[nextpage title= „Einleitung und Hi-Res Music Player FiiO M11“]

Auf den Süddeutschen HiFi-Tagen sind wir mit dem Hersteller FiiO ins Gespräch gekommen, der seine Produkte mit bunten Plexiglas-Aufstellern dekoriert auf einer langen Tischreihe direkt im Gang an den Aufzügen präsentiert hatte. Einen besseren Standort gab es wohl kaum. An diesem Platz kam niemand vorbei, ohne auf FiiO aufmerksam zu werden. Auch die HiFi-IFAs nicht! So beäugten wir neugierig die Exponate im wuseligen Treiben. Weil uns die Produkte irgendwie anmachten, wir uns aber mit ihnen mit etwas mehr Ruhe beschäftigen wollten, machten wir gleich Nägel mit Köpfen und baten um ein musikalisches FiiO-Duo zum Test: das neue Hi-Res-Musik-Spieler Flaggschiff M11 für 499 Euro und den edlen In-Ear-Kopfhörer FH7 für 449 Euro.
Für alle, die FiiO – ebenso wie ich – vorher nicht auf dem Schirm hatten, eingangs ein paar allgemeine Infos. Die FiiO Electronics Technology Co, so heißt FiiO mit vollem Namen, ist ein chinesischer Hersteller von mobilen HiFi-Geräten, die sich an ein audiophiles Publikum richten. Das Portfolio umfasst Kopfhörerverstärker, hochauflösende digitale Audio-Player, DA-Wandler und Kopfhörer. Der originale Name der Firma bedeutet „Stolzes Fliegen“. Das in Guangzhou ansässige Unternehmen FiiO wurde im Jahr 2007 gegründet und ist somit schon über ein Jahrzehnt am Markt. [Quelle: Wikipedia]
Die Beschäftigung mit Produkten aus China animiert mich zugegebenermaßen auch immer dazu, mich mit der Herkunft des Produktes auseinander zu setzen. Guangzhou, die Haupstdadt des Kantons Guangdong, hat 11 Millionen Einwohner im Stadtgebiet und verwaltet insgesamt 14 Millionen Einwohner. Guangzhou ist dabei ein bedeutender Industrie- und Handelsstandort. Die Region wird auch als „Fabrik der Welt“ bezeichnet. Guangzhou ist die größte Stadt im „Perlflussdelta“, einer der größten zusammenhängenden Stadtlandschaften (Megalopolen) weltweit. Zum Perlfluss-Delta gehören neben Guangzhou und 6 weiteren Millionenstädten auch die bekannten Elektronik-Hochburgen Hongkong und Shenzhen mit zusammen mehr als 60 Millionen Einwohnern. Zudem findet in Guangzhou zweimal jährlich – im Frühjahr und im Herbst – die Canton Fair, Chinas größte Import- und Exportmesse, statt. [Quelle: Wikipedia] Die Zahlen deuten natürlich zuerst auf schiere Masse hin, doch Namen wie Hongkong und Shenzen lassen gleichzeitig auch auf geballte technologische Kompetenz und weltweite Vernetzung schließen.
Unter diesen mächtigen Vorzeichen bin ich auf die beiden edlen Komponenten von FiiO, den HiRes-Musik-Spieler M11 und den In-Ear-Kopfhörer FH7, gespannt. Zwei tiefschwarze, wertig bedruckte Boxen erwarten mich zwischen den Styropor-Kugeln im Versandkarton.

