
Silvano Cremonesi, Mastermind von EsseCi Design, lernte ich vor anderthalb Jahren im Rahmen der High End 2024 im Hotel Zur Mühle in Ismaning bei München persönlich kennen. Gemeinsam mit Christoph Mertens hatten wir ein gutes Gespräch unter Technikbegeisterten und Silvano stellte mir seine neue Gerätebasis AEQUILIBRIUM vor, die mich aufgrund des technischen Ansatzes und der damit einhergehenden gestalterischen Ästhetik auf Anhieb faszinierte. Das Schicksal wollte es, dass der von mir hochgeschätzte Christoph kurze Zeit später verstarb und damit auch der Kontakt zu Silvano verloren ging. Auf der High End 2025 ergab sich zu meiner Freude ein Wiedersehen mit dem umtriebigen Italiener und ein gemeinsames Treffen mit seinem neuen, ebenso geschätzten und gut bekannten Vertriebspartner Carsten Hicking von AudioNEXT. In München machten wir einen Test der Gerätebasis EsseCi Design AEQUILIBRIUM Stand mit einer Belastbarkeit von 100 kg um 2.900 Euro aus, von dem ich euch nun berichte.

Annäherung
EsseCi steht für die Initialien Silvano Cremonesis: S.C. . Die italienische Aussprache verleiht dem Firmennamen das gewisse Etwas. EsseCi Design und Silvano Cremonesi wiederum stehen für ambitionierte Anti-Vibrations-Systeme.
Wie weit diese Leidenschaft geht, zeigt das zweite Standbein der Firma aus Trento (Trient): Schwingungsgedämpfte Systeme zur Lagerung und Reifung von Weinen. Die Idee dahinter ist, dass abhängig vom Ort der Lagerung tektonische und menschengemachte (z.B. Straßenverkehr etc.) Schwingungen und Vibrationen permanent auf die Flüssigkeit des Weines einwirken. Damit kann sich ein Wein selbst bei ordnungsgemäßer Lagerung im Bereich kleinster Partikel und biochemischer Verbindungen nicht beruhigen. Am anschaulichsten kann man sich das wohl im Hochhaus eines urbanen Umfelds vorstellen.
Der Ansatz Silvano Cremonesis ist, wenn man so will, die konsequente Fortführung der Regel, dass man einen Wein nach dem Transport, zum Beispiel mit dem Auto, nicht sofort trinken, sondern mindestens einen Tag bis eine Woche ruhen lassen soll. Die Lagerungssysteme von EsseCi Design treiben diesen Ansatz konsequent auf die Spitze, in der Regel natürlich für besonders edle Weine. Natürlich gibt es Lagerungssysteme für größere Mengen, aber auch ein System für eine Flasche ist erhältlich (Foto oben: Modell Bordolese). Die Systeme für die Lagerung von Weinen und die Gerätebasen folgen ähnlichen Ansätzen. Im Bild oben lässt sich erkennen, dass die Flasche magnetisch schwebend gelagert und nur über zwei Stangen geführt ist. Dieses Prinzip werden wir wieder entdecken.

Bei den Systemen von Silvano Cremonesi spielen zwei Dinge eine wesentliche Rolle: Der Magnetismus zweier sich abstoßender Pole, die eine federnde und gleichzeitig absorbierende Wirkungen haben, sowie zwei axiale Führungen. Diese bilden auch die Grundlage für die Gerätebasen RELAXA 850 (bis 50 kg Last) und RELAXA 830 (bis 30 kg). Ich habe das Topmodell AEQUILIBRIUM bis 100 kg Last im Hörraum, was die Technologie im wahrsten Sinne des Wortes auf die Spitze treibt, denn hier kommt noch ein Metallkegel, der sogenannte SUPER SPIKE, mit ins Spiel, der die Magnete um eine Ein-Punkt Lagerung ergänzt und damit zugleich zum Gamechanger wird, da er zentral die Gewichtskraft der Last aufnimmt und dadurch quasi zur Einpunktlagerung wird. Das macht die AEQUILIBRIUM Basis einzigartig – und erklärt auch ihren Namen, der „Gleichgewicht“ bedeutet.

