Test: Moon Ace NEO All-In-One-Streaming-Verstärker

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Moon Neo ACE Streamer Vollverstärker FrongDer Moon Neo ACE, die Rückbesinnung zum „Schneewittchensarg“? Die Dame des Hauses dürfte es in den meisten Fällen freuen, dass der Göttergatte nicht laufend vor dem HiFi-Altar knieen und rumbasteln kann. Und audiophil geht mit moderner Technik heutzutage auch mit kleineren Geräten.

Technik

Den Moon Neo ACE All-In-One Streamerverstärker gibt es in einer komplett schwarzen Ausführung sowie in einer mit seitlichen alufarbigen Blenden, so wie er uns zum Test zur Verfügung stand.

Moon ACE Neo Schalter FrongAuf der elegant gestalteten Front befinden sich links des gut auflösenden Displays der Ein- und Ausschalter sowie 4 Tasten für die Menüsteuerung. Rechts dann zwei Tasten für das Setup, ein Mini-USB Eingang, ein Kopfhöreranschluss und der große Lautstärkeregler.

Im Gegensatz zu besagtem Schneewittchensarg besitzt der All-In-One-Musik-Streaming-Vollverstärker Moon Ace NEO zwar keinen eingebauten Plattenspieler, dafür allerdings einen hochwertigen MM-Phonovorverstärker. Weiterhin befinden sich auf der Rückseite des Gerätes zwei weitere analoge Cincheingänge. Womit das Pensum an weiteren Eingängen noch lange nicht ausgeschöpft ist!

Weiter geht es mit je zwei optischen und koaxialen SPDIF-Eingängen. Das reicht Ihnen noch nicht? Ok, einen USB-B Eingang gibt es ebenfalls sowie für den Anschluss an das heimische Netzwerk je eine LAN- und WLAN Buchse.

Verarbeitet werden die digitalen Signale von einem ESS-Sabre 9010. Dieser analogisiert PCM-Signale bis 32/384 (Bit/kHz) und auch DSD bis 256, das sollte wohl völlig reichen. Bluetooth mit aptX sowie das Moon-eigene MIND-Streamingmodul sind ebenfalls integriert.

Moon Neo ACE RückseiteFür den Moon-Steuerbus gibt es auf der Rückseite ebenfalls Anschlüsse. Und die Lautsprecheranschlüsse hinterlassen einen stabilen Eindruck. Und es gibt doch noch was zum Spielen an diesem Gerät für den Hausherrn: Die Gerätesicherung ist gut zugänglich und fix ist die Sicherung getauscht zum Überprüfen, ob dieses kleine Bauteil doch klangliche Unterschiede zeigen kann.

Die Leistung des Verstärkerteils mit 2*50 Watt Sinus im Class-AB-Betrieb sollte für den heimischen Zweck völlig ausreichen, wir haben ein „mehr“ nicht vermisst. Sollte jemand doch besonders leistungshungrige Boxen sein eigen nennen, für ihn hält der Moon ACE PreOut-Anschlüsse bereit.

Bedienung

Per LAN angeschlossen ans Netzwerk, scannt der Moon ACE es automatisch und verbindet sich mit ihm, eigentlich auch selbstverständlich heutzutage. Alternativ lässt er sich auch per WLAN anschliessen, dazu gibt man im Menü den WLAN-Schlüssel ein, dies gelingt einfach mit den Menütasten und dem Lautstärkeregler, der in diesem Fall als Wahlrad fungiert.

Moon Mind App Eingänge und playlistMit der „Moon Mind Controller App“, aus dem Google PlayStore heruntergeladen, gelingt die Bedienung dann vorzüglich. Mit ihr kann man den kompletten ACE bedienen. Unser Innuos ZEN Musikserver wurde ebenso sofort erkannt wie unsere QNAP. Der Streamingdienst Tidal funktioniert nach Eingabe des Passworts und das Internetradio vTuner funktioniert ebenfalls tadellos. Angewählt werden die Einstellungen des Moon ACE sowie die zuvor beschriebenen Quellen einfach über die Reiter oben in der App.

