
Um ein ideales Hörerlebnis zu erzielen, muss erst einmal die Wiedergabekette passen: Quelle, Abspieler, Verstärker, Lautsprecher und nicht zu vergessen: der Raum. Ist doch klar. Das war so und das bleibt so. Und wenn das alles passt, miteinander harmoniert und zudem den Geschmack des Musikfans trifft, nur dann kann beim Musikhören Freude entstehen. Aber was ist mit dem Signal? Ein Vinylfan wird wahrscheinlich ohne zu zögern über den Schliff der Abtastnadel sinnieren – und womöglich auch referieren können. Denn obwohl die Rille für alle Abtaster gleich ist, ist es das resultierende Signal nicht. Und bei digitalen Quellen? Das sind doch nur Einsen und Nullen. Ja, letztendlichen schon. Was kann da noch schief gehen? Auf dem Signalweg von der Quelle zum Digital/Analog-Wandler noch so einiges. Der Ideon Audio Σigma Wave USB Isolator um 6.000 Euro zeigt, was aus dem digitalen Datenstrom durch akribische Optimierung für Freunde hochwertiger Musikwiedergabe noch herauszuholen ist.

Ideon Audio Σigma Wave USB Isolator- Annäherung
Der Ideon Audio Σigma Wave USB Isolator erreichte mich als Testpaket des Vertriebs und Händlers CM-Audio (hier unser „Zu Besuch bei“-Bericht), die sich neben ihrem Wohnraumstudio (hier unser aktueller Blick ins Studio) dem engagierten Online-Handel verschrieben haben. Der Interessent kann sich mit dem Testpaket zu Hause einen Eindruck vom Objekt der Begierde verschaffen. Auf Wunsch bekommt er auch noch einen passenden Satz Kabel als Serviervorschlag beigelegt. In meinem Fall war dies ein ESPRIT Eterna Netzkabel (um 840 Euro) und ein ESPRIT Aura USB-Kabel (um 1.750 Euro), die ich in der Kunststoffbox erblickte, bevor ich den Σigma Wave in den Händen hielt. Dieser hat eine denkbar einfach zu beschreibende Mission: verbesserungswürdiges USB-Signal rein, optimiertes USB-Signal raus.
Das es Ideon Audio mit der Erfüllung dieser Mission ernst meint, lässt sich bereits mit den Händen vorausahnen: Rund 10 kg bringt das Gerät auf die Waage bei einer stattlichen Größe von 460 x 70 x 295 mm in Breite, Höhe und Tiefe. Schlank, aber stattlich. Das Gehäuse mit verschraubtem Deckel und Seitenteilen ist robust schwarz beschichtet, die Front in edel gefinishtem Aluminium in schwarz oder silber erhältlich. Sehr schön finde ich die ausgefrästen Logos und die Radien an der Seite der Front, in die ein schmales, orange leuchtendes Lichtband eingebettet ist, das einen aktiven USB-Kontakt anzeigt. Von der Betriebsbereitschaft kündet in der Mitte der Front eine einzelne bläuliche LED.

Seiner stringenten Mission folgend ist der Anschluss des Ideon Audio Σigma Wave USB Isolators dementsprechend simpel und schnell erledigt. Der Stromnetzanschluss erfolgt über die klassische, dreipolige Kaltgerätebuchse. Der digitale USB-Part erledigt sich über eine klassische USB-B Eingangsbuchse und eine USB-A Ausgangsbuchse. Am Heck des Gerätes befinden sich zwei einfache Kipphebel. Der eine schaltet das Gerät ein (Power), der andere aktiviert beziehungsweise deaktiviert die 5 Volt Stromversorgung am USB-Ausgang. Letzteres ist ein interessantes Feature, da ein USB-Kabel standardmäßig die Fähigkeit mitbringt, Strom zu transportieren, zum Beispiel als Ladefunktion für ein Mobilgerät. Freunde der reinen Lehre möchten häufig nicht, dass im Kabel neben dem Signal auch eine Energieversorgung stattfindet, die das Signal belasten könnte. Wird also keine Stromversorgung über das USB-Kabel benötigt, kann diese abgeschaltet werden. Kleine Randnotiz: Viele DACs, von denen man erwartet, dass sie reine Signalempfänger sind, erwarten am Eingang ihres DAC-Chips trotzdem eine Versorgungsspannung von der Quelle.

