Die Zeit tragbarer CD/SACD-Player liegt schon ein Weilchen zurück, ihre Glanzzeit erlebten sie in den Neunziger-Jahren. Sie vereinten digitale Klangqualität mit mobiler Musikwiedergabe, doch durch das Aufkommen von MP3-Playern und später Smartphones nahm ihre Popularität spätestens Anfang der 2000er-Jahre rasch wieder ab. Das Statussymbol hatte ausgedient – bis heute. Denn plötzlich tauchen wieder vermehrt CD-Player für den mobilen Einsatz auf – etwa von FiiO, Cayin oder eben vom französischen Hersteller YBA, dessen portablem SACD-Player mit dem Namen „Design One“ wir hier mal auf den Zahn fühlen wollen. Die CD scheint ein kleines Comeback zu erleben, weil sie mittlerweile vermutlich fast schon so oldschoolig wie Vinyl anmutet – und das Preisschild des Players von 1.848 Euro schraubt die Erwartungen noch etwas mehr in die Höhe.
Der brandneue, im Mai 2026 erstmals vorgestellte YBA Design One kam genau an dem Tag an, an dem eine direkt an München angrenzende, wohlhabende Dorfgemeinde Mitte Juli auf die glorreiche Idee kam, bis jeweils spät nachts einen dreitägigen Feiermarathon mit Open-Air-Blasmusik, Bierzelt, Schuhplattler-Wettbewerb, Okotoberfest-Kapelle und DJ in Konzertlautstärke zu starten. In meiner ersten Panik hatte ich mir bereits Ohropax und Baldrian herausgelegt, die Fenster verrammelt und über ein Hotelzimmer möglichst weit weg nachgedacht, falls alles nichts bringt, aber hey: Der Musikgott hatte Mitleid mit mir und schickte mir diesen transportablen Player mit Top-Loading-Mechanismus und Kopfhörerbuchsen, der auch rein akkubetrieben Silberscheiben abspielen kann. Eat this, Bierzelt!

CD/SACD-Player YBA Design One – Einsatzszenarien und Technik
Einschränkend muss allerdings gleich eine Sache erklärt werden: Beim YBA Design One handelt es sich zwar um einen portablen CD/SACD-Player, aber mit sich herumtragen sollte man ihn nicht unbedingt dauerhaft, da er nicht gerade klein ist: Die Abmessungen betragen 188 x 166 x 40 mm (B x T x H). Und das Gewicht liegt bei 1,34 kg liegt – so was steckt man sich nicht mal eben in die Jacken- oder Hosentasche in der U-Bahn oder beim Gassigehen. Es handelt sich also in erster Linie um einen SACD-Player, der für den Schreibtisch im Büro, den Gartentisch, das Ferienhaus oder das Nachtkästchen gedacht ist, weil man ihn dank seines integrierten Akkus überall betreiben kann.
Selbstverständlich macht er auch im HiFi-Rack eine gute Figur, da er auf der Rückseite über analoge Cinch-Ausgänge und eine symmetrische 4,4-mm-Pentacon-Schnittstelle zum Anschluss an Vor- oder Vollverstärker verfügt. Wer die Wandlung lieber einem externen DAC überlassen möchte, nutzt den koaxialen S/PDIF- oder den USB-C-Ausgang. Rein geht es ebenfalls per USB-C, dann steht der interne DAC des SACD-Players zur Verfügung, der bis 768 kHz und 32 Bit sowie DSD512 verarbeiten kann. Als D/A-Wandler fungiert der erst im Jahr 2025 vorgestellt AKM AK4497S, der eine hochpräzise Wiedergabe ermöglichen soll. Die Anschlüsse verbergen sich auf der Rückseite hinter einer abnehmbaren und magnetisch haftenden Blende, sind also nur auf Wunsch sicht- und verwendbar. An Verarbeitung, Design und Haptik gibt es nichts auszusetzen – alles wirkt wertig und stabil, was man angesichts des Preises auch erwarten darf.

