Buchardt Audio ist bereits seit ein paar Jahren am Markt, aber man darf diesen Lautsprecherhersteller dennoch als recht junges Unternehmen bezeichnen. Die HiFi IFAs sind im Jahre 2018 auf die dänische Firma mit ihrem Preis-/Leistungs-Hammer Kompaktlautsprecher S300 Mk II SE aufmerksam geworden, der in der Preisklasse um 1.500 Euro antritt. Anno 2020 war die ebenfalls passive S400 um 2.000 bei uns am Test-Start – und fand in Bernds Hörzimmer ebenfalls viel Anklang. Grund genug, uns auch die aktive Buchardt Audio A500 mit DSP und dem optionalen, kabellosen WiSA-Hub anzuschauen. Ob es der kompakte Lautsprecher faustdick hinter den Ohren hat, erfahrt ihr in unserem Test.
Über Buchardt Audio und HiFI-Pilot
Buchardt Audio entwickelt seine Produkte in Dänemark und lässt diese bei der namhaften dänisch-chinesischen Firma Hansong in Nanjing, China, fertigen. Die ISO 9001 zertifizierte Hansong hat Niederlassungen in China, Dänemark und USA. Bevor die Lautsprecher allerdings an die Kunden ausgeliefert werden, nimmt Buchardt Audio im Stammhaus in Dänemark eine erneute Qualitätskontrolle vor. In Kombination mit einem Schwerpunkt im Direktvertrieb soll dies dem Kunden ein attraktives Preis- / Leistungsverhältnis bieten.
2018 hat HiFi-Pilot den Vertrieb für Deutschland übernommen, dadurch ist der dänische Hersteller näher an den deutschen Kunden gerückt. Wie nahe Buchardt an die HiFi-IFAs gerückt ist, ist mir tatsächlich erst aufgefallen, als ich mir Gedanken über den Rückversand gemacht habe: HiFi-Pilot sitzt nördlich von Pforzheim, also quasi ums Eck, so dass ich die A500 gleich selber im großzügigen Ladenlokal vorbei bringen konnte. Hm, das ist auch eine Art des Direkt-Vertriebs 😉 Doch nun das, was vor der Rückgabe geschah…
Annäherung
Bernd hatte den Test zwar eingefädelt, aber ihn mir zwischenzeitlich „abgetreten“. Und mir netterweise den großen Buchardt-Audio-Karton im Wohnmobil persönlich mitgebracht. So ist der knapp 30 kg schwere Papp-Kubus im ersten Stock in meinem Hörzimmer angekommen und enthält alles, was auf der Bestellliste steht: beide Lautsprecher, die 4 einzelnen Lautsprecher-Blenden sowie den Karton des optionalen Hub inklusive Fernbedienung und Zubehör. Die Lautsprecher stecken sicher im Transportschutz aus Styropor, lassen sich aber mit beherztem Griff auf die Seitenflächen des Gehäuses gut entnehmen.
Auf den ersten Blick wirken die Lautsprecher sehr clean gestaltet, unterstrichen wird dies vom makellosen weiße Lack. Interessant ist, dass der Wave-Guard des Hochtöners und der Tief-Mitteltöner den gleichen Aussendurchmesser haben, was für eine optische Symmetrie sorgt. Zumindest in der Ansicht von vorne, da die Schallwand glatt und rechteckig ist. Der Blick von der Seite offenbart das spannende Moment: Die Seitenwände sind als Parallelogramm ausgeführt. Dies verleiht dem Gehäuse in meinen Augen den Charakter moderner Architektur und hat zudem den Effekt, dass sich die Schallwand nach hinten neigt und damit die Postion der Hochton-Kalotte zum Mittel-/Tiefton-Konus anpasst.
Der Boden des Lautsprechergehäuses ist komplett glatt, also auch ohne Gewinde-Einsätze oder Ähnliches. Buchardt Audio überlässt also dem Besitzer der Lautsprecher, ob oder wie dieser diese entkoppelt. Neben unterlegten Füßen können dies also auch Dämpfer sein, die ein Lautsprecher-Ständer bereits mitbringt. Buchardt Audio hat für 300 Euro pro Paar ebenfalls passende Stands im Programm. Ich selber stelle die A500 für den Test mit einem Filz auf die glatte Plattform meiner selbst gebauten Lautsprecher-Stands.