Ideon Audio Σigma Wave USB Isolator – Technik
Der Σigma Wave USB-Isolator von Ideon Audio ist ein Hochleistungs-USB-Isolator, der speziell für audiophile digitale Audiosysteme entwickelt wurde, um Rauschen, Erdungsstörungen und parasitären Interferenzen zu eliminieren, die bei Standard-USB-Verbindungen zwischen Host-Geräten und Digital-Analog-Wandlern auftreten. Er soll nachgeschalteten Audiokomponenten, also insbesondere DACs, eine Signalverarbeitung unter optimalen elektrischen Bedingungen ermöglichen, die sich dann positiv auf die akustische Wahrnehmung auswirkt.
Da der Universal-Serial-Bus (USB) nicht speziell für hochauflösende Audiowiedergabe entwickelt wurde, bringen aus der Sicht von Ideon Audio USB-Verbindungen zahlreiche Fehlerquellen mit sich. Dazu zählen Masseschleifen zwischen Host und DAC, hochfrequentes Schaltrauschen von CPUs und Schaltreglern, Gleichtakt- und Gegentaktstörungen (EMI/RFI) sowie Störungen der Versorgungsspannung über den 5V-USB-Bus. Diese haben negative Auswirkungen auf den empfindlichen Analog- und Taktbereich, was zu erhöhtem Phasenrauschen und Taktinstabilität, erhöhtem Grundrauschen, Beeinträchtigung der Signalintegrität sowie Kopplung an analoge Ausgangsstufen führen kann. Und damit ist die USB-Schnittstelle in einer High-End-DAC-Architektur praktisch, aber technisch oft eine Schwachstelle.
Um diese Probleme aus dem Weg zu schaffen, trennt Sigma Wave den Upstream- (Host-) und dem Downstream-Bereich (Audiogerät) vollständig galvanisch und unterbricht so effektiv alle leitfähigen Pfade, auf denen sich Störungen ausbreiten können. Die wichtigsten Maßnahmen sind eine hoch getaktete Trennung der digitalen Datenleitungen, eine vollständige Trennung der Masse, unabhängige, regenerierte Stromversorgungsbereiche, sowie eine Signalaufbereitung und Integritätsoptimierung für die Datenausgabe.
Damit will Ideon Audio weitergeleitetes und abgestrahltes Rauschen unterdrücken, für stabile Betriebsbedingungen der DAC-Taktsysteme sorgen und die Linearität und Auflösung des Systems durchgängig verbessern.

Ideon Audio bezeichnet seine zentrale Technik der Sigma Wave als „High-Speed Isolation Architecture“ (Hochgeschwindigkeits-Isolationsarchitektur), die auf einem hochmodernen USB-Isolations-IC aufbaut, der die Daten-Integrität bei hoher Taktung und gleichzeitiger robuster galvanischer Trennung gewährleistet. Die Signalübertragung basiert dabei auf magnetischer oder kapazitiver Kopplung mit hoher Gleichtakt-Immunität (CMTI), geringen Laufzeitverzögerungen und minimaler Signalverzerrung. Gleichzeitig werden die Upstream- und Downstream-Massen vollständig voneinander isoliert. Dies gewährleistet die vollständige Entkopplung von Störquellen aus der Host-Umgebung von empfindlichen Audioschaltungen im weiteren Signalweg.
Ein weiteres Merkmal von Sigma Wave ist eine Dual-Domain-Stromversorgungsarchitektur mit elektrisch isolierter Upstream- sowie Downstream-Versorgung, einer lokalen Energiegewinnung auf der Geräteseite und die Unabhängigkeit von der USB-Stromversorgung des Hosts. Die 5 Volt Versorgungsspannung, die vom USB-Kabel übertragen wird, wird also neu erzeugt sowie eingespeist und ist zudem abschaltbar, wenn sie nicht benötigt wird.
