
Letztes Wochenende, am 21. und 22.03.2026, fand im Moerser Van der Valk Hotel das traditionelle Analogforum statt, das von der ambitioniert agierenden Analogue Audio Association e.V. ausgerichtet wurde und fast schon einen Pilgerort für viele Analog-HiFi-Fans nicht nur aus der näheren Umgebung darstellt. Auch dieses Jahr kamen HiFi- und Musik-Fans Fans jeder Couleur auf ihre Kosten – natürlich versorgt mit audiophiler Kost, die Einsen und Nullen meidet, wie der Teufel das Weihwasser. Was dem Publikum geboten wurde, war erste analoge Sahne und damit nicht nur Werbung für Plattenspieler, Bandmaschinen & Co., sondern für die Musik und das Musikhören an sich. Über das Geschehen in den Hörzimmern, Sälen, im „Händlerdorf“, in den Foyers und von den musikalischen Stelldichein an der Bar möchte ich euch in zwei Berichten einen Überblick geben. Los geht’s.
Mein Kompagnon Bernd ist bekennender Analogaudio-Fan und solcher des Analogforums. Heuer musste er priorisieren und konnte den Besuch leider nicht einrichten, weshalb ich ihn „vertreten“ durfte. Das fiel mir leicht, da ich als Kind des Ruhrgebiets einen zusätzlichen Grund für ein verlängertes Wochenende in der Heimat gefunden hatte. Außerdem hatte Bernd nicht mit Vorschusslorbeeren gespart. Das Wetter war herrlich und ich lief zum Messebeginn von meinem Hotel in Neukirchen nach Moers rüber, wo mich um halb elf nicht nur ein rappelvoller Parkplatz, sondern auch eine kleine Schlange am Eingang erwartete, in die ich mich brav einreihte und auch bald mein Bändel bekam, das zwei Tage galt. Der Eintritt mit 7,50 Euro ist für das Gebotene ein echter Freundschaftspreis. Für Mitglieder der AAA ist der Eintritt sogar frei.

Unterwegs in den Hörzimmern – Teil 1
Strategisch geschickt am Eingang geparkt war der Ford Taunus GXL von Daniel Jennen, Vertriebsleiter von Alders & Lange, in zeitgenössischem Grün Uni. Klasse. Der Taunus sorgte bei A&L nicht für Taunus-Sound, sondern für einen frischen Look in der Modellpalette, die aktuell aus dem Kopfhörerverstärker/Vorverstärker HEADMAN (ab 6.250 Euro) und dem Phonovorverstärker VINYL-ENGINE (ab 3.750 Euro) in unterschiedlichen Ausstattungsvarianten besteht. Daniel ließ je ein Exemplar der HiFi-Geräte gleich in Wagenfarbe mitlackieren, was der Auftakt für eine farbenfrohe, aber gleichzeitig auch klassische Farbpalette war, die wunderbar zum Retro- und gleichzeitig doch schlicht-modernen Look der Geräte passt.

Unten im Bild Daniel Jennen (unten im Bild links) und der Entwickler Heiko Lange. Der Stil im fröhlichen schwarz passt eigentlich auch sehr gut zum Ford. „Any color the customer wants, as long as it’s black.“ 😉 Das gilt natürlich nicht für A&L. Die Verarbeitung und die Beschichtung ist auch in der Standardfarbe hervorragend. Mit dabei war übrigens auch Martin Alders, der zur Zeit des Fotos im angeregten Gespräch mit Interessenten war.


Auf eine Art farbenfroh ging es auch bei Marc Steck und im Hörzimmer seines HiFi-Ladens Selected HiFi zu. Die Elektronik kam hier von SPL: die Endstufe Performer s1200, die Vorstufe Director mk2 und die Phonovorstufe Phonos. Die Lautsprecher waren Atohm GT2HD um 5.000 Euro aus dem Vertrieb von Dietmar Hölper. Als Zuspieler diente ein Scheu Analog CELLO Laufwerk und Tonarm RB220 (mit 50 mm Teller um 2.500 Euro) sowie Revox A77 und B77 Tonbandmaschinen, ein Großteil der Verkabelung stammte von Supra Cables. Alles zusammen lieferte eine stimmige Darbietung. Zurück zum Farbkonzept: Marc hat die Farbenwelt von SPL und den Tonbandspulen aufgegriffen und ein passendes Plattengewicht (rot, schwarz, silber oder grau) entworfen, das in Form einer Spulenkelches daherkommt. Das bringt Stil in Hörzimmer.


