Tonstudio: Was passiert da, gibt es eine reale Aufnahme?

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Wenn man das drauf hat, bekommt man beim Mastering mehr Energie, mehr Differenziertheit, mehr Raum und Feinheiten hin – sprich Feindynamik kann man mehr herausarbeiten und eine bessere Homogenität erzeugen. EQ Equing (ausschließlich parametrische Equilizer) dass man übertriebene Frequenzen und unterbelichte etwas ab- oder aufpeppt und im gesamten Mix anpasst. Vorsicht ist geboten; schnell ist Mastering ein Übermaß an Energie und alles ist versaut. Vor allem wenn man durchs übertriebene Limitieren (bestimmt durch die Ratio ab einer Ratio von 10-1 / Verhältnis von Anstieg Eingansgssignal zum Anstieg des komprimierten Ausgangssignal im Verhältnis zum eingestellten Threshold/ Schwellwert) den Headroom des Dynamikumfanges einfach nur um den Preis des maximalen Lautseins zerstört. (Loundness War – Hypercompression; siehe oben). So klingt Musik auf keinen Fall. Das ist toter Sound, anstrengend, unlebendig und furz langweilig. Besonders übel ist auch dann sogenanntes Pumpen. Hier hört man das Arbeiten des Kompressors. Es klingt gedrückt und abgeschnitten. Besonders Stimmen hören sich limitiert, gepreßt und unlebendig an ohne jeglichen lebendigen Timbre, Artikulation. das hauchen und atmen fehlt den Stimmen. Transienten gehen komplett verloren. Siehe im nächsten Abschnitt, Noise Gate.

Noise Gates, vor allem bei Stimmen und beim Schlagzeug insbesondere der Snare. Den meisten wird der Song In the Air Tonight von Phil Collins im Kopf sein. Also die Snare. Eine Mischung aus früheinsetzendem Gate ( hoher Threshold ) und Plate Hall.

Quelle You Tube

Was ist ein Noise Gate? Noise Gate bedeutet, der Kanal geht zu, wenn das Signal einen gewissen Threshold / Schwellwert (Pegel in dB) unterschreitet. Das verhindert Nebengeräusche und evtl. Rumpeln. Beim überschreiten eines Schwellwertes macht das Noise Gate wieder auf und das Signal kommt wieder durch.
Für High End Aufnahmen kann man das aus meiner Sicht lassen, auch wenn Nebengeräusche mit drauf sind. Insbesondere Transienten, kurze impulsartige, perkussive meist hochfrequente Anteile gehen verloren. Sie sind für Ausschwingverhalten, Hallfahnen und lebendigen Punsch im Bass verantwortlich. Ebenso wie das Ausklingen eines Flügels und das Pickgeräusch an den Gitarrensaiten.

Ich will ja Realität hören und den technischen Sound so weit wie möglich aus der Aufnahme fern halten.

Dann – mit welchen Monitoren hört man? Genelec, hier der 1031 A, für mich der beste Near Field Monitor aller Zeiten. Ein genialer Monitor, selbverständlich aktiv.

Yamaha NS10

Bild: Stefan Brochowski, das war meiner und ich Blödie verkauf den.

Stufiomonitor Genelec 1031A

Genelec 1031A. Foto: S. Brochowski

Yamaha NS 10 A (die Tröte), steht in fast allen angesagten Tonstudios; der Klassiker schlechthin, klingt nicht wirklich – passiv, aber wenn es hier klingt, klingt es überall. Gibt es aber geteilte Meinungen drüber.

Yamaha NS10 liegend

Yamaha NS10. Bild: Pro Audio Clube

Natürlich sind da noch Adam, Tannoy, KSK, Geithain und Mackie zu nennen. Gibt natürlich noch weitere Hersteller.

Und es gibt noch mehr Gerätschaften im Studio, wie der Bereich der Effektprozessoren. Hall, Delay, EQ, Limiter, Finilizer, Spatial Enhance, Effekte wie Chorus, Phaser, Distortion usw.

