Test: Bowers & Wilkins 805 D3

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Bower & Wilkins 805 D3 FrontDie Bowers & Wilkins 805 D3 ist auf den ersten Blick als eine B&W erkennbar, fast. Der Hochtöner sitzt wie immer keck oben drauf. Nur, wo ist die gelbe Kevlar-Membran geblieben? Nun, entweder gefiel dieser Farbton der besseren Hälfte des Entwicklers nicht mehr, oder gibt es ein neues Material für den Tief-Mitteltöner? Gut geraten, es gibt ein neues Material, die Continuum-Membran. Fein geflochten und silber glänzend. Laut Hersteller dauerte die Entwicklung stolze 8 Jahre! Der Preis dafür? 6.000 € für das Paar Lautsprecher sowie 1.000 € für die Stands.

Technik

Das Gehäuse der Bowers & Wilkins 805 D3 wird nicht aus preiswertem MDF gefertigt, sondern aus gebogenem Schichtholz was schon mal grundsätzlich ein stabiles Gehäuse ergibt. Zusätzlich gibt es im Inneren noch einige Versteifungen, da bewegt sich dann nichts mehr außer dem tieffrequenten Schall.

B&W 805 d3 Front oben

Bild: B. Weber

Der Tiefmitteltöner hat einen Durchmesser von 16,5 cm, der von einer fetten Sicke umrandet wird, und so ordentliche Hübe ermöglicht. Unterhalb des Tiefmitteltöners befindet sich dann der von B&W mittlerweile bestens bekannte „Flowport-Bassreflex“. Damit durch die Luftströme keine Turbulenzen entstehen, besitzt das Bassreflexrohr Vertiefungen ähnlich einem Golfball.

Im Hochton der 805 D3 kommt die von Bowers & Wilkins in vielen Jahren immer weiter entwickelte Diamantkalotte zum Zuge. Die Resonanzen des Hochtöners aus Metall liegen über dem Hörbereich und beleidigen dadurch das Ohr des Hörers nicht. Der Hochtöner sitzt in einem konisch geformten Aluminiumrohr, dass die hinteren Schallanteile der Metallkalotte resonanzarm auslaufen lässt. Das Hochtongehäuse selbst thront entkoppelt per Gelkissen auf dem Lautsprechergehäuse.

Die Verarbeitung und Anfassqualität machen einen wirklich hervorragenden Eindruck. Zu haben ist die Bowers & Wilkins 805 D3 in edlem schwarzen und weißem Hochglanzlack, weiterhin gibt es ein echtes rötliches Nussbaumfurnier. Auf der Rückseite findet sich dann ein hochwertig gemachtes BiWiring-Terminal, für die Verbindung sind Kabelbrücken beigelegt.

Eine klangliche Sünde wäre es, solch einen Lautsprecher auf das heimische Sideboard zu stellen. Daher bietet B&W passende schicke Stands aus hochwertig verarbeitetem Metall an. An den Fußplatten befinden sich Gewinde für die mitgelieferten Gummifüße und Spikes.

Klang

Auf zum Wichtigsten jetzt, dem Klang der Bowers & Wilkins 805 D3.

Dabei kamen wir dann doch leicht ins Schwitzen, nicht ob des Gewichts! Standardaufstellung gleichschenkliges Dreieck, leicht zum Hörer hin Eindrehen und auf geht’s zum Genießen, Pustekuchen… Um ein schlüssiges Klangbild zu bekommen, mussten wir uns wie auch die 805 D3 einige Male ordentlich bewegen, und siehe da, auf einmal rastete das Klangbild ein. Wie auch auf den Norddeutschen HiFi-Tagen 2016 bekamen wir den besten Klang, wenn das Aufstellungsdreieck leicht spitzwinklig war. Dazu dann noch leicht auf den Hörer eingedreht, und ab ging die Post!

Brook BentonLos ging es mit Brook Benton „Today / Home Style“, geil diese Aufnahmen aus den 60ern des vergangenen Jahrhunderts, da könnten sich heute noch einige Sänger und Toningenieure ein paar Scheiben abschneiden. Wer das erste Mal Brook Bentons groovige Interpretation von „My Way“ hört, überlegt erstmal was höre ich denn da? Kenne ich doch, ist, ja, nein, doch, oder…? Ja, es ist wirklich „My Way“!!!

Diese samtige Stimme, von den B&Ws auf das Feinste herausgearbeitet ohne sie zu sezieren. Die herrlich leichtfüßigen Klavierläufe, dieser traumhafte „altmodische“ Chor im Hintergrund, wie er Brook begleitet. Die Streicher nerven nicht, großer Fortschritt gegenüber der 805 D2. Die sehr gute Feinauflösung der B&W 805 D3 ist begeisternd, bei von Haus aus eher kühl klingender Elektronik kann das allerdings etwas scharf werden.

Bi-Wiring Terminal B&W 805 D3

Bi-Wiring Terminal B&W 805 D3. Bild: B. Weber

Feinfühlig kann die 805 D3 also. Nun, dann fühlen wir ihr mal untenrum auf den Zahn. Bei Chaleur Humaine mit “Christine” rollt der Tiefton zur Freude der besseren Hälfte und der Nachbarn eher schlank und sauber strukturiert durch die Hütte. Dann noch bei Malia und Boris Blank Album “Convergence” reingehört, der Lautsprecher bleibt konsequent beim sauberen dröhnfreien Bass. Die Stimme von Malia losgelöst von den Systemen und die Synthies schweben durch den Raum.

Wie immer dann natürlich die Dali CD durchgehört, und einiges andere, unter anderem Jocelyn B. Smith. Die glockenklare Stimme und der perlende Flügel, sehr schön, und alles wird plastisch abgebildet. Die räumliche Darstellung geht nicht allzuweit über die Lautsprecher hinaus, aber innerhalb dieses Feldes ist das in Breite, Tiefe und Höhe wirklich überzeugend. Alles wird sauber gestaffelt und lässt sich den einzelnen Positionen gut zuordnen. Stimmen wie auch Instrumente lösen sich sehr gut von den einzelnen Chassis, so dass die Lautsprecher bei geschlossenen Augen unsichtbar werden.

Fazit

Die Bowers & Wilkins 805 D3 sind grundehrliche sowie emotionale Lautsprecher und verschweigen nichts. Knackig und trocken im Tiefton sowie hochauflösend spielen sie auf den Punkt mit überzeugender Räumlichkeit.

 

Testergebnis Fazit Bower und Wilkins 805 D3

B&W 805 D3, Paar: 6.000 €
B&W 805 D3 Stands, Paar: 1.000 €

B&W Group Germany GmbH
Kleine Heide 12
D-33790 Halle/Westfalen
www.gute-anlage.de/

About Author

Aufgewachsen in der Blütezeit des HiFi mit Telefunken Allegretto TS 2020 nebst einem Dual 1228 mit Reibradantrieb und Wechsler. Damals die Technik des Duals bestaunt, heute denkt man mit Grauen daran, wie die Schallplatten aufeinandergefallen sind...

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