Auf der Rückseite befindet sich auch noch ein kleiner Umschalter mit der Beschriftung „P Mode“, an dem man zwischen Akku- und Netzbetrieb wählt. Power liefern im kabellosen Betrieb zwei 21.700-Akkuzellen, wobei der Akku im Praxistest rund viereinhalb bis fünf Stunden hält. Der Schnellladestandard USB PD 3.0 ermöglicht es, den Akku besonders schnell wieder aufzuladen. Günter Härtel vom deutschen YBA-Vertrieb war so freundlich, mir so ein Netzteil, das USB PD 3.0 unterstützt und neun Volt bei drei Ampere bereitstellt, gleich mitzuschicken. Wenn der Kopfhörerverstärker maximale Leistung liefern soll, empfiehlt sich der Betrieb mit einem USB-Netzteil dieser Art, wodurch sich die Ausgangsleistung des Kopfhörerverstärkers erhöht. Der Kopfhörerbetrieb zählt laut Hersteller zur zentralen Kernkompetenz des Players, ist also genau das Gegenteil von Beiwerk. Dafür bietet der YBA Design One auf seiner Vorderseite zwei Anschlussbuchsen: Einmal 3,5 mm Single-Ended und 4,4 mm symmetrisch. Der diskret aufgebaute und symmetrische Kopfhörerverstärker stellt bis zu 1,65 Watt Leistung an 32 Ohm bereit und bietet eine niedrige Ausgangsimpedanz, dank der er auch anspruchsvoller Kopfhörer in den Griff bekommen soll.
Auf der Vorderseite sitzt zudem ein relativ kleines 2,79-Zoll-Display (428 x 142 Pixel), mit dessen Hilfe man in Kombination mit den tollen mechanischen Tasten (cool, kein Touchscreen!) und einem Drehrad auf der Oberseite durch das Menü und die Untermenüs navigiert. Hier kann man zum Beispiel die Sprache, die Eingangs- und Ausgangsoptionen, die Displayhelligkeit, die Dauer bis zur automatischen Abschaltung oder die Kanalbalance einstellen. Der Return-Knopf ermöglicht einen schnellen Wechsel zurück zu übergeordneten Menüpunkten, was die Navigation erleichtert.

Erwähnenswert ist, dass das Gerät auch SACDs abspielt (Multi-Layer-SACDs und Single-Layer-SACDs), was gerade bei einem solchen kompakten Player nicht zu den Selbstverständlichkeiten zählt. Eine eigene Taste auf der Oberseite ermöglicht dabei die Umschaltung zwischen SACD- und CD-Layer. Darüber hinaus bietet das Gerät vier verschiedene Digitalfilter, die den Klang allerdings nur minimal beeinflussen. Im Lieferumfang befindet sich darüber hinaus eine Art Kneifzange aus Plastik, mit der ich erst so gar nichts anzufangen wusste. Das Teil sieht aus wie ein Dosierspender für PEZ-Bonbons, die viele noch aus ihrer Kindheit kennen, aber Guttis kommen leider keine raus. Die Bedienungsanleitung verrät schließlich, dass man damit die Tasten auf der Oberseite aus ihrer Verankerung lösen und neu anordnen kann. Da ich zwei linke Hände habe, verzichtete ich darauf, es auszuprobieren und recherchierte stattdessen, ob man im Internet PEZ bestellen kann. Yeah, den Süßkram gibt’s noch!
Wie bereits kurz erwähnt, handelt es sich beim YBA Design One um einen Toploader. Nach dem Einlegen der CD wird diese mithilfe des beiliegenden kleinen, speziell entwickelten Pucks zuverlässig magnetisch fixiert. Im Zentrum steht ein SACD-Laufwerk, das aus dem bewährten HD850-Laser in Kombination mit dem MT1389EE-System besteht, das den Laser steuert und die Datenverarbeitung übernimmt. Und jetzt hören wir doch mal nach, wie das Ganze so klingt …
Transportabler CD/SACD-Player YBA Design One – Technische Daten
- Abmessungen: 188 x 166 x 40 mm (B x T x H)
- Gewicht: 1,34 kg
- D/A-Wandler: AKM AK4497S
- Unterstützte Formate: Audio-CD (CD/CD-RW/CD-R), Multi-Layer-SACD, Single-Layer-SACD
- Kopfhörerausgänge: 3,5 mm (unsymmetrisch) und 4,4 mm (symmetrisch)
