
Wo einer geht, kommt oft der nächste, in diesem Fall sind es die Münchner HiFi-Tage 2026, die von Ivonne Borchert-Lima und ihrem Team geplant und veranstaltet wurden. Ein Ersatz oder Nachfolger für die aus der bayerischen Landeshauptstadt nach Wien entschwundenen High End will die Messeveranstalterin mit ihrer neuen HiFi-Messe gar nicht sein, der Anspruch liegt ihr fern, so ihre Worte im persönlichen Gespräch. Zudem verfolgt sie mit ihren Veranstaltungen ein anderes Konzept als die High End Society, deren High End hat sich im Laufe der Jahre stark zur B2B-Veranstaltung gewandelt.
Die HiFi-Tage finden in Hotels statt, und besitzen somit auch wohnraumähnlichere Raumgrößen und Akustiken. Heuer also der Bericht über die Premiere der Münchener HiFi-Tage vom 14. & 15. März 2026 im Hotel Le Méridien, nur einen Katzensprung entfernt vom Hauptbahnhof. So konnte ich bequem am Sonntagmorgen anreisen und am Nachmittag München wieder mit dem Zug in Richtung Ulm verlassen.

Im Erdgeschoss fuhr Borresen wie auf fast jeder HiFi-Messe mit großen Standlautsprechern auf, hier in München mit den C3 für 35.000 Euro. Dazu noch die edle Elektronik von Aavik. Da ging was, ist aber nichts für jeden Geldbeutel oder das heimische Wohnzimmer.


Lütt und Lütt, mit den Kompaktlautsprechern Raidho X1t für 6.000 Euro wurde hier der riesige Saal bespielt. Für jeden Lautsprecher zuständig eine Monoendstufe SPL Performer m1000 a‘ 5.200 Euro. Quelle ein Eversolo DMP-A10 und Vorverstärker Ultima Pre3 von Chord für 8.000 Euro.

Bevor es dann hoch in den ersten Stock ging, strategisch günstig der 15.000 Euro teure Hörsessel Sonic Throne von Markus Schönrock und Norbert Reinhardt. Mittendrin statt nur dabei ist hier die Hördevise, einem überdimensionalen Kopfhörer nicht unähnlich. Doch im Unterschied zu dem gibt es noch einen Subwoofer unter dem Hintern.

Bereits auf den NDHT 2026 wusste diese kompakte und günstige Mini-HiFi-Anlage zu verzaubern. Und auch hier wieder auf den MHT 2026, obwohl nun in einem doch wesentlich größerem Raum: Die Kompaktlautsprecher Starke Sound Beta5 für 550 Euro, denen hier in München zur Unterstützung noch der Subwoofer SUB1 für 4.000 Euro beistand. Beide wurden von dem Eversolo Play für 700 Euro angesteuert.

Im selben Raum ging es preislich auch highendiger zu mit den Kompaktlautsprechern Storgaard & Vestskov Frida für 15.500 Euro sowie den Standlautsprechern Storgaard & Vestskov Fenja für knappe 60.000 Euro, die während meiner Anwesenheit gerade nicht liefen. Die zuspielende Elektronik steuerte unter anderem LiAV bei.

Klar und deutlich spielten die Standlautsprecher Audiaz Cadenca C3 für knappe 30.000 Euro, alle Wege komplett mit Keramiktreibern von Accuton. Für etwas Wärme sorgte der High End Röhrenvollverstärker Westend Audio Monaco für 24.000 Euro, Quelle der CD/SACD Player Esoteric K-05 XD für 14.000 Euro.


Bei WOD Audio fanden sich zuhauf die neuen High End D/A-Wandler wie auch Netzwerkplayer ifi audio iDSD PHANTOM für 4.700 Euro ein. Ein Bergmann Tangentialplattenspieler, dessen Signale von einem ifi-Audio Phono-Vorverstärker Zen 3 gewandelt wurden, reichte ihm die Musik zu. Von da aus ging es über einen Vollverstärker Ypsilon Phaeton für 20.000 Euro zu den Standlautsprecher Rosso Fiorentino Arno 40 für 12.000 Euro. Was dann summasummarum geschmeidige Klänge ergab. Weiterhin mit dabei eine erkleckliche Anzahl von Over-Ear-Kopfhörern der Marken Dekoni Audio, HiFi-Man, Dan Clark sowie Kopfhörerverstärker von ifi-Audio.


Auch Draabe war mit seinen Nessie Plattenwaschmaschinen auf der Münchner HiFi-Messe vertreten. Doch der junge Mann am Stand kennt sich nicht nur mit der Reinigung von Schallplatten aus, bei jedem Messebesuch bekommen wir von ihm immer wieder gute Restaurant-Tipps, und sind damit noch nicht reingefallen.