Womit wir direkt bei Dietmar Hölper selbst sind. Der hatte ein Hörzimmer gleich ums Eck. Hier stellte er zwei Anlagenkonzepte im Wechsel vor. Die kleinere Anlage spielte groß in der Preisklasse komplett (!) um 3.000 Euro auf. Für mich ein Highlight der Messe. Chapeau! Herzstück waren die Indiana Line Diva 5 Standlautsprecher um 1.050 Euro, die uns im Test schon richtig gut gefielen. Die Elektronik kam von AMC XIA50se incl. Phono MM/MC um 850 Euro AT-LPW50BT, der Plattenspieler war ein Audio-Technica um 500 Euro, dazu Kabel von Melodika sowie sinnvolles Zubehör.
Die größere und natürlich mit mehr Substanz aufspielende Kette reißt dagegen deutlich die Zehntausender-Marke. Hauptdarsteller: die neuen markanten Pier Audio Filante 42 Lautsprecher liegen um 6.900 Euro / Paar, der neue Vollverstärker Pier Audio MS-300B PP um 3.300 Euro nebst direkt angetriebenem Plattenspieler Unitra Fryderyk um 3.700 Euro.

Einen Raum weiter gastierte Unitra, die den größeren Plattenspieler EDMUND ab 5.000 Euro am Start hatten, der den Vollverstärker WSH-805 mit Phono MM/MC um 5.000 Euro mit Musik versorgte. Als Lautsprecherpaare fungierten (von innen nach außen) die Indiana Line Utah 8 (um 1.650 Euro) sowie die Lira 6 (um 2.400 Euro) und die Atohm Sirocco 2.24 (um 2.800 Euro).

Alte Bekannte von den NDHT aus Hamburg standen im Rack bei Frank Koglin: Unter anderem die Vor-/Endstufen-Kombi Audreal XA3200 mk2 und PA-M (je 2.000 Euro) und ein japanischer C.E.C. CD-Spieler, die wir aus unserem Test des riemengetriebenen C.E.C. CD 2N kennen. Aus unserem Test kennen wir auch die Hybrid-Elektrostaten Silberstatic SMART 14 (Standlautsprecher innen), die auch auf kurze Hördistanz herrlich losgelöst klangen. Sehr fein. Neu im Vertrieb von Frank Koglin ist der Lautsprecher Chario Constellation Delphinus mk2 (Regallautsprecher um 2.500 Euro auf Stands außen). Von Chario hatten wir die etwas kleinere Constellation Lynx im Hörzimmer. Das Tone Tool Laufwerk hatte Tonarme von STUdo montiert, ein 12″ mit Aufhängung und Lagerung an Fäden sowie einer mit Einpunkt-Lagerung. Allein die Beschaffung geeigneten Holzes ist bei längeren Tonarmen eine kleine Herausforderung – wie die Längsbohrung für das innen verlegte Tonarmkabel.


Live-Act Audio spielte die Silent Pound Bloom Lautsprecher um 15.000 Euro das Paar. Auf dem HiFi-Rack sah es sehr übersichtlich aus. Die Tonbandmaschine als Zuspieler stand auf dem Sideboard, auf der obersten Plattform des Racks thronte der Kopfhörerverstärker/Vorverstärker HPA von Modrow Audio Engineering. Die Endstufe werkelte unerkannt im Verborgenen, machte aber einen guten Job. Der Sound im Hörzimmer überzeugte.
Jens Modrow aus Berlin ist als Entwicklungsdienstleister in der Szene bekannt. Mit dem HPA startet er seine eigene Produktlinie, die alsbald um Mono-Endstufen, dann um DAC und Phono-Pre erweitert werden soll. Er stellte im Untergeschoss den HPA und die Prototypen aus (Bild unten).


