Test: Netzwerkspieler und Vorverstärker HiFiAkademie Stream6 – Abschluss summa cum laude

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Hubert Reith und die HiFiAkademie waren den HiFi-IFAs schon aus dem Weka-Forum der Audio und stereoplay bekannt. Ordnungsgemäß angemeldet und gekennzeichnet als „Gewerblicher Teilnehmer“. Mir hat zu Forums-Zeiten immer die Art der Diskussion mit Hubert gefallen, bei der es um die Sache, selten um eine Ideologie und nie ums Geschäft ging. Dabei wurde mir der Nachteil eines Forums klar: man kommuniziert viel, lernt sich aber nur selten vis-a-vis kennen. So dauerte es einige Jahre inklusive der zwischenzeitlichen Gründung der HiFi-IFAs, um endlich über die Süddeutschen HiFi-Tage 2019 persönlich ins Gespräch zu kommen. Ein Thema in Stuttgart war seinerzeit der neue Netzwerkspieler und Vorverstärker HiFiAkademie Stream6, den wir nun hier in der Preisklasse um 2.000 Euro im Test haben.

HiFiAkademie-Stream6 im Test

Die HiFi-Welt ist ja überschaubar und häufig schließen sich Kreise. Genauso, wie sich Zufälle leicht ergeben. So stellte sich heraus, dass der Peter Neumann eine „Leimener-Kombi“ im Hörraum hat. Nämlich die gewichtigen Lautsprecher DIVERSO nebst Subwoofer TYRON21 von BetonArt an der Elektronik von der HiFiAkademie. Beide ansässig in der Heimatstadt von Tennislegende Boris Becker. Peter ist nicht nur ein Freund des Ulmer HiFi-IFAs Bernd, sondern als Neu-Ulmer quasi auch ein Nachbar. Die Gunst der räumlichen Nähe nutzend schwang sich Bernd also ökologisch korrekt aufs Rad und stattete Peter einen Besuch ab. Seine interessanten Eindrücke von der Betonart- und HiFiAkademie-Kombi sind in der Rubrik „Zu Besuch bei…“ …Peter Neumann nachzulesen.

HiFiAkademie-Stream6

Der HiFiAkademie wollten wir aber auch einzeln auf den Zahn fühlen. Und so fiel den HiFi-IFAs der kleine Tausendsassa Stream6 nicht nur wegen seiner technischen Finessen, die uns Hubert auf den SDHT 2019 schilderte, sondern auch wegen der optischen Reize ins Auge. Bisher verfolgte Hubert Reith bei der Auswahl seiner Gehäuse eine sehr pragmatische, schlichte und damit auch irgendwie in sein Gesamtkonzept passende Linie. Im Gegensatz dazu haben das Gespann aus dem Stream6 und seinem Geschwister, der Endstufe P6s, eine erfrischend elegante Erscheinung im midsize Set-Top-Box-Format.

HiFiAkademie-Stream6-P6s-7

Annäherung

Der Stream6 fühlt sich beim Auspacken schon gut an. Man möchte fast sagen: Ausbalanciert. Die rund vier Kilogramm passen prima zu der schlichten, eleganten Erscheinung. Zeugen sie doch von einem gerüttelt Maß an Solidität ohne mit überschwänglichem Materialeinsatz zu protzen. Schön auch die Metallfüße mit achtbarem Durchmesser. Ein Hingucker ist die gebürstete Aluminium-Oberfläche mit eingraviertem HiFiAkademie Schriftzug. Bei Uhrenfans kann dies einen spontanen „Habenwollen“-Impuls auslösen…

HiFiAkademie-Stream6

Es gibt Digitalgeräte, die verlassen sich nahezu komplett auf eine APP und haben ein monolithisches Gehäuse. Manch andere haben zumindest ein Display. Wieder andere haben auch noch ein Drehrad dazu. Der Stream6 vermischt diese Ansätze auf eine recht traditionelle Weise.

