Innuos ZEN MK II Musikserver Test

Auf den HiFi-Tagen in Hamburg habe ich den Innuos Musikserver ZEN MK II, den kleineren ZEN mini MK II (Test) und  das Spitzenmodell Zenith MK II entdeckt. Diese Geräte sind CD-Ripper, NAS (Rip-NAS) und Streamer in Personalunion. Die Vorführung dort hat mich sofort begeistert, ein einfach und intuitiv zu bedienendes System, dass einem nicht wie so oft bei Geräten der Gattung NAS den Einstieg in die Abgründe der EDV abverlangt. Daher haben wir den ZEN zum Test bestellt.

Das schwere Gehäuse des ZEN macht einen sehr soliden und stabilen Eindruck. Die Optik weiß durch ihre schlichte Eleganz mit den unregelmäßig angeordneten „Bügelfalten“ zu überzeugen. Auf der Rückseite angeordnet die Anschlüsse für Strom, der harte Netzschalter, 2 USB-Buchsen (Für Back-Up & DAC), 2 LAN-Anschlüsse sowie Servicebuchse. Über den zweiten LAN-Anschluss mit der Bezeichnung „Streamer“ kann man einen ebensolchen mit Daten beschicken.  Hardwaremäßig sind eine Intel CPU mit Quad Core und 4 GB Arbeitsspeicher verbaut.

Das CD-Laufwerk von TEAC sowie die Festplatte sind schwebend eingebaut und die Elektronik ist lüfterlos aufgebaut, was eine sehr ruhige Betriebsweise im heimischen Wohnzimmer neben der HiFi-Anlage ermöglicht. Lediglich beim schnellen Rippen von CDs sind Laufgeräusche zu hören, allerdings gibt es auch einen langsameren ruhigeren Ripmodus; wenn man bedenkt dass das schnelle Einlesen ca. 5 min. dauert und das langsamere leisere ca. 8 min., kann man auch gleich bei den Einstellungen die leisere Methode dauerhaft abspeichern. So lassen sich während des Hörens von Musik nebenher gemütlich die bereits vorhandenen CDs rippen. Ebenso lassen sich die Alben von einer NAS bzw. USB-Platte importieren, was ich dann auch getan habe, auch in dieser Betriebsweise läuft der ZEN sehr ruhig. Alternativ kann man sich neue Musik über verschiedene Streamingdienste wie z. Bsp. Tidal runterladen.

Um den ZEN MK II zu bedienen und einzurichten gibt man im Browser von Tablet oder Smartphone lediglich my.innuos.com ein, und schon ist man in der übersichtlichen Bedieneroberfläche, fertig. Hier lassen sich dann die verschiedensten Einstellungen festlegen, wie z. Bsp. das Rippen als .flac bzw. .wav oder die Ripgeschwindigkeit. Sichern lassen sich die Dateien auf einer NAS oder externen USB-Festplatte, gut gelöst die Art der Datensicherung: Man kann einstellen, ob nach 10 oder 50 neuen Alben automatisch ein Backup erstellt werden soll. Liebe zum Detail: Die Leuchtdiode neben dem Netzschalter lässt sich in 8 Farben an die der vorhandenen heimischen Anlage anpassen.

Das Einlesen der CDs geht vollautomatisch, man kann es allerdings auch mit dem „Assistenten“ begleiten. Man kann die Musikalben auch per LAN oder USB importieren. Cover und Metadaten bezieht der ZEN aus verschiedenen Datenbanken, sämtliche dieser Daten lassen sich auch später wieder händisch korrigieren. Wenn die Software der Meinung ist, dass mit den eingelesenen Daten etwas nicht stimmen sollte, schiebt er dieses Album in einen Ordner namens „Quarantäne“. Wurden Alben mehrfach eingelesen bzw. importiert bekommen sie Namenserweiterungen und werden nicht gelöscht, diese werden ebenfalls im Quarantäneordner abgelegt.