Wer beim Sound bis jetzt noch nicht die Kurve gekriegt hat, dem seien die Lautsprecher von Audiophile FAST ans Herz gelegt. Die Krümmung folgt einer klaren physikalischen Idee, die Michael Bruns akribisch in die highfidele Tat umgesetzt hat und die eine natürliche räumliche Wahrnehmung ermöglicht. In Moers standen die Cylindric Compact um 10.000 Euro, die bereits auf kleinem Raum einen Eindruck von den akustischen Möglichkeiten vermittelten. Für mehr Infos über das Prinzip und unseren klanglichen Eindruck der getesteten Cylindric Modular sei euch unser Test ans Herz gelegt.
Die Endstufen, die die Lautsprecher antrieben, stammten vom US-amerikanischen Hersteller Benchmark, der nun im Vertrieb von Michael Axmann ist. Die AHB2 Stereo-Endstufe kostet um 4.200 Euro. Im Einsatz waren zwei Stück für die 2* 2 Kanäle der Audiophile FAST.


Detlef Bosse führte natürlich auch mit einem Plattenspieler (Clearaudio Innovation) vor, den man nicht lange im Rack suchen musste. Lautsprecher: die neuen DBC-8A mit AMT Hochtöner (Preis ab 12.000 Euro / Paar), die jüngere Schwester der bekannten DBC-8K mit Kalotte. Der Sound hat gepasst – wie immer. Daher galt meine Aufmerksamkeit dem kleinen Kästchen, das Detlef in der Hand hielt: eine Compact-Cassette. Haha, wie cool. Mit Profi-Vorführ-Trick: Nur ein Titel je CC – dann verspult man sich nicht im Eifer des Gefechtes. Abspieler war ein gutes, altes Pioneer Tape-Deck. Das hat mir Spaß gemacht. Die Elektronik kam übrigens von Canor.

Apropos Vorführen. Bei GGNTKT (oder in ganzen Wörtern geprochen; GeGeNTaKT) legte ein gut aufgelegter Profi aus der HiFi-Szene gut auf. Eigentlich waren je zwei Workshops am Samstag und Sonntag geplant, aber Olaf war – so hieß es abends so gut aufgelegt, dass er auch zwischendurch immer wieder zum Vinyl-Griff. An dem Beispiel möchte ich auch meinen Eindruck vom Audio-Forum festmachen. Ich hatte den Eindruck, dass auf dieser HiFi-Show die Musik sehr stark im Mittelpunkt gestanden hat – häufig von Menschen, die Lust hatten, Musik aufzulegen, die ihnen gefällt, die dem Publikum gefällt und vielleicht auch, um ein wenig als Kenner zu glänzen. Das bereitet Freude und führt das HiFi weg von der Leistungsschau, hin zum Wesentlichen: Musikhören. Ach ja, es spielten übrigens die kompakten GGNTKT M1 (um 8.500 Euro / Paar). Und ja, ich weiß, dass ich somit auf dem Analogforum einen (digitalen) DSP in der Kette gehört habe. Für die Freunde der reinen Lehre, die sich gefragt haben, ob mir das aufgefallen ist 😉 Meine Meinung: Egal. Mir zumindest. Das Ergebnis mit analogen Zuspielern hat überzeugt.


Eigentlich geht es bei Thales ja um Plattenspieler und deren Elektronik. Ich muss aber die aktiven Manger s1 Lautsprecher (übrigens mit analoger Frequenzweiche) immer mit aufs Bild nehmen. Ich finde das passt wunderbar zusammen, als sei es füreinander gemacht. Die Schweizer führten, wie schon auf den Messen zuvor, ihre minimalistische Phono-Stereo-Anlage vor: der Thales Magnifier (ab 23.900 Euro), der als Phonovorstufe zwei MC-Eingänge verwaltet, mit zusätzlichem Cinch- und XLR-Analogeingang. Die zuschaltbare Lautstärkeregelung macht den Magnifier zur Stereo-Vorstufe für die aktiven Manger s1. Die Plattenspieler sind in zwei Qualitätsstufen frei konfigurierbar als Laufwerk/Tonarm/Tonabnehmer-Kombi. Im Bild unten ist die Top-Kombi Reference/Statement/Xquisite (um 55.600 Euro) zu sehen. Die Tonarme besitzen eine Azimut-Korrektur, die die Drehbewegung des Tonarms in eine Winkeländerung an der Headshell umsetzt. Wenn man die minimalen Kräfte bedenkt ein kleines mechanisches Meisterwerk. Die Schallplatte unten am Rack ist Maria Wylma Alles Gute. Eine sehr, sehr feine Aufnahme, die (so habe ich es von Ramona Huber verstanden) von Thales unter hohen Qualitätsansprüchen produziert wurde und im April in den Handel kommen soll. Der Höreindruck im Hörzimmer war klasse!