Die Buchardt A500 können beides: Country und Western. Nein, kleiner Blues Brothers Spaß. Sie sind vollwertige Aktiv-Lautsprecher mit vollwertigem Analog-Eingang und optional kabellose WiSA-Lautsprecher, die über einen Hub angesteuert werden. Die Möglichkeit, die Lautsprecher analog aktiv zu betreiben, macht es einem neugierigen Menschen wie mir einfach, dem Lautsprecher die ersten Töne zu entlocken. Der optionale Hub bleibt so erst einmal außen vor und ich nutze meine Kabel-Infrastruktur, die bereits am Lautsprecherständer liegt. So sind die Lautsprecher in wenigen Minuten startklar. Mit den ersten Klängen habe ich dann auch per rückseitigem Schalter die Eingangsempfindlichkeit gewählt, die die Verstärkerelektronik für einen vernünftigen Regelbereich der vorgeschalteten Elektronik anpasst. Für diejenigen, die die A500 als reinen Aktivlautsprecher gekauft haben endet die Übung hier und das Musikhören beginnt.
Paarungszeit
Für Musikfreunde, die den Buchardt WiSA-Hub geordert haben um das Signal wireless an die Lautsprecher zu bringen, beginnt nun der eigentlich interessante Teil. Ein Hub ist aus logistischer Sicht ein Umschlagplatz. Und das trifft die Funktion dieses Kästchens auch sehr gut. Aus Quellensicht sammelt der Hub alles ein, was ihm über seine mechanischen sowie kabellosen Schnittstellen angeboten wird. Diese Signale verteilt er dann kabellos über ein WiSA-kombatibles Netzwerk an bis zu acht Lautsprecher.
Vor dem Hören steht das Pairing der Lautsprecher mit dem Hub an. Ab diesem Punkt sollte selbst der stolzeste HiFi-ist den Quick-Installation-Guide zur Hand nehmen. Ein Paar Fakten muss man halt schlicht gesagt bekommen. Schritt eins: Lautsprecher einschalten und mit Drücken der jeweiligen Pairing-Taste, die Kontaktbereitschaft melden. Es haben sich also zwei Lautsprecher als empfangsbereit gemeldet. Schritt zwei: Den Hub einschalten und seine Pairing-Taste nicht länger als zwei Sekunden (!) gedrückt halten. Dann beginnt automatisch die Paarung. Ist sie vollzogen, kann an der Elektronik des Lautsprechers mit einer Taste die Position des Lautsprechers – bei Bedarf sogar in einem Surround Setup – eingestellt werden. Eine LED zeigt die Auswahl an.
Als nächstes muss die Fernbedienung mit dem Hub gepaart werden. Dazu werden die Batterien über ein Fach an der hinteren Stirnseite eingelegt. Die zwei winzigen Schrauben des Deckels lassen sich mit dem beigelegten Sechskant leicht lösen. Das ist zwar eleganter als ein Clip-Deckel, aber an Stelle von Buchardt Audio würde ich noch ein oder zwei Ersatzschrauben dazu legen, denn ohne Deckel kein Strom. Und wer möchte schon seinen Batteriefachdeckel mit einem Gaffertape fixieren, wenn er/sie eine Schräubchen verschusselt hat – womöglich gleich bei erster Inbetriebnahme.
Auch beim Einlegen der Batterien ist etwas Aufmerksamkeit angesagt. Viele Geräte haben die Feder im Batteriefach auf der glatten Minuspol-Seite der Batterie. Bei der Fernbedienung des Hub sind beide Federn im Deckel. Eine Seite Minus, eine Seite Plus, da die Batterien im Deckel in Reihe geschaltet sind. Die Polarität steht klein im Deckel. Ich habe etwas suchen müssen und dann beim Einlegen aufgepasst, wie der Deckel liegt.