Die Gerätebasis AEQUILIBRIUM Stand hat mit 22 kg ein ordentliches Gewicht und mit 55 * 46 * 11 cm eine stattliche Größe, mit der man etwas anfangen kann. Das Schwestermodell AEQUILIBRIUM Imperial (3.149 Euro) hat etwas höhere Füße und wächst damit auf 17 cm, der technische Aufbau ist aber gleich. Beide können Geräte bis 100 kg Gewicht aufnehmen. Die Gerätebasen sind im Wesentlichen 5-teilig: Eine Sockelplatte mit vier nach oben gerichteten Magneten in den außen liegenden Zylindern. Diese sind geschirmt, so dass das magnetische Feld nur in die gewünscht Richtung wirkt und nicht streut. Hinzu kommt eine Metallplatte mit vier nach unten gerichteten Magneten, ebenfalls in geschirmten Zylindern, und zwei Führungsstäben. Die Metallplatten bestehen aus 5 mm SPCC-Stahl (Steel, Plate, Cold Commercial = kaltgewalztes Kohlenstoffstahlblech in Handelsqualität). Eine Glasplatte aus wärmebehandeltem Glas liegt im Zusammenbau als Geräteplattform wiederum lose auf der Metallplatte auf. Die letzten Elemente des Systems sind der besagte SUPER SPIKE nebst Scheibe mit Zentriersenkung zum Unterlegen für die Spitze. Da der Kegel unter dem Glas mit wenig Spiel positioniert wird, ist oben ein O-Ring aus Gummi eingelegt. Dazu gibt es noch vier Kunststoffscheiben zum Schutz der Magneten bei der Montage und einen Metallfuß zum zusätzlichen, gezielten Unterlegen der Grundplatte. Mit dem Zusammenbau des AEQUILIBRIUMs erklärt sich gleichzeitig auch die Technik.

Technik

Der zentrale Punkt, im wahrsten Sinne des Wortes, der Gerätebasis ist der SUPER SPIKE Kegel, der dreiteilig und in einem Materialmix aus Bronze, Aluminium und Stahl aufgebaut ist. Der Aluminiumkern und der Bronzemantel nehmen mit ihren unterschiedlichen Materialeigenschaften Schwingungen auf und zerstreuen sowie absorbieren diese. Die in die Bronze gesinterte Stahlspitze bietet die nötige Härte, um bis zu 100 kg Last auf die Unterlegplatte zu übertragen. Schwingungstechnisch wird der Kontaktpunkt als „Handshake“ beschrieben. Die Idee der Konstruktion ist, den Kegel, der innerhalb der Freischnitte der Konstruktion frei positioniert werden kann, mit dem Schwerpunkt des darauf zu positionierenden Gerätes überein zu bringen. Der Kegel leitet damit das Gewicht des Gerätes über die Glasplatte nahezu direkt in die Grundplatte ein. Die Neodym-Magnete außen heben die unbelastete Glasplatte bei der Montage soweit an, dass der Kegel ohne umzukippen im Zwischenraum mit der Hand verschoben werden kann. Mit Aufsetzen des Gerätes senkt sich die Glasplatte auf den Kegel.
Mechanisch betrachtet ist es so, dass eine Einpunktlagerung im Idealfall ein labiles Gleichgewicht erzeugt, wenn der Kegel absolut (!) im Schwerpunkt steht. Die Magneten außen würden dann keine Kräfte aufnehmen. Das ist das, was EsseCi Design als „Single Spike“ bezeichnet. Da man in der Praxis den Schwerpunkt nicht exakt trifft – ein Akrobat hält ein labiles Gleichgewicht auch nur durch dynamische Ausgleichsbewegungen, bei dem er den Stützpunkt unter dem Schwerpunkt nachführt – , balancieren die Magnete die Konstellation statisch weich federnd aus, indem sie die entstehenden Momente aufnehmen. Die resultierenden Kräfte sind gering, weil der Anwender den Schwerpunkt beim sorgfältigen Aufsetzen des Gerätes gut getroffen hat und weil der Magnet im Vergleich zur Schwerpunktverschiebung einen recht großen Hebel hat. Damit übertragen die Magnete praktisch keine Schwingungen zwischen Glasplatte und Basisplatte. Da sich bei der Aufnahme von Kräften der Abstand des oberen und unteren Magneten dennoch minimal verringern kann, ändert sich womöglich die waagerechte Lage der Glasplatte. Dies kann der Anwender durch eine Höhenverstellung der Zylinder mit den Magneten korrigieren.