Ideon Audio misst der Stromversorgungssicherheit in hochauflösenden Audiosystemen elementare Bedeutung bei. Daher verwendet Sigma Wave ein mehrstufiges, extrem rauscharmes Stromversorgungsdesign, das aus kaskadierten linearen Regelstufen, extrem rauscharmen LDO-Reglern mit hoher PSRR über ein breites Frequenzspektrum, LC-Filternetzwerken zur Breitband-Rauschunterdrückung und HF-Dämpfung sowie Hochfrequenzentkopplung besteht. Mit diesem Ansatz soll sowohl Breitbandrauschen als auch diskrete spektrale Artefakte minimiert werden, was wiederum ein ausreichend niedriges Grundrauschen zur Folge hat, um eine Modulation der DAC-Referenzspannungen und Taktschaltungen zu verhindern.
Obwohl USB als paketbasiertes Protokoll arbeitet, beeinflusst die Integrität des physikalischen Aufbaus das Timing-Verhalten im DAC direkt. Reduzierte Signalflankenverzerrungen verbessern die Empfängerschwellenstabilität, geringeres Gleichtaktrauschen minimiert massebezogene Timingfehler, sauberere Augendiagramme tragen zu verbesserten PHY-Decodierungsmargen bei. Indirekte Effekte sind reduzierte deterministische Jitterkomponenten, eine verbesserte PLL-Lock-Stabilität und geringeres Phasenrauschen in den wiederhergestellten Taktbereichen. Damit verbessert Sigma Wave effektiv die elektrischen Bedingungen, unter denen Taktrückgewinnung und Datenrekonstruktion erfolgen.
Sigma Wave wurde mit einem umfassenden EMV-Konzept (elektromagnetische Verträglichkeit) entwickelt, das auf eine Unterdrückung leitungsgebundener und abgestrahlter Störungen, kontrollierte Impedanzverteilung und Integrität des Rückleitungspfads abzielt. Hinzu kommt eine Isolationsbarriere zur Hochfrequenz-Rauschunterbrechung sowie eine Minimierung parasitärer Kopplungspfade. Die beruhigte elektromagnetischen Umgebung wirkt sich dann positiv auf benachbarte analoge Schaltungen aus.
Ideon Audio entwickelte die Sigma Wave nach einer streng ingenieurtechnischen Methodik mit einem Fokus auf messbare Leistungsverbesserungen, sorgfältige Kontrolle von Störungen/Rauschen in allen Bereichen, Integration leistungsstarker Isolations- und Stromversorgungssysteme sowie einem Abgleich von objektiven Messungen und subjektiven Höreindrücken. Die Geräte werden komplett in Griechenland hergestellt.

Ideon Audio Σigma Wave USB Isolator – Technische Daten
- Signaltrennung: Vollständige USB Signalisolation
- Isolationsspannung: Hoch (bis 4,5 kV)
- Isolation der Datenleitung: Vollständige Isolation beider Datenleitungen,
sowie Leistungs- und Erdungskabel, von Eingang bis Ausgang - Leistungs- und Erdungsleitungsisolation: Vollständige Isolation vom Eingang zum Ausgang
- Taktgeber: Spezielle Femto-Clock in der Ausgangssektion
- Netzteil: Linear, mit doppelten ultra low-noise Reglern
- Rauschminimierung: Mehrfache ultra low-noise Netzteile
- Größe ( B * H * T ): 460 x 70 x 295 mm
- Gewicht: 10 kg
- Anwendung: Kompatibel mit DACs und USB-kompatiblen Geräten
Ideon Audio Σigma Wave USB Isolator – Klang
Als HiFi-Tester muss man ja immer aufpassen, wie man sein Erlebnis in greifbare Worte fasst. Speziell bei den Themen Strom, Digitalkabel und eben Signalverbesserern wie dem Ideon Audio Σigma Wave USB Isolator. Da grüßt das Murmeltier auch im Leinfeldener Hörzimmer täglich, und nicht nur in Punxsutawney. Letztendlich geht es ja immer um die Korrektheit des Signals, was sich dann beim Hören an vielerlei Effekten feststellen lässt, die den Musikgenuss in Summe positiv beeinflussen. Wie also kann man das Quantifizieren oder gar mit anderen Maßnahmen vergleichen und verbal zum Ausdruck bringen? Schließlich steht am Ende keine Rundenzeit oder so etwas. Ergo: „Man muss es schon selber erleben“. Ich versuche mich dem anzunähern.
