darmstadt
    • High End München
  • HiFi-Termine
  • Musik
    • Alle
    • Musik-Tipp
    • Konzerte
    • Musik News
    • Musik Videos
  • Basics
HiFi-IFAs, Der Blog: HiFi Test Magazin für High End Audio & Stereo
Du bist hier:Home»HiFi Test & High End Audio»Verstärker»HiFi-Verstärker
HiFi-Verstärker

Test: Klangstarker High End Röhrenvollverstärker Fezz Audio LUNA Evolution mit Toroidy-Technik

Falk VisariusBy Falk Visarius22. Februar 2026

Fezz-Audio-LUNA-Evolution-LifestyleSich mit dem Röhrenvollverstärker Fezz Audio LUNA Evolution zu beschäftigen, benötigt eigentlich nicht vieler Gründe, aber wir HiFi-IFAs hatten derer gleich drei: Erstens haben wir seit geraumer Zeit immer wieder einen Blick auf das Portfolio des polnischen Röhrenspezialisten und hatten dabei immer wieder unsere Freude. Zweitens ist der LUNA Evolution brandneu auf dem Markt – das macht uns natürlich besonders neugierig und weckt den Jagdinstinkt, selber ein Auge und ein Ohr riskieren zu dürfen. Und drittens kam noch die günstige Gelegenheit hinzu, dass wir die ebenfalls aus polnischen Landen stammenden Regallautsprecher Pylon Audio JADE 10 im Hörzimmer hatten, die ebenfalls im Vertrieb von AUDIUM/VISONIK sind und deren Chef Frank Urban uns dringend ans Herz legte, die großen Kompakten mal mit einer Röhre richtig röhren zu lassen. Da das Gespann bei mir im Hörzimmer spielte, darf ich euch in diesem Test einen Überblick über das Erlebte mit dem Toroidy-Röhrenvollverstärker Fezz Audio LUNA Evolution ab 2.500 Euro geben.


Fezz-Audio-LUNA-Evolution-Anschluesse-Schalter-Set

Fezz Audio LUNA Evolution – Annäherung

Der Fezz Audio LUNA Evo hat ein stolzes Gewicht von rund 20 kg, das, wie bei Röhrenverstärkern üblich, unterhalb der Netzteile deutlich im hinteren Bereich des Gehäuses seinen Schwerpunkt hat. Beim Auspacken wird das bereits sehr deutlich: Ich muss recht weit hinten greifen, damit der LUNA Evo in den Händen sicher ausbalanciert ist. Der Fezz Audio LUNA Evo hat die Abmessungen ( B * T * H ) von 420 * 354 * 235 mm, das Gehäuse mit vibrationsabsorbierenden Füßen ist mit einer edlen, seidenmatten Beschichtung in den Serien-Farben Schwarz und Silber erhältlich, die Sonder-Farben Weiß, Champagner, Rot, Burgund und Evergreen gibt es ab Werk für 100 Euro Aufpreis. Wirklich edel ist auch das effektvoll hintergrundbeleuchtete Fezz-Logo, an der Front. Dies ist nicht einfach als Plakette aufgesetzt, sondern als Schriftzug aus der Frontplatte, die sich mit großzügigem Radius Fezz-typisch nahtlos ums Eck biegt, ausgeschnitten.

Fezz-Audio-LUNA-Evolution-beleuchtetes-Logo

Das Gerät und seine Zubehörteile sind in straff sitzenden Formteilen sicher im Karton verpackt. Zum Zubehör gehören auch ein Abschirmgitter und eine Plexiglasscheibe, welche die empfindlichen Röhren vor neugierigen Fingern, aber auch die Finger vor den warmen Röhren schützt. Im Karton liegen natürlich auch die Röhren, die immer an dem gleichen Steckplatz eingesetzt werden sollen. Daher sind die Päckchen der Röhren, wie die Röhren selbst mit der Steckplatznummer beschriftet. Da die Röhren im Betrieb warm werden, sollte man sie beim Einsetzen vor Hautfett schützen und dabei beispielsweise die beiliegenden Stoffhandschuhen nutzen. Durch die Anordnung der Pins beziehungsweise einer Nase im Sockel, kann ich die Röhren verdrehsicher und damit korrekt einsetzen. Der Verstärker sollte dabei natürlich ausgeschaltet sein. Logisch.