Sind diese kleinen Hürden genommen, meldet sich die Fernbedienung mit ihren hellen LEDs, die Betriebsbereitschaft verkünden. Das Pairing funktioniert mit einem fünf Sekunden (!) Druck auf die Pairing Taste des Hubs und dem Drücken einer beliebigen Taste der Fernbedienung. Voilá! Es kann losgehen. Die Lautsprecher, der Hub und die bidirektionale Fernbedienung bilden ein geschlossenes System, das auch ohne das Heimnetzwerk, zum Beispiel mit den Digitaleingängen am Gerät oder Bluetooth bereits das Musikhören erlaubt.
Airplay und Streamingfunktionalität kommen mit der Einbindung ins Heimnetzwerk ins Spiel. Das funktioniert unter anderem über Google Home, das auch die Steuerung von zum Beispiel Haus-Komponenten wie Rolladen, Licht etc. zulässt. Hierbei ist allerdings eine Anmeldung mit einem Google Konto erforderlich. Wer dies vermeiden möchte kann den Hub aber auch einfach mit Hilfe seines Computers und seinem Browsers ins Netzwerk einbinden.
Ich habe zum Test Google Home genutzt. Die APP gibt’s für iOS und Android. Via Bluetooth des mobilen Gerätes sucht die APP nach kompatiblen Komponenten. Diese geben sich namentlich zu erkennen. Ein Testton soll zusätzlich sicherstellen, dass tatsächlich das richtige Gerät verbunden wird. Google Home sucht nach verfügbaren Netzwerken, fragt den Netzwerkschlüssel ab und übermittelt diesen an den Hub, was sehr zuverlässig funktioniert. Ab jetzt ist der Hub ins Netzwerk mit all seinen Funktionalitäten eingebunden. Für APPs wie mconnect ist das Stereopaar A500 unter seinem Google Home Namen als Streaming Client im Musik-Netzwerk sichtbar. Es kann also losgehen. Während ich den Technik-Teil verfasse, höre ich mich schon mal warm.
Doch halt, ehe ich es vergesse: Laufen die Lautsprecher erst einmal, kann man sich noch Gedanken über die Anpassung der Lautsprecher an den Raum machen. Wofür haben die A500 denn einen eingebauten DSP…
Von Buchardt bereits vordefinierte Presets sind von der deren Homepage herunterladbar und über einen USB-Stick einspielbar. Das geht recht einfach. Stick mit einem Preset betanken, Stick einstecken wenn der A500 ausgeschaltet ist, Lautsprecher einschalten und er zieht sich die Preset-Datei automatisch. Diese Option ist unabhängig vom Hub.
Eine weitere Möglichkeit, über den eingebauten DSP den Klang der A500 an den Raum anzupassen, ist die Raumeinmessung über die Buchardt APP. Die APP läuft auf einem iPhone ab Version 6s. Die APP nimmt via Bluetooth Kontakt zum Hub auf. Praktisch ist die Anleitung, die von der APP vor dem Start der automatischen Messung angezeigt wird. Die APP schickt ein Testsignal (Rauschen) an die Lautsprecher. Zur Aufnahme des Testtons bewegt der Einmessende das iPhone eine Minute im ganzen Raum bis auf einen Abstand von 1,5m an die Lautsprecher. Danach berechnet die APP den aufgezeichneten Frequenzgang und berechnet eine Korrektur. Die APP zeigt den Frequenzgang vorher und nachher an. Die APP lädt die Korrektur in den Lautsprecher und der Besitzer wählt, ob er die Korrektur aktiviert oder nicht.
Ob man ein Preset wählt oder die Einmessung mit der APP, sollte der Hörer in Ruhe selber ausprobieren. Alles ist recht simpel einzurichten, so dass man nichts falsch machen kann und Varianten schnell zu probieren sind. Tipp: Zum Aufspielen der Presets würde ich entweder den Rechner zum Betanken des Sticks direkt daneben stellen oder – noch komfortabler – mir für jedes Preset, das ich vergleichen will, einen eigenen USB Stick präparieren. Dann dauert das Wechseln der Presets nur Sekunden.
