High End 2018 – Eyecatcher Teil 2 – Design Concepts

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Auf der High-End 2018 ist mein Auge wieder an einigen Eye-Catchern verschiedenster Couleur hängen geblieben. Im Teil 2 – Design Concepts – soll es um Geräte gehen, die nicht nur im Detail ihre Reize zu bieten haben, sondern ein grundsätzliches Konzept verfolgen.

Keines dieser Geräte oder Lautsprecher wird der HiFi-Liebhaber verstohlen ins Eck oder in ein geschlossenes Möbel stellen wollen. Bei Daniel D’Agostinos Endstufe dürfte das beispielsweise auch schlicht nicht möglich sein…

Ein paar Eckdaten, die zeigen, wie ernst Daniel D’Agostino es mit seiner Relentless Mono-Endstufe meint:
Ausgangsleistung an den Klemmen 1.500 W RMS bei 8Ω / 3.000 W RMS bei 4Ω / 6,000 W RMS bei 2Ω. Maximum 400 Ampere Ausgangsstrom. Mittlere Stromaufnahme: 2480 Watt – Maximal 10.000 Watt.
Das Ganze in den Dimensionen 57.2 x 28.0 x 82.6 cm und 220 kg. Preis: 125.000 USD / Stück.
Begeistert? Neben dem Blick aufs Sparbuch solltet ihr also vorsichthalber auch Gebäudestatik und Sicherungskasten kritisch prüfen. Zur Erinnerung: dies ist ein Monoblock. Ihr braucht also mindestens zwei von den Kawensmännern, um eine Standard-Stereokonfiguration an den Start zu bringen…

Die technischen Eckdaten waren mir auf der High-End noch nicht bewußt. Der Anblick der Monoblöcke war dafür um so Atem beraubender. Das massive Gehäuse strotzt vor Solidität, Öffnungen legen auf den ersten Blick amtliche Wandstärken frei. Gleichermaßen wird auch dem Laien sofort klar, wie aufwändig die Fertigung des komplexen Gehäuses sein muß. Massive Kupferelemente sollen die Ableitung von Wärme unterstützen. Die Leistungsanzeige ist ein dominantes Zentralinstrument, das mit einem verschraubten Ring eingesetzt und mit einem warmen grünen Licht beleuchtet ist. Dieses magische Licht – man meint es aus den magischen Augen alter Volksempfänger zu kennen – deutet dezent an, zu wieviel Feinsinnigkeit der Bolide wohl fähig sein kann. Unglaublich.

Daniel D'Agostinos Power-Amp - markantes Zentralinstrument

Daniel D’Agostinos Power-Amp RELENTLESS (Foto: Falk Visarius)

Die Fertigungsqualität der RELENTLESS Mono-Endstufe von Daniel D’Agostino setzt sich auf der Gehäuserückseite fort. Wie es sich in dieser Preisklasse gehört. Auch hier lacht das Techniker-Herz.
Dan D’Agostino Homepage


Daniel D'Agostinos Power-Amp - Ein schöner Rücken...

Daniel D’Agostinos Power-Amp RELENTLESS – Ein schöner Rücken… (Foto: Falk Visarius)


Der italienische Lautsprecherhersteller NIME setzt ebenfalls auf reichlich Metall. Genauer gesagt: Edelstahl und Aluminium. Markant in Form gebracht versprühen die Gehäuse für mich einen Hauch von Alien. H.R. Giger läßt grüßen. Im Bild die Elite One, die der markant gestylte Fuß mit praktisch integrierten Lautsprecherklemmen zum Gesamtkunstwerk macht.

NIME Lautsprecher - Markant kantiges Design

NIME Lautsprecher Elite One (Foto: Falk Visarius)


Einen deutlichen Kontrapunkt zum NIME Design stellen die Vivid Audio KAYA dar. Die weichen Formen des Composit-Gehäuses erinnern ein wenig an super-sportliche Mitglieder der Barbapapa Familie (liebe Designer: verzeiht mir den Vergleich 😉 ) , haben aber einen wunderbar skulpturellen Charakter, der sich in viele Wohnräume integrieren läßt. Neben dem gestalterischen Aspekt signalisiert der Lautsprecher so das Bestreben nach einem verfärbungsfreien Klang.
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VIVID Audio KAYA - Lautsprecher mit weichen Formen

VIVID Audio KAYA (Foto: Falk Visarius)


Ausgefallen auch die VZ-1 Lautsprecher des polnischen Herstellers PANCIN. Mit Ihrer Konstruktion aus gestapelten, um die akustische Achse rotationssymmetrischen Einzelgehäusen wirken sie auf den ersten Blick recht leicht – bringen aber mit markantem Fuß stolze 216 kg auf die Waage. Nichts für Menschen mit Platzproblemen – für eine schicke Loft aber sicher ein Statement.
PANCIN Homepage

Pancin VZ1 Lautsprecher - Getrennte Systeme

PANCIN VZ1 (Foto: Falk Visarius)