Stream6-Geraeteseite-Quellen-LS

Webinterface Stream6

Er hat auf seiner Oberseite vier Tasten mit denen sich die Lautstärke und die „Kanäle“, oder wenn man so will die Quellen, durchklicken lassen. Werden die beiden linken Tasten gemeinsam gedrückt, geht das Gerät in den Standby, bei den beiden rechten Tasten, wird der Ausgang stumm geschaltet. Die LEDs in der Mitte des Tastenpaares geben über ihre Farbe einen Hinweis auf den eingestellten Betriebszustand.

Eine pragmatisch schlichte Fernbedienung stellt die gleichen sechs Funktionen zur Verfügung. Den komplizierteren Rest erledigt das Webinterface, das Abspielen der Musik eine APP wie zum Beispiel mConnect. In Kombination ein pragmatisches Bedienkonzept. Das Webinterface ist über die IP des Gerätes, die dem Stream6 im Netzwerk zugewiesen wird, mit einem Internet-Browser erreichbar. Eine spezielle APP, beziehungsweise ein Programm, muss also nicht installiert werden. Witziges Detail: die IP-Adresse gibt eine weibliche Stimme per Sprachausgabe ca. 20 Sekunden nach dem Einschalten bekannt. Durch Drücken der beiden mittleren Tasten (CH+ und VOL-) kann sie erneut abgerufen werden. Gamer fühlen sich dabei ein bisschen an die guten alten Cheat-Codes erinnert 😉

HiFiAkademie-Stream6-Fernbedienung

Verkabelt ist der Stream6 wie die meisten Digital-Komponenten recht schnell. Konsequent ist auf der Ausgangsseite, dass es einen symmertrischen XLR-Anschluss gibt und dazu noch einen asymmetrieschen RCA/Cinch, die parallel betrieben werden können. Sollte einem also der Sinn danach stehen, so könnte der XLR-Ausgang Aktiv-Lautsprecher oder eine Endstufe versorgen und die RCA parallel dazu einen Subwoofer.

mConnect-Quellen

Screenshot mConnect

Beachtlicher ist aber die Eingangsseite. Weniger wegen der digitalen Schnittstellen. Der Netzwerkspieler, der so unauffällig daher kommt, hält zwei analoge Anschlüsse bereit, von denen einer optional als Phono MM ausgestattet werden kann. Über ein handelsübliches DVD-Laufwerk können via USB Musik-CDs gehört oder gerippt werden. Sagte ich „gerippt“. Genau! Denn eine eingebaute Festplatte bringt der Stream 6 auf Wunsch auch noch gleich mit.

Was passiert mit dem analogen Signal? Hubert Reith sieht die primäre Verwendung des Stream6 auf der digitalen Schiene. Folglich hat er konsequent das Digitalabteil im Budgetrahmen des Gerätes optimiert. Und diesem Ansatz folgend digitalisiert er die analogen Eingangssignale mit 24 bit und 96 kHz, um sie alsdann digital weiter zu verarbeiten. Auch die Lautstärkeregelung erfolgt digital. Hier vertraut er den Fähigkeiten des ESS-Wandler-Chips Sabre ES 9038. So wird der Stream6 zum vollwertigen Vorverstärker.

Dem HiFiAkademie Stream6 liegt standardmäßig ein grundsolides Großserien-Netzteil bei. Hubert Reith empfahl mir aber ein höherwertiges 9 Volt-Netzteil mit hart trennendem Druck-Netzschalter von Audiophonics, das mit rund 100 Euro zu Buche schlägt, und legte es dem Paket gleich mit bei. Da ich ein Freund einer anständigen Spannungsversorgung bin, folgte ich der Anregung Huberts und verkabelte das Audiophonics Netzteil ohne weitere Umschweife. Eine Prozedur, die ebenso intuitiv von der Hand ging wie auch die restlichen Anschlüsse. Parallel zum Boot-Vorgang lud ich mir noch die empfohlene mConnect APP auf das Smartphone und schon las mir die nette Dame kurz nach der Inbetriebnahme die IP-Adresse des Gerätes vor. Eigentlich könnte es jetzt schon losgehen, doch zuvor noch ein wenig Technik.