- Analoge Ausgänge: Cinch & 4,4 mm (symmetrisch)
- Digitale Ausgänge: S/PDIF koaxial und USB-C-Audio
- Digitale Eingänge: USB-C (DAC-Modus, PCM 32 Bit/768 kHz & DSD512)
- Ausgangsimpedanz: 3,5 mm – 0,4 Ω // 4,4 mm – 0,8 Ω
- Ausgangspegel: Cinch – 2,6 V // 4,4 mm – 5,2 V
- Frequenzgang 20 Hz–40 kHz (-0,5 dB)
- Akkulaufzeit: Bis zu 5,5 Stunden
- Externe Stromversorgung per USB-C: Ladegerät mit 9 V/3 A (PD3.0 PPS) erforderlich
- Displaygröße: 2,79 Zoll, 428 x 142 Pixel
- Bedienung: Anpassbare, mechanische Hardware-Tasten
- Garantie: Zwei Jahre

CD/SACD-Player YBA Design One – Klang
Los geht’s mit einer CD, die ich besonders gut kenne und zu den besten Alben aller Zeiten zähle: „Disintegration“ von The Cure (remasterte Version in der Deluxe-Edition). Das Meisterwerk aus dem Jahr 1989 enthält nicht nur poppige Hits wie „Lullaby“ und „Lovesong“, sondern vor allem auch ausufernd dunkle Hymnen wie beispielsweise „Prayers For Rain“, in denen man sich komplett verlieren kann. „Prayers For Rain“ weist einen abgrundtiefen Bass auf, mit dem man ganze Bierzelte im Erdboden versenken könnte. Der YBA Design One, den ich zunächst per Cinchkabel (Goldkabel Executive) an den McIntosh-Vollverstärker MA8950 AC als CD-Player angeschlossen habe, gibt den Tiefbass in Kombination mit den Sonus Faber Olympica Nova 3 beeindruckend tief wieder, ohne schwammig zu werden. Manche Quellen-Wandler-Kombination wie etwa mein Innous Zenith MK3 im Gespann mit dem Röhren-DAC PrimaLuna EVO 100 Tube Digital Analogue Converter bieten zwar noch minimal mehr Tiefgang und Durchzeichnung, kosten aber ein Vielfaches dieses kleinen SACD-Players. Bleiben wir noch ein bisschen bei dem Album von The Cure: Die Eröffnungsnummer „Plainsong“ donnert nach einem leisen Windspiel-Intro plötzlich laut los. Dadurch eignet sich das Stück besonders gut für die Beurteilung der Grobdynamik. Hier legt der in China hergestellte Franzose rasant los, ohne auf maximale Explosivität zu setzen. Große Lautstärkesprünge setzt er also weder besonders hart und kompromisslos noch weich und fließend um.
In den folgenden Wochen kristallisierte sich heraus, dass der YBA Design One eher ein Feingeist als ein Haudrauf ist – egal ob er in der Stereoanlage spielte oder einen Kopfhörer antrieb. Als Ohrlauscher kommt der offene Focal Clear MG zum Einsatz, der nicht nur aufgrund seines Preisschilds (1.500 Euro) gut zu unserem Testkandidaten passt. Seine leicht warme Klangsignatur und sein guter Sitz machen ihn zu einem langzeittauglichen Kopfhörer, den man gerne länger auf der Rübe lässt. Grundsätzlich erwies sich der YBA Design One als sehr detailreicher und feinauflösender Player, der auch Kleinigkeiten Beachtung schenkt. So konnte ich zum Beispiel in „Walking In My Shoes“ von Depeche Mode (Album: „Songs Of Faith And Devotion“, 1993) feine Details heraushören, die sich nicht im Vordergrund, sondern in den Schichten dahinter verbergen. Dave Gahans Stimme und elektronische Hintergrundstrukturen hinterlassen in dem Stück teilweise leise Halleffekte, die nur hochauflösende und feindynamisch gute Komponenten zum Trommelfell transportieren. Das Ausklingen dieser Halleffekte zeichnet der YBA sehr schön nach, sie gehen also nicht im Gesamtsound unter. Und wenn wir schon über Stimmen sprechen: Das Organ von Dave Gahan wirkt mit YBA Design One sehr natürlich und weist eine leichte, sehr angenehme Wärme auf. Nicht schmusewollig übertrieben, sondern nahbar und eher auf Herz und Seele als auf den Kopf zielend.