Buchardt Audio A500 – Technik
Der Buchardt Audio A500 ist in seiner Grundkonfiguration ein Paar aktiver Lautsprecher mit drei Chassis und eingebautem DSP, anzusteuern per analogem Cinch oder XLR-Eingang. Power liefern je drei Endstufen mit je 150W Leistung, individuell angepasst auf die die Impedanz der einzelnen Chassis.
Von seiner akustischen Grundauslegung basiert der A500 auf den bereits von uns getesteten passiven S400. Von ihnen übernimmt er den messtechnisch aufwändig optimierten Waveguide, der den Übergang vom Tiefton- in den Hochtonbereich aufeinander abstimmt. Bei der A500 bietet die Aktiv-Technologie durch das Matching der einzelnen Komponenten des Systems zusätzliche Vorteile. Bei Buchardt erfolgt das im hauseigenen Labor und unter Einsatz spezieller Messtechnik.
Das rückseitig platzierte aktive Bass-Chassis erhöht die Membranfläche des Lautsprechers für eine verzerrungsfreie Tiefbasswiedergabe. Gleichzeitig kann durch einen speziell entwickelten Algorithmus das rückseitige Chassis auf den vorne befindlichen Tiefmitteltöner abgestimmt werden, so dass das Abstrahlverhalten der beiden Chassis auch unter Berücksichtigung der Reflexionen der rückseitigen Wand individuell – und durch den DSP veränderlich – aufeinander abgestimmt werden kann.
Die Ansteuerung der einzelnen Endstufen regeln zwei DAC-Prozessoren mit CS4398-Chipsatz und einem eigenen geregelten Netzteil. Sie hängen direkt am Verstärker-Chipsatz von Texas Instruments. Die analoge Hochgeschwindigkeits-Rückkopplungsschleife arbeitet mit eine Bandbreite von bis zu 100 kHz und soll so eine hohe Verzerrungsfreiheit gewährleisten.
Die A500 ist mit einer Empfängertechnologie ausgestattet, welche die drahtlose Übertragung von jedem WiSA-Sender mit einer Auflösung von 24 Bit / 96 kHz ermöglicht. Die Ansteuerung der einzelnen Kanäle erfolgt praktisch latenzfrei – also zeitgleich. Empfängerseitig kann die korrekte Übertragung geprüft und Datenpakete bei Bedarf erneut angefordert werden. Das empfangene Digitalsignal wird direkt in einem Quad-Core-DSP weiter verarbeitet.
Buchardt Audio setzt den DSP nicht nur als traditionelle Frequenzweiche ein, sondern optimiert den Lautsprecher durch die Analyse von 2700 Messungen je Chassis. Die Korrektur durch den DSP wirkt partiellen Resonanzen oder Beugungen entgegen. Neben einem linearen Klang soll so ein gleichmäßiges Abstrahlverhalten des Lautsprechers erzielt werden
Ebenfalls in den Kompaktlautsprecher integriert ist die gehörrichtige Basswiedergabe (LLE). Bei niedrigen Lautstärken wird der Bass leiser gegenüber anderen Frequenzen wahrgenommen als bei höheren. Ein Effekt, den übrigens schon die einfachen Loudness-Schaltungen kompensieren sollten. Der A500 kompensiert als System aus Verstärker und Lautsprecher diesen Effekt bei Lautstärkepegeln unter 70 dB gezielt mittels DSP. Weiterhin überwacht der DSP in Echtzeit die Auslenkung und den Zustand eines jeden Chassis und passt die Signalverarbeitung dynamisch an um Verzerrungen zu vermeiden und maximale Dynamik zu ermöglichen.
Die variablen Klangpresets können über die Homepage des Herstellers und von HiFi-Pilot herunter geladen und per USB-Stick eingespielt werdenwerden. Standard ist die 2,5 Wege Konfiguration. Andere Presets bieten Abstimmung als 3-Wege-System, Nieren-Charakter, Semi-Nieren-Charakter, Nahfeldoptimierung und so weiter. Weitere Presets können so in Zukunft noch folgen.