Wo ich schon Manger erwähnte: now the real Daniela Manger 🙂 Auch sie hatte am wohlbekannten Gemeinschaftsstand sichtlich Freude am Plattenauflegen – zumal das Vinyl auf einem Transrotor Platz fand. Am Start das bekannte HiFi-Konsortium: die passiven Lautsprecher waren Manger p1, mit einer mittlerweile nicht mehr ganz unbekannten Modifikation gemeinsam mit SPL: die interne Serienweiche, die den Manger-Wandler in aktueller Version vom Basstreiber trennt, kann zur externen aktiven Frequenzweiche SPL Crossover mk2 (um 3.300 Euro; aktueller Test bei HiFi-IFAs), die als mk2 auch die notwendige Trennfrequenz von 360 Hz bereithielt, umgeschaltet werden. War die interne passive Weiche im Einsatz, diente eine Stereoendstufe als Antrieb, war die aktive Weiche zwischengeschaltet, kamen zwei SPL Performer s900 zum Einsatz. Die Kabel stellten wie immer die Profis von WSS-Kabel, das Rack von beaudioful.
Das große Besteck – Die Masteranlage des Analogforums 2026
Bitte von dem Foto nicht täuschen lassen. Der Dame wurden nicht allein im Raum die Haare geföhnt, vielmehr konnten sich Interessierte auf dem ebenso exponierten wie ungewöhnlichen Sitzplatz von der außergewöhnlichen räumlichen Abbildung der Hornlautsprecher Avantgarde Acoustic Trio G3 (um 100.000 Euro / Paar teilaktiv, um 144.000 Euro / Paar vollaktiv, ) mit zwei Twin Sub Subwoofern (um 28.000 Euro / Stück) überzeugen. Der Rest des Publikums saß im großen Wassermühlensaal dahinter. Am Samstag spielte hier ab 16 Uhr live die Zed Mitchell Band, am Sonntag ab 15 Uhr das Axel Fischbacher Trio featuring Francios de Ribaupierre, einem französischen Klarinettisten und Saxophonisten (Foto unten)

Am Sonntag wurde das Konzert von Frits de Witt von STS auf einer TASCAM BR20 Tonbandmaschine live mitgeschnitten. In einer Pause konnte das Publikum den Mitschnitt des soeben live gehörten vom Band auf der Masteranlage nachhören. Eine beeindruckende Vorführung, der ich beiwohnte, die den einmaligen Wert des Live-Erlebnisses wie auch die außergewöhnlichen Möglichkeiten der Musikreproduktion aufzeigte. Der Vinyl-Sound kam vom Scheu-Laufwerk mit Thorens-Tonarm.

Wo wir grad beim Thema Musik sind… Natürlich sorgte auch Lothar Brandt mit launiger Moderation, schier unerschöpflichen Wissen und wohlüberlegter Musikauswahl für Stimmung im Valkensaal. Bei Lothar ging (unter anderem) der Punk ab. Außer, dass meine Ohren frei geblasen wurden, weiß ich nun, dass in Wirklichkeit der Punk mit den Ramones begann und kenne nun seine explizite Meinung zu Sid Vicious 😉 Gespielt wurde mit Mager c1. Im Hintergrund zu sehen ist der Stand vom Label Jazz on Vinyl vom ambitionierten Tonmeister Dominique Klatte.
Auf dem Weg durch das Van der Valk Hotel führte der Weg immer wieder an der Hotelbar vorbei, wo einmal täglich zu gegebener Stunde der mittlerweile wohl auch in Hifi-Show-Kreisen bekannte und beliebte Songwriter & Gitarrist Wolfgang Bernreuther nebst Cellist Götz Kelling-Urban spielte. So konnte die Live-Musik auch zur schönen Zufallsbegegnung werden.