Dies erklärt, wie der „Single Spike“ funktioniert. Was ist aber der Nutzen des einzelnen Spikes, gelten die Spitzen doch als ideale Übertrager, weil sie idealisiert eine punktuelle Verbindung zum Boden herstellen. Das stimmt, es ist aber ein Punkt je Spike. In der Regel werden mindestens drei Spikes statisch bestimmt eingesetzt, die auf drei Positionen am Gehäuse oder einer Gerätebasis wirken und die Energie verteilt ableiten. Jeder Spike wirkt technisch wie eine (extrem steife) Feder, die aber durch die Gewichtsverteilung jeweils unterschiedliche Lasten aufnimmt. Daraus ergibt sich trotz der Vorteile der einzelnen Spikes eine Mischung aus verschiedenen Eigenfrequenzen und Überlagerungen. Die Single Spike Konstruktion eliminiert das, da die Energie praktisch nur durch den einzelnen SUPER SPIKE abgeleitet wird. Schwingungstechnisch sind die Magneten praktisch unsichtbar.

Zusammengefasst wissen wir nun: Der Kegel soll das gesamte Gewicht aufnehmen und unter dem Schwerpunkt des Gerätes stehen, die Magnete balancieren das System „nur“ aus. Nun die Frage: wie finde ich den Schwerpunkt des Gerätes? Die pragmatische Lösung ist das Abschätzen durch Hochheben des Gehäuses und entsprechendes Taxieren. Häufig wird das Gewicht durch die Lage des Netzteils oder eines Motors bestimmt und man kann eine hinreichend gute Annahme treffen. So habe ich das beispielsweise mit dem Innuos ZEN Next-Gen, dem ZENith mk3 und dem relativ leichten Rega P8 (das Gewicht kommt im Wesentlichen vom Motor) gemacht. Bei der deutlich schwereren Stereoendstufe SPL Performer s1200 habe ich den Schwerpunkt unter Akzeptanz der Messfehler mit einer Paketwaage ermittelt.

Gewogen habe ich einmal das vordere und hintere Gerätefüßepaar, sowie das rechte und linke. Der Prüfling sollte in etwa waagerecht stehen, das heißt, die nicht gewogenen Füße müssen unterlegt werden. Die Summe hätte jeweils das Gesamtgewicht ergeben müssen, was aber nicht zu 100 % gestimmt hat. Damit konnte ich trotzdem – im Rahmen der Messfehler – den Abstand des Schwerpunktes einmal in der Tiefe und einmal in der Breite bestimmen. Bei der Berechnung der Abstände muss sich auf die Füße beziehen, nicht auf die Gehäusemaße. Auf diese kann man nachher umrechnen. Der Schwerpunkt befindet sich dann im Schnittpunkt der gedachten Linien. Dorthin habe ich einen roten Klebepunkt geklebt. (Siehe Bild oben). Bei der s1200 wie erwartet in der Mitte, leicht zur Front verschoben. Beim Aufsetzen des Gerätes konnte ich nun über den roten Punkt auf den Kegel runterpeilen oder auf die Abstände zur Plattformkante umrechnen und messen.

Technische Daten
- Verwendete Materialien:
Deckplatte: Wärmebehandeltes Glas
Gestell: SPCC-Stahl, Neodymmagnete, Delrin
SUPER SPIKE: Aluminium, Bronze, Stahl - Maße: 55 * 46 * 11 cm (Breite * Tiefe * Höhe)
- Gewicht: 22 kg
- Belastbarkeit: 100 kg (bei passender Schwerpunktlage)

