Großbritannien hat uns allen viele Dinge geschenkt: den Doppeldeckerbus, das schlechteste Frühstück der Welt, den Trockenhumor – und last, but not least: Spendor. Es war 1969, als der BBC-Ingenieur Spencer Hughes und seine Frau Dorothy in East Sussex eine Lautsprecherfirma gründeten. Den Namen bastelten sie schlicht aus ihren eigenen Vornamen: Spencer + Dorothy = Spendor. Charmant, oder?
Hughes brachte aus seiner Zeit in der BBC-Toningenieurssparte das nötige Rüstzeug mit, um seine erste Kreation zu konstruieren – den BC1, ein Gerät, das schnell zum bevorzugten Monitor in Rundfunkanstalten und Aufnahmestudios weltweit wurde. Die BBC hatte also gewissermaßen unfreiwillig einen Konkurrenten hochgezogen. Typisch britisch; Man erfindet etwas Gutes und lässt es dann einfach ewig laufen, was woanders, auch und vor allem im US-Umfeld, undenkbar wäre. Heutzutage werden Spendor-Lautsprecher noch immer im Werk in Hailsham, Sussex entworfen und von Hand gebaut – traditionelles Handwerk als auch moderner, zeitgemäßer Lautsprecherbau finden über fünfzig Jahre später immer noch im selben Landstrich statt.
Und dann ist da der neue kleine Standlautsprecher Spendor A 2.2 für 2.500 Euro das Paar. Sie gehören – wer hätte das gedacht – zur A-Linie, Spendors „zugänglichster“ Baureihe. Gedacht für Menschen, die keine Ballsäle zur Verfügung stehen haben, aber trotzdem nicht auf einen gewissen Anspruch verzichten wollen. Die A-Linie wurde für kleinere Räume konzipiert, und die A 2.2 ist dabei das kompakteste Standmodell der Serie – ein Lautsprecher, der das Versprechen einer Regalbox mit den Möglichkeiten eines Standmodells verbinden soll. Klingt das nach einem Kompromiss? Nein, zumindest nicht dem Anspruch nach. Mit einer Höhe von gerade mal 79 Zentimetern und einer Tiefe von 25,8 Zentimetern ist die A 2.2 ausdrücklich für die Räume gebaut, in denen die meisten Menschen tatsächlich leben – und sie lässt sich problemlos auch nahe an der Rückwand aufstellen, ohne die Fassung zu verlieren.
Das ist kein kleines Zugeständnis in einer Welt, in der viele Lautsprecher am liebsten in der Raummitte thronen würden, umgeben von mindestens zwei Metern Freiraum rundum und einem eigens dafür angemieteten Appartement. Die A 2.2 ist die aktuelle Evolutionsstufe einer bewährten Idee: Spendor hat die A-Linie nicht neu erfunden, sondern konsequent verfeinert – mit verbesserter innerer „Verkastung“, optimierter Bassreflexabstimmung sowie einer dämpfenden Schicht zwischen Chassis und Gehäuse. Wer jetzt denkt, dass das nach Ingenieursdetailversessenheit klingt – ja, das tut es. Das hat bei Spendor eine lange Tradition. Äußerlich gibt sich die A 2.2 jedoch bescheiden, fast unscheinbar – und, stehend, zum Beispiel neben meinen eigenen Lautsprechern schon richtig winzig. So klein. Kein Design-Statement, null Imponiergehabe. Stattdessen saubere Linien, gut gemachtes Furnier; eben diese typisch britische Zurückhaltung, die entweder bedeutet, dass man nichts zu sagen hat – oder eben sehr viel.
Kompakter Standlautsprecher Spendor A 2.2 – Technik und Haptik
Der allererste Eindruck nach dem „Unboxing“ ist tatsächlich dieser, und nur dieser: „ach, wie süß“. Die Spendor A 2.2 bettelt nicht um Aufmerksamkeit, sie steht einfach da. Klein, aufrecht, schmal, in sich ruhend wie jemand, der auf einer Party seinen Rotwein für sich alleine in der Küche degustiert und am Ende trotzdem irgendwann alle Blicke auf sich zieht…die Abmessungen der A 2.2 gelten in der Welt der Standlautsprecher somit eher als „Slimfit“ denn als Oversized. Die verfügbaren Furniere – Walnuss, Eiche, Black Oak und Satin White sind allesamt so gewählt, dass die A 2.2 in nahezu jedes Wohnzimmer passt, ohne sich aufzudrängen. Britisches Understatement, auch in der Farbpalette.
