Test: Indiana Line Tesi 661 – schlanke Standlautsprecher der 1.000 Euro-Klasse mit Schub

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Der Vertrieb von Dietmar Hölper hat sich mit den Lautsprechern von Indiana Line einen Namen in der HiFi-Szene gemacht. Sein Erfolgsrezept ist „ganz einfach“: Dietmar vertreibt sehr gute und dennoch günstige HiFi-Marken. Aus seinem Portfolio haben wir uns diesmal die schlanken Standlautsprecher Indiana Line Tesi 661 in der 1.000 Euro-Klasse zum Test ausgesucht.

Indiana Line Tesi 661 – Technik

Im Test: Standlautsprecher Indiana Line Tesi 661 für 1.000 EuroDie Indiana Line Tesi 661 haben gegenüber den teilweise sehr großen High End Lautsprechern Standlautsprechern einen gewichtigen, oder besser gesagt, ungewichtigen Vorteil. Einen hohen WAF, den Woman Acceptance Factor.

Aufgrund ihrer schlanken Bauweise dürfte den Lautsprechern bereits aus optischen Gründen einem Einzug in das heimische Wohnzimmer nichts entgegenstehen. Farblich hat die Dame des Hauses dann noch die Wahl zwischen einer sehr gut gemachten Folierung des MDF-Gehäuses in Walnuss-Optik oder einer dezenteren schwarzen Eichen-Optik. Zudem können die technisch weniger affinen Hörer die Lautsprecherchassis hinter der gut schalldurchlässigen Stoffbespannung verstecken.

Konstruktiv sind die Tesi 661 klassische 3-Wege Lautsprecher. Von oben nach unten sind dies eine 26 mm messende Seidenkalotte für den Hochtonbereich von 3 kHz bis 20 kHz. Die Frontplatte des Hochtöners ist unten angeschnitten, dadurch kommt die Kalotte dem Mitteltöner, und damit dem Ideal der Punktschallquelle etwas näher. Unterhalb der Seidenkalotte folgt ein 16 cm messender Mitteltöner aus Polypropylen mit Phase-Plug, der für ein besseres Abstrahlverhalten sorgt. Der klassische Konus deckt den Bereich von 400 Hz bis 3 kHz ab.

Den Tiefton schließlich betreuen gleich zwei 16 cm Tieftöner, deren Membran aus einer Zellulosemischung besteht. Übrigens: Die Hoch- und Mitteltöner bewohnen ihre eigenen Separees. Sehr löblich und in dieser Preisklasse definitiv erwähnenswert. Das Highlight kommt jetzt zum Schluss: Indiana Line gönnt den Tesi 661 im Hoch- sowie im Tiefton die Chassis aus der Diva-Serie.

Downfire Bassreflex am kompakten Standlautsprecher Indiana Line Tesi 661Unterstützt werden die beiden Tieftöner der Tesi 661 durch einen Bassreflex, der als Downfire ausgeführt ist. Der defnierte Bodenabstand, den so eine Konstruktion benötigt, wird durch die 4 Lautsprecherfüße aus Aluminium sichergestellt. Das Parkett schonend besitzen die Füße noch eine Lage Silikon, welche in der Lage sind, kleinere Bodenunebenheiten auszugleichen.

Klassisch auf der Rückseite befindet sich das Bi-Wiring-Terminal des Lautsprechers mit seinen Blechbrücken. Wobei aus meiner Sicht in dieser Preisklasse auch ein einfaches Single-Wiring-Terminal reicht. Dietmar Hölper hat das Optimierungspotenzial erkannt, und bietet daher Kabelbrücken aus seinem Melodika-Sortiment an.

Bi-Wiring Terminal am Standlautsprecher Indiana Line Tesi 661Apropos Kabel: Dietmar Hölper bietet die Indiana Line Tesi 661 ebenfalls in einer „German Edition“ für 1.000 Euro an. Diese enthält zusätzlich 2*3 m Single-Wiring-Kabel MDSC4030 von Melodika. Als weitere Ergänzung sind von Melodika die Kabelbrücken „MDSC1501“ für 50 Euro sowie „BSSC3301“ für 100 Euro je Viererset erhältlich. Beide sind mit Gabelschuhen konfektioniert.