Für mich ist immer entscheidend, inwieweit  wurde die Produktion dynamisch umgesetzt ? Wie homogen und offen spielt das Ganze ? Heißt: Raumdarstellung und Holographie wie Körperhaftigkeit, wenn es geht in plastischem 3D.  Musiker sollen sich da platzieren (Panning L- M-R), wo sie wahrhaft stehen. Für mich die halbe Miete.

Dann Tiefenstaffelung: wie plastisch ist die Aufnahme in der Tiefe?… mit wieviel wahrnehmbarer Luft dazwischen?…wie hat der Tonmensch die eigentliche Musikalität und die Emotionalität des Musiker/in und des Songs eingefangen? Crispe, kehlige auf den Punkt ortbare Stimmen, die wie angenagelt vor einem stehen.

Spürt und hört fast jeder automatisch, unabhängig von der Stilistik. Kann man sogar bei den Egerländern und Freddy Quinn haben.
Dazu gesellt sich die weitgehenste richtige Tonalität. Richtig bedeutet hier, es soll so klingen,  wie am Entstehungsort/ Location der Aufnahme des Ereignisses mit dem originalen Ton. Also, so echt wie möglich. Genauer gesagt, die Vorstellung läuft live zu Hause ab. Geht das ? Nicht wirklich!

Es ist eine suggestive Vorstellung mit einer Portion physikalischen Gesetzen von Musik und den neuronalen und cerebralen Fähigkeiten.

Was klingt in einem Kopf echt, wie oder wie ist eine persönliche Vorstellung davon. Ich meine hier nicht den Geschmack. Sondern
die Dinge so zu hören, wie Sie wirklich sind. Nicht leicht. Wir haben ja immer eine persönliche Geschmacksinterpretation parat, die sich eher auf das Ich und weniger auf das Ist konzentriert. 😉 Wer hört schon, wie es wirklich klingt? Keiner.
Die Frage, wann und wie erkenne ich das, zu mindestens in Annährung der Wirklichkeit ?

Bei mir: Gänsehaut und die Erfüllung meiner Vorstellungen sowie Erfahrung, wie etwas real klingt, Wünsche von Produktionen. Das Erlebnis von der Band mitten in der Hörlounge.

Früher musste der Bassist teilweise heute noch so und die Bassdrum gecentert sein. Was für ein Quatsch. Sollen Sie das so auf das Medium bringen, wie die Menschen da stehen und spielen. Je besser die Anlage, um so mehr hört man in die Aufnahme und die Musik. In dem Beispiel, wie sehr Bass und Bassdrum hintereinander spielen, obwohl mit 99 prozentiger Sicherheit die Musiker nicht so gestanden haben. Der Grund dafür liegt darin, dass das centern maximalen Punsch und Druck bringt; verhindert aber eine plastische Darstellung. Kein Bassist steht vor der Bassdrum.

Elektronische Instrumente können nicht wirklich original klingen. Sie zeigen nur ihren tonalen Eigenklang bzw. Sound.
Wenn ich einen Moog oder einen Nordlead Synth über den Jazzchorus spiele, klingt er anders als über einen Line in ins Pult und über z.B. einen kleinen Ramsa Speaker.

Der Charakter bleibt, aber es klingt anders. Hier ist der springende Punkt.

Grundsatz für highendige Produktionen

Es soll so klingen, wie es aus den jeweiligen Systemen im Studio und am Aufnahmeort klingt. Jedoch werden die Signal über die Konsole korrigiert, dies ist oft  auch notwendig oder es wird meistens ein Sound kreiert bzw. designt.

Das gilt es zu Hause zu erkennen, wahrzunehmen und zu differenzieren. Vorrausgesetzt, die  Kombination kann das umsetzen.

Dann kommt man dem Original der Aufnahme nahe.
Thats it !

Und um die Frage des Zusammengemischten zu beantworten :
Je besser die Anlage, um so mehr Informationen hörst du, um dir diese Frage selber zu beantworten.

Das Original der Aufnahme mit allen Informationen hören und wahrnehmen! Denn die Aufnahme ist das Original. Wo Menschen versuchen, uns an dem Original und der Kunst der Musik teilnehmen lassen zu wollen, so gut es geht. Manch Anlage ist dazu im Stande. Das zu erkennen ist die Fähigkeit eines jeden selbst.