Annäherung an den Hi-Res Music Player FiiO M11
Als erstes entpacke ich den Hi-Res Music Player M11. Die eigentliche Box ist von einem festen Schuber umhüllt, der gleichzeitig die Produktvorschau in glänzendem Bild offeriert. Inhalt des Paketes ist der Player, der bereits in eine durchsichtige Schutzhülle verpackt ist. Ein Displayschutz aus gehärtetem Glas ist ebenfalls direkt ab Werk aufgebracht. Sehr umsichtig, ist er doch für den mobilen Einsatz konzipiert. Da ist das auch eigentlich kein Zubehör, sondern ein Muss. Zweitwichtigstes Zubehör ist für viele wohl das USB-C-Kabel. USB-C stellt zwar einen neuen Standard dar, hat sich aber, wie bei mir, wohl noch nicht in allen Haushalten etabliert. Des weiteren liegt ein Adapter für den Anschluss eines digitalen Cinch-Kabels bei, sowie ein Stift zum Ausdrücken der seitlichen SD-Karten-Steckplätze. Der Anwender hat zwei Slots am M11, die er mit eigenen SD-Karten zur Speichererweiterung befüllen kann.


Die weitere Inbetriebnahme geht schnell von der Hand, hatte man es zuvor schonmal mit einem Android-Betriebssystem zu tun. Mit dem Start führt der M11 den Neuling durch das Einstellen der Sprache, Region, Uhrzeit etc. und fordert zur Verbindung mit dem WLAN auf. All das ist in wenigen Minuten, ja fast Sekunden, erledigt. Die weiteren Geräte-Einstellungen entsprechen dann dem der Android Betriebssysteme.
Die Bedienoberfläche ist übersichtlich. Der FiiO-Player ist bereits vorinstalliert, Firmware-Infos und Updates bietet die Technische Hilfe und unter Applications findet man viele APPs zum Download rund um die digitale Musik. Mir gefällt, das Amazon Music mit angeboten wird, da viele Musikhörer zumindest ein Amazon Prime Konto haben und auch dieses schon zum (eingeschränkten) Musikhören mit prime Music verwenden können.
Produktinformationen zum Hi-Res Music Player FiiO M11
Der FiiO M11 baut auf einem Android 7.0 Betriebssystem auf, das für besten Klang angepasst wurde, und auf einem 6-Kern-Prozessor Samsung Exynos 7872. Der Trick beim Prozessor ist, dass dieser bei Bedarf zwei der Kerne (A73) mit 2 GHz Takt betreibt, während die anderen vier Kerne (A53) mit 1,6 GHz Takt laufen. So ensteht eine Symbiose aus Rechenpower und Energieeffizienz.

Neben 32 GB internen Speicher können zwei MicroSD-Karten mit jeweils maximal 2 TB gesteckt werden. Der resultierende Gesamtspeicherplatz für die Musiksammlung unterwegs ist somit beachtlich. Befüllt werden kann der Speicher ganz einfach direkt über die USB-Schnittstelle oder der Besitzer transferiert die Musik ganz einfach kabellos direkt über WLAN auf den M11.
Der Bildschirm macht einen phantastischen Eindruck. Man mag gar nicht mehr von sichtbaren Pixeln sprechen. Das 5,15“ (13 cm) 18:9-Touchscreen IPS-Display arbeitet mit einer Auflösung von 1440×720 Pixeln und maximal 16,7 Millionen darstellbaren Farben. Mit der Android-APP „FiiO Link“ lässt sich der M11 einfach via Bluetooth mit dem Smartphone verbinden und elegant fernsteuern. Am Gerät erledigt der Musikhörer das über das feine Display, ein griffiges goldenes Drehrad für die Lautstärke, eine Pause/Play-Taste, eine Skip-Wippe und die Power-Taster
Der FiiO M11 ist vollständig symmetrisch aufgebaut mit D/A-Wandlern vom Typ AKM AK4493 vom japanischen Spezialisten Asahi Kasei Microdevices. Mit der sogenannten „All to DSD-Wandlung“ kann jedes eingehende PCM-Signal, auch aus externen Apps, auf Wunsch vor der eigentlichen D/A-Wandlung in ein DSD64 Signal mit 2,8 MHz Samplingrate konvertiert und dann verarbeitet werden.
Bluetooth unterstützt der FiiO M11 in den Formaten SBC über aptX und aptX HD über LDAC und LHDC/HWA. Ebenso empfängt er per Bluetooth aktuell mit SBC (LDAC ist geplant) und gibt Daten in die Digital-Kette weiter. Das WLAN-Modul arbeitet mit 2,4 GHz und 5 GHz. Für Apple-Nutzer ist AirPlay ist auch mit an Bord.
Der USB Typ-C-Anschluss kann sowohl digital empfangen als auch bis maximal 384 kHz und 32 Bit ausgeben und so als USB-Transport arbeiten, um einen extern angeschlossenen D/A-Wandler zu bedienen. Das Ganze funktioniert auch mit dem beiliegenden Adapterkabel über den koaxialen Digitalausgang.

