Test Standlautsprecher Monitor Audio Bronze 200 unter 1.000 Euro – Große Bühne, kleiner Preis

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Test Standlautsprecher unter 1.000 Euro: Monitor Audio Bronze 200.

Mit den APEX A10 und den Audio Silver 100 hatten wir bereits zwei Regallautsprecher von Monitor Audio für einen Paarpreis von unter 1.000 Euro bei uns zu Besuch. Mit beiden haben wir gute Erfahrungen gemacht. Wie wäre es also, sich auch mal mit einem Standlautsprecher der Engländer zu befassen? Also haben wir die Monitor Audio Bronze 200, die sich mit dem aufgerufenen Preis von rund 850 Euro ebenfalls in der 1.000 Euro-Klasse bewegen, zum Test eingeladen. Ausgepackt sind die beiden schnell, und schon höre ich eine weibliche Stimme hinter mir: Ach, die sind aber niedlich! Und ich ich denke so bei mir: Hoffentlich hören sie sich nicht auch so an, die zierlichen Standlautsprecher…


Monitor Audio Bronze 200 – Technik

Test des günstigen HiFi-Standlautsprecher Monitor Audio Bronze 200 unter 1.000 Euro.Was dem Hörer, oder eher seinen Augen, gleich auffällt: Es gibt keine Löcher auf der Schallwand der bestens verarbeiteten Standlautsprecher. Sehr schön, werden die Abdeckungen doch mit Magneten gehalten. Wenn ein Hersteller in dieser Preisklasse auf so ein Detail achtet, finde ich das schon erwähnenswert. Unter anderem deshalb, da ich doch lieber die sauber eingepassten Chassis sehen möchte als die besagte Abdeckung. Und, das ist schließlich ein alter Hut, die feinen Töne nicht durch eine wie auch immer dünnen Stoff in ihrer Abstrahlung behindert werden. Abgesehen vom hexagonalen Dispersionsgitter vor dem Hochtöner, das schließlich die Aufgabe hat, den Schall großzügig im Raum zu verteilen.

Womit ich auch schon bei den Lautsprecher-Chassis angelangt bin. Besagter Hochtöner kommt mir von den Monitor Audio Silver 100 her sehr bekannt vor. Bei den Bronze 200 jedoch wird der 25 mm C-CAM Gold-Hochtöner – ein wenig verwirrend empfinde ich die Bezeichnung schon, handelt es sich dabei doch um eine keramisierte Aluminum-Magnesium-Beschichtung – mit einem neuem Uniform Dispersion (UD) Waveguide eingesetzt. Diese Weiterentwicklung soll für eine bessere räumliche Darstellung und niedrigere Trennfrequenzen sorgen. Zudem versetzt der Waveguide den Hochtöner etwas weiter nach hinten, was für ein besseres Zeitverhalten mit dem Tief-Mitteltöner sorgt.

Die Kammer, in der sich der Neodym-Antrieb befindet, ist belüftet. Dies ermöglicht eine niedrigere Resonanzfrequenz als bei geschlossenen Gehäusen. Durch diese Art der Hochtöner-Konstruktion ergeben sich vor allem im Übergangsbereich der Trennfrequenz geringere Intermodulationsverzerrungen. Auch das Material der Sicke wurde optimiert und soll die Empfindlichkeit des Hochtöners oberhalb von 10 kHz steigern, ich bin gespannt! Damit dem guten Treiber auch kein Unheil geschehen kann, befindet er sich hinter einem Gitter aus Polycarbonat: Kleine Kinderhände kommen so auch nicht an den Tweeter dran. Weiterer Vorteil des Gitter: Die Schallabstrahlung wird verbessert.

Tief-Mitteltöner des Standlautsprecher Monitor Audio Bronze 200.Auch die Tief-Mitteltöner der schlanken Standbox werden aus keramisiertem Aluminium/Magnesium (C-CAM) hergestellt. Gegenüber den klassischen Papiermembranen ist dieses Material stabiler und von daher unempfindlicher gegenüber unerwünschten Bewegungen, was eine bessere Klangqualität verspricht.

Zudem ist die Geometrie des Konus gegenüber dem Vorgänger verändert und begradigt worden, um so Verzerrungen vorzubeugen. Auch hier wurde die, den Treiber umgebende Sicke mit der Finite-Elemente-Analyse für ein besseres Zeitverhalten weiter verbessert. Die Antriebseinheit der Bronze 200 wurde der Silver-Serie entlehnt und verfeinert. Dazu gehören auch große Schwingspulen, um ordentlich Druck im Tiefton erzeugen zu können. Das Chassis, von dem der Treiber getragen wird, ist aus ABS gespritzt. Von den Befestigungen der Chassis sieht man übrigens nichts, da sie rückseits verschraubt werden. Das ist gut an der Rückseite der schlanken Standlautsprecher zu sehen.