 


Indiana Line Tesi 661 – Der Klang

Zum Einhören auf die schlanken Standlautsprecher Indiana Line Tesi 661 kommt „Isn’t She Lovely“ von Livingston Taylor ins Spiel. Zu meiner Überraschung spielen die beiden Lautsprecher gar nicht mal so schlank auf. Da habe ich mich wohl aufgrund des kleinen Gehäuses mit der Aufstellung verschätzt, also heißt es aufstehen und die beiden Grazien ein wenig herumrücken, was mir bei einer Baugröße von 93*18*30 cm und 14 kg Gewicht je Lautsprecher so schwer nicht fällt. Ab einem Abstand von 80 cm zur Rückwand sind die Tesi 661 und ich dann im Bass kompatibel. Dieser ist jetzt schön sauber und dennoch druckvoll mit einer leichten Betonung im Oberbass. Die warme Stimme von Livingston Taylor kommt in den heimischen Gefilden angenehm zum Tragen, zumal sein Gesang über die Tesi 661 gut verständlich ist. Auch das Pfeifen kommt sehr ehrlich und klar über die Lautsprecher an meine Ohren.

Hochtöner / Seidenkalotte der Tesi 661Als nächstes Lied gibt sich „Up To The Mountain“ von Hush die Ehre. Schön plastisch wird die Gitarre am Anfang des Stücks gespielt, jeden einzelnen Fingergriff auf den Saiten kann ich gut nachvollziehen. Zudem erkenne ich sehr genau, dass es sich bei dieser Gitarre um einen hölzernen Korpus handelt. Dann setzt Patty J. Griffin an. Mmmhhh, dieses Tremolo in ihrer Stimme, tief kann ich hineintauchen. Ich liebe es, so schön sauber und klar, wie diese Lautsprecher es wiedergeben. Dezent begleitet wird Patty von den gut aufgelösten Streichern im Hintergrund. Auch die räumliche Tiefe geben die Indiana Line gekonnt wieder.

Eine weitere tolle Frauenstimme, wenn auch etwas anderer Machart, ist die von Marla Glen. Dieses rauchige und leicht versoffen klingende kräftige Organ springt mich bei „The Cost Of Freedom“ gerade zu an. Gelegentlich können die Stimme von Marla wie auch die der Blechbläser ein wenig scharf klingen. Wem diese Art der Wiedergabe zu ehrlich ist, der nimmt ein Feintuning vor, und dreht die Indiana Line Tesi 661 einfach ein wenig aus der Hörachse. Auch bei diesem Lied geht es im Keller ordentlich rund, das zeigen diese Standlautsprecher trotz ihrer schlanken Bauweise, sie schieben und rocken dass es eine Freude ist.

Radim Sychra. Tschechischer musikalischer Tausendsassa mit Handpan, Mundharmonika und mehr. Hier das Cover seiner CD Volume 2Ganz schön punchig geht es auch bei Radim Sychra zu. Respekt, wie furztrocken die Tesi 661 die Hütte rocken. Eigentlich habe ich diese CD bei dem Straßenmusiker gekauft, weil er in Leipzig so schön gefühlvoll auf der Handpan spielte. Von den Wasserrohren, auf denen er hier auf der CD-Aufnahme spielt, war live auf der Straße nicht die Spur zu sehen. So kann es dem Käufer gehen… Egal, bereut habe ich den Kauf der CD trotzdem nicht. Ich bin hellauf begeistert wie es daheim in der Hütte fetzt und mich der Rhythmus und der Drive dieser Aufnahme in ihren Bann ziehen Auch dieser künstliche Nachhall in der Stimme von Radim ist sehr gelungen.

