
Diese Revue ist jetzt schon im vierten Jahr sehr erfolgreich auf der Bühne zu sehen und immer ausverkauft, jedenfalls hier in Hamburg im Schmidt Theater. Der Titel „Nutten, Koks und frische Erdbeeren“ ist Heino zu verdanken, der auf diesen Passus bei seinen Vertragsabschlüssen immer bestanden hat. Ist diesem späten Altrocker sogar abzunehmen, ich mache es einfach mal.
An diesem Abend erwartete mich nicht nur die Geschichte des deutschen Schlagers mit seinen oft sehr unsinnigen Texten, sondern auch eine immer noch sehr junggebliebene und attraktive Mary Roos. Und ein Wolfgang Trepper, der immer wieder bösartig auf das Alter von Mary aufmerksam macht und fast cholerisch den deutschen Schlager auseinander nimmt.
In der Reise durch die Schlagerzeit, die Mary Roos nicht nur mit Songs und tollen Looks kreiert, fließen auch immer wieder Insideranekdoten mit ein. Für Wolfgang Trepper sind diese natürlich ein gefundenes Fressen, kann er so doch gleich wieder auf die „Schlagerfuzzis“ loshacken. Und es bleibt fast keiner von ihm verschont: Ob Heintje, Howie, Andrea Berg, Wolfgang Petry oder der Wendler, hier kriegt jeder sein Fett weg. Und das auf einer Art und Weise, dass einem auch manchmal die Spucke wegbleibt. Selbst Mary Roos scheint noch so manches Mal über Wolfgang Treppers Wortwahl überrascht.

Durch Treppers Erzählungen wurden viele Erinnerungen an diese Zeit wach und man hatte das eine oder andere Déjá-vu: Ob es die Persiko geschwängerten Eltern in den 70er waren oder der „Klammerblues“ den wir auf unseren Feten im Partykeller getanzt haben. Die Geschichte von seinem Bravo-Starschnitt seiner damals angehimmelten Agnetha von der schwedischen Popgruppe ABBA und dem Lied „Fernando“ auf der Musikcassette dazu… war dann schon sehr speziell, da hat sich sogar Mary an ihrem Getränk verschluckt. Ich kann nur jedem empfehlen sich diese freche und frische Revue anzusehen, denn der Abend mit den Beiden macht richtig Spaß. Ein schonungsloser Trepper der am Ende der Show zu der Erkenntnis kommt, dass wir von Erinnerungen leben, und eine sehr sympathische Mary Roos die ihm durchaus das Wasser reichen und Paroli bieten kann.
Mary Roos stellte sich im ersten Lied gleich selber die Frage: “ Frau Roos, wie lange wollen Sie das noch machen?“ Liebe Frau Roos, ich hoffe noch sehr sehr lange! Auch gerne mit Herrn Trepper.