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D/A-Wandler

Test: NuPrime Omnia SW-8 – audiophiler HiFi Netzwerk-Switch

Bernd WeberBy Bernd Weber14. Februar 2020

HiFi-Switch NuPrime SW-8 im Test. Hier im Bild die Frontseite. Wer, wie ich, einen Teil seiner Musik digital streamt und dabei auch Daten auf einem Musikserver parat hält, benötigt dazu ein Netzwerk. Dieses hat heute fast jeder daheim, alleine schon deshalb, weil es für die Nutzung des Internets erforderlich ist. Im Mittelpunkt steht dabei der Router, der die Verbindung nach außen aufbaut und gleichzeitig das Heimnetzwerk organisiert. Um die digitalen Einsen und Nullen kabelgebunden weiter zu verteilen wird dann ein Switch benötigt.

Praktischerweise sind diese in Routern wie zum Beispiel einer Fritzbox bereits integriert. Zumeist mit vier LAN-Anschlüssen, was in den meisten Fällen auch ausreichend ist. Also den Streamer und den Musikserver oder einen Netzwerkspeicher (NAS) dort angeschlossen, und schon geht das Musik hören los. Dies funktioniert technisch auch tadellos. Wozu also sich dann noch einen separaten Switch zulegen? Kostet doch nur Geld… Oder sollte man das Thema HiFi-Switch angehen wie eine Steckdosenleiste? Da hört man ja schließlich auch, Voodoo hin oder her, klangliche Unterschiede.

Wirklich befasst habe ich mich mit dem Thema Switch bezüglich der Beeinflussung des Klangs bisher nicht. Doch ein Zufall spielte mir in die Hände: Auf den Norddeutschen HiFi-Tagen 2020 sind die HiFi-IFAs auf den audiophilen NuPrime Omnia SW-8 Switch gestoßen. Frank Urban vom Audium-Vertrieb schwärmte geradezu von diesem kleinen Zauberkasten. Ob der Omnia SW-8 Switch wirklich audiophil ist? Das wollte ich doch wissen, und habe ihn deshalb gleich zum Test mitgenommen.

LAN-Anschlüsse des HiFi-Switch NuPrime SW-8HiFi-Switch NuPrime Omnia SW-8

Was also soll der speziell für HiFi konstruierte Switch nun bewegen? Digitale Nullen und Einsen sind doch ganz genaue Zahlen, ohne irgendwelche Kürzungen oder Rundungen. Die werden durch die Gegend geschaukelt und gut ist es damit. Parallel dazu werden Prüfsummen übertragen um Fehler in der Datenübertragung festzustellen. Passt da etwas nicht, werden die Daten nochmal nachgefordert, und dann sollte es auch stimmen. Geht in der IT ja auch. Falls es da immer noch Abweichungen geben sollte, werden die Lücken interpoliert, fertig.

Und genau da liegt der Hase im Pfeffer: Dadurch kommt es zu Ungenauigkeiten im Signalfluss. Dazu kommen ungeliebte Sachen wie zum Beispiel Signalrauschen, elektromagnetische Störungen und einiges mehr. Und genau da setzt der NuPrime Omnia SW-8 an. Der Switch besitzt unter anderem eine TCXO-Uhr und stabilisiert damit die Signale im Netzwerk. Was wiederum das Rauschen der Schaltungen verringert und so den nachfolgenden Prozessoren im Streamer die Arbeit erleichtert. Die Grundlage des SW-8 ist der Bonn N8, entwickelt von Thunder Data Co. Ltd. Im Gegensatz zum Bonn N8 besitzt der Omnia SW-8 ein komplett geschlossenes Gehäuse aus Aluminium ohne Lüftung für eine bessere Abschirmung gegen Einstreuungen. Dazu kommt dann ein von NuPrime überarbeitetes Netzteil.