HiFiAkademie-Stream6-mit-Netzteil

Technik

Hubert Reith hatte den HiFi-IFAs auf den Süddeutschen HiFi-Tagen schon viel über den Stream6 erzählt, der da noch auf seine Benutzerschnittstelle gewartet hat. Da meine Erinnerungsfähigkeit zuweilen schwächelt, hat er mir freundlicherweise zwischenzeitlich nochmal auf die Sprünge geholfen.

In der Wandlereinheit liegt beim Stream6 das Augenmerk auf extreme Rauscharmut der Versorgungsspannungen und auf einem Taktgenerator mit sehr geringem Phasenrauschen. Deshalb hat sich Hubert Reith für Wandler von ESS entschieden. Die Analogstufen hinter dem Wandler sind in Hörtests durch Variation verschiedener Bauteile und deren Dimensionierungen klanglich optimiert. Interessanterweise hat dabei, so Hubert Reith, das Ohr mehr wahrgenommen, als es die nahezu identischen Messwerte erahnen ließen.

HiFiAkademie-Stream6

Im Userinterface sind sieben Digitalfilter wählbar. Hier hat der Musikfreund die Möglichkeit, die eher subtil wirkenden Filter ganz nach seinem Musikgeschmack auszuprobieren. Für den DAC lassen sich drei verschiedene Klirr-Charakteristika einstellen: ein extrem geringen Klirr, ein „röhrenartige“ Klirrverlauf (viel k2 mit dem Pegel steigend) und einem, der neben dem k2 auch einen höheren k3-Anteil hat. Nach Meinung von Hubert Reith liegen diese klanglich nah beieinander, bieten aber dem Nutzer die Möglichkeit zu optimieren.

Große Potenziale stecken in der Einstellungen des Taktes und der Taktnachführung (dpll). Je nach Lautsprechern kann man damit den Klang eher in Richtung Ruhe oder Ansprache trimmen. Laut Hubert Reith werden dadurch auch der Raumeindruck, die Körperhaftigkeit der Klänge und die Luft dazwischen beeinflussbar. Auch hier deutet die Messtechnik auf weniger hin, als das Ohr zu hören vermag, liegen Klirr, Intermodulation, Jitter etc. bei allen Einstellungen fast identisch an der Nachweisbarkeitsgrenze.

Das Aluminium-Gehäuse des Stream6 ist rein passiv gekühlt, hat keine Lüfter und keine rotierende Festplatte. Damit ist für geräuschlosen Betrieb gesorgt. Dazu gibt es einen getrennten Spannungsregler für Audio, Digitalteil und Netzwerkeinheit

HiFiAkademie-Stream6-Anschluesse-schraeg

Der Musik-Dienst Tidal kann über die APP mConnect per MQA-Daten mit 24-bit an den Stream6 weiter geben. Das entsprechende HIFI-Abo natürlich vorausgesetzt. Gegenüber der Standardkost ist das klanglich ein Schritt nach vorne. Ebenso sind die Dienste Qobuz und HighResAudio integriert, so dass dem Musikfreund drei wichtige Portale zur Verfügung stehen, die ganz nach persönlichem Gusto direkt angesteuert werden können. Sollte neben den Musik-Server-Zugriffen das alles in Sachen Repertoire nicht helfen, sind auch noch Bluetooth und Airplay als Schnittstelle zur Stelle.