Kopfhörer, die wahrscheinlich die Hauptkunden des FiiO M11 sind, können in drei Varianten angeschlossen werden: klassisch über einen 3,5 Millimeter Klinkenanschluss, vollsymmetrisch über einen 2,5 Millimeter Klinkenanschluss oder über den ungewöhnlicheren 4,4 Millimeter Klinkenanschluss.
Der Akku hat eine Kapazität von 3.800 mAh und bietet damit eine durchschnittliche Spieldauer von 13 Stunden. Mittels Quick Charge 2.0 und/oder MediaTek Pump Express ist der Player nach 2,5 Stunden wieder voll aufgeladen.
Technische Daten Hi-Res Music Player FiiO M11
Kopfhörerausgang: 4,4 mm symmetrische Klinke, 2,5 mm symmetrische Klinke und 3,5 mm Klinke
Line-Ausgang: 3,5 mm Klinke + koaxialer Digitalausgang
USB: USB Type-C mit USB-DAC mit 32 Bit/384 kHz und DSD64/128
Konnektivität: 2,4 GHz/5 GHz WLAN mit DLNA und AirPlay,
Bluetooth 4.2 mit aptX, aptX HD, HWA und LDAC
D/A-Wandler: Dual-DAC AKM AK4493
Auflösung: 32 Bit/384kHz und DSD256/DXD 352 K
Lossless: DSD64/128/256, DXD 352,8 K,, FLAC 384 kHz/32 Bit, WAV 384 kHz/32 Bit,
WMA Losless 96 kHz/24 Bit, Apple Losless 384 kHz/32 Bit, APE 192 kHz/24 Bit
Lossy: MP3, WMA, OGG, AAC
Speicher: 32 GB interner Speicher, 2 Speicherkartenslots für MicroSD bis 2 TB
Equalizer: 10-Band-Equalizer mit +/- 6 dB
Gain-Einstellung: Low/High
Empf. Kopfhörerimpedanz: 16 – 150 Ω (3,5 mm Klinke), 16 – 300 Ω (symmetrische Ausgänge)
Ausgangsleistung:
195 mW (32 Ω 3,5, mm Klinke), 550 mW ( 32 Ω 2,5 mm und 4,4 mm symmetrische Klinke)
Frequenzgang: 10Hz – 90 kHz(-3dB)
Laden: via USB TYP-C
Akku: 3.800 mAh Lithium-Polymer
Akkulaufzeit: 13 Stunden (abhängig vom verwendeten Dateiformat, Lautstärke und Kopfhörer)
Ladezeit: < 2,5 Stunden(DC 12V/1,5A), < 3Stunden(DC 5V/2A)
Display: 5,15″/13,08 Zentimeter IPS-Display, 1440×720 Pixel
Farbe: Schwarz
Gewicht: 211 Gramm
Maße: Breite 70 mm, Höhe 130 mm, Tiefe 15,5 mm
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Annäherung an den In-Ear-Kopfhörer FiiO FH7