Der optionale Stereo-Hub inklusive Fernbedienung bindet die Quellen kabellos an die Lautsprecher an, so dass der Regallautsprecher nur noch mit Strom versorgt werden muß. Der Hub verfügt digital über einen HDMI-, USB-, Coax- sowie drei optische Eingänge. Analog Freunde freuen sich über ein Paar RCA-Buchsen. Zusätzlich stehen Streaming-Optionen wie Chromecast (Roon-fähig), Airplay, Spotify Connect, DLNA UpNP oder Bluetooth 5.0 aptX und vieles mehr zur Verfügung.
Das „Buchardt Einmesssystem“ arbeitet mit 1000 Messpunkten in einer Minute und nur mit iOS-Geräten ab iPhone 6, da für Buchardt Audio diese Mikrofone eine verlässliche Qualität aufweisen. Bekannte Parameter des Mikrofons sind wichtig für die Berechnungsalgorithmen der Korrektur. Eingespeit werden die Ergebnisse in einen Lossless Advanced EQ.
Die dem Hub beiliegende Funkfernbedienung arbeitet bidirektional mit Funk und zeigt die aktuelle Quelle sowie die Lautstärke an.
Technische Daten Buchardt A500 Aktivlautsprecher
- Lautsprecher-Typ: 3-Wege Aktivlautsprecher
- Verstärker: 3 x 150W Class-D (Pro Lautsprecher)
- Hochtöner: 1 x 19mm Spezial gewebtes Textil mit CDC-Wellenleiter aus Aluminium
Mitteltöner: 1 x 150 mm Langhubchassis
Tieftöner: 1 x 150 mm Langhubchassis - Frequenzgang (+/- 1,5dB): 25 – 40.000 Hz
Trennfrequenzen: 150 Hz / 2800 Hz - DSP: Quad Core Prozessor
DAC: Dual CS4398
Wireless: WiSa 24 bit / 96kHz lossless - Anschluss: Balanced / unbalanced XLR
- Chassis-Abdeckung: magnetisch, schwarz
- Stromversorgung: 230 V AC
- Abmessungen (B x H x T): 180 x 365 x 280 mm
Gewicht: 12,5 kg / Stück
Farben: Schwarz Matt, Weiß Matt, Walnuss Furnier - Herstellergarantie: Chassis: 10 Jahre; Elektronik: 2 Jahre
- Einspielzeit: 50 – 100 Stunden
- Versand als Paar in einem Paket: 26,2 kg (Hub liegt optional bei)
- Paketmaße: 60 x 56 x 47 cm
Technische Daten Buchardt Audio Hub
- Produkttyp: Stereo Wireless Hub
- Wireless: WiSa lossless zertifiziert
Streaming: Apple Airplay, Chromecast (Roon Endpoint), Spotify Connect - Einmessung: Buchardt Einmesssystem
- Digital-Eingänge: 1 x USB Audio, 3 x Optisch (S/PDIF), 1 x Koaxial (S/PDIF), 1 x HDMI (ARC)
Analog-Eingänge: 1 x Cinch (R/L), 1 x 3,5mm Klinke - Bluetooth: 5.0 aptX
Netzwerk: DLNA UPnP - Fernbedienung: Funkfernbedienung mit Anzeige
- Spannungsversorgung über Steckernetzteil: DC 5V / 2A
- Standby-Verbrauch: <0.5W
- Abmessungen (B x H x T): 170 x 41 x 100 mm
- Gewicht: 1,6 kg
- Herstellergarantie: 2 Jahre
Buchardt Audio A500 – Klang
Ich hatte mich schon einige Zeit mit den Buchardt Audio A500 beschäftigt und sie zu Beginn pragmatisch mit dem bereitliegenden analogen XLR-Kabel als „einfache“ Aktivlautsprecher angeschlossen. Dabei stellte sich schnell heraus, dass der kompakte A500 es im Bass in meinem Raum recht gut meinte. Das liegt aber nicht nur am Lautsprecher, sondern auch an meinem Raum, der bei etwa 40 Hertz eine Raummode besitzt. Das konnte ich mit einem Preset mildern, das ich auf der Homepage herunter geladen und über USB eingespielt hatte.
