Test: Beyerdynamic Aventho wired Kopfhörer mit Tesla

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Kopfhörer Beyerdynamic Aventho Wired in braun und schwarzTesla! Ein Name, der einem mittlerweile allerorts wie Sand in der Wüste um die Ohren weht. Und die meisten Menschen verbinden damit schon gar nicht mehr den Namensspender, den genialen kroatischen Physiker und Erfinder Nikola Tesla, sondern sein Marketing Erbe in Gestalt exklusiver, das Gewissen schonender Fortbewegung auf vier Rädern. Im Hifi-Sektor geht es jetzt auch rund, in Form von zwei Kopfhörermuscheln. Aventho wired, so nennt Beyerdynamic seinen neuen mobilen kabelgebundenen Kopfhörer mit Tesla Technologie. Im Test bei den HiFi-IFAs.

Technik

Mit edlem Eindruck liegt er vor mir, der Beyerdynamic, der Aventho wired. Die gestrahlten mattierten Edelstahlbügel sind ohne den kleinsten störenden Grat, was bei Yul Brunner ähnlichen, empfindsamen Charakterköpfen schon von Vorteil sein kann. Die Bügel lassen sich gut verstellen, rasten sauber ein und können sich so nicht unabsichtlich verschieben.

Beyerdynymic Aventho wired im Test bei den HiFi-IFAs

Aventho wired. Bild: B. Weber

Der wahlweise mit braunem oder schwarzem Kunstleder bezogene Kopfbügel sitzt auch nach längerem Tragen angenehm auf dem (glatten) Haupt und rutscht nicht hin und her. Leichtgängig drehen sich die fest aufliegenden Muscheln des geschlossenen Systems in ihren Lagern. Die Membranen mit der Tesla-Technologie sind eine hauseigene Entwicklung von Beyerdynamic, alles „Made in Germany“!

Die Kopfhörerkabel sind mit 3,5 mm Klinkenstecker versehen. Jeweils für die Verbindung zum Player sowie für den rechten und linken Kanal an den Hörmuscheln selber. Im rechten Kabel befinden sich dann 3 kleine Drucktaster für Laut und Leise sowie Pause, ebenso ein Mikro zum Freisprechen.

Wer gerne hochauflösende High-Res Musik hört, kann sich für 329 Euro den Beyerdynamic Impacto universal D/A-Wandler mit dem Sabre ESS 9018Q2C zulegen, um die teilweise doch etwas bescheidene Klangqualität von mobilen Playern wie beispielsweise Handys aufzumöbeln. Der Impacto universal lässt sich mit Android und iOS ebenso benutzen wie am PC oder Laptop, 4 verschiedene Adapter sind dem Wandler beigelegt. Seine Tätigkeit zeigt der Impacto durch das Aufleuchten einer grünen Diode an, allerdings ohne die Auflösung des Musikstücks zu verraten. Auf der Oberseite des DAC lassen sich per Drucktasten die Lautstärke regeln, die Lieder starten und stoppen sowie skippen.

Mit einer Impedanz von 32 Ohm sowie einem Gewicht von 230 Gramm bietet der Aventho wired gute Voraussetzungen für den mobilen Einsatz. Sein Frequenzbereich reicht dabei laut Beyerdynamic von 10 – 40.000 Hz und erreicht eine Lautstärke von 105 dB.

Klang

Der Platz neben mir ist besetzt. Mit welcher Musik beginne ich denn nur meinen Kopfhörer-Test? Ich will ja meine nette Sitznachbarin nicht stören, da ich im Ruhewagen sitze. Also kralle ich mir erstmal Diana Krall mit „The Girl In The Other Room“. Diese feingliedrige Musik sagt dem Beyerdynamic Aventho zu. Der Besen zischt über die Snare und ich kann so gut wie jeden einzelnen Strich nachvollziehen. Dianas Stimme ist eine Spur dunkler, als ich es gewöhnt bin, was ihr dadurch etwas mehr Volumen gibt. Einen ähnlichen klanglichen Charakter haben die Klavierläufe, bei denen ich jeden Anschlag der Tasten inklusive des Filz hören kann. Auch der Körper des Flügels wird naturnah wiedergegeben.