Um einen Überblick zu bekommen habe ich mir überlegt, eine gewisse Bandbreite an Quellen und Digital/Analog-Wandlern abzudecken – ohne dabei durchgängig auf das Preisniveau zu achten. Das obere Ende markiert in meinem Hörzimmer der innuos ZENith mk3 Musikserver und Player, der über ein Supra Cables EXCALIBUR Silver Edition USB-Kabel via Sigma Wave und das beiliegende ESPRIT Aura an den High Ender MERASON DAC1 mk2 liefert, der dann analog auf die Vorstufe SPL Director mk2 spielt. Ein naheliegender zweiter Eindruck entsteht recht einfach, indem ich den MERASON DAC-1 mk2 aus der Gleichung herausnehme und den Σigma Wave USB Isolator direkt an den integrierten DAC768 der Vorstufe anschließe – oder eben weglasse. Als Lautsprecher dienen meine Diapason ADAMANTES V Kompaktlautsprecher.

Einen alternativen Weg beschreite ich mit einer Kopfhörer-Kette, bei der ich den Sigma Wave zwischen dem digital abspielenden mobilen Player FiiO M11 und den Kopfhörerverstärker SPL Phonitor x mit integriertem DAC 768xs einschleuse, um diesen mit dem offenen Ultrasone Edition 15 Kopfhörer abzuhören. Alle Kombination weisen dabei die gleiche Tendenz auf und unterscheiden sich in ihrer Ausprägung natürlich durch die individuelle Wirkung auf das Hören, die durch den Kopfhörer oder im Stereodreieck entsteht. Wenn der Ideon Audio Sigma Wave ins Spiel kommt – Achtung Spoileralarm – bewegt sich jedenfalls einiges in die audiophile Richtung. Ich gebe zu, ich war baff. Das Erlebte fällt in die Kategorie „auf hohem Niveau seine Musik neu erleben“. Steigen wir mal ein in die Beschreibung meines Hörempfindens, die ich nicht nochmal extra in die unterschiedlichen Abhörketten unterscheide, sondern als durchgängige Wahrnehmung zusammenfassend beschreibe.
Wie ich mit Sicherheit schon in früheren Tests erwähnte, stöbere ich, bevor es zum finalen und dokumentierten Hördurchgang kommt, sehr gerne durch meine Musikbibliothek. Dabei gebe ich gerne zu, dass mich Feingeistiges in meiner Freizeit nicht immer so recht erreichen mag und es gerne mal etwas handfester zugehen darf, damit ich meinen Spaß habe. So bin ich (wieder einmal) auf M People gestoßen, die ich von früher als Pop-Musik Hits aus dem Radio oder aus dem Fernsehen kannte. Ich gebe weiterhin zu, die Musik Jahrzehnte lang unterschätzt zu haben, und es lohnt sich, sich das Album Bizarre Fruit auch mal mit etwas größerem Besteck anzuhören. Ich finde, die Musik ist sauber produziert und sie knickt nicht unter der Last einer highfidelen Abhörkette ein. Der Ideon Audio Σigma Wave USB Isolator hilft dabei, aus der Aufnahme das Mögliche heraus zu pellen – angefangen damit, dass die Musik meine Stimmung vom ersten Takt von „Open up your heart“ an positiv auflädt.
