Man kennt das aus dem Beziehungsleben: Wenn es so richtig im Fundament kriselt, nützt auch das schönste „darüber reden“ nichts mehr. Was für die zwischenmenschliche Psychologie gilt, ist dagegen in der HiFi-Welt reine und unerbittliche Physik – auch wenn böse Zungen bis heute behaupten, dass manche Zubehörteile, vornehmlich die aus dem High-End-Segment, eher in den Bereich der Metaphysik oder des gepflegten Voodoo gehören. Doch wer Reinhold Schäffer, den kreativen Kopf und Konstrukteur hinter bFly-audio, einmal in seiner Augsburger Ideenschmiede virtuell oder real über die Schulter geschaut hat, merkt ganz schnell: Hier wird nicht mit Feenstaub gehandelt, sondern mit knallharter Resonanz-Eliminierung und schwäbisch-bayerischer Akribie.

bFly-audio Lautsprecherfüße Talis Pro und Talis Elite – Annäherung
Die Geschichte von bFly-audio entspringt im Grunde einer simplen, aber folgenschweren Beobachtung, die wohl jeder Musikliebhaber schon einmal schmerzhaft nachvollziehen musste: Da investiert man das mühsam Ersparte in Lautsprecher, die optisch und akustisch die Erhabenheit einer gotischen Kathedrale ausstrahlen, nur um beim ersten orchestralen Tutti festzustellen, dass das heimische Wohnzimmerparkett im Takt der Bassdrum munter mitschwingt. Das Resultat dieses ungewollten Raum-Resonanz-Konzertes ist meist zweigeteilt: Entweder klopft der nette Nachbar im Erdgeschoss mit dem Besenstiel gleichsam den Takt an die Decke, oder die feinen, mühsam herausgearbeiteten Details der Aufnahme versinken im akustischen Sumpf der Gehäusevibrationen. Lautsprecher sind nun mal mechanische Schwerarbeiter. Sie bewegen Luft – und oft auch mangels perfekter Isolation leider eben auch sich selbst und alles, worauf sie stehen.
Genau hier setzte Reinhold Schäffer vor über einem Jahrzehnt an. Als passionierter HiFi-Enthusiast und gelernter Betriebswirt mit einem ausgeprägten Hang zur physikalischen Ursachenforschung gab er sich nicht damit zufrieden, dass der heimische Boden vibrierte wie die Fussballtribüne bei einem emotionalen Lokalderby. Die Initialzündung für die Firmengründung lag in der Unzufriedenheit mit den damals marktüblichen Lösungen. Die HiFi-Welt war (und ist) gespalten: Auf der einen Seite die Fraktion der „Ankopplung“ mittels spitzer Spikes, die die Energie zwar ableiten, sich dabei aber unbarmherzig in teures Echtholzparkett bohren und den Boden als Resonanzkörper missbrauchen. Auf der anderen Seite die Fraktion der simplen Gummi-Entkoppler, die die Box oft etwas „schwammiger“ lagern und den Bass aufweichen. Schäffer suchte den dritten Weg – die kontrollierte Eliminierung.
Die Herleitung der bFly-audio Absorber basiert auf dem von ihm entwickelten MLA-Technologie-Konzept (Multi-Layer-Adjustment). Die Erkenntnis dahinter: Eine einzige Wunder-Substanz kann das komplexe Frequenzspektrum von Gehäuseschwingungen niemals allein bewältigen. Stattdessen kombiniert bFly-audio in präzise berechneter Reihenfolge verschiedene Schichten aus hochspezifischen Materialien wie Kork, Naturkautschuk, Sorbothane und edlem Aluminium. Das Ziel dieses „Schichtkuchens“ ist es, die mechanische Energie der Lautsprecher nicht einfach stumpf zu blockieren – was oft zu einem eher unnatürlichen, leblosen Klangstau führt – sondern sie ganz gezielt in „mikroskopische“ Wärme umzuwandeln. Man baut sozusagen eine maßgeschneiderte Knautschzone für die Box. Dass das Unternehmen das Wort „Fly“ im Namen trägt, ist dabei das erklärte Programm: Die Musik soll sich idealerweise und schlussendlich völlig frei, losgelöst und unbeschwert von den mechanischen Fesseln des Untergrundes im Raum entfalten.