HiFiAkademie-Stream6-Anschluesse

Technische Daten

  • Wandler: ESS Sabre ES9038
  • Frequenzgang innerhalb ±0.1dB
  • Bandbreite 2Hz-90kHz *1)
  • Klirrfaktor bei 1kHz(-10dBFS) < 0.001% Geräuschspannungsabstand > 120dB(A)
  • Pegeleinstellung: -120 bis +18dB in 0.5dB-Schritten
    Gleichlauf im gesamten Bereich keine Abweichungen feststellbar
  • Balance: ±10dB in 0.5dB-Schritten (1dB via App)
  • Gain: ±20dB in 0.5dB-Schritten je Eingang
  • Digitalfilter:
    Linear Phase – fast/slow roll-off
    Minimum Phase – fast/slow roll-off
    Apodizing, fast roll-off
    Corrected Minimum Phase – fast roll-off
    Brickwall
Analoge Eingänge
  • Cinch, vergoldet (Eingangsspannung für 0dBFS: 2.5Veff)
  • Optional: Phono-MM Gain 40dB, Impedanz 47kOhm/100pF
Analoge Ausgänge
  • RCA/Cinch
  • XLR
  • Ausgangsimpedanz: 47Ω
  • Ausgangsspannung für 0dBFS Cinch: 2.2Veff, XLR: 2.2Veff
Digitale-Schnittstellen
  • RCA/Cinch, vergoldet, bis 24bit@16-192kHz
  • TOSLink, bis 24bit@16-96kHz
  • Optional: USB-Audio ab 2.0, Taktraten 44.1-384kHz, Bittiefe bis 32Bit
  • USB-Host max. 1.2A
  • Bluetooth 16bit@48kHz
    SBC, AAC, AptX
    Antenne RP-SMA
  • Airplay
Netzwerk
  • Taktraten 32-192kHz/384kHz, Bittiefe bis 32Bit
  • DSD bis DSD256 (11.3MHz)
  • Tidal, HIGHRESAUDIO, Qobuz
  • Tidal MQA bei Steuerung per mConnect
  • ReplayGain: AlbumGain, im Random-Mode TrackGain
  • Gapless
  • Datentypen: aac, aif, aiff, alac, ape, flac, mp3, m4a, ogg, wav, wma, …
  • LAN-Netzwerk: 10/100Mb-Ethernet
  • Drahtloses Netzwerk: 802.11b/g/n-WLAN WEP, WPA, WPA2 / Antenne RP-SMA
  • Eingebauter Speicher: SSD 64GB (optional: 256GB, 512GB, 1TB, 2TB)
Gehäuse
  • Maße: 300 x 210mm (200mm + Buchsen) x 67mm (50mm + Füße) ( B x T x H )
  • Gewicht: ca. 3.8kg
Leistungsaufnahme ca. 7W bei 9V

HiFiAkademie-Stream6-Netzteil

Klang

cover-yello-toy-asus-cdUm in Schwung zu kommen und mit dem Stream6 schnell auf Du und Du zu sein, beschließe ich, mir meine erste Musik gleich selber zu rippen und damit auf der eingebauten 1TB SSD-Festplatte bereit zu stellen. So kann ich nebenbei die Funktionalität testen. Das DVD-Laufwerk, das Hubert Reith freundlicherweise mit beigelegt hat, schließe ich im ausgeschalteten bzw. Stand-by-Zustand an, schalte den Stream6 ein und warte auf die freundliche Damenstimme. Im PC lässt sich die Geräte-Webseite aufrufen und schon bin ich im Zentrum der akademischen Macht. Menschen mit einer gewissen Affinität zum Computer finden sich hier relativ schnell im „learning by doing“-Modus zu recht. CDs rippt der Stream6 immer komplett. Das Anhören der CD geht aber auch gezielt titelweise.

Stream6-Geraeteseite-Netzwerkspieler-YELLO-Toy-Player

Screenshot Ripper des Webinterface

Um spielerisch Farbe ins Leben zu bringen, darf es das Album „Toy“ von YELLO sein. Die circa 51 Minuten Spielzeit der CD liest der Stream6 in circa 20 Minuten ein. Als Quelle wähle ich nun den Netzwerkspieler und suche mir das YELLO Album heraus. Mich soll „Kiss the cloud“ bezirzen, bei dem Fifi Rong als Sängerin mitmischt. Die Beats kommen satt aus den Dutch&Dutch 8c. Auf den vom Bass gesetzten Punkt kommt Fifis Stimme ins Spiel. Sie steht präsent zwischen den Lautsprechern. Das leicht laszive in der Stimme transportiert der Stream6 wie selbstverständlich mit. Auch der Raum hat eine angemessene Größe. „Fifi, I can’t find anything Rong with it“, denke ich mir 🙂 – und stehe auf um, nicht ohne ein Schmunzeln, 5 Euro in die „Schlechte-Wortspiel-Kasse“ zu werfen.