Der Synthie-Sound klingt differenzierter als ich es kenne, gleichzeitig stampft der Bass einen sauberen Beat ins Hörzimmer, der sich gewaschen hat. Ein Effekt, der verständlicherweise auf der HiFi-Anlage prägnanter rüberkommt, als über Kopfhörer. Da brummt und brummelt nichts. Der Song prescht herrlich dynamisch nach vorn. Toll ist die charismatische Stimme von Heather Small, die zwar markant ist und vornan steht, sich aber nicht über Gebühr in den Vordergrund singt. Auch heben sich im Refrain die Stimmen des Chors schön ab. Ein wenig bekomme ich das Gefühl, dem Produzenten über die Schulter schauen zu können, so sauber dröselt sich das Geschehen vor mir auf. Klasse. Weiter geht es mit „Drive Time“, mit einem eher sehnigen Bass. Die Stimme von Heather Small geht leicht nach vorn und hat eine ordentliche Größe, dabei kippt sie nicht ins Aggressive. Für Pop-Musik aus den 1990ern klingt das Ganze sehr abgeklärt, erwachsen und stimmig. Toll. Einen Akzent, den der Sigma Wave sauber herauszuarbeiten hilft, setzt noch die Steel-Gitarre, die in dem Song noch überraschend ein Wörtchen mitredet.
Eine echte Herausforderung und ein recht krasser Gegensatz zum (im positiven Sinne) Mainstream von M Peoples House-Musik sind „The Breeders“, die ein wenig klingen, wie eine im Probenraum aufgenommene Studenten-Kombo. Ich bin ein Fan von „Cannonball“ vom Album Last Splash. Der Song startet mit einem diffus verzerrten „ahm-mhm“ (oder so ähnlich) Bandgesang um dann auf ein knackscharfes Ticken der Drumsticks auf den Rand der Snares zu wechseln, dann der supersehnige E-Bass von Josephine Wiggs.
Die Gitarren sind gnadenlos verzerrt und irgendwie auch ein wenig geschrammelt, was den Song vorantreibt. Vom verzerrten und herausgeschrienen Refrain ganz zu schweigen. Das ist keine audiophile Schonkost, wie es sich auch mit dem ULTRASONE EDITION 15 gut nachvollziehen ließ, sondern knallharter Alternative-Rock der schonungslosen Art. Nimm dies, Sigma Wave. Die Kunst ist es tatsächlich nicht, daraus ein audiophiles Meisterwerk zu machen, sondern soviel Ordnung rein zu bringen, also die Einsen und Nullen auszuprägen, um so störende Ungereimtheiten im Signal für den DAC zu vermeiden. Und das macht der Ideon Audio richtig gut. Der Song kommt gewollt hart und schräg rüber. Auf Anlagen, die Verfärbungen zulassen, hört der Spaß dann schnell auf. Hier fühle ich mich jedenfalls in den Proberaum einer College-Band versetzt, die mal richtig die Sau rauslässt. Herrlich. Weiter geht’s mit „No Aloha“, das mit der glasklaren Stimme von Kim Deal startet, um dann wie gewohnt durchzuziehen. Sauberen Punch hat das Schlagzeug von Jim Macpherson.
Okay, das war starker Tobak. Hin zu etwas intellektuellerem, aber nicht minder spielfreudigem: die frühen „The Police“ mit dem Album Zenyatta Mondatta. Das schnelle „Canary in a coalmine“ ist einer meiner Favourites auf dem Album. Die freche Gitarre, der sagenhaft spielfreudige Bass und das treibende Schlagzeug. Die Bühne ist homogen, ohne Lücken, trotzdem sind die Instrumente sauber voneinander getrennt und haben den Charakter individueller Akteure. Der Ideon Audio lässt das Schnelle und Freche sauber herausarbeiten. Ebenso wie bei „Man in a suitcase“. Ich weiß gar nicht wie ich es sagen soll, ich habe einfach diese kleine, feine Extraportion Freude an der Musik, die ich bestimmt schon tausendmal gehört habe. Die feine Art der Wiedergabe hilft, immer mal wieder durch die Musik zu schweifen und den Fokus auf etwas anderes zu richten. Vielleicht auch mal auf etwas, was einem vorher gar nicht so bewusst geworden ist, und so höre ich noch ein wenig den „Voices inside my head“ zu, bis mir der Sinn nach etwas Feinsinnigerem steht.