Themenräume

In Ermangelung einer besseren Idee habe ich die folgenden Fotos einmal unter der Überschrift „Themenräume“ einsortiert. Thema des Raumes im Bild oben war „Starterzimmer“.
Der Vertrieb ATR stellte hier eine farbenfrohe Einsteigeranlage aus, die aus Komponenten von Pro-Ject zusammengestellt war: Das Pro-Ject Colourful Audio System E um 1.300 Euro, das aus dem Komplettplattenspieler Pro-Ject Debut E (gelb), dem Verstärker Pro-Ject Stereo Box E, dem Lautsprecherpaar Pro-Ject Speaker Box 5E Carbon (gelb) und Lautsprecherkabel Pro-Ject Connect it LS E Flex (2 x 3 m) besteht. Grundsätzlich mal eine gute Idee, ein neues Publikum erschließen zu wollen. Über die Notwenigkeit haben Gregor Rothensee (Bridging Audio) und ich auch einige Zeit auf dem Gang geplaudert. Letztendlich kommt es natürlich sehr auf die Art der Ansprache und den Willen in der Vertriebs- und Händlerszene an, Zeit in die margenschwache „Jugendarbeit“, also den Nachwuchs, zu investieren und Menschen wieder für (bezahlbares) HiFi zu begeistern. Möglichkeiten und spannende Formate gibt es sicherlich. Entdecke die Möglichkeiten.

Für Fans von Vintage-HiFi richtete die Analogue Audio Association einen eigenen Raum ein, in dem sich überraschend viele Menschen einfanden, schauten und diskutierten.

Im Händlerdorf gastierte das Radio Museum Duisburg. Auch hier ging Fans von Vintage-Geräten das Herz auf. Ich gebe zu, einige Radios noch von den Urgroßeltern und Großeltern aus meiner Kindheit gekannt zu haben. Früher wusste man nicht, wohin damit, als das HiFi ins elterliche Wohnzimmer Einzug hielt, heute bereut man es im nostalgischen Augenblick ein wenig, so ein Schätzchen abgegeben zu haben. Anyway. Dafür gibt es das Radio Museum.

Ein Knaller ist eigentlich das Radio im Vordergrund im Bild oben mit den weißen Kassetten am Deckel. Diese Kassetten konnten Musikstücke abspielen, die auf Bänder mechanisch geprägt waren – also nicht magnetisch. Ähnlich einer Drehorgel, aber auf Band. Die Kassetten wurden im inneren gelagert und konnten gewechselt werden. Echt fancy.

Okay, die Tonbandmaschinen hatten kein eigenes Zimmer, sie standen bei Sombetzki. Als ich mir die Bandmaschinen anschaute, erläuterte mir der Herr, der die Tonbandmaschinen liebevoll und mit großem technischem Aufwand restauriert und einmisst, fachkundig die Technik – was ich nun versuche aus dem Gedächtnis abzurufen 🙂
Beides sind Bandmaschinen von Telefunken. Das Foto oben gibt einen kleinen, rückwärtigen Einblick in die solide Technik des rechten Gerätes. Das Bild unten ist der Tonkopfbereich der linken Maschine, die speziell für den deutschen Rundfunk gefertigt wurde. Das Flightcase deutet Robustheit für den Außeneinsatz an. Hier kam es auch technisch auf absolute Zuverlässigkeit und einfache Bedienbarkeit (5 Tasten) an.

Das Händlerdorf – ein erster Blick
Was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat, war das sogenannte Händlerdorf im Bettenkemper Saal. Hier trafen sich Aussteller, die kein Hörzimmer brauchten oder neben einer Mitspielgelegenheit in den Hörzimmer noch einen eigenen Stand als Präsenz wollten oder die Mitnahmeartikel – auch als schöne Erinnerung – feilboten.

Wie zum Beispiel URSA MAJOR. Ein Besucher am Stand mit Kleinem Latinum 😉 verriet mir, dass der Name große Bärin bedeutet und auch eine Sternenkonstellation des Nordhimmels bezeichnet. Auf den Bären hätte ich kommen können, da URSA MAJOR aus Berlin stammt. Die Plattenbürsten sind echt schön. Optisch fielen mir die leicht bombierten Holzeinleger auf. Es gibt sechs Standard Holzsorten (65 Euro) und noch viele weitere Edelholzarten (110 Euro). Die Kohlefaserbürsten sind sieben Doppelreihen im Halbrund angeordnet, so dass die Bürste nicht eben aufgesetzt werden muss. So fand auch eine URSA MAJOR in der Ausführung Olive den Weg mit zu mir nach Hause.