Hohe Frequenzen bringt er weder übertrieben frisch und offensiv zu Gehör noch zurückgenommen. Neutral trifft es bei der Höhenwiedergabe am besten. Bei „Read My Mind“ von The Killers (Album: „Sam’s Town“, 2006) stellt er die Gitarren mit klaren Konturen, offen und luftig dar – von Härte oder Körnigkeit keine Spur. Bei eher offensiven, hellen Produktionen, wie sie gerne im Heavy-Metal-Bereich vorkommen, reicht er diese Aggressivität gerade im Hochton auch entsprechend weiter, was man ihm aber nicht als Kritikpunkt ankreiden kann – er zeigt ja nur das, was sich auf der Disc befindet. Seine Gesamttonalität ist aufgrund der leicht warmen Mitten zwar nicht hundertprozentig neutral, aber zu 97 oder 98 Prozent. Damit sollte der YBA Design One für die meisten Hörertypen ein attraktives Klangbild bieten, lediglich Fans ausgesprochen hoher Analyse oder extreme Warmhörer werden nicht ganz glücklich mit ihm werden.
Ach ja: Auch in puncto Räumlichkeit macht der Franzose eine gute Figur. Im Betrieb an der Stereoanlage reicht das Bühnenbild bei besagter Killers-CD seitlich ein Stückchen über die Lautsprecher hinaus, wenngleich meine übliche, aber auch deutlich teurere Kombination aus dem PrimaLuna-Röhren-DAC und dem Musikserver Innous Zenith MK3 hier noch etwas mehr Breitbandpanorama und Bühnentiefe bietet. Abschließend wandert natürlich auch noch eine SACD in den YBA Design One: „Within The Realm Of A Dying Sun“ (1987) von Dead Can Dance. Dabei handelt es sich um eine Hybrid-Stereo-SACD, die 2008 über Mobile Fidelity Sound Lab veröffentlicht wurde, es ist also ein Umschalten zwischen CD-Spur und SACD-Spur möglich. Hier offenbaren sich die klanglichen Vorzüge der SACD: „Das düstere, fast akral anmutende „Summoning Of The Muse“ öffnet sich in räumlicher Hinsicht noch mal, während Lisa Gerrards Stimme noch etwas klarer im Raum steht. Auch die Feinzeichnung erhöht sich etwas, insgesamt wirkt die SACD-Variante souveräner und spannungsvoller. Wer viele SACDs im Regal stehen hat, sollte den YBA Design One also auf dem Radar haben.

CD/SACD-Player YBA Design One: Fazit
Dieser transportable SACD-Player ist er zwar eher für Schreibtisch, Nachtkästchen oder Ferienhaus als für die Hosentasche geeignet, hat aber viele andere gute Argumente auf seiner Seite: Hochwertige Verarbeitung, vielseitige Anschlüsse, herrlich klickende Tasten, SACD-Abspielfähigkeit und einen starken Kopfhörerverstärker. Mehr noch: Man kann ihn dank seiner USB-C-Schnittstelle sogar als D/A-Wandler nutzen. In klanglicher Hinsicht präsentiert er sich als Feingeist mit hoher Auflösung, ausgezeichneter Feindynamik und natürlicher, leicht warmer Mittenwiedergabe. Der Hochton bleibt neutral, sauber und frei von unnötiger Schärfe, während der Bass einen schönen Kompromiss aus Tiefgang und Durchzeichnung findet. Besonders SACDs verbessern die ohnehin schon guten räumlichen Fähigkeiten noch einmal deutlich. Last, but not least hat er mein Wochenende gerettet und mir viele schöne Musikstunden beschert. Ein außergewöhnlicher, ausgesprochen cooler Player, der Nostalgie mit Moderne verbindet.
Im Test
YBA Design One
Portabler CD/SACD-Player
Abmessungen: 188 x 166 x 40 mm (B x T x H)
Gewicht: 1,34 kg
Akkulaufzeit: bis zu 5,5 Std.
Preis: 1.848 Euro
Vertrieb
Günter Härtel
Handelsvertretungen
Lütgestrasse 18
59069 Hamm
Tel.: 02385-5236
Mobil: 0171-3119300
Web: www.haertel-vertrieb.de
Mail: gh@haertel-vertrieb.de
Mitspieler im Test
Vollverstärker: McIntosh MA8950 AC
CD-Player: McIntosh MCD301 AC
Streamer/Musikserver: Innuos Zenith MK3
DAC: PrimaLuna EVO 100 Tube Digital Analogue Converter
Kopfhörer: Focal Clear MG
Lautsprecher: Sonus Faber Olympica Nova 3
Kabel: Goldkabel Executive (Cinch), Inakustik Referenz 2404 MK2 & Wireworld Eclipse 7 (Lautsprecher), QED Reference Audio 40 Digital Koax (Digital)
Bilder, soweit nicht anders genannt: Elmar Salmutter.