Klang
Wie bereits zu Beginn erwähnt, habe ich meine Höreindrücke mit drei Gerätekategorien gesammelt: mit dem Musikserver Innuos ZENith mk3, der Stereoendstufe SPL Performer s1200 und dem Plattenspieler Rega Planar P8 mit Excalibur Platinum Tonabnehmer. Ich startete mit dem Musikserver.
Um möglichst direkt vom Innuos ZENith mk3, der auf dem AEQUILIBRIUM Platz fand, unterwegs zu sein und nicht noch über weitere Geräte in der Abspielkette gehen zu müssen, entschloss ich mich, den ZENith mk3 über USB als Player zu nutzen und ihn direkt an den integrierten D/A-Wandler DAC768 des SPL Director mk2 anzuschließen. Also fast direkt. Dazwischen klemmte ich noch den Ideon Audio 3R USB Renaissance Black Star Reclocker mit einem Supra Cables Blue USB eingangsseitig und einem Excalibur USB ausgangsseitig.
Als Testsong suchte ich mir „The Book Of Love“ von Tim Langedijk & Paul Berner heraus. Das Album Down To The Downtown ist eine Single Point Aufnahme (passt ja zum Thema 😉 ) mit Gitarre und Kontrabass von Sound Liaison. Die Niederländer haben hervorragende Aufnahmen im Programm, die nicht die Technik feiern, sondern liebevoll die Musik inszenieren. Single Mic Recordings stehen für eine besondere Räumlichkeit und mitunter herrlichen Details.
Beim Vergleich zwischen der Aufstellung auf dem Boden und auf dem AEQUILIBRIUM hörte ich keine mir unbekannten Feinheiten heraus, vielmehr brachte die Gerätebasis Ruhe in die Musik und setzte das Gehörte in eine neue Relation. So als wäre das Signal von feinsten Störungen bereinigt, die zu ebenso feinen Irritationen führen. Als ich herein hörte, dachte ich, quantitativ nehme ich eigentlich das Gleiche wahr, vernehme aber weniger Nervosität im Signal, was bei mir mehr Entspannung hervorrief. Toll die gezupfte Gitarre und der gezupfte Bass und dazu die realistischen Zischgeräusche des Bassisten, die zusätzlich von seinem Handwerk zeugten. Hier zeigte sich bereits in kleiner Besetzung, was in Sachen Räumlichkeit machbar war.
Das Witmer Trio bot mir „Cuban Fantasy“ vom gleichnamigen Album dar. Wirkte das Abspielen auf der AEQUILIBRIUM leiser? Ein Effekt den ich schon bei digitalen Tests ein paar Mal bemerkte: das verbesserte Signal schien (etwas) leiser, was es natürlich nicht ist. Ich schreibe das der „Richtigkeit“ der Musik zu, die sie geschmeidiger wirken lässt. Das Gleiche bemerkte ich auch beim Klavier, das dadurch einen Hauch weniger „klimprig“ wirkte. Auch schien der Kontrabass gestraffter, die Hihats klangen metallischer, weniger zischelnd. Insgesamt kamen Feinheiten besser auf den Punkt, was wieder auf die Räumlichkeit einzahlte. Die Wirkung des EsseCi AEQUILIBRIUMs war fein, aber merklich.
Nächster Proband war die Stereoendstufe SPL Performer s1200, der schweißtreibende Teil des Tests. Der rote Punkt auf dem Gehäuse half dabei sehr, den Geräteschwerpunkt der rund 26 kg schweren Endstufe beim Aufsetzen schnell mit dem Kegel schnell in Einklang zu bringen.

Ich legte nochmal Tim Langedijk & Paul Berner auf, dabei zeigte sich qualitativ der gleiche Effekt wie bereits beim Musikserver und Streamer – nur deutlicher. Auch hier dachte ich: höre ich jetzt wirklich mehr? Nein, aber ich höre es viel authentischer. Die Geräusche des Bassisten wirkten so, als säße er bei mir. Das Anzupfen oder Anreißen der Saiten wurde super präzise, ebenso das Ausschwingen speziell der Basssaiten.
Auf der Suche nach geeignetem Musikmaterial fielen mir die „The Corrs“ und ihr unplugged Album ein. Das habe ich vor 25 Jahren bei einem Dortmunder HiFi-Händler auf B&W Nautilus N801 gehört. Ich erinnere mich noch recht gut, wie die HiFi-Sucht wieder in mir aufgekeimt ist. „Forgiven Not Forgotten“ ist ja grundsätzlich mal ein emotionaler Song. Auf dem AEQUILIBRIUM erhielt die Violine zu Beginn mehr Fokussierung, strahlte ohne zu überstrahlen, ebenso knackig die Percussion und der Bass. Sauber platziert auch die Stimme von Andrea Corr. Diese löste sich zudem sauber vom Hintergrund, war präsent, wirkte aber trotzdem weniger dominant. Ohnehin schien sich alles ein wenig mehr einzurütteln und verschmolz zu einem Gesamtbild.
Um mehr Energie ins Spiel zu bringen kam noch einmal „Hubris Major“ vom Neil Cowley Trio aus dem Test des Innuos ZEN Next-Gen ran. Die Räumlichkeit war einfach beeindruckend, verstärkt durch die sphärisch schwebenden Klänge, die auch wie ein Bodennebel in die Tiefe waberten. Die Basedrum kam sauber auf den Punkt und gleichzeitig verlieh das Ausschwingen des Fells dem Instrument eine Dimension. Der Tiefbass war weiter brummelig, wurde aber griffiger, was der Ankopplung an den Hörraum guttat. Das Klavier war klar gezeichnet und stand im Kontrast zum Bassfundament. Die Aufnahme nutzte das Schlagzeug geschickt, um Tiefe in den Raum zu bringen. All das wurde auf der EsseCi Basis leichter nachvollziehbar. Das, was ich hier vernahm, war schon ein deutlicher Schritt nach vorn. Durch ein paarmaliges Wechseln der Aufstellung der Stereo-Endstufe nachvollzog ich dies nach.