Fezz-Audio-LUNA-Evolution-Montage-EL34

Tatsächlich gilt es, den Röhrenverstärker diesbezüglich verantwortungsvoll zu betreiben, denn er darf grundsätzlich wegen der Toroidy-Ausgangsübertrager nicht ohne Last eingeschalten werden, es müssen also Lautsprecher angeschlossen sein. Ein dem Karton obenauf beigelegter Zettel mit den „Do’s and Don’ts“ macht dies bei der ersten Inbetriebnahme unmissverständlich klar. Wandert der Zettel danach zurück in den Karton, muss sich der Anlagenbetreiber dies merken. So wie ich beim Umstöpseln und Ausprobieren für diesen Test. Praktisch: Auf dem Zettel steht auch, wo sich Fezz Audio die Phase an der Netzbuchse wünscht. Das lässt sich dann leicht mit einem Phasenprüfer einrichten.

Fezz-Audio-LUNA-Evolution-Top-View

An den Verstärker kann der Betreiber ein Paar Lautsprecher anschließen. Hierzu stehen je Kanal drei solide Schraubklemmen mit Mittenbohrung für Bananenstecker zur Verfügung. Eine Klemme ist für den Minuspol, die beiden Pluspolklemmen sind für den Betrieb mit 4 Ohm oder 8 Ohm Lautsprechern vorgesehen. 6 Ohm Lautsprecher wie meine Diapason ADAMANTES V gehören an die 8 Ohm Klemme. Die Pylon Audio JADE 10 sind mit 8 Ohm angegeben, also stecke ich das in-akustik LS-1205 AIR entsprechend ein. Tatsächlich verlasse ich mich beim Hantieren mit den Lautsprecherkabeln, beziehungsweise beim Lautsprechertausch, nicht nur auf den Netz-Kippschalter, der sich beim LUNA Evolution unten versteckt an der Gerätefront befindet, sondern ziehe immer das Netzkabel. Nicht, dass ich dem Schalter nicht traue, sondern ich fürchte eher meine eigene Schusseligkeit. Das gezogene Kabel mahnt mich, nochmal alles kurz zu checken, bevor nach einem Umbau wieder Strom fließt.

Fezz-Audio-LUNA-Evolution-Anschluesse-Lautsprecherklemmen

Wo wir grad am Heck des Röhrenvollverstärkers sind, hier finden sich natürlich auch die NF-Eingänge, drei an der Zahl, sowie ein Direct-In, der die Lautstärkeregelung umgeht, so dass der LUNA Evo wie eine Endstufe arbeiten kann. Ein Subwoofer-Ausgang ermöglicht lautstärkegeregelt den Anschluss einer aktiven Tieftonunterstützung. Die Audio-Schnittstellen können über optionale Module im Erweiterungsslot ergänzt werden. Hier ist ein Bluetooth, Phono- oder DAC-Modul für je 299 Euro erhältlich. Im Bereich der Anschlüsse findet sich der Betriebsmodus-Schalter, der zwischen „Ultralinear“ und „Tetrode“ umschaltet. Die Umschaltung muss übrigens auch erfolgen, wenn das Gerät ausgeschaltet ist. Daneben der Signal Ground Schalter (auch: Ground Lift), der durch Trennen der Signalmasse einem Brummen vorbeugen kann.

Fezz-Audio-LUNA-Evolution-Anschluesse-Schalter

Alles verkabelt? Also dann: Netzstecker einstecken, den Kippschalter vorn unten umlegen und der LUNA Evolution ist im Standby. Ein kurzer Druck auf den rechten Dreh/Drückknopf an der Front, der im Betrieb der Quellenwahl dient, macht das Röhrengerät scharf. Das Fezz Logo leuchtet rot und die Elektronik nimmt sich zwei Minuten Zeit, die Röhren vorzuwärmen. Dann wechselt die Lichtfarbe auf Weiß, die Röhren glimmen wohltemperiert vor sich hin und warten auf Arbeit. Der symmetrisch angeordnete linke Drehknopf stellt die Lautstärke ein. Dem LUNA Evo liegt übrigens eine IR-Fernbedienung bei, mit der Lautstärke, Quelle und Standby eingestellt werden können.