Allerlei aus Holz boten PHONOtastisch aus Nordhorn an. Zum Portfolio gehören Kopfhörerständer, Schallplattenaufsteller („Now Playing“), CD-Ständer, Smartphone- und Tablet-Halter.

Künstlerisches zum Thema Musik bot die Künstlerin Bettina Winkler aus Neuss an. Auch österliche Motive lockten Interessenten farbenfroher Zeichnungen und Aquarelle.

Eine saubere Sache – das ist die Schallplatte, nachdem sie die Reinigung von Keith Monks Discovery One durchlaufen hat. In Moers traf ich am Stand auf den weißbekittelten Jonathan Monks, Sohn der Erfinders Keith Monks. Ein humoriges, kurzes Gespräch ergab sich, bei dem es weniger um die Technologie an sich, als um wissenschaftliche Credibility durch angemessene Kleidung ging, was Jonathan noch steigern konnte, als er sich auf Anraten noch ein paar Kulis in die Brusttasche steckte. Eine schöne Begegnung.

MAGAUDIO stellte seine schwingungsabsorbierenden Magnetfüße aus, die durch geschickte Anordnung der Magnete nicht nur auf Druck (wie häufig üblich) auch auf Zug wirken. Theoretisch könnte man also auch etwas daran aufhängen. Mit dabei die Rüttelplatte, auf der rechts im Bild ein ungedämpftes, auf dem Plattenteller links ein gedämpftes Glas mit Wasser steht. Der Effekt ist interessant und tatsächlich an der Wasseroberfläche sichtbar gemacht.


Tape Music bot Musik mit dem Schwerpunkt des Tonbandes als Tonträger an. Ich hatte das Gefühl, so langsam lautet das Motto in der HiFi-Welt: Ein Leben ohne Tonband ist möglich, aber nicht erstrebenswert. Ich glaube, eine solche Präsenz habe ich noch nie erlebt. Aber es ist für zahlungskräftige Musikfreunde auch eine spannende Welt, in der es viele interessante Aufnahmen in hoher Qualität zu entdecken gilt. Witzig war dann schon, dass es auch Compact-Cassetten im Sortiment gab. Das wäre schonmal was für Detlef Bosse von CITO Audio 😉

Den Abschluss meines Rundgangs macht der Novaesian Jazz Fiend Axel (links im Bild) der mit seinem Blog die Freude an der Musik, speziell auf Vinyl gepresst, hochhält. Auf seiner Homepage findet ihr Unterhaltsames, Plattenrezensionen – die natürlich auch unterhaltsam sein können 😉 – , Label sortiert Axels Plattensammlung und seine Blogberichte rund um Audio, wie er es erlebt. Reinschauen lohnt sich also.
Das war er, mein erster Bericht vom Analogforum 2026 in Moers. Es gab viel zu erleben in unterschiedlichsten Formaten, was die Veranstaltung der Analogue Audio Association nicht nur ambitioniert, sondern auch sehr facettenreich, interessant und kurzweilig werden ließ. Was mir sehr gut gefallen hat, war die Allgegenwärtigkeit von Musik. Entweder Musik, die eigens aufgelegt und moderiert wurde, und auch live Musik, die man einfach so immer wieder, fast im Vorbeigehen mitnehmen konnte: In den Hörzimmern, in den Workshopsälen, an der Bar. Natürlich war die Messe mit den ganzen Plattenspielern und Tonbandmaschinen auf ein Publikum zugeschnitten, das sich besonders für analoges HiFi interessiert. Ich meine aber, dass es auch eine Messe war für Menschen, die Musik mögen und einmal im großen Stil aus dem Alltag abtauchen wollen. Was mich auch zum Titel Musik im Mittelpunkt inspiriert hat. Da kann ich den Organisatoren und allen Beteiligten (ohne anmaßend sein zu wollen) nur ein riesiges Lob aussprechen und Danke sagen. In meinem zweiten Bericht geht es Mitte der Woche bei den HiFi-IFAs weiter. Es gab noch einiges zu sehen und hören.
Veranstalter
Analogue Audio Association
Verein zur Erhaltung und Förderung der analogen Musikaufnahme und -wiedergabe e.V.
Karl-Oberbach-Straße 50
D- 41515 Grevenbroich
Tel.: +49-(0)2181/1646660
E-Mail: Info@AAAnalog.de
Web: https://www.aaanalog.de/
Fotos: F. Visarius