Die Verarbeitung gibt keinen Anlass zur Klage, im Gegenteil. Die Oberflächen sind sauber und gleichmäßig, die Spaltmaße stimmen, das Gehäuse fühlt sich solide an; nicht protzig, aber ernsthaft. Wer mit dem Knöchel dagegen klopft, bekommt ein sattes, dumpfes Geräusch zurück, das Vertrauen schafft. Zwischen Chassis und Gehäuse sitzt eine Lage Sorbothan zur Schwingungsdämpfung, was man von außen natürlich nicht sehen kann, aber irgendwie spürt man es in der Qualitätsanmutung des Ganzen. Oder man redet es sich zumindest ein. Beides ist erlaubt.
Technisch ist die Spendor A 2.2 ein Zweiwegesystem mit einem 150-Millimeter-Tiefmitteltöner aus Spendors hauseigenem „EP77“ – Polymer und einem 22-Millimeter-Kalottenhochtöner. Dazu ein rückseitiger Bassreflexport, der im Zusammenspiel mit dem überarbeiteten Innenleben dafür sorgen soll, dass auch im Tiefton Ordnung herrscht. Die Lautsprecherklemmen sind nicht aus dem Hause „Super-Raumfahrt-High-End“, sondern eher sehr gute Hausmannskost, was der Sache überhaupt keinen Abbruch tut, denn am Ende steht immer das klangliche Ergebnis. Die Empfindlichkeit liegt bei circa 83 dB – hier sollte man verstärkertechnisch eher an stabile Transistor-Watt als an eine zarte Röhre denken, wobei es allerdings auch im „Glimm und Glühbereich“ mittlerweile Geräte gibt, die locker bis in hohe zweistellige Wattstärken „liefern“. Alles zusammengenommen, klingt das nach einem schlüssigen Konzept und nach einem Lautsprecher, der genau weiß, was er sein will: kein Angeber, kein Alleskönner, sondern eine kleine Britin, der das Getue anderer nur eines ist: Egal.
Kompakter Standlautsprecher Spendor A 2.2 – Technische Daten
- Prinzip: 2-Wege Standlautsprecher
- Bauweise: Bassreflex an der Rückseite
- Hochtöner: Spendor 22-mm Polyamid-Kalotte
- Tieftöner: Spendor 150-mm „EP77“ Polymer Cone
- Impedanz: 8 Ohm (min 6,4)
- Frequenzgang: 46 – 26.000 Hz
- Wirkungsgrad: 83 dB
- Belastbarkeit: 125 Watt
- Inklusive: magnetischer Grill, höhenverstellbare Spikes
- Maße: 786 × 150 × 258 mm (HxBxT)
- Gewicht: 11.5 kg
Kompakter Standlautsprecher Spendor A 2.2 – Klang
Kann dieser kleine Standlautsprecher einigermaßen „groß“ aufspielen? Kommt da überhaupt so etwas wie Bass raus? Ist das Klangbild so „niedrig“, wie es die Spendor A 2.2 selber ist und kann sie irgendwie, wenigstens ein bisschen, mit meinen eigenen Lautsprechern mithalten? Das waren die Fragen, die mich doch arg neugierig auf die kleinen Engländerinnen machten und ich konnte es wirklich nicht abwarten, sie endlich in meinem Hörraum zu haben, sie zu begutachten und dann endlich anzuhören – und jetzt war es endlich so weit.
Man legt die Nadel auf und wartet. Einen Moment lang passiert scheinbar nichts Besonderes. Eine akustische Gitarre, ein paar zögernde Finger auf Stahlsaiten. Und dann setzt Nick Drakes „River Man“ (LP: Five Leaves Left) ein. Diese Stimme. Tief, leicht rauh an den Rändern, mit jener melancholischen Selbstverständlichkeit, die Drakes Gesang so unverwechselbar macht – sie steht im Raum. Nicht aus den kleinen Lautsprechern heraus, nicht zwischen ihnen eingeklemmt, sondern wirklich im Raum. Die Spendor A 2.2 macht etwas, das bei Lautsprechern ihrer Klasse alles andere als gang und gäbe ist: Sie verschwindet. Man hört gar nicht mehr wirklich, woher der Klang kommt. Man hört einfach.