Auf der Rückseite der Montor Audio Bronze 200 sieht man dann übrigens gleich doppelte Bassreflex-Öffnungen. Dies ist bei der Aufstellung der Lautsprecher recht praktisch, lässt sich der Tiefton so doch insbesondere bei wandnaher Aufstellung mit den beiliegenden Stopfen gut an den heimischen Raum anpassen. Auch der Lautsprecher-Anschluss ist doppelt, Bi-Wiring ist auf Wunsch also möglich. Ganz unten an den Standlautsprechern dann die leicht montierbaren Standtraversen. Spikes gehören zum Lieferumfang wie auch Gummifüße für den Fall, dass ein empfindlicher Parkett der Untergrund sein sollte.

Bassreflex und Spikes der günstigen Standlautsprecher Monitor Audio Bronze 200.

Monitor Audio Bronze 200 – Ein paar technische Daten

  • Bauart: 2,5-Wege Bassreflex
  • Frequenzgang (-6dB): 45 Hz –bis 25 kHz
  • Empfindlichkeit: 88 dB
  • Maximaler Schalldruck: 112 DezibelA (Paar)
  • Tief-Mitteltöner: Zwei 5 1/2” C-CAM Mittel-Tieftöner
  • Hochton: Ein 25-Millimeter-C-CAM Gold-Hochtöner mit UD Waveguide
  • Größe: 17/89/27 cm (B/H/T)
  • Gewicht: 12,8 Kilo Stück
  • Preis: 849 Euro/Paar

Monitor Audio Bronze 6G alle Lautsprecher-ModelleWer gerne Surround hört, findet übrigens noch einige weitere interessante Lautsprecher im Programm der Bronze-Serie von Monitor Audio. Oder für größere Räume den Standlautsprecher Bronze 500.

  • Bronze 50 – Regallautsprecher – 398 Euro / Paar
  • Bronze 100 – Regallautsprecher – 498 Euro / Paar
  • Bronze 500 – Standlautsprecher – 1198 Euro / Paar
  • Bronze C150 – Center – 279 Euro / Stück
  • Bronze FX – Bipol/Dipol – 468 Euro / Paar
  • Bronze W10 – Subwoofer – 749 Euro / Stück
  • Bronze AMS – Dolby Atmos-enabled Lautsprecher – 468 Euro / Paar

Monitor Audio Bronze 200 – Der Klang

Albumcover "Der perfekte Moment" von Max RaabeZärtlich erklingt ein Ping Pong. „Steht das Glück vor der Tür, lass ich dich rein… deswegen kommst du mir gelegen“ singt Max Raabe. Mit dem Ping Pong Spiel des Xylophon öffnet sich die besagte Tür, luftig begleitet es das ganze Lied. Dabei steht die nostalgisch mikrofonierte Stimme des Sängers sauber und frei zwischen den Lautsprechern. Auch die angenehm zurückhaltend gespielten Gitarrenriffs, bei deren Rhythmus sich die Füße ein leichtes Mitwippen nicht verkneifen können, lösen sich gut von den kleinen Standlautsprechern. So darf ein Test doch gerne beginnen, oder?

Weiter geht es mit „Come Away With Me“. Das auf- und abklingende Becken leitet das ruhige Stück ein und geht über in das dezente Klavierspiel von Norah Jones. Ihr teilweise hingehauchter Gesang bereitet den Chassis der Monitor Audio Bronze 200 große Freude, so scheint es mir. Und Freude bereitet es auch mir. Kein Detail wird verschluckt, was auch für den, über das Becken streichenden Besen gilt. Seziert wird dennoch nicht, die Hochtöner verkneifen sich jeden Anflug von Schärfe, was unter anderem auch an dem Schall verteilenden Dispersionsgitter vor ihm liegt.

Amy Winehouse: Back to BlackBeim Album „Back to Black“, das mir in 96/24 vorliegt, genieße ich die charakteristische Stimme von Amy Winehouse. Wiederholt fällt mir auf, wie unbeteiligt die Monitor Audio Bronze 200 spielen. Und bitte mich jetzt nicht falsch verstehen. Ich empfinde es als höchst positiv, dass die kleinen Engländerinnen der Musik nicht einen Charakter welcher Art auch immer aufdrücken wollen, es ist die englische Noblesse, die aus ihnen spricht. Nun, so ganz stimmt das anfänglich nicht, empfinde ich doch eine leichte Zugabe im Oberbass. Was unter anderem auch an der doch etwas wandnahen Aufstellung der Lautsprecher liegt, die ich gewählt habe. Schließlich habe ich die Bronze 200 einfach erstmal dort positioniert, wo sonst die heimischen KEF Q550 stehen.

Was einen sehr einfachen Grund hat: Weil ich es einfach als sehr praktisch empfand. Passten die Spikes der Monitor Audio zumindest vom Längsabstand genau in die bFly-Audio Talis Pro Lautsprecherfüße der Q550. Tja, Bequemlichkeit wird halt nicht immer belohnt… Dazu kommt, dass der Raum unserer Hamburger Niederlassung mit seinen 4,80*3,20 m auch nicht der größte ist. Also ein wenig rumgerückt die schlanken Standlautsprecher, und dann doch wieder an die alte Stelle zurück mit den beiden. Jetzt allerdings mit Schaumstoffstopfen in den unteren Bassreflex-Öffnungen, praktisch dass diese der Verpackung beiliegen und ich nicht meine alten Socken verwenden muss! Frei atmen können die kleinen Tief- Mitteltöner der Box dennoch, da die oberen „Löcher“ immer noch offen sind.