Der kabelgebundene Kopfhörer FiiO FH7 präsentiert sich nach dem Auspacken aus Schuber und öffnen des Box-Deckels schön drapiert. Fast in Form eines Herzens, einem Schmuckstück an silberner, geflochtener Kette. Einziges sichtbares Zubehör: eine schwarze Kapsel. Ich erinnere mich unweigerlich an die „Matrix“: „Schluckst du die blaue Kapsel, ist alles aus. Du wachst in deinem Bett auf und glaubst an das, was du glauben willst. Schluckst du die rote Kapsel, bleibst du im Wunderland… Danach gibt es kein Zurück.“ Was verspricht mir die schwarze Kapsel? Das Eintauchen in eine Klangwelt, die ich nie zuvor erlebt hatte? Noch weiß ich nicht, was damit zu tun ist. Das Anheben des oberen Einlegers ist unumgänglich, um den FH7 aus seinem Bett zu befreien. Zum Vorschein kommt ein umfangreicher Satz an Zubehör.

Ich entnehme den Kopfhörer und mir gefällt direkt die tolle Verarbeitung. Hier entsteht bereits das Gefühl, das die FH7 den aufgerufenen Preis von immerhin 449 Euro wert sind – zumindest als Produkt, unabhängig vom Klang. Das geflochtene, silbrige und mit weichem Kunststoff ummantelte Kabel wirkt angenehm. Alle Metallteile sind wertig hergestellt und hinterlassen einen tollen Eindruck, wie zum Beispiel. die Rändelung am Winkelstecker. Der Metallzylinder an der Gabelung des Kabels in den rechten und linken Ohrhörer hat einen vorgesetzten Metallring, der sich verschieben lässt und so die Länge der freien Enden einstellt. An den Ohrhörern ist das Kabel mit einer kleinen, drehbaren Kupplung angesteckt. Das nenne ich mal Feinmechanik.

Nachdem ich erkannt habe, mit welcher Liebe zum Detail FiiO seine Produkte verarbeitet, entschließe ich mich, mich noch einmal mit der schwarzen Kapsel zu beschäftigen. Irgendeinen tieferen Zweck muss sie ja erfüllen. Einnehmen kann ich sie jedenfalls nicht. Die Kapsel hat tatsächlich eine Fuge. Die Kappe lässt sich mit einem feinem Gewinde aufschrauben und zum Vorschein kommt ein Einsatz mit verschiedenen Filtern, die Einfluss auf den Klang nehmen und vom Träger nach eigenem Gusto zum klanglichen Feintuning getauscht werden können. Wow.
Da die Einsatzbereitschaft von M11 und FH7 hergestellt ist und das Duo ohne Weiteres Musik an mein Ohr bringen kann, entschließe ich mich, die beiden in der soliden 3,5mm Klinkenbuchse zusammen zu stöpseln und schonmal mit dem Musikhören zu beginnen, während ich mich – und euch – mit den technischen Fakten des FH7 beschäftige.

Produktinformationen In-Ear-Kopfhörer FiiO FH7
Der InEar-Kopfhörer FH7 ist das aktuelle Spitzenmodell der FiiO InEar-Kopfhörer. Er arbeitet in einem 5-Wege-Aufbau mit vier von FiiO und Knowles entwickelten Balanced Armature-Treibern und einem dynamischen Treiber aus Beryllium. Ein sogenanntes „S.TURBO V2.0“ sorgt für Ordnung im Bass. Seinen ganz persönlichen Sound kann der FiiO Besitzer mit wechselbaren Filtern erleben. Das Set bietet im Zubehör umfassende klangliche Anpassungsmöglichkeiten.