Zurück am Hörplatz erfüllt „Pacific AM“ mit fetten Bässen das Hörzimmer. Auch hier sind die Präsenz und die virtuelle Bühne spürbar. Ja, das ist YELLO. Fehlt eigentlich nur… Dieter Meier! Der gesellt sich beim nächsten Titel „Starlight Scene“ dazu. Mit seiner rauchigen, supercoolen Stimme. Hart am Sprechgesang kratzend und als Kontrast zur Frauenstimme, die ihm beigestellt ist. Das Schweizer Duo mit ihren Gast-Sängerinnen ist immer wieder eine exquisite Freude. Warum habe ich nochmal dieses Hobby HiFi? Genau deshalb!

Weiter geht es mit einem Song aus meinem Fundus. Nun dient der Melco N100 als Musikserver. Der Titel kommt also über das Netz zum Stream6. Um mich vom satten Sound langsam zu entwöhnen wähle ich das „Poem of the Chinese Drums“ von Yim Hok Man. Und was für Drums das sind! Die kleinen und großen Trommeln stellt der Stream 6 sauber verteilt in den Raum. Der Netzwerkspieler liefert kleine Ereignisse, die das Salz in der Trommel-Suppe sind, bis hin zum fulminanten „Paukenschlag“ der großen Trommel nach ein paar Minuten. Der Stream6 lässt mich leicht in die Musik einfinden. Dabei hat der Sound im positiven Sinne etwas „HifiAkademisches“. Der Netzwerkspieler ist ein Chronist. Er gibt wieder, was die Aufnahme hergibt. Fügt Nichts hinzu, um Effekt-Punkte zu ergattern und lässt pflichtbewusst nichts weg.

cover-Charlie-Antolini-Knock-Out-2000Da ein Schlagzeug ja auch für sich was Feines sein kann, wechsele ich zu Charlie Antolini und seinem „Knock Out 2000“. Das Album wurde ebenso wie sein Lautsprecher-tötendes legendäres Vorbild „Knock Out“ in Ludwigsburg aufgenommen. Da ich schon immer mal machen wollte, was ich will – und Charlie Antolini wohl auch – streame ich Titel Numero Acht: „Duwadjuwanadu“. Ich hoffe, Herr Antolini hat seinerzeit auch ein „Schiff“  (10 D-Mark-Schein) in die Wortspielkasse eingezahlt…

Der Titel ist grandios. Die Wiedergabe des Schlagzeugs erfordert harte Impulsivität bei den Snare, fetten Sound bei den Base Drums und Brillianz bei den Hi-Hats. All das im hektischen Dialog oder wirr durcheinander. Der Mehrwert entsteht in den Zwischentönen, die aus dem Instrument die Gegenständlichkeit herauslocken: Das Fell der Trommeln, das Metall der Hi-Hats und der anderen metallischen Instrumente im Setup. Wieder steht Charly Antolini der Musiker Nippy Noya zur Seite, der es versteht, seine Akzente im Sound zu setzen. Und wieder will der Sound verteilt werden. All das macht der Stream6 souverän.

cover-nana-mouskouri-in-new-yorkAls Kontrast muss eine Stimme her. Nana Mouskouri. Ich bleibe in der gleichen Generation. Charly Antolini und Nana Mouskouri trennen drei Jahre, beide sind heute Mitte Achtzig. Die Aufnahme von Nana Mouskouri in New York, die von Quincy Jones produziert wurde, stammt allerdings aus dem Jahr 1962. Damals war sie Ende Zwanzig. „I get a kick out of you“…

Eine zeitgemäße Aufnahme der Stimme der jungen Mouskouri. Ich stelle mir vor, wie sie vor dem Mikrofon steht. Ein leichtes Rauschen zu Anfang, dann das Treiben der Congas, der unverschämt lässige Bass, der sich nicht aus der Ruhe bringen lässt und sein Spiel spielt. Ich fühle mich fast 60 Jahre zurückversetzt, so frisch kommt der Sound der Zeit aus der Tonkonserve. Die Bilder, die vor meinem geistigen Auge entstehen, sind schwarz-weiß. Eine schöne Illusion.