Technische Eigenschaften des NuPrime Omnia SW-8
  • Komplett geschlossenes Gehäuse aus Aluminium zur Abschirmung
  • Acht AUDIO GRADE 100/1000 Base-T-Gigabit-Ethernet-Ports
  • Hohe Genauigkeit der Clock
  • Kundenspezifischer Silent Angel Noise Absorber (SANA)
  • Zwei Geräuschdämpfer für Hauptstromkreis
  • Zwei Rauschisolatoren für die Taktgeneratorschaltung
  • Netzteil für medizinische Zwecke
  • TCXO (Temperaturkompensierter Kristall Oszillator)

HiFi-Switch NuPrime SW-8 im Test. Hier im Bild die Clock

Klang NuPrime Omnia SW-8 vs. Fritzbox

Für den Hörtest habe ich dann den Netzwerkplayer Cambridge 851N und den Musikserver Innuos ZEN MK. III mit LAN-Kabeln von Supra mit der heimischen Fritzbox verbunden. Und das hört sich ja auch schon mal wirklich gut an so.

Doch als ich dann die beiden Geräte an den NuPrime SW-8 Switch gehängt habe, war ich wirklich verblüfft. Die Stimme meiner Lieblingszischlerin Katie Melua wird dadurch zwar nicht samtweich, was schlicht und ergreifend an der Aufnahme liegt. Doch sie züngelt nicht mehr ganz so aggressiv und scharf in meinen Ohren. Und ich höre mehr feine Verästelungen und mehr Hauchen in ihrer Stimme. Auch die Streicher spielen seidiger und besser aufgelöst. Insgesamt erscheint mir die Musik ruhiger, man kann dies, wenn man so will, auch als „analoger“ beschreiben.

Einen ähnlichen Effekt beobachte ich bei dem Klassiker „Isn’t She Lovely“ von Livingston Taylor. Auch sein Pfeiffen weist eine gewisse Schärfe auf. Ok, das gehört auch dazu, sollte aber nicht durch unnatürliche Verzerrungen das Ohr beleidigen. Und diese Verzerrungen, oder vielleicht sollte ich besser Verunreinigungen in den digitalen Strecken sagen, werden durch den hochwertigen Switch geringer. So zumindest mein Eindruck. Dieses Pfeiffen hört sich natürlicher an als mit der Fritzbox im Signalweg. Auch das Auf- und Abschwellen in der Lautstärke seiner Stimme ist nachvollziehbarer, zudem wird sie voller und bekommt über den SW-8 mehr Timbre. Dies tut dann auch der Gitarre mit einem besser wahrnehmbaren hölzernen Korpus gut.

Natürlich wollte ich auch wissen, wie es sich anhört, wenn der NuPrime Omnia SW-8 direkt im Signalweg zwischen dem Cambridge 851N und dem Innuos ZEN MK.III installiert ist. Nun, jetzt waren die klanglichen Unterschiede im Vergleich zur direkten Verbindung vom Netzwerkplayer zum Musikserver nicht wirklich groß. Was auch logisch ist, besitzen doch viele Geräte wie beispielsweise der Innuos ZEN MK.III oder der Melco N100 separate, galvanisch getrennte LAN-Ausgänge zum Netzwerkplayer hin. Nur, was machen, wenn der Musikserver keinen separaten galvanisch getrennten LAN-Ausgang hat? Oder die Musik von einer NAS oder dem PC läuft? Da geht es nicht ohne einen Switch, und die Anschaffung eines höherwertigen Geräts ist dann definitiv eine Überlegung wert.

Im Test der HiFi-Switch NuPrime SW-8. Hier im Bild die FrontNach dem kleinen Exkurs geht es wieder zurück zum Hörvergleich Fritzbox – NuPrime Switch. Beim Geläut lassen sich die verschiedenen Größen und Klangfarben der Gütersloher Glocken bestens heraushören. Gut geeignet ist dieses Stück von der Manger-CD „Wie von einem anderen Stern“ um die räumliche Zuordnung und die Tiefenstaffelung zu beurteilen. Sind sie über die Fritzbox leicht verschwommen in den Positionen, lassen sie sich über den Omnia SW-8 in ihrer Anordnung wesentlich besser zuordnen. So als würde der herbstliche Morgennebel weggezogen. Auch hatte ich das Gefühl, die verschiedenen Legierungen der Glocken heraushören zu können.