Mmh, lecker, die Elektrostaten Analysis Audio Epsilon GSE für knappe 14.000 Euro. Diese konnten nicht nur fein und räumlich, sondern auch untenrum erstaunlich gut. Quelle ein CD-Player Pathos Digit, Kraft und Saft vom High End Vollverstärker Pathos LOGOS für 5.400 Euro. Also noch durchaus erschwinglich, vor allem für das Gebotene.


Die High End Standlautsprecher INKLANG Ceterra 70 für 13.000 Euro bekamen wird das erste Mal in Darmstadt zu Gesicht, hören ging so leidlich in dem riesigen Atrium. Hier auf den HiFi-Tage 2026 in München liefen sie dann mit dem Streaming-Verstärker Arcam SA 45 für 5.000 Euro zu großer Form auf. Weiterhin mit dabei in der Ausstellung die bekannten INKLANG AYERS Lautsprecher, die es sowohl in passiver wie auch in aktiver Ausführung gibt.


Beim ersten Anblick des klassischen HiFi-Altars wie auch der angeordneten Lautsprecher denkt man erstmal, hm… Doch das „Hm“ wich dann relativ schnell, nachdem ich die Standlautsprecher Lunaria 6 des Newcomers Lehner & Lehner für 6.500 Euro mit Transmissionline hörte, großzügig und luftig der Klang trotz der eher ungünstigen Aufstellung bei kräftig definiertem Bass, die größeren Atacama Reference werden für 12.500 Euro angeboten. MIt dabei in der Kette der verblüffend günstige DAC SMSL D200 für 330 Euro. Sowie ein Vorverstärker Restek Sector II und die Stereoendstufe Restek Correct.


Obwohl die Breitbandlautsprecher Voxativ den Namen Alberich, das sind die kleineren in der Mitte, tragen, ist der Klang gar nicht mal so klein, ebenso wie der Paarpreis von 23.000 Euro. Der Vollverstärker T-211 für 24.000 Euro aus demselben Reich, wie auch der Streamer-DAC für 20.000 Euro.


Die High End Standlautsprecher Seidenton STB Avertura für 25.000 Euro stammen aus der Schweiz, schwingend in ihnen gelagert der Hoch- und Mitteltöner. Die Elektronik steuerte der HiFi-Vertrieb SoReal Audio bei, unter anderem den Röhren DAC 4 SPX von SW1x für 30.000 Euro mit dem CD-Laufwerk PURE Lotus für 1.500 Euro, als weitere Quelle der Streamer Antipodes K50 für 20.500 Euro. Als Bindeglied der Vollverstärker KORA TB 200 für 11.700 Euro. Die Raumakustik steuerte Acustica Applicata mit Eckabsorbern bei. Entsprechend der Bezeichnung der Lautsprecher klang es hier in der Tat seidenfein.


So oft sieht man Plasma-Hochtöner nicht. Doch zumindest auf den HiFi-Tagen, so wie hier bei den Lansche Audio No. 1.0 für 18.000 Euro. Wie so oft mit dabei der Reed Plattenspieler-Laufwerk Friction für 13.400 Euro mit 5T Tonarm für 16.000 Euro, der eine lasergeführte Azimuthkorrektur durchführt, Tonabnehmer ein Soundsmith AIDA für 2.200 Euro.


Auf Alders & Lange sind wir auf den letzten HiFi-Messen des Öfteren gestoßen. Anfangs angezogen durch die Farbgestaltung wie dem Taunusgrün von Ford, jetzt weil uns die Kopfhörerverstärker HEADMAN ab 6.000 Euro sowie die Phonovorverstärker wie der Phono-Pre VINYL-ENGINE ab 3.750 Euro aufgrund ihrer flexiblen Möglichkeiten zusagen.


So langsam kommen sie rum, und werden nach und nach bekannter, die Lautsprecher der AP-Elektroakustik aus Neu-Um. In der Vorführung die teilaktiven Standlautsprecher (Test) um 18.800 Euro. Weiterhin dabei der DAC Preamlifier SPL Director mk2 sowie die Stereoendstufe SPL Performer s1200. Rein analog zugespielt wurde hier per Plattenspieler Orbiter mit Lyra Delos für 18.000 Euro von der HiFi-Zeile in Worpswede, dessen Signale vom Phono-Verstärker SPL Phonos für 2.000 Euro verarbeitet wurden. Nicht zu Hören, nur zu sehen die geschlossenen passiven Drei-Wege Regallautsprecher MONITOR 30P (Test) mit Downfire Tieftöner für knapp 10.000 Euro.


Da bereitet bereits das Hinschauen Freude. Das Plattenspieler Laufwerk Thales Reference mit Akkulaufwerk und dem Tonarm Statement sowie dem Tonabnehmer Xqisite, technisch interessant ist die mechanische Abtastwinkelkorrektur der Tonarme, da sind schnell mal 55.000 Euro weg. Auch der Thales Magnifier Phonoverstärker ist mit 37.000 Euro nicht der günstigste, doch dafür mit Lautstärkeregelung für die aktiven Standlautsprecher Manger s1 für rund 20.000 Euro. Mechanik vom Feinsten, das ist die Fliehkraftregelung für die Einhaltung der Umdrehungen beim Plattenspieler Reference.