Ich wecke mich mit einem Blick aus dem Fenster. Ah, ich kann doch noch in Farbe sehen. Und auf meiner Playlist steht noch „True Colors“ von Cyndi Lauper. Da höre ich noch rein, bevor der Abend der Zerstreuung gehört. Der Titel aus dem Jahr 1986, damals war Cyndi Lauper dreiunddreißig, gehört zu meinen Alltime-Favourites. Deshalb ist er immer wieder präsent…

Der Schlag setzt ein. Bäm. Dazu die melancholische Gitarre und die charismatische Stimme der Amerikanerin. Ich könnte euch nun über den Stream6 nichts mehr erzählen, was ich nicht schon gesagt hätte. Deshalb gehört meine ganze Aufmerksamkeit diesem rührenden Stück Musik. „If this world makes you crazy… And you’ve taken all you can bear… You call me up… Because you know I’ll be there“ …

HiFiAkademie-Stream6

Fazit

Der HiFiAkademie Stream6 kommt im eleganten, aber doch sachlichem Gewand daher. Passend dazu ist der Klang: ehrlich, korrekt und ohne Schönfärberei. Dargeboten in einem wohlgeordneten Raum. Dem experimentierfreudigen Hörer bietet die HiFiAkademie zudem subtile Einstellmöglichkeiten in der Signalverarbeitung an. Der Netzwerkspieler ermöglicht neben seiner umfassenden digitalen Konnektivität optional auch den Einbau einer Musikserver-Festplatte und hält analoge Anschlüsse parat. Auf Wunsch sogar Phono-MM. Viel mehr braucht es nicht zum musikalischen Glück im Hörzimmer, dient der kompakte Stream6 doch auch als Vorverstärker. Aktivboxen oder die hauseigene Endstufe P6s dazu. Los geht’s.

HiFi-IFAs-testergebnis-HiFiAkademie-Stream6-5-7

Im Test

Netzwerkspieler und Vorverstärker (optional mit Phono-MM) HiFiAkademie Stream6
Preis: ALU-schwarz-ALU 1890Euro

Optionen

Phono-Eingang + 180Euro
USB-Audio-Interface + 100Euro
SSD als Datenspeicher 256GB bis 2 TB ( + ca. 80Euro bis ca. 350Euro)

9V-Netzteil Audiophonics: um 100 Euro


HiFiAkademie-Stream6

Kontakt

HiFiAkademie
Hubert Reith
Zähringerstr. 2
69181 Leimen

Mail: info@hifiakademie.de
Web: www.hifiakademie.de


HiFiAkademie-Stream6


Mitspieler im Test

Digitale Quellen –  Streaming Bridge LUMIN U1 mini, Musikserver MELCO N100, D/A-Wandler MERASON DAC-1
Vorverstärker – SPL Phonitor x mit DAC 768xs
Aktiv-Lautsprecher – Dutch&Dutch 8c
XLR-Signalkabel – WSS Premium Line KS-200, WSS Platin Line KS-20
Zubehör – Netzkabel Supra LoRad 2.5, Netzleiste SUPRA Cables LoRad MD07 DC 16 EU SP MKIII,
NuPrime AC-4 Power Conditioner, SBooster BOTW P&P Netzteil, NuPrime Omnia SW-8 HiFi-Netzwerk-Switch


Fotos: Falk Visarius
Screenshots: mConnect (iPhone iOS), Webinterface Stream6 (Windows)

About Author

Vom HiFi-Virus als Jugendlicher infiziert ist HiFi + HighEnd seither Teil meines Lebens. Forenerprobt, als freier Autor und bei den HiFi-IFAs ist mein Motto: Alles kann nichts muss. Die Freude am HiFi und der Musik zählt.

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