Fezz-Audio-LUNA-Evolution-Fernbedienung-RC


Fezz Audio LUNA Evolution – Technik

Der neue Fezz Audio LUNA Evolution nutzt für die Stromversorgung Toroidy-Netzteile und realisiert damit einen konsequenten Dual-Mono-Aufbau. Der polnische Röhrenvollverstärker verwendet im Leistungsbereich insgesamt vier EL34-Röhren, also zwei je Kanal im parallelen Class-A Push-Pull-Betrieb. Die Röhren können im „Ultralinear“- (40 Watt je Kanal) oder „Triode“-Modus (20 Watt je Kanal) gefahren werden, was neben der Leistungsabgabe auch die Klangsignatur beeinflusst. Toroidy-Ausgangsübertrager koppeln die Röhren an den Lautsprecher an. Die Lautsprecher können über 4 und 8 Ohm Klemmen angeschlossen werden, was eine Anpassung an die Last ermöglicht. Im Vorstufenbereich arbeiten drei 12AX7 Röhren.

Fezz-Audio-LUNA-Evolution-Roehren

Die Steuerung der Röhren-Bias-Einstellung erledigt ein Mikroprozessor, was den Service beziehungsweise den Betrieb erleichtert, weil ein manuelles Einstellen entfällt. Ein ebenso benutzerfreundliches wie röhrenschonendes Feature ist die „Standby“-Funktion, die mit einem 2-minütigen Vorheizzyklus gekoppelt ist. Dieser gewährleistet, dass die Röhren unter optimalen Betriebsbedingungen ihre Arbeit aufnehmen können und sich damit auch die Lebensdauer der Glühkolben verlängert. Zudem setzt Fezz Audio eine elektronische Röhrensicherung ein, die am Gerät eine beschädigte Röhre mit einer roten LED anzeigt.

Fezz-Audio-LUNA-Evolution-Front-rechts-Top

Der Verstärker besitzt, wie bereits erwähnt, drei klassische Cinch-Eingänge und einen Direct-In-Eingang, der den Betrieb als Endstufe ermöglicht. An einem Stereo-Ausgang (Cinch) kann einen Subwoofer angeschlossen werden, möchte der Besitzer den Bassbereich mit einem Spezialisten mit mehr Power aufpeppen. Der Erweiterungssteckplatz kann optional ein Bluetooth-, Phono MM- oder SPDIF-DAC-Modul aufnehmen und so direkt die Lieblingsschnittstellen in den LUNA Evo integrieren.


Fezz-Audio-LUNA-Evolution-Anschluesse

Fezz Audio LUNA Evolution – Technische Daten

  • Schaltungstyp: Class A Push-Pull
  • Röhren: 4* EL34 + 3* 12AX7
    Mikroprozessor gesteuerter BIAS
  • Ausgangsleistung: 40 W (Ultralinear) / 20 W (Triode)
  • Geeignete Lautsprecherimpedanz: 4 Ω / / 8 Ω
  • Eingänge: 3* Cinch + 1* Direct-In (fester Pegel)
  • Ausgänge: 1* Sub-Out (Stereo)
  • THD: <0,05% Bandbreite: 16 Hz – 115 kHz Dämpfungsfaktor: >20
  • Eingangsimpedanz: 50 kΩ
  • Empfindlichkeit: 0,7 V
  • Leistungsaufnahme: 0,5 W (Standby), 170 W (im Leerlauf), 250 W (bei voller Leistung)
  • Sicherung T5A
  • Gewicht: 20 kg
  • Abmessungen ( B * T * H ): 420 * 354 * 235 mm
  • Farben: Schwarz, Silber, Weiß, Champagner, Rot, Burgund, Evergreen
Bluetooth Erweiterungsmodul (optional) – Technische Daten
  • Codecs: SBC, AAC
  • MQA Tidal Master Quality
  • APT-X-Unterstützung
  • DAC-Chipsatz: PCM5102
  • Externe Antenne
  • Bluetooth-Version: Version 5.0
  • Bluetooth-Empfänger: QCC3005
Phono-MM Erweiterungsmodul (optional) – Technische Daten
  • Entzerrungskurve: RIAA
  • Eingangsempfindlichkeit: 3,25 mV
  • Verstärkung: 46 dB
  • Signal-Rauschabstand: >90 dB
  • Entzerrungsfehler: ±0,5 dB
DAC Erweiterungsmodul (optional) – Technische Daten
  • Digitale Eingänge: 1x optisch, 1x koaxial SPDIF
  • D/A-Chipsatz: AK4432
  • D/A-Transceiver: AK4118AEQ
  • Oversampling: Ja
  • Max. Samplingrate: 24 Bit/192 kHz PCM
  • Dynamikumfang: 104 dB