Der EP77-Polymer-Konus ist auf natürliche Klangbalance und gute Detailauflösung bis zu mittlerer Lautstärke ausgelegt, und genau das erlebt man hier in seiner schönsten Form. Die Gitarre hat Holz. Echtes, resonierendes, lebendes Holz, nicht die digitale Abstraktion eines Saiteninstruments. Man hört die Fingerkuppen auf den Saiten, das leichte Nebengeräusch des Fingernagels beim Wechsel der Position. Drakes Atem vor jedem Einsatz. Diese kleinen Details, die eine Aufnahme erst zum Erlebnis machen. Wo ich kurz innehalten musste, ist die „Größe“ des Klangbildes. Das Erlebnis übertrifft die Erwartungen an einen Lautsprecher, der nicht ganz 80 Zentimeter hoch ist, bei Weitem. Die Bühne öffnet sich weit über die englischen Zwerge und deren physischen Grenzen der Gehäuse hinaus – nach links, nach rechts, in die Tiefe, in die Höhe. Man sitzt vor einem kleinen Lautsprecher und schaut in einen großen Raum hinein. Es ist ein bisschen wie ein Aquarium: von außen überschaubar, von innen scheinbar grenzenlos.
Mit der Fähigkeit, „groß“ zu klingen sind die A 2.2 sogar in der Lage, das „Heimspiel“ meiner Lautsprecher vielleicht nicht zu übertreffen, aber zumindest „auf ein Haar“ zu egalisieren. Nicht schlecht bei einem Größenunterschied von über 30 Zentimetern in der Höhe. Kaum zu glauben, aber wahr – die Spendor A 2.2 weiß nicht, wie klein sie ist. Es scheint ihr gleichfalls egal zu sein; sie spielt einfach unbekümmert viel größer auf, als sie ist.
Man sollte meinen, ein zierlicher britischer Standlautsprecher und Massive Attack hätten nicht viel miteinander zu besprechen. Und damit läge man falsch. „Teardrop“ (LP: Mezzanine) beginnt mit einem pulsierenden Bassloop, der sich durch das gesamte Stück zieht wie ein Herzschlag – was angesichts des Liedtextes auch kein Zufall ist. Elisabeth Frasers Stimme tritt darüber, schwebend, und diese Kombination aus schwerem Fundament und ätherischem Gesang ist einer der schönsten Tests, den man einem Lautsprecher zumuten kann: Kann er beides gleichzeitig? Kann er den Bass kontrollieren, ohne die Stimmtransparenz zu opfern? Kann er das Zarte schützen, ohne das Kraftvolle zu bremsen? Die Spendor A 2.2 kann. Dynamische Dämpfung, verfeinerte Port-Abstimmung und verbessertes internes „Bracing“ kombinieren sich zu einem Lautsprecher, der sauber und präzise ist.
Ganz erstaunlich, weil man im ersten Moment gar nicht weiß, wo denn das herkommen soll: dieser Bass. Er ist da, er ist nicht markerschütternd tief, aber er ist körperlich, er schiebt Luft. Kein zaghaftes Andeuten, kein höfliches Tieftonversprechen, das beim nächsten Takt wieder vergessen ist. Sondern echte, greifbare Tieftonsubstanz aus einem Gehäuse, das man locker mit einer Hand tragen kann. Das bleibt erstaunlich, egal wie oft man es hört. Und darüber: Elisabeth Fraser. Der EP77-Polymer-Konus „macht“ einen natürlichen, verfärbungsfreien Klang – und das bedeutet hier, dass Frasers Stimme keine künstliche Helligkeit bekommt, kein HiFi-Schmirgeln in den Höhen, das so manch andere Tweeter für Detailreichtum halten. Elisabeth klingt hier, wie sie klingt: fremd, schön und ein wenig außerweltlich. Und wieder öffnet sich das Klangbild in alle Richtungen – der Synthesizerteppich legt sich wie eine Decke über den Raum, die Percussion sitzt knackig und präzise, die Basslinie gibt das rhythmische Fundament, ohne die Kontrolle zu verlieren.
Insgesamt ein ausgewogener, musikalischer Klang, der Spielfreude und Natürlichkeit über künstliche Helligkeit stellt. Das hört man. Die Spendor A 2.2 macht aus „Teardrop“ kein HiFi-Schaustück – sie macht es zu Musik. Zu dem, was es ist: einem der schönsten Stücke der Neunziger, das durch diese kleinen, unterschätzten, überraschend tiefsinnigen Lautsprecher noch einmal neu gehört werden darf.