Mit dem Beyerdynamic Aventheo wired im ICEWeiter geht es mit dem Trio Cobario, einem Klassiker unseres Testmusik Repertoires, unter anderem dem Album „A Vagabond’s Tale“. Diese Musik versetzt den Hörer in den Zustand angenehmer Ruhe und das macht sie auch über den Aventho wired, wie ich so mit dem ICE durch die Landschaft dahingleite. Zauberhaft wie „Herwigos“ mit den Bogensaiten seiner Geige die tollsten verschiedenen Töne entlockt und mich dahinschweben lässt. „El Coba“ mit seiner Akustikgitarre rechts von ihm sitzend, er gibt seinem Instrument das traumhafte Leben wie es aus meiner Sicht nur wenige können. Dazu steigt dann linkerhand „Giorgio Rovere“ mit der zweiten Gitarre ein und komplettiert das Trio zu dem was es ist. So sehe ich diese 3 tollen Künstler vor mir wie ich sie aus ihren Konzerten kenne.

Giorgos Dalaras mit dem Wiener KammerorchesterNach weniger komplexer Musik will ich dem Beyerdynamic Aventho wired mit umfangreicheren Signalen auf den Zahn, respektive die Tesla-Membranen, fühlen. Also auf zum Wiener Kammerorchester mit Giorgos Dalaras und deren Hommage an den griechischen Dichter Kavafis. Kann ich ja immer wieder am Stück durchhören dieses Album. Giorgos Dalaras singt so sauber und verständlich, dass diejenigen, die der griechischen Sprache mächtig sind, seinen muttersprachlichen Text auch gut verstehen können. Sehr gerne höre ich das Stück „As Much As You Can“, ist ja nur 11:26 Minuten lang… Herrlich dieser Chor mit den Frauen- und Männerstimmen. Dazu die feingliedrigen Streicher und den impulsiv einsetzenden Bläsern. Die Bläsersätze sind schön farbig, aber ein wenig fehlt mir gelegentlich deren eigene Schärfe. Ab circa 3:26 Minuten setzt dann das sehr eigenartig und in vielen Farben gespielte Flügelhorn ein. Später kommt eine immer schneller werdende, prägnante Flamenco-Gitarre dazu. Dann das Klatschen des Publikums und der wieder einsetzende Chor. Ein Vergnügen erster Kajüte, dies über den Aventho zu hören.

Knackiger geht es mit den elektronischen Spielereien des Felix Laband mit „Miss Teardrop“. Dieses Pingpong-Spiel dürfte ein wenig heller abgestimmt sein, was allerdings auch eine Frage des persönlichen Geschmacks ist. Auf jeden Fall macht mir der Synthie-Sound Spaß. Und beim fetten Bass fangen meine Füße so an zu wippen, dass ich erstaunte Blicke meiner Sitznachbarin ernte, die ich total vergessen habe…

Beyerdynaymic Impacto

Beyerdynamic Impacto. Bild: B. Weber

Da fällt mir doch gerade ein, dass ich den Impacto auch noch im Rucksack dabei habe für HiRes. Na, raus mit ihm und angekabelt. Diana Krall beglückt mich nun mit 48bit/96kHz. Die Striche des Besens werden jetzt noch eine ganze Nummer feinfühliger wiedergegeben und die Stimme von Diana wird etwas klarer, ja das trifft jetzt meinen Geschmack. Bei den Klavierläufen werden die Anschläge noch glaubwürdiger dargestellt, und untenrum ist der Sound immer noch leicht warm abgestimmt, dabei aber etwas klarer und exakter. Auch die räumliche Darstellung wird durch den Impacto großzügiger.

Fazit

Angenehm fest sitzender mobiler Kopfhörer mit toller Feinaulösung, leicht warmen Klangbild und vollem Bass. Eine Empfehlung für angenehmes Langzeithören.

Kopfhörer Beyerdynamic Aventho wired Test Ergebnis 5,4 von 6 Punkten

Beyerdynamic Aventho wired. Braun oder schwarz. 329 €
Beyerdynamic Impacto D/A-Wandler. 329 €


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Aufgewachsen in der Blütezeit des HiFi mit Telefunken Allegretto TS 2020 nebst einem Dual 1228 mit Reibradantrieb und Wechsler. Damals die Technik des Duals bestaunt, heute denkt man mit Grauen daran, wie die Schallplatten aufeinandergefallen sind...

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