Hochton und Super-Hochton decken je ein Balanced Armature-Treiber SWFK-31736 vom Spezialisten Knowles ab. Der Mittelton wird ebenso von zwei BA-Treibern von Knowles bedient. Da Balanced Armature-Treiber schmalbandig arbeiten, übernimmt ein dynamischer Treiber aus Beryllium den Tiefton.
Das Gehäuse ist im sogenannten TRISHELL-Design aufgebaut. Das Mittelteil sowie die vordere und rückwärtige Gehäuseschale bestehen aus einer hochwertigen, langlebigen und leichten Aluminium-Magnesium-Verbindung. Diese Gehäuseteile sind zudem verschraubt.
Die S.TURBO V2.0 Technologie beschreibt die clevere Faltung der Schallröhre vom Basstreiber zum Ausgang. So wird der Bass sauber und unverzerrt wiedergegeben sowie gleichzeitig Mitten- und Hochtonschallanteile unterdrückt.
Zur individuellen Anpassung an Musikgeschmack und Hörpräferenzen entwickelte FiiO drei unterschiedliche Sound Filter. Ein dynamischer Filter beeinflusst den Bass, ein ausgewogener Filter die Balance zwischen Bass und Hochton sowie ein Filter, der im Hochton eingreift.
Der Tragekomfort des FiiO FH7 wird wesentlich vom Kabel geprägt, der über das Ohr geführt, was gleichzeitig das Ohr vom Gewicht entlastet und für einen angenehmen und trotzdem festen Sitz im Ohr sorgt. Das Kopfhörerkabel ist ein hochwertiges Kupferkabel. Jede einzelne der insgesamt 152 Litzen ist mit monokristallinem Silber beschichtet.
Im Zubehörumfang des FiiO FH7 ist zudem eine hochwertige Tragetasche aus Stoff und eine robuste Aufbewahrungsbox sowie eine Reinigungsbürste und ein magnetischer Kabel-Organizer enthalten.
Ebenfalls enthalten sind reichlich Ear Tips / Seals in verschiedenen Größen, Passformen und klanglichen Abstimmungen. Die sogenannten SpinFit-Tips passen sich aufgrund ihrer besonderen Bauform an nahezu jeden Ohrkanal perfekt an. Dies sollte nicht nur für einen angenehmen Sitz sondern auch für bestmögliche Klangqualität und eine effektive Abschirmung gegen Störungen von außen sorgen.

Technische Daten In-Ear-Kopfhörer FiiO FH7
Frequenzumfang: 5 Hz – 40 kHz
Wirkungsgrad: 111 dB
Impedanz: 16 Ω
Kabellänge: 1,2 Meter
Gewicht: 8,15 Gramm pro Ohrhörer
Konnektivität: 3,5 mm Klinke
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Klang
Nachdem mich das FiiO-Duo, der mobile Hi-Res-Spieler M11 und der Highend In-Ear-Kopfhörer FH7, in trauter Zweisamkeit erreicht haben, ist es natürlich nahe liegend, auch beide zusammen auszuprobieren. Die Optionsvielfalt des M11 und die Konfigurierbarkeit des FH7 hat mich bereits beim Auspacken und Inbetriebnehmen begeistert. So stöpsele ich umgehend beide in der wertig verarbeiteten 3,5mm Klinken-Buchse zusammen – gespannt auf den Sound, der mich erwartet.

Mit etwas Übung lassen sich die FH7 In-Ears leicht anlegen. Die wie ein leichter Bügel geformten Kabelenden der Kopfhörerstöpsel geben beim Einsetzen in den Gehörgang und dem Einfädeln hinters Ohr sanft die Richtung vor. Ich entschließe mich mit der Start-Konfiguration des FH7 zu beginnen und stelle angenehmen Sitz in meinem Gehör fest. Das erspart mir weitere Experimente mit den reichlich beiliegenden Ear-Plugs / Seals.