Für meine Hördurchgänge habe ich die Aufnahmen des Labels Sound Liaison liebgewonnen. Aktuell ist bei mir das Duo Tim Langedijk und Paul Berner ganz oben auf der Hitliste, hier mit ihrem Album From now on. Räumlich asymmetrisch aufgenommen steht die Gitarre von Tim Langedijk weit links, der Kontrabass von Paul Berner eher mittig. Jetzt könnte man meinen, auf dem Rest der Bühne herrschte Leere, das ist aber nicht der Fall. Durch feine Details, die den Raum füllen, verweben sich die beiden Instrumente und schaffen so dass Gegenteil von Leere: Intimität. Und genau das unterstützt der Ideon Audio tatkräftig, da er durch die Nachschärfung des Signals dem DAC ermöglicht, feinstes Ausschwingen und Schwebungen – magisch am Kopfhörer – herauszuarbeiten. Da er dies auf beiden Kanälen tut, logisch, ergibt sich daraus auch eine räumliche Stereo-Information, die eben genau diese Bühne erzeugen kann – auch mit den sachten Tönen, nicht nur durch das plastische, scharfe Anzupfen der Saiten von Gitarre und Bass. Ein schönes Erlebnis auch auf der Stereo-Anlage.
Die beiden Niederländer interpretieren Soundgardens „Black Hole Sun“ auf eine sehr feinfühlige und gewissenhaft kultivierte Art, die durch die verbesserte Performance der Digitalkette selbstverständlicher erscheint. Bei „Let’s spend the night together“ gesellt sich zu den feinen Anzupf- und Anreissgeräuschen noch das leise „te-te-te-te“ (wie nennt man das eigentlich richtig?) von Paul Berner. Aber eben nicht als irgendein Geräusch, sondern als lebendiges Zeugnis seines Wirkens.
Zum Abschluss noch etwas Klassik: Bilder einer Ausstellung von Modest Mussorgski in der Orchesterversion von Maurice Ravel dargeboten von den Berliner Symphonikern unter Leitung von Herbert von Karajan. Musik, die mich seit meiner Schulzeit begleitet. Meinem Musiklehrer Herrn Hettesheimer sei es gedankt. Das Thema der „Promenade“ variiert über das Stück und ich darf es vor der Musikanlage erleben, wie man es im Konzert wohl auf nur wenigen Plätzen erleben kann, da das Orchester von links nach rechts sauber und deutlich durchsortiert wahrzunehmen ist. Auch hier gilt, was für kleine Besetzungen galt: Der Charakter der fast schwebenden Streicher, der vorlauten Blechbläser und der beschwichtigenden Holzbläser kommt sauber durch, gleichzeitig legt sich aber die Aura der Konzerthalle darüber. Das brummelige „Gnomus“ scheint das Gemälde, das den Satz inspiriert hat, in mein Hörzimmer zu projizieren. Dramatik und feine Töne wechseln sich ab. Ich meine heraushören zu können, wie Ravel nicht nur mit Melodien und Noten, sondern auch stark mit den Klangfarben der Instrumente spielt.
Spaß macht dies auch beim „Ballett der Küken in ihren Eierschalen“. Wenn ich nun sagen soll, was der Ideon Audio bewirkt, ist dies an einzelnen Dingen nur schwer festzumachen, weil die Wirkung in Summe mehr Teilhabe an der Musik erzeugt. Selber dabei zu sein und die Kunst der Musiker und der Komponisten (in dem Fall sind es ja zwei) nachvollziehen zu können. Schön auch beim „Großen Tor von Kiew“ mitzuerleben, dass sich durch die Macht und Dynamik des Orchesters eine majestätische Größe und Erhabenheit entwickelt, gleichzeitig auch die Feinheiten der Musik preisgegeben wird in eher nachdenklichen Augenblicken. All das verwoben mit dem Thema der Promenade, die gleichzeitig das Abschreiten des Betrachters der „Bilder einer Ausstellung“ repräsentiert und sich gleichzeitig zum Marsch durch das große Tor von Kiew zum finalen Motiv wandelt. Ein bisschen bin ich auf meinem Sessel in meinem Hörzimmer mittendrin, statt nur dabei.