Sennheiser brachte ein respektables Angebot an Kopfhörern mit, die zum Vergleichstest einluden.

Bei Defini ging es nicht um die KEF R5, von denen gleich zwei Paar hier standen, wie man erst meinen konnte, sondern um Lautsprecherfüsse, oder genauer gesagt Dekoppler, die federgelagert funktionieren. Der „Effekt“ war schon verblüffend, die klanglichen Auswirkungen enorm in Bezug auf Bühne und Bass. Rund 1.800 für vier Dekoppler sind nicht ohne, dennoch überzeugend.


Nochmals Neu-Ulm in Bayern mit den Aktivlautsprecher ATE Imagine Monitor mit Hypexmodulen für 20.000 Euro. „Ring Mode Driver“ nennt der Entwickler Norman Gerkinsmeyer, der für so einige namhafte Lautsprecherfirmen Treiber entwickelt, seine eigenen Biegewellenwandlern ähnlichen Treiber. Dies sollen ohne Limit einen Frequenzbereich von 250 bis 30.000 Hz abdecken. Anschlussfreudig sind die ATE-Lautsprecher mit zwei analogen Eingängen (Cinch & XLR), drei digitalen (Optisch, S/PDIF Koax und AES/EBU) sowie HDMI ARC. In den tiefen Lagen werden diese von extrem impulsiven, passiven Chassis unterstützt, in diesem Fall angetrieben von einer SPL Performer s900 Stereoendstufe. Sehr spielfreudig und natürlich das hier Gehörte, und Dynamik können diese Lautsprecher ebenfalls überzeugend.
Mit im selben Raum Vorverstärker, Endstufen, D/A-Wandler von Modrow Audio aus Berlin, er entwickelte auch für Burmester oder Adam Audio. Die Verbindung zu Norman Gerkinsmeyer entstand unter anderem bei der Zusammenarbeit für das Soundsystem des Mercedes AMG One.


Im Mittelpunkt standen bei Dieter Molitor von Live Act Audio die Silent Pound Bloom für 15.000 Euro, Kompaktlautsprecher mit Stand. Leicht warm abgestimmt mit kräftigem sowie sauberem Bass und sehr gut aufgelöst ein Traum in diesem kleinen Raum. Der Röhrenvorverstärker Tsakiridis Alexander für 3.250 Euro sowie den Röhren-Mono-Endstufen Tsakiridis Zeus Apollon für 6.100 Euro hatten ihren Anteil daran. Und natürlich die Bandmaschine Schlumberger Digitec.


Für die passiven Standlautsprecher Rowen REFYN werden 16.000 Euro aufgerufen, für einen schweizer Hersteller geradezu günstig. Aus demselben Haus stammen der Vorverstärker Rowen Smart PreAmp für 3.300 Euro sowie die Stereo-Endstufe Rowen Absolute Two für 3.200 Euro. Aufbereitet wurde der Strom vom Rowen Power Transformator PT2000 für 1.400 Euro. Als preiswerter Zuspieler der WiiM Ultra (Test) für 400 Euro.


Hornlautsprecher gehen auch in kleinen Räumen, den Beweis trat Avantgarde Acoustic mit den aktiven OPUS 1 zum Preis um 13.000 Euro an, welche ihre Musik von einem Innuos Stream 3 ab 6.000 Euro bezogen. Das gab Power und das ohne Verfärbungen. Eine minimalistische High End Anlage für hohe Ansprüche.

Von WB Manufacture stammten hier die exklusiven Röhrenverstärker, die erst auf Wunsch hergestellt werden, und bei denen der Kunde so noch Wünsche äußern kann. Der Star hier jedoch die Open Baffle Lautsprecher von Aeroglass, die um die 35.000 Euro kosten sollen. In Plexiglasplatten sind die Treiber montiert, und somit erscheinen die Lautsprecher gegenüber ihrem Klang gar nicht so riesig.

Strahlende Gesichter bei den beiden Damen. Und diese sah ich nicht nur bei den Veranstaltern, sondern auch bei den gezählten 1.030 Besuchern, welche die Münchener HiFi-Tage 2026 als ebenso angenehm wie ich empfanden. Am Samstag waren die Räume immer gut gefüllt mit interessierten Besuchern, so die Aussteller mir gegenüber. Nicht nur die üblichen Silberrücken wie ich waren hier in München im Le Meridien zu sehen, sondern auch jüngeres Publikum und für eine HiFi-Messe bemerkenswert viele Frauen. Das Interesse an hochwertigem HiFi wie auch High End scheint also nach wie vor zu bestehen. Was mir persönlich besonders gefallen hat: Es gab hier nicht wie so oft nur die Platzhirsche zu sehen und zu hören, sondern auch mal feine Alternativen. Ich freue mich auf eine Fortsetzung in 2027!