Diana Kralls Stimme matcht ihr Aussehen. Warm, ein wenig verführerisch-rauchig, mit dieser leichten Tiefe, die keine gezierte Dunkelheit ist, sondern ganz natürliche, schöne Anatomie. Die Spendor A 2.2 bilden die vokale Präsenz mit unbestreitbarer Kraft ab, während lang vergrabene Aufnahmedetails wie ausklingende Hallfahnen, nuancierte Schlagzeugfills und Variationen auftauchen. In „The Look of Love“ (LP: The Look of Love) schwebt Kralls Stimme im Zentrum des Klangbildes, umgeben von Piano, Kontrabass und dem hauchzarten Schlagzeug. Jedes dieser Instrumente hat seinen definierten Platz, seine eigene Tiefenschärfe, seine eigene Textur. Das Piano ist dabei besonders bemerkenswert. Man hört den Klangkörper des Flügels. Nicht nur die Tasten, sondern das Holz, das schwingt, die Saiten, die nachklingen, den Pedalmechanismus, der leise seufzt. Alles nicht markerschütternd – aber total glaubhaft.
Die Detailauflösung ist – für die Größe der A 2.2, die Lautsprecherklasse und für den Preis – dabei nicht alles überragend, aber sehr gut. Und das bei allen Lautstärken, was keine Selbstverständlichkeit ist. Viele Lautsprecher entfalten ihre Auflösung erst bei höheren Pegeln, quetschen Details bei leisem Hören zusammen. Die kleine Spendor tut das nicht: Auch bei gedämpfter Zimmerlautstärke, wenn man nicht will, dass die Nachbarn Bescheid wissen, bleibt alles da. Und dann ist da noch die Raumtiefe. Der Kontrabass steht nicht neben dem Piano, er steht dahinter, leicht nach rechts versetzt. Das Schlagzeug öffnet sich in die Breite. Imaging und Kohärenz sind die vielleicht größten Stärken der Spendor A 2.2. Eine nahtlose, artikulierte Darbietung, bei der alles korrekt sortiert wirkt und kein Bereich des Frequenzspektrums unterversorgt erscheint. Man sitzt – bei einem etwas geringeren Hörabstand von circa zwei Metern – nicht vor einer Klangwand, sondern vor einer Bühne. Und wer mit geschlossenen Augen im abgedunkelten Hörraum zuhört, öffnet sie irgendwann – und ist überrascht, dass Diana Krall dann leider nicht tatsächlich im Zimmer steht.
Es gibt Stücke, die sich entfalten. Langsam, unausweichlich, wie ein Wetterphänomen. „Comfortably Numb“ von Pink Floyd (LP: The Wall) ist so ein Stück. Die Einleitung: Streicher, Synthesizer, Roger Waters´ Stimme – trocken, nah, flüsternd. Hier offenbart sich sofort, was die Spendor A 2.2 bei Stimmen so besonders macht. Waters klingt eben nicht nach der HiFi-Reproduktion einer Stimme. Er klingt wie ein Mensch, der spricht – mit dem leichten Nasalton seiner Sprechstimme, dem Druck auf bestimmten Konsonanten, dem nachlassen am Ende jeder Phrase. Dann baut sich der Song auf. Die Streicher schwellen an, das Schlagzeug setzt ein – hier zeigt die A 2.2 was sie trotz ihrer „Größe“ kann. Nick Masons Bassdrum liegt tief, trocken und mit jedem dumpfen Nachdruck, den gute Studioaufnahmen dieser Ära so unverwechselbar macht. Einfach Bass, wie er „vom Band“ kommt: kontrolliert, dunkel, präzise. Aus einem Gehäuse, das man fast mit einer Hand umfassen kann. Das ist und bleibt verblüffend.