Ideon Audio Σigma Wave USB Isolator – Fazit
Der Ideon Audio Σigma Wave USB Isolator um 6.000 Euro empfiehlt sich zur Integration in eine stimmige high end Anlage, um deren Potenzial weiter auszuschöpfen und das Beste herauszuholen. Durch die konsequente Aufbereitung des USB-Signals profitiert der nachgeschaltete Digital/Analog-Konverter deutlich und es wird ihm auf breiter Basis möglich, der Musik das „Gewisse Etwas“ zu entlocken, das ihr bereits innewohnt, aber zuvor in feinem Signalrauschen unterging. Der USB-Isolator ist also nicht der Macher, er ist der Enabler, der den Macher befähigt sein Bestes zu geben. Das ermöglicht dem Hörer, ein gutes Stück näher an die Seele der Musik heranrücken. In meinen Hörsessions fand sich das in Eindrücken von einer verbesserten Räumlichkeit, Natürlichkeit, Feinheit, Gelassenheit und musikalischem Fluss wieder. Mein Tipp: Unbedingt selber im eigenen Umfeld erleben. Passt das Budget ist die Chance sehr groß, dass der Ideon Audio Σigma Wave USB Isolator als Aufwertung in der bestehenden High-End-Anlage bleibt oder gleich zum Teil des digitalen Konzeptes wird.
Im Test
High End USB Isoltor – Redrive Reclock Regenerate
Ideon Audio Sigma Wave USB Isolator
Preis: 5.990 Euro
CM-Audio bietet hierzu auch ein Testpaket an.

Vertrieb
Kölner Straße 46
41464 Neuss
Mitspieler im Test
Digitale Quellen – LUMIN U1 mini mit SBooster Netzteil, Merason DAC1 Mk II, Musikserver Innuos ZENith Mk3, NuPrime Stream 9, NuPrime CDT-9 mit LPS-212, NuPrime DAC-9X mit Vorstufe
Plattenspieler / Phonovorstufe – Rega P8 mit Excalibur Platinum, Vertere Techno Mat, SPL Phonos
Verstärker – SPL Phonitor x mit DAC768 Kopfhörerverstärker/DAC, SPL Director Mk2.2 Vorverstärker/DAC, SPL Performer s1200 Stereo-Endstufe, Makroaudio LittleBIG Power Mono-Endstufe, sonoro MAESTRO Quantum
Lautsprecher – Dutch&Dutch 8c, Diapason Adamantes V, Elipson Planet L Gold Edition, Velodyne DD-12+
Kopfhörer – ULTRASONE Edition 15
Signalkabel – WSS Platin-Line KS-20 XLR, WSS Premium-Line KS-200 XLR, Boaacoustic Evolution BLACK.rca, Sommer Cable Epilogue XLR, FastAudio Black Science mk III XLR
Lautsprecherkabel – in-akustik LS-1205 AIR, in-akustik LS-404 micro AIR, Boaacoustic Mercury
Digitalkabel – Boaacoustic USB-Kabel Silver Digital Xeno, Supra Cables USB 2.0 Excalibur, Supra Cables DAC-XLR AES/EBU, Supra Cables Excalibur DAC-XLR AES/EBU, WSS Platin Line DIGI 2 RCA
Netzwerkkabel – Wireworld Starlight 8, Boaacoustic SIGNAL.lanCat.6A, Supra Cables CAT8+
Netzkabel – Netzkabel Supra Cables LoRad 2.5, bfly bPower, WSS-Kabel Platin Line N3 & N4
Zubehör – Netzleiste Supra Cables LoRad MD07 DC 16 EU SP MKIII, SBooster BOTW P&P Netzteil, NuPrime AC-4 Power Conditioner, NuPrime Omnia SW-8 HiFi Netzwerk-Switch, Innuos PHOENIX USB-Reclocker, MUTEC MC3+ USB, Ideon Audio 3R USB Renaissance mk2 Black Star, Puritan Audio GroundMaster CITY & RouteMaster