Nun stehen mit den Modellen Talis Pro und Talis Elite zwei Probanden auf dem Prüfstand, die dieses Erbe der Schwingungs-Therapie auf die Spitze treiben sollen. Beide Konstruktionen treten den Beweis an, dass ein moderner Lautsprecherfuß weit mehr sein kann als nur ein hübsch gedrehtes Stück Metall mit einer Filzunterlage. Sie sind das hochgradig optimierte Resultat jahrelanger Materialforschung und des unermüdlichen Strebens, dem audiophilen Fundament endlich die nötige, unerschütterliche Ruhe zu schenken. Wie sich diese beiden ungleichen Geschwister konzeptionell unterscheiden, wo die feinen Unterschiede in der mechanischen Herangehensweise liegen und wie bFly-audio hier Handwerk mit physikalischer Logik verbindet, schauen wir uns im Folgenden ganz genau an – völlig frei von esoterischem Voodoo, dafür mit festem Stand auf dem Boden der Tatsachen.
bFly-audio hatte mir folgende Füße in verschiedenen Ausführungen (unter anderem mit M6- und M8-Gewinde) zur Verfügung gestellt, und zwar aus der Talis Pro-Serie die Absorberfüße in M (Belastbarkeit pro Set 50 kg) und L (Belastbarkeit pro Set bis zu sagenhaften 400 kg), zudem die b.Disc Unterlegscheiben, die dann perfekt sind, wenn man beispielsweise bei Lautsprechern die Spikes nicht oder nicht ohne weiteres entfernen kann. Die b.Discs aus der Talis Pro Serie haben im Prinzip den gleichen Aufbau wie die Absorberfüße – mit kleinen Unterschieden.
Während die b.Disc aus Aluminiumoberteil, einer Schicht aus Sorbothane, einer weiteren Trennschicht sowie dann der letzten und „bodenberührenden“ Schicht aus Kork-Kautschuk besteht, berührt genau diese Kork-Kautschuk-Schicht bei den Absorberfüßen nicht den Boden, weil es dort darüber noch eine sogenannte „Glider“-Schicht aus Polyoxymethylen (landläufig als „POM“ bekannt) gibt. POM ist ein thermoplastischer Kunststoff, der sich durch extreme Härte, Steifigkeit und Formstabilität auszeichnet. Aufgrund seiner hervorragenden Gleiteigenschaften und hohen Abriebfestigkeit wird das Material auch häufig als Ersatz für Metallteile verwendet, beispielsweise für Zahnräder oder Lager.

Die Talis Elite-Serie kam „in persona“ der Absorber/Lautsprecherfüße als auch hier der b.Discs (auch in 2 Größen/Gewichtsklassen) zu mir, und zwar hier in der L-Ausführung (Belastbarkeit/Set 100 kg) sowie in der XL-Ausführung (Belastbarkeit pro Set hier 400 kg). Die Belastbarkeiten pro „Größe“ sind bei der Elite-Serie etwas andere als bei der Pro-Serie – das ist dem gänzlich anderen Aufbau geschuldet.
Was nämlich sofort auffällig ist: Die Talis Elite-Serie ist nicht nur optisch, sondern auch materialtechnisch wesentlich aufwendiger konstruiert und gebaut. Hier gibt es – Achtung, Materialschlacht – folgenden Aufbau: Oberteil aus Aluminium, Sorbothane, Trennschicht, Kork, Trennschicht, wieder Sorbothane, dann eine Unterschale aus POM, in der dann noch zusätzlich eine (mit „bFly-audio“ beschriftete) Gelschicht integriert ist, die relativ „weich“ mit dem Boden interferiert. Wow. Da hält man richtige, kleine Kunstwerke in der Hand, schweres und sattes „Haltegefühl“ inklusive. Die sind richtig „respektheischend“, diese Dinger aus der Talis Elite-Serie…im Übrigen ist hier der Aufbau der Absorberfüße als auch der Discs der gleiche, bei der Talis Pro-Serie unterscheidet sich der Aufbau der beiden ja. bFly-audio sagt, dass die Talis Elite-Serie durch diesen sehr komplexen Aufbau so gut Schwingungen absorbiert, dass am Ende nur noch circa 9% an Restschwingung übrig bleibt (!!). Das hört sich auf dem Papier schon einmal fast unglaublich an – und bietet natürlich eine perfekte Spielwiese für Experimente sowie langgezogene Hörtests. Genau das richtige für lange Sommernächte, wenn man vor lauter tropischer Hitze nicht schlafen kann.