Pylon-Audio-JADE-10-FEZZ-luna-evo

Fezz Audio LUNA Evolution – Klang

Ich beginne meinen Hördurchgang des Fezz Audio LUNA Evolution Röhrenvollverstärkers mit dem Setup, wie ich den der Pylon Audio JADE 10 abgeschlossen hatte – wobei ich zwischendurch umgebaut und mich um ein anderes Thema gekümmert hatte. Das Duo ist also für den Fezz-Test wieder frisch zusammengestellt. Tatsächlich habe ich zwischenzeitlich die JADE 10 auch einmal mit den Makroaudio Mono-Endstufen LittleBIG Power zusammengebracht, die dann vom NuPrime STREAM 9 (Streaming-Transport) und DAC-9X (DAC-Vorstufe) versorgt wurde. Damit habe ich die Bandbreite der Höreindrücke noch einmal vergrößert und ein alternatives Konzept in vergleichbarer Preisklasse am Start gehabt. Mit dem Fezz Audio LUNA Evo, der Pylon Audio JADE 10 sowie den NuPrime DAC-9X (nur DAC-Funktion) und STREAM 9 spielen nun Akteure unterschiedlicher Hersteller, aber alle aus dem Vertrieb von AUDIUM/VISONIK. Here we go.

Es ist Februar, Wochenende und Dauerregen. Toll. Und somit das richtige Wetter zum Musikhören – und für das nachdenkliche Album The Girl And The Cat von Lori Lieberman. Auch der Titel passt. Unsere beiden Stubentiger lungern bei dem Regen auch lieber zu Hause rum. Die Kombi aus Fezz Audio LUNA Evo und Pylon Audio JADE 10 greift die Stimmung des Albums auf und bettet diese in mein Hörzimmer ein. Die Stimme der US-Amerikanischen Sängerin erscheint bei „Once A Stone Is Thrown“ sehr natürlich vor mir, präsent und groß. Der Gesang ist dabei nicht feinst gezeichnet und überfokussiert, sondern nimmt charakterstark in der Lautsprecherebene einen angemessenen Raum ein. Klavier, Gitarre, Violine und Gesang sind ordentlich sortiert und positioniert. Dabei scheint mir das Hauptaugenmerk mehr auf der Schlüssigkeit der gesamten Darbietung – räumlich wie feinfühlig – , als auf mathematischer Analytik zu liegen.

„Martha And Me“ wartet mit fein gezupfter Gitarre und herzzerreißend gespielter Geige auf, als Grundlage für Lori Liebermans Storytelling, das sie auf diesem Album betreibt. Ein gesungenes Hörbuch, was eine nahbare Erzählerin verlangt. Die bekomme ich hier präsentiert. Das Album habe ich ein paar Mal gehört und es ist mir nicht langweilig geworden. Es geht im Text ja nicht um große Dinge, es ist eher wie ein Blick ins Tagebuch. Der Titelsong „The Girl An The Cat“ ist so wunderbar wiedergegeben, dass er das Thema nicht im Neonlicht trivialisiert, sondern im Schein einer Tiffany-Lampe zu etwas Persönlichem macht. Durch großzügigen Rundschliff? Nein, es gibt viele Details zu entdecken, es ist eine angenehm unangestrengte Spielweise. So höre ich auch noch in „Blue In London“ rein, dass mit dem Glockengeläut Big Bens startet, das klingt, als stünde dieser tatsächlich in einiger Entfernung vor meinem Fenster.

cover-YES-90125Um etwas mehr Pep ins musikalische Geschehen zu bringen greife ich zum YES Album 90125 aus 1983, das seinen kryptischen Namen der Ideenlosigkeit – oder dem Pragmatismus – seiner Schöpfer verdankt, denn das ist schlicht die Katalognummer ihrer Plattenfirma ATCO. Die JADE 10 und der LUNA Evo erweisen sich erneut als ein dynamisches Duo, das die Musik der Achtziger und in dem Fall den Progressive Rock feiert. Der Betriebsmodus des Röhrenvollverstärkers ist „Ultralinear“ mit der höheren Leistung von 40 Watt pro Kanal. Die Gitarre sägt beim Opener „Owner Of A Lonely Heart“ derartig los, dass es mich fast aufschreckt. Scharf, aber frei von unangenehmen Härten. Dann drischt auch noch das Schlagzeug los. Hut ab. Die musikalische Zeitkapsel hat sich bei minus 43 Jahren geöffnet. So hätte ich die Scheibe gerne damals gehört, als ich die CD gekauft habe, von der dieser vom Musikserver gestreamte Rip stammt. Die Bass-Drum kommt trocken, mit Druck, der E-Bass kernig, mittendrin die hohe Kopfstimme von Jon Anderson. Ich höre nicht wirklich leise. Meine Frau hört im Wohnzimmer mit – eine Etage tiefer. Der Fezz LUNA Evo knickt nicht ein.