Mit dem M11 nehme ich via DLNA Kontakt zu meinem Musik-Server auf, der ein Stockwerk höher im HiFi-Rack steht. Die Benutzeroberfläche des absolut fein zeichnenden Displays wirkt vertraut. So finde ich mich schnell zurecht und starte mit Madonnas „Don’t tell me“ vom Album „Music“. Ich habe beste Laune und der Song hat viel zu bieten. Die wunderbare Stimme der damals 42-jährigen Madonna, die crisp gespielte Gitarre zu Beginn und der fette Beat. Hervorragend produziert vom Franzosen Mirwais Ahmadzai. Das geht richtig gut. Ich sehe Madonna mit Karo-Hemd, Cowboy-Hut und Stiefeln vor mir. „Tell me love isn’t true, It’s just something that we do, Tell me everything I’m not, But please don’t tell me to stop“. Herrlich. Please don’t stop, Madonna.
So schliddere ich fließend in den Folgetitel „What it feels like for a girl“ und bemerke erst jetzt, was der Song zu bieten hat. Natürlich können dies auch andere HiFi-Komponenten aus meinem Bestand. Aber die Kombi aus dem M11 und dem FH7 macht es mir jetzt und hier grad herrlich einfach. Und das „jetzt und hier“ ist nunmal die große Stärke des mobilen Hi-Res-Players M11. So skippe ich in meinen nächsten Madonna-Standard: „Ray Of Light“ und lasse mir den Sound um die Ohren fetzen. Und realisiere gar nicht, dass ich die Finger vom Player lasse und das Album einfach durchhöre…
Als nächstes packt mich die Nostalgie, als ich über das Best-Of Album „Cult Classic“ von Blue Oyster Cult stolpere. Schon vor den Zeiten Googles und Shazams hat mich die Titelmelodie des Trailers des Computerspiels „Ripper“ (1996) in den Bann gezogen. Ich glaube sogar, das war ein Instrumental. Die Musik hatte mich gepackt. Aber ich hatte keinen Schimmer, was das für ein Titel war. Mein letztes bisschen Stolz hielt mich davon ab, das Gehörte einer Fachkraft in einem der Geiz-ist-geil-Märkte selber vorzutragen. Ein Zufall wollte es, das ich es nach einiger Zeit im guten alten UKW-Autoradio auch so heraus fand: „Don’t fear the reaper“ hieß der der Titel. Von „Blue Oyster Cult „. Muss man erstmal drauf kommen.
Ich finde, das Aufnahmen aus dieser Zeit zum Teil etwas zickig auf modernes Hifi reagieren können. Um der Sache nachzugehen starte ich also „Don’t fear the reaper“. Und der Titel macht auf Anhieb Spaß. Die leicht knarzige Gitarre zu Beginn, die das Thema vorgibt und dann die einsetzende Bassgitarre, der ich gut folgen kann, ohne das sie unnötig aufdickt. Die Becken des Schlagzeugs klingen frisch, ohne zu zischeln. Die Stimme von Buck Dharma ertönt präsent zwischen meinen Ohren. Auch nach dem 100sten Male habe ich unbändige Freude beim Hören des Songs. Und ich ertappe mich wieder dabei, wie ich die Musik einfach weiterlaufen lasse, währen ich vor dem Computer-Bildschirm sitze und tippe. „E.T.I“, „M.E. 262“, „This Ain’t The summer of Love“ ziehen an mir vorbei. Häufig clicke ich nach meinem Lieblingssong weg. Aber ich bleib dran. Der Sound ist satt, der Sound geht ins Ohr. Ist irgendwie richtig. Eben zum Laufen lassen.