Etwas Umbau erforderte dann der Einsatz des Rega Planar P8 Plattenspielers mit der vorhandenen Kabelage. Glücklicherweise ist das Gewicht des Plattendrehers angenehm. Zuerst hörte ich in ursprünglicher Aufstellung, dann auf dem AEQUILIBRIUM. Da der Plattenspieler recht leicht ist, wird der Schwerpunkt im Wesentlichen über den Motor definiert, was bei der Platzierung auf der Glasplattform half.
Was nach dem Wechsel passierte möchte ich mal so auf den Punkt bringen: Ich war geflasht. So habe ich meinen P8 noch nie gehört, das war ein riesiger Schritt nach vorn. Ich hörte Vinyl von Wolfgang Bernreuther und Anette Askvik. Vom Bluesgitarristen und Songwriter griff ich zum Doppel-Album The Cologne Concert, das er mit befreundeten Musikerkollegen als United Blues Experience einspielte. Beim Einstieg „Midnight Sun“ erklangen die Gitarrensaiten schön sehnig aus und diesmal gewollt leicht plärrig aus meinen Diapason Adamantes V. Das kam auf dem AEQUILIBRIUM platziert richtig gut. Auch hob sich das Instrument noch deutlicher vom Hintergrund ab, der dadurch mehr „Schwärze“ bekam. Wie schon bei den Geräten zuvor, aber beim Plattenspieler noch intensiver, erschien die Singstimme lebensecht vor mir. Wie live, wie man Wolfgang auch von den Auftritten mit Phonosophie bei diversen HiFi-Messen kennt. Auch die Mundharmonika glänzte nicht nur mit Schärfe, sondern kam intensiv, aber gleichzeitig auch rund.
Bei „Just A Silly Love Song“ öffnete sich der Raum und die Trennung der Instrumente und Stimmen funktionierte wunderbar, auch hier sauber abgehoben vom imaginären Bühnenhintergrund. Sehr schön arbeitete das Setup die Frauenstimme von Beata Kossowska heraus, die genauso realistisch neben Wolfgang zu stehen schien. Alle und Alles auf der Bühne standen in einem ordentlichen Gleichgewicht. Eine Messlatte für Authentizität ist ja immer das Klatschen des Publikums, die der Rega P8 auf der EsseCi Basis ohne zu reißen locker übersprang. Auch wurde schön deutlich, dass das Klatschen nicht von zusätzlichen Stützmikros sondern von den Bühnenmikros aufgefangen wurde. Bei „Fishing Blues“ ließ ich mich noch von der Steelgitarre begeistern, wechselte dann aber doch die Schallplatte und Stilrichtung.
Anette Askviks With Every Cell ist ebenfalls eine Doppel-LP, also eigentlich eine Doppel-EP, die auf 45 U/min abgespielt wird. Vergisst man’s, beginnt das Musikhören gleich mit einem Lacher 😉 Auf Seite C öffnete sich bei „Milky Way“ der Raum unglaublich sphärisch, losgelöst davon erschien die Stimme der Norwegerin. Die Soundeffekte waren im Gegensatz dazu superfein. Der Bass lieferte ein sauber konturiertes Fundament. Hier half die Gerätebasis, die keine signalverfälschenden Schwingungen zuließ.
Ui, das war wieder dieser klangliche Schritt nach vorn. Das „Ping, ping“ verteilte sich sauber im Raum, so dass ich mich fast dazu versteige, es als digitale Präzision zu bezeichnen. „Between Stars“ wartete mit Hammer Soundeffekten auf, die das Setup sauber ziselierte und mit toller Atmosphäre in den Raum stellte. Wieder diese digitale Signalpräzision gepaart mit analogem Einfühlungsvermögen. Allem die Krone setzt dann „Love Is My Gun“ auf. „Love is my weapon, love is my choice…“ berührte mich derart, dass es mich schier sprachlos machte. Ist der EsseCi AEQUILIBRIUM nun ein technischer Schwingungsdämpfer, oder doch ein emotionaler Gänsehautverstärker? Oder gar beides?