bFly-audio Lautsprecherfüße Talis Pro (b.Disc) & Talis Elite (b.Disc) – technische Daten
- Erhältliche Farben: schwarz oder aluminium
- In Gewindegrößen M6, M8, M10 & M12 lieferbar
Talis Pro
Größe M
– Belastbarkeit 50 kg / 4-er Set
– Durchmesser 42 mm
– Höhe ohne Gewinde 15 mm
– Unverbindliche Preisempfehlung EUR 269,- / 4-er Set
Größe L
– Belastbarkeit 400 kg / 4-er Set
– Durchmesser 55 mm
– Höhe ohne Gewinde 17 mm
– Unverbindliche Preisempfehlung EUR 389,- / 4-er Set
Talis Pro b.Disc
Größe S
– Belastbarkeit 5 kg / Stück
– Durchmesser 37 mm
– Höhe 10 mm
– Unverbindliche Preisempfehlung EUR 35,- / Stück
Größe M
– Belastbarkeit 12 kg / Stück
– Durchmesser 42 mm
– Höhe 11 mm
– Unverbindliche Preisempfehlung EUR 42,- / Stück
Größe L
– Belastbarkeit 100 kg Stück
– Durchmesser 55 mm
– Höhe 13 mm
– Unverbindliche Preisempfehlung EUR 62,- / Stück
Talis Elite Lautsprecherfüße
Größe S
– Belastbarkeit 28 kg / 4-er Set
– Durchmesser 55 mm
– Höhe ohne Gewinde 23 mm
– Unverbindliche Preisempfehlung EUR 329,-
Größe M
– Belastbarkeit 50 kg / 4-er Set
– Durchmesser 55 mm
– Höhe ohne Gewinde 23 mm
– Unverbindliche Preisempfehlung EUR 429,-
Größe L
– Belastbarkeit 100 kg / 4-er Set
– Durchmesser 72 mm
– Höhe ohne Gewinde 26 mm
– Unverbindliche Preisempfehlung EUR 629,-
Größe XL
– Belastbarkeit 400 kg / 4-er Set
– Durchmesser 72 mm
– Höhe ohne Gewinde 26 mm
– Unverbindliche Preisempfehlung EUR 799,-
Talis Elite b.Disc
Größe S
– Belastbarkeit 7 kg / Stück
– Durchmesser 55 mm
– Höhe ohne Gewinde 21 mm
– Unverbindliche Preisempfehlung EUR 59,- / Stück
Größe M
– Belastbarkeit 12 kg / Stück
– Durchmesser 55 mm
– Höhe ohne Gewinde 21 mm
– Unverbindliche Preisempfehlung EUR 79,- / Stück
Größe L
– Belastbarkeit 25 kg / Stück
– Durchmesser 72 mm
– Höhe ohne Gewinde 24 mm
– Unverbindliche Preisempfehlung EUR 109,- / Stück
Größe XL
– Belastbarkeit 100 kg / Stück
– Durchmesser 72 mm
– Höhe ohne Gewinde 24 mm
– Unverbindliche Preisempfehlung EUR 159,- / Stück
bFly-audio Lautsprecherfüße Talis Pro und Talis Elite – Klang
Vom Testaufbau her wurde nichts getauscht außer den Füßen und den Discs – die Kette blieb unangetastet, nur eben das Fundament der Lautsprecher wechselte im Laufe der Testwochen mehrmals. Erst kamen immer die Talis Pro und alternativ die b.Discs Pro zum Einsatz und dann, jeweils nach einer Verschnaufpause für Ohren und Rücken, die Talis Elite – oder eben auch hier – die b.Discs Elite. Ein bisschen wie beim Reifenwechsel am Rennwagen: Der Motor blieb derselbe, aber wie die Kraft auf den Asphalt kommt, das kann sich gewaltig unterscheiden. Nur dass hier niemand mit der Stoppuhr in der Boxengasse steht – außer vielleicht die eigene Geduld, denn Umbauphasen dieser Art verlangen dem Hörer stets viel Zeit, Arbeit als auch ein wenig „Zen“ ab.