Es hift alles nicht. Ich muss noch einmal das Fach wechseln. Lianne La Havas. „Is Your Love Big Enough?“. So der Titel des Albums, so der Titel des Songs des gerade läuft. Die gezupfte Gitarre und die alsbald einsetzende Stimme ertönen präsent und offen in meinem meinem Kopf. Meine Aufmerksamkeit gehört ganz Lianne La Havas. Beim folgenden „Lost&Found“ kontrastieren sich Klavier und Bass-Drum. Dazu die schmachtende Stimme der Sängerin. Das kommt begeisternd rüber. Das FiiO Duo, das ich nun die ganze Zeit mit mir herum trage, kann was.
Zum Gegencheck höre ich den M11 noch mit verschiedenen anderen Kopfhörern. Dabei bemerke ich im Wesentlichen zwei Dinge. Der Sound behält seinen detaillierten und dabei eher unaufdringlichen, feinen Charakter bei. Der Raum, der natürlich vom Wirkprinzip des jeweils gewählten Kopfhörertyp abhängt, ist dabei stimmig. So habe ich es auch schon beim hauseigenen FH7 bemerkt. Der andere Aspekt ist die Kontrolle, die der M11 über den Kopfhörer hat, den er gerade bedient. Das ist schon eine sehr erwachsene Angelegenheit.
Mein zweiter Gegencheck geht in die andere Richtung. Ich stöpsel den FiiO FH7 an den 2.800 Euro teuren SPL Phonitor x Kopfhörerverstärker mit DAC, der grad zum Test im Hörzimmer steht. Mit der Mobilität ist es nun vorbei. Der Phonitor x ist ein ausgemachter Spezialist. Es ist für den mobilen Alleskönner M11 also nicht ehrenrührig, wenn ich sage, das der FH7 hier nochmal einen merklichen Ruck nach vorne macht. Speziell was das Bassfundament, die Kontrolle und ein Stück weit die Luftigkeit angeht. Das Niveau, das der In-Ear-Kopfhörer FH7 erreicht, ist aller Ehren wert. Gleichzeitig zeigt sich auch, das der M11 und der FH7 eine wohl abgestimmte Paarung abgeben, die durch den Mobilitätsaspekt zusätzliche Sinnhaftigkeit erhält.

Mit diesen Erkenntnissen ausgestattet stöpsele ich wieder den FiiO M11 und den FiiO FH7 zusammen. Bringe zusammen, was zusammen gehört. Meine Wahl fällt auf „Das große Tor von Kiew“ in der Orchesterfassung von Maurice Ravel. Die FiiO-Kombi offenbart mir viele Details im Orchestergeschehen. Das Sinfonie-Orchester bekommt ausreichend Raum, um sich anständig aufzustellen und spielt im Laufe des Satzes mit Leichtigkeit zu seiner vollen Größe auf. So Durchschreite ich das große Tor von Kiew, begleitet von dem FiiO Dream-Team des mobilen Hi-Res-Spieler FiiO M11 und des In-Ear-Kopfhörers FiiO FH7. Audiophiler Genuss bekommt so eine neue Dimension: Mobilität.
Fazit FiiO M11
Der FiiO M11 High Res Music Player ist ein kleiner Tausendsassa für unterwegs und daheim, der das audiophile Abspielen von Musik in nahezu jeder Situation erlaubt. Dabei kann der M11 die Rolle des Datenempfängers, Datenversenders, Kopfhörerverstärkers oder Transports einnehmen. Reichen die eingebauten 32GB Speicher nicht, erweitern zwei mini SD-Karten-Slots, WLAN, Digitalschnittstellen, Netzwerk- und Onlinedienste, Airplay sowie Bluetooth den Horizont. Die noble Erscheinung in Kombination mit sinnvollem Zubehör machen ihn für 499 Euro zu einem starken Partner an der Seite des Musikfans.

Im Test: Mobiler High-Res-Music-Player FiiO M11
Preis: 499 Euro
Fazit FiiO FH7
Der kabelgebundene In-Ear-Kopfhörer FiiO FH7 kommt in wertigem Gewand daher. Das dreiteilige Metall-Gehäuse, das geflochtene Kupferkabel und die filigran gearbeiteten Applikationen vermitteln eine hohe Anfassqualität. Allein das macht beim Preis von 449 Euro schon Freude. Zudem überzeugt der Klang mit einer schönen Durchhörbarkeit und Luftigkeit, die auf einem satten und trockenen Bassfundament ruht. Umfangreiches Zubehör ermöglicht individuelle Anpassung in Sachen Klang und Tragekomfort. Zusammen mit dem High-Res-Music-Player FiiO M11 bildet der FiiO FH7 ein echtes Dreamteam.

Im Test: Kabelgebundener audiophiler In-Ear-Kopfhörer FiiO FH7
Preis: 449 Euro
Vertrieb
NT Global Distribution GmbH
Waller Heerstr. 104
28219 Bremen / Germany
https://www.fiio.de/