Das funktioniert so gut, dass ich gleich zu „It Can Happen“ springe. Der knackig geslappte E-Bass von Chris Squire kommt richtig gut. Bei Verstärkern mit viel mehr Dampf kann man ihn körperlich spüren, beim LUNA Evo fehlt da echt nicht viel. Was aber das Wichtigste ist: Der Sound bleibt sauber und kontrolliert, auch wenn es in der Schießbude bei Alan White mal turbulenter zugeht. Großartig auch der Chor zu Beginn bei „Leave It“, der sich über die volle Hörzimmerbreite mit geschwellter Brust und ordentlich Hall vor mir aufbaut und – wie auch der Rest des Songs – noch darüber hinaus zu spielen scheint. Eine fantastische Vorstellung.

Eigentlich ist Zeit auf meine Diapason ADAMANTES V zu wechseln, doch zuvor noch etwas anderes: Ich schalte den Verstärker aus und stelle die Betriebsart von „Ultralinear“ auf „Triode“ um, und höre mir YES noch einmal mit den JADE 10 an. Das anfängliche Geplänkel mit dem Sitar-ähnlichen Instrument bei „It Can Happen“ kommt mit nun etwas feiner und offener vor. Der Klang der Saiten und der Nachhall sind fein gezeichnet. Auch der abfallende Synthie-Bass Sound ist einen Tick klarer umrissen und kommt einen Tick präziser. Ich meine aber festzustellen, dass dort, wo es um Stromlieferfähigkeit geht, der ultralineare Modus mehr Druck auf den Kessel gebracht hat und wiederum Vorteile verbuchen kann. Ich rede aber von Nuancen, die keine Diskussion von „richtig oder falsch“ entfachen sollen. Es ist diese Form von „anders“, die man als Geschmacksfrage mit sich ausmachen kann – und womöglich ist das dann auch immer noch etwas Musik abhängig.

Fezz-Audio-LUNA-Evolution-Diapason

Doch jetzt weiter mit den Diapason ADAMANTES V. Ich gebe zu, mich kurz wieder auf die Lautsprecher eingrooven zu müssen. Obwohl sehr musikalisch zeichnen sie sehr fein nach, was sie vom Verstärker angeliefert bekommen. Dementsprechend reagieren sie auch anders auf die Aufnahmen aus den Achtzigern, die sie manchmal eher als solche mit ihren Ecken und Kanten entlarven als die JADE 10. Dabei zeigt sich auch recht schnell, dass sich der Fezz Audio LUNA Evo im positiven Sinne eher neutral verhält, als nochmal einen großen Extraschuss „Röhrenwärme“ obendrauf gepackt zu haben.

cover-scorpions-world-wide-liveZum Spaß höre ich aus 1985 das Live-Album World Wide Live der Scorpions, die seinerzeit weltweit locker Stadien gefüllt haben. Meine Hymne des Albums war schon immer „Make It Real“: Nicht reden, machen. Auch heute noch eine gute Idee. Der Song peitscht aus den Lautsprechern, die Gitarren kreischen und Sägen, die Bass Drum hämmert. Alles im grünen Bereich, macht immer noch Spaß.

Die Post geht aber richtig ab bei „Big City Nights“, bei dem die Aufnahme deutlich besser geglückt ist. Zu Beginn: Stadionatmosphäre pur. Vor meinem geistigen Auge sehe ich das menschengefüllte Spielfeld und die Tribüne. Sicher keine große Aufnahmekunst, aber das hat richtig Power und da braucht man mit der LUNA Evo keine Bange haben, sollte der Sinn mal nach härterer Gangart stehen. Und das mit 20 Watt je Kanal. Und ich habe ja auch noch den kräftigeren „Ultralinear“-Modus in der Hinterhand. „C’mon California… Big City, Big City Nights… You keep me running…“. Ich bade im Stadionchor. Wow. Sehr cool. Schnell noch „No One Like You“, das mir die Kombi mit ordentlich Druck ins Hörzimmer durchstellt, klasse die Stimme vom „Stadionsprecher“ Klaus Meine. Doch weiter geht’s.