Der Ablauf war dabei denkbar unspektakulär und trotzdem ein wenig zermürbend: hinsetzen, hinhören, wieder aufstehen, Füße tauschen, wieder hinsetzen, kurz überlegen, ob man sich das gerade nicht doch nur nicht einbildet, und dann sicherheitshalber noch einmal von vorne. Man kommt sich dabei vor wie beim Möbelaufbau ohne Anleitung – nur dass hier am Ende etwas Sinnvolles herauskommt und nicht – wie sonst immer – ungefähr drei Schrauben übrigbleiben, für die es keine Erklärung gibt.
Den Anfang machte Diana Kralls „Temptation“, und der Kontrabass zu Beginn dieser Aufnahme ist fast schon ein Referenztest für jede Art von Entkopplung – tief, aber nie träge, wenn die Kette es zulässt und gnadenlos entlarvend, wenn nicht. Ohne jede Zusatzmaßnahme neigte der Bass in der gewohnten Aufstellung zu einer gewissen Unschärfe in den Konturen, einem leichten Nachschwingen, das sich wie ein zu spät gekommener Gast an jede Note dranhängte und partout nicht mehr gehen wollte. Kaum waren die bFly-audio Talis Pro untergeschraubt, verschwand dieses Nachschwingen spürbar: Der Bass löste sich (tatsächlich!) hörbar vom Lautsprecher, stand freier im Raum, ohne dabei aufgebläht zu wirken oder sich, wie es „ungedämpft“ gerne mal passiert, breitzumachen wie ein Mitbewohner, die die Kontrolle über die Fernbedienung übernommen hat und diese partout nicht mehr abgeben will.
Die Talis Elite legten dann noch eine Schippe drauf – nicht lauter, nicht wuchtiger – sondern präziser, fast schon diszipliniert. Das rhythmische Timing im unteren Frequenzbereich wirkte einen Hauch bestimmter, fast so, als hätte jemand den Bassisten heimlich eine Tasse Espresso mehr spendiert, ohne dass dieser dabei nervös oder hektisch geworden wäre. So, als hätte er endlich mal wieder eine Nacht durchgeschlafen. Kralls Stimme profitierte in beiden Fällen von mehr Ruhe im Hintergrund. Man hörte, mit einem gewissen Erstaunen, Nebengeräusche im Aufnahmeraum, die zuvor sicherlich auch schon da waren, aber einfach nicht auffielen. Als hätte man plötzlich Untertitel für eine Szene eingeblendet bekommen, die man schon hundertmal gesehen hatte.
Bei den Elite kam ein zusätzliches Quäntchen Körperlichkeit hinzu, das die Talis Pro noch schuldig blieben: Die Stimme bekam noch etwas mehr Statur, stand fester im Raum, als hätte sich Diana entschlossen, es dieses Mal wirklich ernst zu meinen. Selbst das leise Anschlagen der Becken im Hintergrund, sonst eher eine Ahnung als ein Ereignis, bekam mit der Elite-Kombi einen fast greifbaren metallischen Schimmer – genug, um kurz zu überlegen, ob man den Track nicht doch noch ein drittes Mal hintereinander hören sollte. Rein zu Testzwecken, versteht sich.
Tracy Chapmans „Fast Car“ lebt und stirbt mit dem Timing der akustischen Gitarre und der Unmittelbarkeit ihrer Stimme – zwei Elemente, die keine Gnade kennen, wenn irgendwo in der Kette mechanische Unruhe herrscht und jede noch so kleine Unsauberkeit gnadenlos ans Licht – pardon, ans Ohr – zerrt.