Der nächste Schritt war die Einbindung des Hub. Mit iPhone APP und dem Handy-Mikro konnte ich dann mit der Buchardt-App die automatische Raumkorrektur durchführen und über den Hub auf die Lautsprecher laden. Das hat prima funktioniert. Die Lautsprecher haben so ihren runden Charakter behalten, sich aber im Tiefbass angenehm in den Raum eingekuschelt. Zwischenzeitlich hatten die Lautsprecher mehrere Stunden Zeit, sich einzuspielen. Buchardt Audio gibt als volle Einspielzeit 50 bis 100 Stunden an.
Weil ich neugierig war, hatte ich nach dem Einmessen nochmal auf das analoge XLR-Kabel getauscht. Der Klang kam mir in dieser Konstellation etwas feiner und konturierter vor. Der Bass leicht schlanker mit etwas mehr Rhythmusgefühl. Aber die Elektronik, die nun dem Lautsprecher zuspielte war auch um ein mehrfaches teurer, als der Lautsprecher selbst. Bei bestehender Elektronik kann es also Sinn machen, den A500 als reinen Aktivlautsprecher zu betreiben. Für den digitalen Einsteiger ist der Hub allerdings fast ein Muss, um den Systemgedanken und die Freiheit der Kabellosigkeit voll auszuspielen. Streaming-Funktionalität, Airplay und Bluetooth sei Dank! Meine Eindrücke, die ich euch beschreibe, hole ich ich mir also über den Hub.
Das Wetter ist recht trübe, während ich die Zeilen verfasse. Schneeregen, plus zwei Grad. Im März, nachdem wir zwischenzeitlich bereits 25 Grad plus hatten. Zeit zum Musikhören. Dem Wetter zum Trotz beame ich mich nach Brasilien: Maria do Céu Whitaker Poças, kurz Céu mit ihrem gleichnamigen Debut-Album. Das die Südamerikanerin und die Dänen Freunde würden, glaubte ich schon vor dem ersten Ton. Und mit mit den ersten Takten bestätigt sich das . Der betörende Gesang von Céu schmeichelt sich in mein Ohr. Fast unanständig zieht sich das durch das ganze Album. Dazu die satten Rhythmen und die feinen Akzente der geschlagenen Instrumente und den gezupften Saiten der Gitarre.
Das Album spielt mit der Lässigkeit der Musik, der Laszivität der verhaltenen, fast gehauchten Stimme der Sängerin und der zum Teil überraschenden Dynamik, zu der die Band fähig ist. Der Raum füllt sich vor mir homogen mit Musik, ohne dass der Lautsprecher alles zu sehr aufdröselt. Der Sound wirkt angemessen groß und Céu steht in der Mitte losgelöst von den Lautsprechern mit authentischem Stimmvolumen. „Every day you’ve been away“ ist ein wunderbares Duo der Sängerin mit einer Gitarre, von dem die A500 mich Zeuge werden lässt. Trotz der Geschmeidigkeit im Sound ist der Kompaktlautsprecher trotzdem kein Weichspüler, sondern zeigt feindynymischen Biss. Das lässt den Aktivlautsprecher trotz seines langzeittauglichen Klangbildes nicht langweilig werden. „Cada Beijo“ steigt dann direkt mit südamerikanischer Dynamik ein. Klasse, dieser musikalische Bogen.
Von Brasilien über Griechenland in die USA. Nana Mouskouri in New York „The girl from Greece sings…“. Not only for Quincy Jones – also for me 😉 Lange nicht mehr gehört, aber immer wieder mal gerne. Der gezupfte Kontrabass materialisiert sich präsent ein wenig rechts der Mitte, frech mischen die Congas zentral um die Wette mit – um wenige Atemzüge später von der fantastischen, jungen Nana Mouskouri auf die Ränge verwiesen zu werden. Platz da! Die Congas geben weiter mit dem Bass den Takt vor, bis sie von der Band vereinnahmt werden. Die Griechin schafft es dabei, immer einen Schritt weit vorn zu stehen. Zweieinhalb Minuten, die mit den Buchardt Audio A500 richtig Spaß machen.