cover-Tim-Langedijk-and-Paul-Berner-Down To-The-DowntownEin krasser Wechsel vom expressiven Stadion Feeling hin zu der Intimität der Single Point Aufnahme mit zwei Musikern. Tim Langedijk und Paul Berner stehen mit Gitarre und Bass auf der Bühne. Schnell entdecke ich wieder, was ich eigentlich vorher schon wusste: Anstatt zu symmetrieren gehört in der Aufnahme dem Kontra-Bass die Mitte, die Gitarre befindet sich links. Das gefällt mir gut. Das Album Down To The Downtown kommt nicht schüchtern rüber, aber ich spüre eine offene Bühne, das Mehr an Luft zum Atmen um die Instrumente. Apropos Atmen. Beim Bassisten Paul Berner hört man schön, wie er das Spiel mit Mundgeräuschen leise, aber vernehmbar nachzeichnet. Bei „Tupelo“ und „Blind Sided“ bekomme ich das beispielsweise schön mit.

Tatsächlich habe ich bei der Aufnahme das Gefühl, dem Musizieren beiwohnen zu dürfen. Mit dem respektvollen Abstand des Mikros. Weder habe ich das Ohr hyperrealistisch direkt auf dem Instrument, noch bin ich außen vor. Die Instrumente klingen dabei auch so, wie ich mir das vorstelle. Eine Melange aus dem Klang der straff gespannten, gezupften oder angeschlagenen Saiten und dem hölzernen Korpus. Einerseits im Zusammenklang, anderseits auch für sich, verbunden mit einer authentischen Räumlichkeit. Was hier auch schön rüberkommt ist die Spielfreude, woran der Fezz Audio LUNA Evolution seinen guten Anteil hat. Von Nichts kommt Nichts. Anspieltipp hier: „Ramblin‘ Rose“ und „The Book Of Love“.

Cover-Tschaikowsky-Ozawa-PletnevEin kleiner Abstecher noch in die Klassik. Um mich musikalisch nicht zu überfordern wähle ich Altbewährtes: Tschaikowskis Der Nussknacker und Dornröschen, hier das Boston Symphonic Orchestra unter der Leitung von Seiji Ozawa. Der Fezz Audio LUNA Evolution kommt mit dem Volumen und der Komplexität des Symphonieorchesters bestens klar. Er transportiert die Musik bei Bedarf mit einer schönen Leichtigkeit und, wie eingangs schon einmal beschrieben, ist die große Stärke hier wieder der Überblick über den Raum und die Akteure, wie schön beim Nussknacker zu beobachten.

Der LUNA Evo verzettelt sich nicht, spannt die Bühne groß auf, verteilt das Geschehen mit leichter Hand und hier und da blitzen feine Klänge durch. Oder es geht, wenn beim Dornröschen die Feen in Spiel kommen, zuweilen ansatzlos impulsiv zur Sache, dass es an meinem Hörsessel rüttelt. Dabei überträgt der Röhrenvollverstärker den Spannungsbogen durch das Hörzimmer auf den Hörer. Ein letztes Umschalten auf den „Ultralinear“-Modus bestätigt mir noch einmal, dass die erhöhte Leistung bei Orchestertutti mehr Biss und Attacke ins Spiel bringt. So langsam wird es Abend und der LUNA Evolution strahlt mit dem Glimmen seiner Röhren im Halbdunkeln eine Magie aus. Ach der Musik verleiht er einen kleinen Zauber, so dass ich einfach noch ein wenig lauschen mag.