Schon mit den Talis Pro zeigte sich, wie viel Nervosität normalerweise unbemerkt mitschwingt: Die Gitarrensaiten gewannen an Kontur, die Anschläge lösten sich klarer voneinander, ohne in einen diffusen Brei überzugehen, der sich sonst gerne als „warmer Klang“ tarnt, in Wahrheit aber schlicht Unschärfe mit besserem Marketing ist. Auch die Dynamik der leisen Passagen, in denen Chapman ihre Stimme fast zurücknimmt, wirkte mit den b.Fly Talis Pro kontrollierter, weniger verwaschen an den Rändern – als hätte jemand dem Signal ein Handtuch untergelegt, bevor es sich unkontrolliert im Raum verteilen konnte.
Dann kamen die Talis Elite an die Reihe und das war der Moment im Test, an dem sich der schwer arbeitende Autor kurz aufrecht hinsetzte und die Kaffeetasse vorsichtshalber etwas weiter vom Tischrand rückte. Das Fingerpicking bekam eine geradezu erzählerische Qualität – jeder Anschlag hatte seinen eigenen kleinen Moment, seine eigene kleine Bühne, ohne dass das Gesamtbild dabei auseinanderfiel oder gar analytisch-kalt daherkam. Chapmans Stimme, die auf schlecht entkoppelten Systemen gerne einen leicht näselnden Unterton bekommt, klang plötzlich ehrlicher, direkter – hier hatte man viel mehr das Gefühl, sie säße einem gegenüber und nicht irgendwo hinter einer Wand aus mechanischem Rauschen, die man vorher gar nicht als solche wahrgenommen hatte, weil man es schlicht nicht anders kannte.
Die b.Disc Elite, anstatt meiner „nur Spikes auf ordinären Parkettschoner“ – Konfiguration, sorgten für einen wesentlich stabileren, klar definierten Bühnenrand, als hätte man das Konzert von der dritten Reihe auf die erste umgebucht, inklusive besserem Blickwinkel auf die Fingerarbeit und ganz ohne die übliche Diskussion mit dem Veranstalter. Selbst das leise Atemgeräusch vor dem Einsatz der Stimme, normalerweise eine Fußnote im Gesamtbild, wurde zu einem kleinen, fast intimen Detail, das mich kurz innehalten ließ; so, wenn man innehält, wenn einem jemand unerwartet etwas sehr Persönliches erzählt.
Zum Abschluss kam immer Brain Enos „An Ending (Ascent)“ an die Reihe, ein Stück, bei dem sich nichts mehr verstecken lässt. Bei einer derart luftigen, schwebenden Komposition wird jede Unruhe im System offengelegt – hier gibt es keine Bassdrum, die über Schwächen hinwegtäuscht, keine Stimme, die Aufmerksamkeit bindet und ablenkt. Nur Klangflächen, die entweder sauber ineinandergleiten oder eben nicht, ohne jede Möglichkeit, sich hinter einem griffigen Refrain zu verstecken. Mit den Talis Pro gewann die Aufnahme bereits erheblich an Ruhe und Schwärze zwischen den einzelnen Schichten – die Synthesizerflächen wirkten weniger verschmiert, mehr wie eigenständige, sanft ineinandergleitende Ebenen, die sich gegenseitig Platz ließen, statt sich wie auf einer überfüllten Party ins Wort zu fallen und am Ende alle gleichzeitig zu reden.
Die Talis Elite schraubten dann noch einmal spürbar an der Feinauflösung: Die räumliche Tiefe nahm merklich zu, entfernte Klangschichten bleiben auch in großer „Distanz“ noch klar konturiert, statt – wie so oft bei weniger sorgfältig entkoppelten Aufbauten – irgendwo im diffusen Nebel zu verschwinden, aus dem sie nie wieder auftauchen. Sehr bemerkenswert sind die feinen, fast am Rand der Hörbarkeit liegenden Übergänge zwischen den Klangschichten, die sonst leicht untergehen. Mit der b.Fly-audio Talis Elite – Kombi bleiben sie nachvollziehbar, man kann dem langsamen Verblassen einer „Klangblase“ förmlich beim Verschwinden zusehen, statt es nur zu ahnen – ungefähr so, wie man einer Kerze beim Herunterbrennen zusieht. Das Stück wurde mit den Elite-Absorbern meditativ, fast schon zur Einladung, den Feierabend fünf Minuten länger auf dem Sofa zu verbringen als eigentlich eingeplant, und dann noch einmal fünf Minuten, weil man ja schon mal dabei ist.