Cover des Album "Musik wie von einem anderen Stern" von MangerThe O Zone Percussion Group und ihre „Jazz Variants“, rasantes und schnelles Spiel zeichnen diese Aufnahme aus. Ich liebe dieses Stück. Das muss nur so zischen und fetzen in der Bude, da steckt die pure Energie drin. Verkabelt mit dem NuPrime SW-8 ist das ein Traum und mein ganzer Körper wippt mit. Ich wage den Versuch einer Rückverkabelung zur Fritzbox und bereue ihn unverzüglich. O je, wie sich dieses tolle Musikstück jetzt durch die Gegend schleppt.

So dauerhaft Musik hören? Nach dieser Erfahrung wohl nicht mehr. Aber im Rahmen des Tests komme ich an der Selbstkasteiung nicht vorbei und mache weiter. Doch lange halte ich das nicht mehr durch, irgendwann ist Schluss damit. Der Switch von NuPrime muss wieder dran. Ja so muss das sein, das Timing stimmt jetzt wieder auf den Punkt, und die Musik bekommt ihre Struktur zurück. Das Fell der Kesselpauke wird bearbeitet, dass es eine wahre Pracht und Freude ist. Herrlich sauber und trocken treiben die Bassimpulse durch die Hütte. Und ja, auch ein zartes Instrument wie die Triangel wird dabei nicht untergebuttert.

Ach ja: Zur Entspannung habe ich mir nach dem Test ein Glas Rotwein gegönnt, und dazu aus der ZDF Mediathek einen Wilsberg gestreamt. Den LCD-TV hatte ich ebenfalls am SW-8 angeschlossen. Und was soll ich jetzt sagen, auch dem Bild tut der Switch gut. Und so komme ich zu der Einleitung des Berichts zurück: Ja Frank, deine Schwärmerei für den NuPrime SW-8 kann ich sehr gut nachvollziehen.


Test-Fazit NuPrime Omnia SW-8

Durch den HiFi-Switch wird der Vorhang vor der Musik weit aufgezogen. Dadurch wird sie spürbar reiner und plastischer, so als hätte man einen Schleier entfernt. Dazu kommen eine gesteigerte Dynamik sowie mehr Natürlichkeit in Stimmen und Musik. Der NuPrime Omnia SW-8 bringt die vorhandenen digitalen Komponenten eine Klasse nach vorn. Und ist somit für den Streaming-Liebhaber eine lohnende Investition.

HiFi-Switch NuPrime Omnia SW-8. Test-Ergebnis 5,6 von 6,0 Punkten


Im Test der HiFi-Switch NuPrime SW-8. Hier im Bild die FrontIm Test

HiFi-Switch: NuPrime Omnia SW-8
Preis: 449 Euro
Größe: 15,5*8,5*2,6 cm
Gewicht: 1.2 kg


Vertrieb

AUDIUM / Visonik
Catostr. 7b
12109 Berlin

+49 (030) 613 47 40
kontakt@visonik.de
www.audium.com/


Mitspieler im Test

Quellen digital – Netzwerkspieler Cambridge Audio 851N, CD-Laufwerk Cambridge Audio CXC, Musikserver Innuos ZEN MK.III
Quellen analog – Plattenspieler Rega Planar 6 mit Tonabnehmer TAD Excalibur Black, Phono MM- & MC Verstärker Trigon Vanguard III
Verstärker – Vorverstärker Cambridge Audio 851E, Endverstärker Cambridge Audio 851W
Lautsprecher – Standlautsprecher LUA Con Espressione
Kopfhörer – Offener Kopfhörer Focal Clear, Kopfhörerverstärker Divaldi AMP-02 mit Phono MM- & MC Stufe
Zubehör – Lautsprecherkabel Supra XL Annorum. XLR- und Cinchkabel Fadel Art Pro Link, Stromkabel Supra LoRad 2.5, Supra Cables Cat8 Netzwerkkabel, Netzleiste PS Audio Dectet

HiFi-Tuning Netzwerkplayer Strom
Bernd Weber
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Aufgewachsen in der Blütezeit des HiFi mit Telefunken Allegretto TS 2020 nebst einem Dual 1228 mit Reibradantrieb und Wechsler. Damals habe ich die Technik des Duals bestaunt. Heute denke ich mit Grauen daran, wie die Schallplatten aufeinandergefallen sind...

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