Denn so viel Technik im Namen der Musik zu beherrschen, ist nicht mal so gemacht.
Viel Wissen, lernen, probieren und erfahren!

Wichtig

Das Ohr und unser Gehirn ist immer der entscheidene Faktor. Darum geht es. Nicht was ich messe, sondern was ich höre und welche Emotion entsteht. Musik ist reine Emotion auf verschiedenen Ebenen. Die hoch komplexe Technik im Studio ist nur das Medium es einzufangen, und diese zu reproduzieren. Genauso wie die High End Tempel in der heimischen Umgebung dies wiederzugeben. Wie gut das ist? Eine Mischung aus Mensch und dem Hi Fi Tempel vor einem.

Messen ist wie die Harmonielehre von Axel Jungblut. Harter Tobak, aber macht keine Musik. Aquvivalent dazu sind Messdiagramme im Studio oder in der High Fidelity. Es sind maximal Anhaltspunkte. Daten machen Wissen , aber keine Emotionen und keine Musik !!! Die erfahren wir nur durch uns selbst !!! Aber sie hilft uns im Rahmen von Wissenschaft, Forschung und Technik die Dinge besser zu machen, wenn man diese richtig nutzt und beherrscht. Das ist wie der Weg vom Gramophon zur heutigen High Fidelity. Doch Maria Calas kann einen auf dem Gramophon auf eine musikalische Reise nehmen. Ich hab so ein Ding zu Hause. Eine Frage des Standpunktes und der Gefühle.

Music is The Language of your Heart.

Konsolen-Mischpulte und EFX Processoren

Zum Artikel ein paar Fotos, um das Beherrschen der Technik mal bildhaft zu unterstreichen.

Prozessoren:

Lexicon 960L

Lexicon 480 L

T. C. Electronics System 6000

Bilder: Lexicon Archive und TC.

Das sind die Meister der Räume und HighEnd Effektgeräte. Damit ist man schon mal gut ausgerüstet. 😉

Konsolen:

SSL Solid State Logic

SSL Solid State Logic

SSL Solid State Logic

SSL Solid State Logic Digital

Bilder: Gerslutz, Solid State Logic Archive

Das zweite Bild eine Solid State Logic SL 4000 + – Die Giganten Konsole, mit 112 einzelnen Kanalzügen, die jemals größte gebaute Konsole …abgefahren und ..analog versteht sich. Das letzte Bild eine moderne digitale Konsole und als erstes Bild und drittes Bild analoge Profikonsolen bzw. Pulte. Und da gibt es auch  noch Neve Konsolen. Gehören auch mit zu den aller besten Mischkonsolen. Neben den klassischen Hardware Konsolen und Outboard Effekten gibt es sogenannte DAWs -Digitale Worstations. Programme wie Cubase, Logic, Soundforge, die auf Mac oder Windows laufen. Das professionellste ist Pro Tools. Heißt Mischpulte im Computer. Effekte laufen über sogenannte Plug Ins, von denen es 10000ende gibt. Die Aufnahme wird dann auf digitalen Plattformen aufgenommen wie z.B. MOTU Audio Interface / digitale Outboard Geräten (so gesehenen Mehrspurige digitale Bandmaschinen) oder Pro Tools oder direkt auf HD im Mac oder PC. Die häufigste Form der Produktion heut zu Tage. Diese haben es ermöglicht, das auch mit kleinerem Geldbeutel Studio Arbeit möglich ist. Die Zeit des Homercordings wurde hiermit ins Leben gerufen. Dazu mal später einen kleinen Überblick.

 

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Lebenskünstler, Musiker, Tonstudio und Mastering.Tolle Menschen, die einen umgeben und gutes Essen sind unabdingbar. Musikliebhaber und High End Verrückter, mit dem Ziel des True Authentic Real Live Hearing - TARLH - der authentischen realen Wiedergabe von Musik. Spezializiert auf High End Tuning.

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