Mit der bFly-audio Talis Pro-Serie war es schön. Mit der Talis Elite-Serie wurde es beinahe eine kleine spirituelle Erfahrung – wenn auch eine, für die man weder Räucherstäbchen noch eine Yogamatte braucht, sondern lediglich ein wenig Zeit und die Bereitschaft, den Abwasch noch etwas länger liegen zu lassen.
bFly-audio Lautsprecherfüße Talis Pro und Talis Elite – Fazit
Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass hörbare Verbesserung nicht zwangsläufig etwas mit dem Innenleben der Stereokette selbst zu tun haben muss – manchmal reicht es, das Fundament zu wechseln. Die Talis Pro sorgen bereits spürbar für mehr Ruhe, Kontur und Raum, ganz ohne dass man dafür ein zweites Studium in Psychoakustik benötigt. Die Talis Elite gehen noch einen Schritt weiter: feiner aufgelöst, präziser im Timing, mit einer Portion mehr Körperlichkeit – ein Unterschied, der sich zwar nicht in Dezibel messen lässt, aber im Wohnzimmer sehr real ankommt.
Für den unaufgeregten Einstieg reichen die Talis Pro völlig aus, weil sie das klangliche Niveau der heimischen Kette schon spürbar heben. Wer jedoch einmal die Talis Elite gehört hat, wird künftig andere Maßstäbe anlegen und sollte schon einmal anfangen, peux a peux Geld an der Wirtschaftsministerin vorbeizuschmuggeln.
So oder so gilt jedoch: Manchmal entscheidet eben doch das, worauf die Kette steht. Meine „steht“ jedenfalls auf Absorber von bFly-audio. Ich im Übrigen ab sofort auch.
Im Test
bFly-audio Lautsprecherfüße
Erhältliche Farben: schwarz/aluminium oder schwarz
Talis Pro & Talis Elite mit M-Gewindeschrauben, ab 269,- Euro / 329,- Euro (Viererset)
Talis Pro & Talis Elite Version b.Disc für vorhandene Spikes, ab 170,- Euro / 236,- Euro (Viererset)
Hersteller und Vertrieb
bFly-audio
Reinhold Schäffer
St.-Martin-Weg 1
86986 Schwabbruck
Tel.: +49 (0) 8868 1818755
Mail: info@bfly-audio.de
Web: www.bfly-audio.de
Mitspieler im Test
Quellen digital – Netzwerkspieler Olive Audio 4HD, CD-Spieler AMR CD-777, Streamer WIIM Pro
Quellen analog – Plattenspieler Dr. Feickert Audio Blackbird mit Tonabnehmer Ortofon Cadenza Red, Ortofon SPU Classic GE MKII, EMT HSD006, Phono MM- & MC Verstärker Cyrus Signature Phono (mit PSX-R), Übertrager von Phasemation
Verstärker – Vollverstärker Circle Labs A 200
Lautsprecher – Standlautsprecher Sonus Faber Olympica 2, Paradigm Founder 80f
Zubehör – Kabel von Horn Audiophiles, A23, HMS, Isotek, Boaacoustic, Tellurium Q
bFly-Audio Produkte bei uns HiFi-IFAs im Test
Test: bFly-Audio Octopus Light – Plattengewicht & Plattenklemme – Doppelt gut
Test: bfly Audio Stoneline Twin Basis und SATELLITE-Q Plus Gehäuseabsorber – Masse mit Klasse
Test: bfly Audio bPower Netzkabel – die graue Eminenz in Sachen Dynamik