Ist es eine Skulptur die klingt oder ein Lautsprecher als Designobjekt? Das liegt im Auge des Betrachters – oder im Ohr des Hörers. Das sanfte Gehäuse der Höffner H1 besteht aus dem thermoplastisch verformbaren Material Corian (TM), das man auch aus dem Möbel- und Küchenbau kennt. Der Inhaber und Mastermind Markus Höffner nutzt diese Eigenschaft des mineralisch-organischen Verbundwerkstoffes beispielsweise, um das ausgesprochen harte Material im Bereich des Basstreibers in eine kugelige Form zu bringen. So entsteht das akustisch erforderliche Volumen bei möglichst geringer Oberfläche, die einen schlanken Korpus ermöglicht. Die Gehäuse werden in Handarbeit hergestellt und geschliffen. So wird jeder Lautsprecher zum Unikat. Gehäusefarbe: naturbelassen oder auf Kundenwunsch lackiert. Ebenso sind die Oberflächen der schlanken Lautsprecher-Beine wählbar. So bekommt jeder Interessent seine persönliche H1 bei der – so der erste Höreindruck – auch die inneren Werte stimmen. Preisklasse: um 40.000 Euro.
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Höffner H1 - Hübsches Corian-Lautsprecher-Gehäuse

Höffner H1 (Foto: Falk Visarius)


Der MYTEK  The New Manhattan DAC II. Ein edler, DSD-fähiger DAC und Vorverstärker. Optional mit Phonostage. Optional mit Streaming Karte. Zur modernen Ausstattung passt das moderne – wenn auch nicht brandneue – Design des facettierten Metall-Gehäuses. Ich finde es trotzdem jedesmal faszinierend.
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MYTEK - Metallverarbeitung in ihrer hübschen Form

MYTEK  The New Manhattan DAC II (Foto: Falk Visarius)


Design prägende Facetten haben auch die InnuOS ZEN. Aber eher in makroskopischem Ausmaß. Ganze 4 lassen sich auf der Frontplatte an einer Hand abzählen. Die aber reichen, um die englischen ZENs sofort im Geräte-Dschungel wieder zu erkennen.
Innuos Homepage

Innous ZEN - Facettiertes Gehäuse

Innuos ZEN – Familie (Foto: Falk Visarius)


GATO Audio. Metall und Holz in edlem Kontrast, kombiniert mit Anzeigen im Cockpit-Instrumenten Look. Komplexe Formen und sauber verarbeitete Komponenten machen aus der ganzen Gerätefamilie des dänischen Herstellers eine Augenweide.
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GATO - Hifi-Geräte im hochwertigen Gewand

GATO Audio Produktfamilie (Foto: Falk Visarius)


Den Materialmix hat auch AURIS zum Konzept erklärt. Hier sind es edel anmutende, seidenmatte Hölzer, Leder und Metall, die aus den Lautsprechern und Geräten des serbischen Herstellers kleine Pretiosen für den Wohn- bzw. Hörraum machen.
AURIS Audio Homepage

Auris Lautsprecher - Eleganter Materialmix

AURIS Standlautsprecher (Foto: Falk Visarius)

Auris HiFi-Geräte - Eleganter Materialmix

AURIS Geräte-Familie (Foto: Falk Visarius)


Und last but not least… der Sonus Faber SF16. Wie auch der eingangs vorgestellte RELENTLESS von Daniel D’Agostino im Vertrieb von Audio Reference, die ihn mit den Worten „ein All-In-One-Lautsprecher wie vom anderen Stern“ umschreiben. Nach eigenen Angaben inspiriert von Franco Serblins „Snail“ aus dem Jahre 1983. Die „Snail“ wirkt heutzutage natürlich reichlich rustikal, weist aber eindeutig die gestalterische Richtung, die Satelliten-Lautsprecher über ein Gestänge an den Hauptkörper des Systems an zu binden. Im Falle des SF16 folgt dieses Gestänge einer Kurvenbahn, so daß die freistehenden Satelliten während der Betriebsruhe sicher in einen Gehäusehohlraum eingezogen werden können. Für rund 10.000 Euro erhält der Kunde einen All-In-one-Speaker, der für die eher traditionelle Marke Sonus Faber tatsächlich futuristische Züge aufweist, aber aber durch Form, Material und Verarbeitung gleichzeitig vor der Handwerkskunst verneigt, die auch seine großen Brüder repräsentieren.
Sonus Faber SF 16 @ Audio Reference

Sonus Faber SF16 - Stylisches All-In-One System

Sonus Faber SF16 (Foto: Falk Visarius)


Und hier geht’s zu den Eyecatchern Teil 1 und 3:

High End 2018 – Eyecatcher Teil 1 – HiFi and Art

High End 2018 – Eyecatcher Teil 3 – Details

About Author

Vom HiFi-Virus als Jugendlicher infiziert ist HiFi + HighEnd seither Teil meines Lebens. Forenerprobt und als freier Autor ist mein Motto: Alles kann nichts muss. Die Freude zählt.

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