Moon Mind App Ansicht AlbenKlang

Was beim ersten Hören gleich auffällt: Der Moon ACE hat einen leichten Röhrenklang, die oft gehörte Aussage, daß Transistoren eher kühl klingen, scheint wohl doch nicht wahr zu sein.

Lassen wir es zu Beginn etwas ruhiger angehen mit Diana Kralls „Wallflower“, schon oft gehört und daher für den Einstieg gut geeignet. Die feinen Schattierungen ihrer Stimme werden gefühlvoll wiedergegeben und die Bögen der Streicher schweben über die Saiten ohne je das Ohr zu beleidigen. Leichthändig gleiten Dianas Hände über die Klaviatur, so als würden ihre Finger über den Tasten schweben, jeder Ton sitzt sauber und akkurat bei ihrem perligen Spiel. Und Michael Buble schmelzt dazu, als wolle er (Oder macht er es wirklich…) mit Diana nach dem Konzert an die Bar…

Reinhard Mey mit seinem „Narrenschiff“, die sonore Stimme des Sängers sollte dem Hörer übermittelt werden, nebst den Klangfarben des umfangreichen Orchesters. Nun, Reinhards Stimme schnalzt vor mir, dass es eine wahre Pracht und Wonne ist; auch die Klangfarben der vielfältigen Instrumente werden gut vermittelt. Und wie er dann beim Lied „Der Biker“ seine alte Liebe Annabelle wieder entdeckt, da bleibt bei mir kein Auge trocken.

Brook Benton

Brook Benton. Gefühlvoller Soul

Genug der Romantik! Chaleur Humaine mit „Christine“, ich liebe es, wie bei diesem Stück der pumpende Discobass durch die Hütte fegt, etwas härter dürfte der kleine Moon die Basschassis schon anfeuern, diese kleine Lässlichkeit zeigt sich allerdings erst bei nachbarschaftsgefährdender Lautstärke. Der Tanzfuß wippt bei mir, und das ist ja wohl das wichtigste.

Die Wiedergabe von Stimmen liegt dem Moon Ace NEO absolut. Egal ob ich nun die glockenklare von Jocelyn B. Smith höre oder wieder meine heißgeliebte Haris Alexiou mit ihrem unnachahmlichen Tremolo. Die stimmlichen Feinheiten dieser Damen nehmen mich über den NEO einfach mit. Wobei sich das nicht nur auf Frauen beschränkt. Auch Männerstimmen wie Elvis Presley oder Solomon Burke setzt der kleine NEO groß in Szene, Chapeau!

Auch vor Holzblasinstrumenten wie Saxophonen bei „Antiphone Blues“ schrickt der Moon Neo ACE nicht zurück, nein es bereitet ihm geradezu Vergnügen das hölzerne Blättchen naturgetreu anzublasen. Und das Kirchenschiff sprengt dabei fast den heimischen Hörraum, so großzügig wird alles dargestellt.

Nicht zu vergessen: Der MM-Phonoeingang. Die oben erwähnten Klangeigenschaften setzen sich nahtlos fort, Respekt! Wer den eingebauten Phonovorverstärker toppen will, muss schon ordentlich tief in die Tasche greifen. Statt einer separaten Phonostufe sollte der Hörer sich für das Geld lieber ein paar schöne LPs gönnen.

Fazit

Der Moon ACE überzeugt durch die logische Bedienung per Fronttasten und App. Klanglich erfreut er mit schöner Feinzeichnung und großartiger Bühne. Bei einem Klangbild ähnlich einem Röhrenverstärker lässt er den Hörer in Emotionen schwelgen.

Moon Neo ACE Test Fazit

Moon Ace NEO, Preis: 2.990 €

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Aufgewachsen in der Blütezeit des HiFi mit Telefunken Allegretto TS 2020 nebst einem Dual 1228 mit Reibradantrieb und Wechsler. Damals die Technik des Duals bestaunt, heute denkt man mit Grauen daran, wie die Schallplatten aufeinandergefallen sind...

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