Fazit
Das für mich faszinierendste an der Gerätebasis EsseCi Design AEQUILIBRIUM Stand für rund 2.900 Euro ist die konsequente Umsetzung einer technischen Idee, die verschiedene Wirkprinzipien miteinander verbindet und über das Design gleichzeitig skulptural sichtbar macht, so dass bereits das Anschauen große Freude bereitet. Der über vier Magneten ausbalancierte SUPER SPIKE, der im Einklang mit dem Geräteschwerpunkt stehen soll, leitet zentral das Gerätegewicht (bis zu 100 kg!) von der Plattform in den Sockel der Base und absorbiert so unerwünschte Schwingungen, die auf Mechanik und Elektronik wirken können. Das Resultat: eine verbesserte Signalverarbeitung im Gerät. Die Belohnung für den Hörer: mehr Räumlichkeit, mehr Feinheiten, mehr Natürlichkeit und damit auch mehr Emotionalität in der Musik. Der EsseCi Design AEQUILIBRIUM Stand schafft damit nicht nur mechanische, sondern auch musikalische Ausgewogenheit der Extraklasse.
Im Test
Gerätebasis mit Single-Point Lagerung auf dem SUPER SPIKE und Magnetlagern
EsseCi Design AEQUILIBRIUM stand
Preis: 2.939 Euro
Maße: 55 * 46 * 11 cm (Breite * Tiefe * Höhe), Gewicht: 22 kg
Belastbarkeit: 100 kg
Alternativ:
EsseCi Design AEQUILIBRIUM imperial
Preis: 3.149 Euro
Maße: 55 * 46 * 17 cm (Breite * Tiefe * Höhe), Gewicht: 24 kg
Belastbarkeit: 100 kg
Vertrieb
AudioNEXT GmbH
Isenbergstraße 20
45130 Essen
Tel.: +49 (0)201 5073950
Mail: info@audionext.de
Web: www.audionext.de
Mitspieler im Test
Digitale Quellen – LUMIN U1 mini mit SBooster Netzteil, Merason DAC1 Mk II, Musikserver Innuos ZENith Mk3, NuPrime Stream 9, NuPrime CDT-9 mit LPS-212, NuPrime DAC-9X mit Vorstufe
Plattenspieler / Phonovorstufe – Rega P8 mit Excalibur Platinum, Vertere Techno Mat, SPL Phonos
Verstärker – SPL Phonitor x mit DAC768 Kopfhörerverstärker/DAC, SPL Director Mk2.2 Vorverstärker/DAC, SPL Performer s1200 Stereo-Endstufe, Makroaudio LittleBIG Power Mono-Endstufe,
Lautsprecher – Dutch&Dutch 8c, Diapason Adamantes V, Elipson Planet L Gold Edition, Velodyne DD-12+
Kopfhörer – ULTRASONE Edition 15
Signalkabel – WSS Platin-Line KS-20 XLR, WSS Premium-Line KS-200 XLR, Boaacoustic Evolution BLACK.rca, Sommer Cable Epilogue XLR, FastAudio Black Science mk III XLR
Lautsprecherkabel – in-akustik LS-1205 AIR, in-akustik LS-404 micro AIR, Boaacoustic Mercury
Digitalkabel – Boaacoustic USB-Kabel Silver Digital Xeno, Supra Cables USB 2.0 Excalibur, Supra Cables DAC-XLR AES/EBU, Supra Cables Excalibur DAC-XLR AES/EBU, WSS Platin Line DIGI 2 RCA
Netzwerkkabel – Wireworld Starlight 8, Boaacoustic SIGNAL.lanCat.6A, Supra Cables CAT8+
Netzkabel – Netzkabel Supra Cables LoRad 2.5, bfly bPower
Zubehör – Netzleiste Supra Cables LoRad MD07 DC 16 EU SP MKIII, SBooster BOTW P&P Netzteil, NuPrime AC-4 Power Conditioner, NuPrime Omnia SW-8 HiFi Netzwerk-Switch, Innuos PHOENIX USB-Reclocker, MUTEC MC3+ USB, Ideon Audio 3R USB Renaissance mk2 Black Star, Puritan Audio GroundMaster CITY & RouteMaster
Fotos / Grafiken: F. Visarius, Hersteller (2)