Abspielen kann man die Musik über einen externen per USB angeschlossenen DAC, Aktivboxen bzw. Verstärker mit integriertem DAC oder Streamer. Per Squeeze-APP kann man die Musik direkt vom ZEN über einen externen DAC abspielen. Wir haben ihn hier bei uns an den Cambridge 851N angeschlossen. Verglichen haben wir dann den Klang mit der hauseigenen QNAP 112 mit eingebauten WD RED Festplatten sowie externer WD-Festplatte.

Was ich als erstes feststellte, war die gegenüber der NAS sowie der externen Festplatte extrem schnelle Zugriffszeit. So schnell kann ich nicht mal CDs im Player wechseln…

Ist der Klang des 851N im Zusammenspiel mit NAS und USB-Festplatte schon hervorragend, begeisterte der ZEN mich wesentlich mehr. Alles was ich hörte, war viel „schneller“ als bisher. Die räumliche Darstellung in allen 3 Dimensionen weiter und viel exakter, Bassgitarren wunderbar knorrig, Klavierläufe perlten bei Jocelyn Smith „When I need you“ so rein und klar, dass es eine Freude war, wenn sie dann noch ihre Stimme zum Besten gab, stand sie vor mir, Gänsehaut pur! Wesentlich mehr Feinheiten wurden bei sämtlichen Instrumenten hörbar, als hätte man ein höherauflösendes Medium aufgelegt, das Klangbild wurde viel luftiger.

Haris Alexiou, eine meiner Referenzen, hatte noch wesentlich mehr Schattierungen in ihrer Stimme, das Tremolo noch weiter „aufgedröselt“. Der Holzkorpus täuschend echt, die Kastagnetten waren noch klarer erkennbar. Die Komplexität des Stückes war bis zum Ende hin sehr klar und sauber verfolgbar, nicht das kleinste Detail wurde unterschlagen.

John Campbell sang dann “Way Down In The Hole”. Gleich zu Beginn der herrlich schiebende trockene sowie superpräzise Bass. Dann die abgrundtiefe Stimme des Sängers, auch hier wieder diese hervorragende räumliche Präzision, wie einem das „Chhhhh“ seiner Stimme entgegensprang, wow.

Was mich am ZEN MKII sehr faszinierte, war die Klangqualität des Rippens. Ich habe mehrere Alben, die ich mit dem PC per EAC eingelesen und auf den Musikserver kopiert habe, ebenfalls mit dem ZEN eingelesen, Ergebnis: Die innuOS-Software macht es klanglich definitiv besser. Egal ob Stimmen oder die verschiedensten Instrumente, alles wird klarer und sauberer, die Bühnendarstellung gelingt exakter, es gibt schlicht und einfach mehr Feinauflösung.

Apropo Klang: Die LAN-Buchse „Streamer“ ist galvanisch getrennt, tolle Idee. Über diesen Ausgang klingt alles hörbar ruhiger und geschmeidiger. Unbedingt ausprobieren!

Formate: MP3, AAC, AIFF, WAV, FLAC, DSD, DXD, MQA. Abtastraten: PCM bis 384 kHz 32 Bit, DSD bis 256

Mit Speicher 2 TB 1.800,- €, mit 4 TB 2.100,- €

Vielen Dank an Hr. Ey von Innuos, der uns den ZEN für diesen Bericht zur Verfügung gestellt hat.

Fazit: Ein absolut empfehlenswertes Gerät mit High End Spitzenklang, und dazu super Preisleistungsverhältnis mit 6 von 6 Punkten. Wer daheim eine hochwertige HiFi-Anlage mit Streamer betreibt, sollte den Austausch seiner NAS gegen den Innuos ZEN Musikserver ernsthaft erwägen!