Um einen Eindruck vom Klavier zu bekommen streame ich die Gulda Mozart Tapes an den Buchardt Audio Hub. Die A500 liefern kein übergroßes, aber wohlproportioniertes Abbild des Konzertflügels. Der perlige Charakter des Spiels, die Spielfreude kommt dabei schön rüber, auch die dynamischen Akkorde, die einen Kontrast bilden.
Dabei entsteht vor meinem geistigen Auge ein Bild des großen, hölzernen Instruments, das eben nicht nur aus Metallsaiten besteht. Trotz des ambitionierten Spiels lässt die A500 keine lästige Hektik oder tonale Aggressivität entstehen, was dem Lautsprecher als Allrounder hoch anzurechnen ist. Für die Annäherung an klassische Klaviermusik ist er hervorragend geeignet.
Bei meinem Streifzug durch die Musik möchte ich die Bandbreite der Konnektivität noch etwas weiter ausschöpfen, bleibe aber im Netzwerk und wähle die Airplay-Verbindung. „How to funk in two minutes“ von Marc Rebillet auf youtube. Airplay sorgt für den Gleichlauf zwischen Bild und Ton. Im Bademantel spielt, looped und singt sich der Amerikaner im Alleingang durch seinen Funk-Song. Sofort setzt der satte Beat ein – da fehlt nix. Schon kommt der Synthie mit Melodie und funky Themen ins Spiel. Dazu der Gesang von Marc Ribellet. Ein schöner Spaß, den der kompakte Lautsprecher locker mitmacht, ohne zurück zu stecken. Ein echter Allrounder eben. Davon angespornt höre ich entspannt weiter quer Beet. Gedanken bei meiner Musikwahl brauche ich mir wohl nicht zu machen. Die A500 wird voll mitgehen.
Buchardt Audio A500 – Fazit
Die aktiven Buchardt Audio A500 Regallautsprecher sind mit ihrem streng geometrischen Design ein optisches Statement. Der geschmeidige Sound lädt dazu im Kontrast zum entspannten Hören ein. Mit stattlichem Bass spielt der Aktivlautsprecher für rund 3.500 Euro auf jeder musikalischen Hochzeit locker mit. Für günstige 250 Euro extra liefert Buchardt den WiSA-Hub mit. Damit wird der A500 zum Wireless-Lautsprecher und bietet neben Streaming-Funktionalität, Bluetooth sowie digitale und analoge Schnittstellen auch noch eine benutzerfreundliche Einmess-Funktion. So sind die meisten Musikfreunde mit dem Inhalt des Buchardt Audio Paketes mit einem schlanken Anlagenkonzept rundum versorgt.
Im Test
Buchardt Audio A500
Aktiver Kompaktlautsprecher mit Raumkorrektur
Schwarzer oder weißer Lack, Eiche-Furnier
Paarpreis 3.500 Euro. Eiche-Furnier 3.650 Euro
Buchardt Audio Hub (WiSA)
Aufpreis 250 Euro (Einzelpreis: 700 Euro)
Vertrieb
HifiPilot GmbH
Höhenstr. 7
75239 Eisingen
Tel.: +49 7232 3640155
Mail :kontakt@hifipilot.de
Web: www.hifipilot.de
Mitspieler im Test
Digitale Quellen – LUMIN U1 mini, MERASON DAC-1, Musikserver MELCO N100, iPhone
Verstärker – SPL Phonitor x mit DAC768
Lautsprecher – Dutch&Dutch 8c
Zubehör – Netzkabel Supra LoRad 2.5, bfly bPower, Netzleiste SUPRA Cables LoRad MD07 DC 16 EU SP MKIII, NuPrime AC-4 Power Conditioner, SBooster BOTW P&P Netzteil, NuPrime Omnia SW-8 HiFi Netzwerk-Switch, Innuos PHOENIX USB-Reclocker
Fotos: F. Visarius