Pink Floyd haben ihr Album „The Wall“ als eine der opulentesten Produktionen ihrer Zeit konzipiert – Schicht über Schicht über Schicht – Streicher hinter Synthesizern hinter Gitarren hinter Stimmen. Die A 2.2 sortiert das alles mit einer Ruhe, die beeindruckt. Alles klingt korrekt sortiert, kein Bereich des Spektrums wirkt unterversorgt. Und dann: das Solo. David Gilmours Gitarre setzt ein, zuerst leise, tastend, fast zögernd. Und dann wächst sie – und wächst. Es ist mit eine der bekanntesten Gitarrensoli der Rockgeschichte, und die Spendor A 2.2 bringt das glaubhaft rüber. Sie reproduziert dynamische Kontraste von leise bis laut sehr akkurat, was den wahrgenommenen Schalldruck über das hinaushebt, was man gemeinhin von einem kleinen Standlautsprecher erwarten würde. Wenn Gilmour im zweiten Teil des Solos dann alles gibt, wenn die Gitarre bricht, sich überschlägt, sich in den höchsten Lagen verausgabt, dann sitzt das. Direkt und ohne Umweg. Man hält ein wenig die Luft an. Und dann ist es vorbei. Die letzten Akkorde verklingen, der Hall löst sich langsam auf, der Raum gibt die Musik still wieder frei. Dann sitzt man einen Moment lang einfach da. Die Spendor A 2.2 auch. Ungerührt, schlank, 79 Zentimeter groß – und sich vollkommen im Klaren darüber, was sie gerade geleistet hat. Es scheint ihr aber fast egal zu sein. Very British.
Kompakter Standlautsprecher Spendor A 2.2 – Fazit
Wer einen Lautsprecher dieser Größe in die Hand nimmt – oder vielmehr: ins Wohnzimmer stellt – erwartet zunächst das Übliche: einen braven kleinen Standlautsprecher, der seinen Dienst tut, ohne aufzufallen. Die Spendor A 2.2 hat mit dieser Erwartung herzlich wenig zu tun. Denn was sich da klanglich entfaltet, ist schlicht größer als die Box, die es produziert. Die Bühne öffnet sich mit einer Selbstverständlichkeit, als hätte Spendor klammheimlich eine Raumdimension eingebaut, die auf dem Datenblatt nicht erwähnt wird. Man sucht unwillkürlich nach Satellitenlautsprechern, die irgendwo sein müssen. Sie sind nicht da.
Eindrücklich gelingt der kleinen Spendor die Wiedergabe menschlicher Stimmen. Ob Solistin, Jazzsänger oder gesprochenes Wort – hier passiert etwas, das sich schwer in Testnormen pressen lässt: es klingt lebendig. Das ist musikalisches Gespür, von dem die A 2.2 eine bemerkenswerte Menge besitzt. Der Bass fügt sich in dieses Bild ein, ohne sich aufzudrängen. Er reißt keine Wände ein, verschiebt keine Möbel, aber er lügt auch nicht. Was da zu hören ist, wirkt organisch und echt, nicht aufgeblasen oder nachgeholfen. Die Detailwiedergabe schließlich ist präzise und aufmerksam, ohne in analytische Kühle zu verfallen. Die Spendor A 2.2 zeigt, was in der Aufnahme steckt – aber sie macht daraus kein Mikroskop-Präperat. Das Gesamtbild geht vor und bleibt stets im Vordergrund. Die Spendor A 2.2 ist ein Lautsprecher, der leise von sich überzeugt – und der glücklich machen kann. Viel mehr braucht eigentlich kein Mensch.
Im Test
Kompakter Standlautsprecher
Spendor A 2.2
Prinzip: 2-Wege Standlautsprecher, Bassreflex
Inklusive: magnetischer Grill, höhenverstellbare Spikes
Maße: 786 × 150 × 258 mm (HxBxT)
Gewicht: 11.5 kg
Ausführungen: Eiche Natur, Eiche Schwarz (Black Oak), Walnuss, Satin Weiss
Unverbindliche Preisempfehlung: EUR 2.495,- (Paar)
Vertrieb
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Mitspieler im Test
Quellen digital – Netzwerkspieler Olive Audio 4HD, CD-Spieler AMR CD-777, Streamer WIIM Pro
Quellen analog – Plattenspieler Dr. Feickert Audio Volare mit Tonabnehmer EMT HSD006
Phonoverstärker – Cyrus Signature Phono (mit PSX-R)
Verstärker – Naim Supernait 3 + HiCAP-DR
Lautsprecher – Standlautsprecher Phonar Veritas p9.2 NEXT, Rosso Fiorentino Elba 2
Kopfhörer – Stax SR-L 500 MK2
Kopfhörerverstärker – Stax SR-M 353X
Zubehör – Kabel von Horn Audiophiles, A23, HMS, Isotek, Boaacoustic, Tellurium Q