Über B. Weber (Arkoudi) 88 Artikel
Aufgewachsen in der Blütezeit des HiFi mit Telefunken Allegretto TS 2020 nebst einem Dual 1228 mit Reibradantrieb und Wechsler. Damals die Technik des Duals bestaunt, heute denkt man mit Grauen daran, wie die Schallplatten aufeinandergefallen sind... Hörraum ist das Wohnzimmer mit ca. 20 qm. Boden mit Korklinoleum sowie vor der Anlage ein hochfloriger Teppich mit ca. 6 qm. Als Diffusoren fungieren einige Bücher- und CD-Regale. Hinter dem Hörplatz ein selbstgebautes Akustikbild an der Wand.

1 Kommentar

  1. Technisch ist hier dem Hi-Fi Check nichts mehr hinzuzufügen. Als Musiker , Toningenieur und Liebhaber von Musik, sowie dessen highendigen Wiedergabe verfasse ich das Gehörte in meinen Worten.

    Der Vergleich zu der NAS und der externen Festplatte ist schon mehr als deutlich. Aber was genau änderte sich hier?

    Für mich war es die Souveränität der Schnelligkeit, der Attacktime Musik in den Hörraum zu katapultieren. Viele Systeme haben da einige Probleme Musik mit realer Attacktime & Anstiegzeit wiederzugeben. Es klingt oft schleppend. Was bewirkt diese Attacktime und deren Anstiegzeit? Töne werden dynamischer und schneller hörbar. Das impliziert ein genaueres Timing, was uns mitgrooven lässt. Ebenso klingt alles geschlossener zusammen. Da fällt mir der Begriff „Aus einem Guss “ ein, den wir in Konzerten erleben.

    Es lässt uns an der Spielfreude der Musik mit dessen Rhythmus teilhaben. Uns mitzunehmen auf die Reise von Spass, Freude, Rhythmus, Tönen, Klang und der grossen Emotion der Musik.
    Letztenendes in uns positive Emotionen unterschiedlicher
    Coleur erweckt. Oder einfach gesagt, Musik erwacht zum Leben. Darum gehts. Das wird hier von Innuos Zen gnadenlos umgesetzt.

    Daraus resultiert ein atmender Raum und Informationen, die zur Wahrnehmung echter Musikwiedergabe entscheidend sind, beim Hören Gänsehaut vermitteln. Übersetzt bedeutet das: Exaktes Timing, Holographie, Detailreichtum und Luft in der Musik, damit sie atmet. Einfach nur dabei zu sein in der Welt realer Musik.

    Das was hier der Innuos Zen an atmender Musik, Holographie und Timing bringt ist schon faszinierend.

    Das Klavier bei Jocelyin B. Smith „When i need you“ perlt in den Facetten der Klangfarben eines Klaviers. Der Klangkörper Klavier wird hier klar und deutlich vermittelt. Die innere musikalische Dynamik gewinnt enorm an Authenzität.

    Weiter geht es mit dem Stück von John Campbell : Way down in the hole. Dieser Song erhielt durch den Innuos Zen eine innere Dynamik. Die crispe kehlige Stimme gewann an Echtheit. Die spielenden Gitarren bekammen im Hallanteil eine tolle Tiefe und Raum. Als Gitarist hörte ich die Gitarren tonal echt und von einer schönen Feindynamik im Anschlag geprägt. Der Bass genauer definiert im Timing des Songs.

    Fazit: Ein Schritt in echte Räumlichkeit und ein unglaubliche dynamische Schnelligkeit, die einen Musik echt erleben lässt. Energie und eine tolle Dynamik zeichnen dieses Gerät aus. Optisch ein Augenschmauß und von der Bedienung her selbsterklärend. Ein absoluter Mega IFA Tipp, für alle die einen Streamer besitzen. Ein MUST HAVE.

    Wir betrieben den InnuOS Zen mit einem Supra Stromkabel und Supra USB Kabel.
    Für alle Ripper und Streamer Fans….. noch mehr Musik und mehr Informationen stecken in diesem wunderschönen innovativen System des Zen. …oder Zen Meister.

    NAS und externe Festplatte waren gestern. Heute ist InnuOS.

    Der Name Zen ist Programm, wenn man es von der Seite betrachtet und dem Namen dieses Systems absolut ehrwürdig….. eins sein mit der Musik.

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