Innuos ZEN Mini MKII Musikserver Test

Der Innuos Musikserver ZEN Mini MK II ist der kleine Bruder des ZEN MKII, über den ich bereits berichtet habe. Die Funktionen und das hauseigene Betriebssystem innuOS sind die gleichen. Auch er rippt CDs, ist NAS sowie Streamer. Internetradio zu empfangen ist ebenfalls möglich.

Die unregelmäßigen „Bügelfalten“ der eleganten stabilen Alufront lockern die Front mit dem Slotin-Laufwerk gelungen auf. Der Mini hat die halbe Breite klassischer HiFi-Anlagen und ist sehr solide aufgebaut, der Deckel ist dadurch weniger resonanzanfällig, und nicht wie beim größerer Bruder ZEN II von innen gedämmt.

Auf der Rückseite angeordnet sind die Anschlüsse für das externe Netzteil, je 2 USB-Buchsen 2.0 & 3.0 (Für Back-Up & DAC), 1 LAN-Anschluss sowie Servicebuchsen. Das solide Netzteil wurde nach extern verbannt, damit es im kleinen Gehäuse des Mini keine Störungen erzeugt.

Hardwaremäßig sind eine Intel CPU mit Quad Core und 2 GB RAM verbaut, die ein schnelles Arbeiten versprechen. Der ZEN Mini ist, da lüfterlos konstruiert, sehr leise. Zudem sind die wahlweise 1 TB oder 2 TB große Festplatte und auch das Slot-In Laufwerk von TEAC schwebend eingebaut. So können während des Hörens in aller Ruhe CDs gerippt werden. Das Einlesen geschieht vollautomatisch, es kann aber auch mit dem Assistenten begleitet werden. Auch der Import von Musik auf externen USB-Laufwerken oder NAS im heimischen Netzwerk geht sehr leise vonstatten.

Per LAN an das heimische Netzwerk angeschlossen, erfolgt die Bedienung über den Browser auf Handy oder Tablet, man gibt lediglich my.innuos.com ein, und schon ist man in der übersichtlichen Bedieneroberfläche, fertig. Hier werden dann die verschiedensten Einstellungen festgelegt, wie z. Bsp. das Rippen als .flac bzw. .wav oder die Ripgeschwindigkeit. Netzwerkeinstellungen? Sind nicht erforderlich, das Betriebssystem innuOS erledigt das vollautomatisch.

Die Namen der Interpreten, Titel wie auch von Covern werden von verschiedenen Datenbanken bezogen. Steht beim Rippen kein Netzwerk zur Verfügung, ist das nicht weiter tragisch, die Software aller ZEN Musikserver lädt die Metadaten beim nächsten Anschluss an ein LAN nach. Sollten die Datenbanken kein Cover zur Verfügung stellen, kann man sie selber importieren, auch die Metadaten lassen sich sehr einfach nachbearbeiten. Doppelte oder fehlerhafte Alben werden im Ordner „Quarantäne“ abgelegt, wurden sie dort korrigiert, werden sie nach Anklicken des Speicherbuttons in die Bibliothek verschoben. High-Res Alben werden gesondert gekennzeichnet. Herunterladen lassen sich die Alben (Auch gezippte) ebenso von Qobuz, Amazon, Tidal und weiteren Anbietern.

Die innuOS-Software enthält einen UPnP-Server. Naim, Linn, Moon, Auralic, Denon HEOS und weitere werden unterstützt. Auch die Verbindung mit dem Sonos-System ist möglich.

Per USB-Kabel wird der ZEN Mini MKII mit einem externen DAC verbunden. So angeschlossen wird die Musik über eine App (iPeng, Orange Squeeze etc.) abgespielt. Ebenso lässt sie sich über die Apps per USB verbundender Streamer abrufen. Wer eine minimalistische HiFi-Anlage mit gutem Klang und Komfort sucht, schließt ihn einfach an ein Paar Aktivlautsprecher mit DAC an.

Als Beispiel der Innuos ZEN auf den HiFi-Tagen 2017 in Hamburg mit KEF LS50 wireless

Beim Abrufen der Musikalben über die App meines Streamers verblüfften mich die rasanten Zugriffszeiten auf die Musikalben auf dem ZEN, da ist meine QNAP wesentlich gemütlicher unterwegs! Die Argumente aus meinem Bekanntenkreis, das ihnen Musik hören über diese Art von Technik zu umständlich sei, war damit schon mal erledigt.

Und nicht nur das, auch der Klang der mit der Innuos-Software eingelesenen Alben war hörbar besser als meine bisherigen Rips mit Laptop und EAC, anfangs konnte ich es kaum glauben, doch nachdem ich mehrere CDs eingelesen und mit denen, die ich per Laptop und EAC gerippt habe, verglichen hatte, war es amtlich, auch bei Nullen und Einsen gibt es Unterschiede!

Egal was ich hörte, der Klang war reiner und sauberer, das Timing besser, was man insbesonder bei Klavierläufen gut hörte. Bassläufe wurden strukturierter. Bei Akustikgitarren hatte der Korpus mehr „Holz“, ebenso wie man hörte, dass ein Saxophon ein Holzblasinstrument ist. Stimmen klangen sauberer und feiner aufgelöst, z. Bsp. das Tremolo von Haris oder das Hauchen von Diana Krall. Auch die Bühnendarstellung gelang so hörbar weiter und tiefer. Ok, klanglich kommt er nicht ganz an seinen größeren Bruder ran, gegenüber meiner QNAP ist er auf jeden Fall ein wesentlicher Fortschritt.

Formate: MP3, AAC, AIFF, WAV, FLAC, DSD, DXD, MQA. Abtastraten: PCM bis 384 kHz 32 Bit, DSD bis 256

Mit Speicher 1 TB 850,- €, mit 2 TB 950,- €

Fazit: Der Innuos ZEN Mini MKII ist innovativ, sehr schnell, lässt sich einfach bedienen, hat eine überzeugende Klangqualität und dazu spitzen Preisleistungsverhältnis mit 6 von 6 Punkten. Ein Gerät für Musikgenießer mit Anspruch. HiFi-IFAs Highlight!

Über Arkoudi 74 Artikel
Aufgewachsen in der Blütezeit des HiFi mit Telefunken Allegretto TS 2020 nebst einem Dual 1228 mit Reibradantrieb und Wechsler. Damals die Technik des Duals bestaunt, heute denkt man mit Grauen daran, wie die Schallplatten aufeinandergefallen sind... Hörraum ist das Wohnzimmer mit ca. 20 qm. Boden mit Korklinoleum sowie vor der Anlage ein hochfloriger Teppich mit ca. 6 qm. Als Diffusoren fungieren einige Bücher- und CD-Regale. Hinter dem Hörplatz ein selbstgebautes Akustikbild an der Wand.

1 Kommentar

  1. Zu dem Bericht kann man nur wenig ergänzen.

    Ein hervorragendes Gerät für einen hervorragenden Preis. Die 6 Punkte von 6 Punkten in Bezug auf Preis und Leistung sind absolut gerechtfertigt.

    Was mich sehr erstaunte, war der unterschiedliche Klang zwischen NAS, Festplatte und dem innuOS Zen mini, der im Vergleich deutlich die Nase vorne hat. Wir haben das auch im Blindtest durchgeführt. Auch hier gut detektierbar, so das ein klanglicher Unterschied zwischen NAS, HD und innuOS Zen mini definitiv verifizierbar ist.

    Ein klasse Gerät für alle die rippen. Muss man haben.

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