Brook Benton

Brook Benton. Gefühlvoller Soul

Etwas Musik mit Orchester muss jetzt her, die Breiten- und Tiefenstaffelung der Monitor Audio Bronze 200 möchte ich damit ausloten. Brook Benton mit seinem Album Today/Homestyle erscheint mir dafür gut geeignet. Eines der für mich tollsten Lieder der Kompilation ist „My Way“. Eine Interpretation des Klassikers, bei der man anfangs immer rätselt: das kenne ich doch, aber woher nur…  Toll dieser Drive gleich von Beginn an, nicht so tragisch wie bei Frank Sinatra. Dieser Rhythmus und diese Energie, da muss man einfach mitgehen. So geht es auch der Dame des Hauses, die zwischendurch ins Wohnzimmer kommt. Sie habe gerade toll gehört in der Küche, so ihre Aussage. Also setzt sie sich zu mir auf’s Sofa und sagt: Diese Klangfülle, WOW! Zwischen den Standlautsprechern, aber auch über sie hinaus. Punktgenau lassen sich die anfänglich spielende Gitarre, das „Huhuu“ des Damenchors, und mittig vor ihnen der Sänger orten. Dies alles befindet sich auf dem Klangteppich des verblüffend großzügig dargestellten Orchesters.

Yello: 30 Jahre StereoplayUnd so traue ich mich jetzt zum Abschluss des Tests auch an „verrückteres“ Musikmaterial, wohl wissend dass meine bessere Hälfte diesem immer sehr kritisch gegenüber steht… Yello mit „The Race“ in der Version von 2008 muss dran. Die Kollegen von der Stereoplay hatten mal einen CD-Heft-Beileger 30 Jahre Yello. Die „Startschüsse“, mit denen das Rennen beginnt, sind allerdings doch etwas schlanker abgebildet als gewohnt, was sich in dem kleinen Raum jedoch positiv auswirkt. Es dröhnt und scheppert einfach nix. Dazu saust der Rennflitzer ansatzlos nachverfolgbar von links nach rechts und auch wieder in umgekehrter Richtung durch die heimische Hütte. Und die Paukenschläge? Die machen, obwohl etwas zurückhaltend, im weiteren Verlauf von „The Race“ dennoch einfach nur Spass. Die Kontrolle der Bronze 200 über die tiefen Frequenzen ist schlicht und einfach nur als toll zu bezeichnen. Und für den Fall, dass untenrum mal mehr gefordet werden sollte, hat Monitor Audio mit dem Bronze W10 schließlich einen passenden günstigen Subwoofer im Programm.


Monitor Audio Bronze 200 – Fazit

Test-Ergebnis des Standlautsprecher Monitor Audio Bronze 200 in der 1.000 Euro-Klassse: 5,7 von 6,0 Punkten.Mit der Optik der schlanken Standlautsprechern Bronze 200 spricht Monitor Audio Damenherzen an. Aber auch die Herren der Schöpfung kommen nicht zu kurz. Die Ohren beider Geschlechter freuen sich über eine Auflösung, die für diese günstige Preisklasse schlicht und einfach als hervorragend zu bezeichnen ist. Dazu kommt eine sehr realistische wie auch großzügige räumliche Darstellung, die zudem weit über die Lautsprecher hinaus reicht. In allen Lagen spielen die Bronze 200 mit neutraler englischer Noblesse sehr sauber und akkurat ohne jedoch zu sezieren. Das Sahnehäubchen obenauf ist ein knackiger Bass, der im Gegensatz zur niedlichen Optik des Lautsprechers beeindruckend ist.


Im Test

Test des günstigen HiFi-Standlautsprecher Monitor Audio Bronze 200 unter 1.000 Euro.Monitor Audio Bronze 200 Standlautsprecher
Ausführungen: Weiß satiniert, Hochglanz schwarz, verschiedene Edelhölzer
Paarpreis: 849 Euro

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Mitspieler im Test

Quellen digital – Streaming-Vorverstärker Cambridge Audio CXN, DVD-Laufwerk Cambridge Audio CXU, Musikserver Innuos ZENmini MK.II
Verstärker – Endverstärker Cambridge Audio 651W
Lautsprecher – Standlautsprecher KEF Q550, Regallautsprecher Guerilla Audio 08/15
Zubehör – Lautsprecherkabel Supra XL Annorum. Cinchkabel Fadel Art Pro Link, Stromkabel Supra LoRad 2.5, Supra Cables LoRad Netzleiste MK III MD07 DC 6 EU

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Aufgewachsen in der Blütezeit des HiFi mit Telefunken Allegretto TS 2020 nebst einem Dual 1228 mit Reibradantrieb und Wechsler. Damals habe ich die Technik des Duals bestaunt. Heute denke ich mit Grauen daran, wie die Schallplatten aufeinandergefallen sind...

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