Fezz-Audio-LUNA-Evolution-in-Action

Fezz Audio LUNA Evolution – Fazit

HiFi-IFAs-Testergebnis-Fezz-Audio-LUNA-Evolution-5-7Der Fezz Audio LUNA Evolution ist ein in Europa gefertigter Röhrenvollverstärker um 2.500 Euro, der mit seiner automatischen Bias-Regelung der Röhren inklusive moderner Schutzschaltungen den Betrieb benutzerfreundlich macht und damit mögliche Berührungsängste vor der traditionellen Technik nimmt. Der LUNA Evo ist pragmatisch mit drei Line-Eingängen, einem Line-Direct-In und einem Subwoofer-Ausgang ausgestattet. Ein Steckplatz für optionale Erweiterungsmodule für MM-Phono, Bluetooth oder DAC (je 299 Euro) ergänzt zeitgemäß die Schnittstellen nach Gusto. Der Fezz Audio LUNA Evolution hat ausreichend Leistung für gängige Lautsprecher und erzeugt ein sehr homogenes und in sich schlüssiges Klangbild sowie überraschende Räumlichkeit, was insgesamt weniger auf Analytik abzielt, dafür mehr auf musikalischen Fluss und Natürlichkeit – ohne mit Schönfärberei zu tricksen. Durch die Wahl zwischen den Betriebsmodi „Ultralinear“ und „Triode“ lässt sich noch etwas am Klang feilen. Der Fezz Audio LUNA Evolution begeistert unterm Strich mit seinem gleichsam audiophilen wie ehrlichen Röhrensound, der nicht nur zum Hören einlädt, sondern es dem Musikfreund dann auch noch schwer macht, sich davon loszureißen.


Im Test

Röhrenvollverstärker
Fezz Audio LUNA Evolution im Dual Mono-Aufbau mit Toroidy-Technik,
optionale Erweiterungsmodule für Phono MM, Bluetooth oder DAC
Preis: 2.500 Euro
Aufpreis Sonderfarben: 100 Euro
Preis Erweiterungsmodul: 299 Euro

Ausgangsleistung: 40 W (Ultralinear) / 20 W (Triode)
Abmessungen ( B * T * H ): 420 * 354 * 235 mm
Gewicht: 20 kg
Serien-Farben: Schwarz, Silber
Sonder-Farben: Weiß, Champagner, Rot, Burgund, Evergreen


Vertrieb

AUDIUM / Visonik
Catostr. 7b
12109 Berlin

Tel.: +49 030 613 47 40
Mail: kontakt@visonik.de
Web: www.audium.com/


Mitspieler im Test

Digitale Quellen – LUMIN U1 mini mit SBooster Netzteil, Merason DAC1 Mk II, Musikserver Innuos ZENith Mk3, NuPrime Stream 9, NuPrime CDT-9 mit LPS-212, NuPrime DAC-9X mit Vorstufe
Plattenspieler / Phonovorstufe – Rega P8 mit Excalibur Platinum, Vertere Techno Mat, SPL Phonos
Verstärker – SPL Phonitor x mit DAC768 Kopfhörerverstärker/DAC, SPL Director Mk2.2 Vorverstärker/DAC, SPL Performer s1200 Stereo-Endstufe, Makroaudio LittleBIG Power Mono-Endstufe, sonoro MAESTRO Quantum

Lautsprecher – Dutch&Dutch 8c, Diapason Adamantes V, Elipson Planet L Gold Edition, Velodyne DD-12+, Pylon Audio JADE 10
Kopfhörer – ULTRASONE Edition 15
Signalkabel – WSS Platin-Line KS-20 XLR, WSS Premium-Line KS-200 XLR, Boaacoustic Evolution BLACK.rca, Sommer Cable Epilogue XLR, FastAudio Black Science mk III XLR
Lautsprecherkabel – in-akustik LS-1205 AIR, in-akustik LS-404 micro AIR, Boaacoustic Mercury
Digitalkabel – Boaacoustic USB-Kabel Silver Digital Xeno, Supra Cables USB 2.0 Excalibur, Supra Cables DAC-XLR AES/EBU, Supra Cables Excalibur DAC-XLR AES/EBU, WSS Platin Line DIGI 2 RCA
Netzwerkkabel – Wireworld Starlight 8, Boaacoustic SIGNAL.lanCat.6A, Supra Cables CAT8+
Netzkabel – Netzkabel Supra Cables LoRad 2.5, bfly bPower, WSS-Kabel Platin Line N3 & N4
Zubehör – Netzleiste Supra Cables LoRad MD07 DC 16 EU SP MKIII, SBooster BOTW P&P Netzteil, NuPrime AC-4 Power Conditioner, NuPrime Omnia SW-8 HiFi Netzwerk-Switch, Innuos PHOENIX USB-Reclocker, MUTEC MC3+ USB, Ideon Audio 3R USB Renaissance mk2 Black Star, Puritan Audio GroundMaster CITY & RouteMaster


FEZZ Audio im Test bei HiFi-IFAs

Test: FEZZ Audio Equinox DAC
Test: Kopfhörerverstärker FEZZ Omega Lupi Evo – Der Röhrenpanzer
Test: FEZZ Audio Titania Evolution Line – KT88 Röhrenverstärker mit Power
Test: FEZZ Audio Alfa Lupi – HiFi Röhren Vollverstärker – Der Knackige
Test: FEZZ Audio Silver Luna Signature HiFi Röhren Vollverstärker

Bluetooth Phono-Vorverstärker
Falk Visarius
  • Website
  • Facebook

Vom HiFi-Virus als Jugendlicher infiziert ist HiFi + HighEnd seither Teil meines Lebens. Forenerprobt, als freier Autor und bei den HiFi-IFAs ist mein Motto: Alles kann nichts muss. Die Freude am HiFi und der Musik zählt.

Related Posts

Test: Streaming Verstärker Atoll SDA 300 Signature – High End All In One

Test: SPL Phonos duo – High End MM- & MC- Phono-Vorverstärker mit zwei Eingängen

Test: All-In-One Streaming Kompaktanlage sonoro AVATON um 1.200 Euro – All-Inclusive Paket mit Stil

Test: High End Vollverstärker Audio Analogue MAESTRO 2.0 – Che bello!

Test: Vincent SV-500MK – Geschmeidiger Hybrid-Verstärker mit HDMI-ARC & Bluetooth

Test: Vollverstärker Unitra WSH-605 – Power aus Polen für 3.000 Euro in Retro-Optik

Neue HiFi-Tests & Berichte
12. April 2026

Test: Koaxial-Standlautsprecher Fyne Audio Classic Gold VIII SP – Acht Zoll britische Gelassenheit

5. April 2026

Test: Streaming Verstärker Atoll SDA 300 Signature – High End All In One

3. April 2026

HiFi-IFAs Stippvisite bei CM-Audio: Brodmann Lautsprecher und feinste Elektronik – Die aktuelle Referenzanlage

1. April 2026

Reportage: Analogforum 2026 in Moers – Musik im Mittelpunkt – Unser zweiter Bericht

29. März 2026

Reportage: Analogforum 2026 in Moers – Musik im Mittelpunkt – Unser erster Bericht

Werbung
HiFi-Termine
Fr.
17
Apr.2026

Workshop Rheingau-HiFi in Eltville am 17.04.2026 - Blues-Sommer in Rauenthal

Workshop Rheingau-HiFi - Blues-Sommer in Rauenthal

Rheingau-HiFi

Bornweg 19, 65345 Eltville

Weitere HiFi-Termine

HiFi-Test
12. April 2026

Test: Koaxial-Standlautsprecher Fyne Audio Classic Gold VIII SP – Acht Zoll britische Gelassenheit

5. April 2026

Test: Streaming Verstärker Atoll SDA 300 Signature – High End All In One

15. März 2026

Test: Offener Magnetostat-Kopfhörer Final D7000 – Dark Star

8. März 2026

Test: The Chord Company PowerARAY Stromreiniger im Steckerformat – Audiophiles Plug & Play

HiFi-News
15. April 2026

Legendäre Lautsprechermarke JAMO schlägt mit neuem Eigner ein neues Kapitel auf

14. April 2026

Rechtzeitig zum Sommer: Audio Pro präsentiert die Limited Edition eines Klassikers: C5 MkII W classic in Gelb

13. April 2026

Kanto Audio präsentiert den neuen Tuk Grand Regallautsprecher und seine überarbeiteten Lautsprecherserien

11. April 2026

Revival der Plattenläden – Lenco zeigt Plattenspieler-Vielfalt anlässlich des Record Store Day 2026

HiFi-Report
3. April 2026

HiFi-IFAs Stippvisite bei CM-Audio: Brodmann Lautsprecher und feinste Elektronik – Die aktuelle Referenzanlage

1. April 2026

Reportage: Analogforum 2026 in Moers – Musik im Mittelpunkt – Unser zweiter Bericht

29. März 2026

Reportage: Analogforum 2026 in Moers – Musik im Mittelpunkt – Unser erster Bericht

22. März 2026

Münchener HiFi-Tage 2026 – Gelungene Premiere der feinen HiFi-Messe

Impressum – Datenschutz
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Disclaimer
  • AGB
  • Werbung
  • Job
  • Mail
  • Über Uns
  • Home
© 2022 HiFi-IFAs, der Blog: Test Magazin für Audio, Stereo, High End & HiFi-News
© 2025 HiFi-IFAs: HiFi-Blog & Test-Magazin für High End Audio & Stereo

Type above and press Enter to search. Press Esc to cancel.