Zum Ausklang des Tests der Indiana Line Tesi 661 gönne ich mir noch ein wenig. „Jazz“. Die „Jazz Suite #1 – Waltz“ von Shostakovich, gespielt vom Riccardo Chailly & Brass of the Royal Concertgebouw Orchestra. Der Komponist scheint bei der Entwicklung des Stücks seinen Spaß gehabt zu haben. Der Witz des Stücks wird vom Orchester wunderbar interpretiert und bereitet dem Hörer große Freude. Auch hier überzeugen die Standlautsprecher mit feinfühligem Spiel. Sei es bei den Anblasgeräuschen des Holzblattes beim Saxophon, den Farbtupfern oder der Tonalität. Etwas weiter im Hintergrund höre dabei die sauber perlenden Anschläge auf dem Konzertflügel, und glaubwürdig sein Nachschwingen. Und die Triangel pingt dezent sowie gut hörbar dazu. Und die Geigen mit feinem Strich. Die Bläser spielen luftig, und können auch mal ganz ehrlich in ihrem Hochton glänzen.

 Tesi 661 – German Edition

Was nun hat es mit dieser „German Edition“ auf sich? Die Lautsprecherkabel MDSC4030 von Melodika, die Dietmar Hölper dem Paket beigelegt hat, habe ich natürlich auch ausprobiert. Mit diesen Kabeln wird das Klangbild etwas weicher und wärmer, also harmonischer und runder, das fällt unter den persönlichen Geschmack. Das Ausprobieren ist es bei dem Aufpreis für 100 Euro auf jeden Fall wert.

Ausprobieren darf, oder wie ich finde muss, der Hörer die Kabelbrücken für das Bi-Wiring Terminal der Standlautsprecher. Und ich verspreche, die Investition von 50 Euro lohnt sich definitiv. Das Klangbild wird dadurch in sich schlüssiger und homogener, auch macht sich dies durch einen leicht zurückgenommenen Oberbass sowie eine hörbar großzügigere Raumabbildung bemerkbar.


Indiana Line Tesi 661 – Fazit

Die kompakten Standlautsprecher Indiana Line Tesi 661 spielen mit sauberem, dynamischen Bass und kräftigem Punch, gönnt man ihnen etwas Luft im Rücken. Das Geschehen auf der Bühne beherrscht die Tesi 661 mit überzeugender Übersicht und realistischer Räumlichkeit. Griffig und plastisch stehen Stimmen wie auch Instrumente im Raum. Tipp: Als „Must Have“ sollten die Kabelbrücken mit auf den Einkaufszettel!

Standlautsprecher Indiana Line Tesi 661. Test-Ergebnis 5,5 von 6,0 Punkten


Im Test

Standlautsprecher Indiana Line Tesi 661. Paarpreis 900 €
Standlautsprecher Indiana Line Tesi 661, German Edition. Paarpreis 1.000 €
Kabelbrücken Melodika MDSC1501 Viererset 50 €

In einer befristeten Aktion und bei Bestellung bis zum 31. Januar 2020 legt Dietmar Hölper den Indiana Line Tesi 661 ein Viererset der Melodika Kabelbrücken MDSC1501 kostenfrei bei.

Vertrieb

Dietmar Hölper
Kirchstraße 18
D-56459 Ailertchen

Fon: +49 (0) 26 63 – 73 47
Fax: +49 (0) 26 63 – 73 47
Mobil: + 49 0170 – 5413406

dietmar.hoelper@t-online.de
www.dietmar-hoelper.de


Mitspieler im Test

Quellen digital – Netzwerkspieler Cambridge Audio 851N, CD-Laufwerk Cambridge Audio CXC, Musikserver Innuos ZEN MK.III
Quellen analog – Plattenspieler Rega Planar 6 mit Tonabnehmer TAD Excalibur Black, Phono MM- & MC Verstärker Trigon Vanguard III
Verstärker – Vorverstärker Cambridge Audio 851E, Endverstärker Cambridge Audio 851W
Lautsprecher – Standlautsprecher LUA Con Espressione
Kopfhörer – Offener Kopfhörer Focal Clear, Kopfhörerverstärker Divaldi AMP-02 mit Phono MM- & MC Stufe
Zubehör – Lautsprecherkabel Supra XL Annorum. XLR- und Cinchkabel Fadel Art Pro Link, Stromkabel Supra LoRad 2.5, Netzleiste PS Audio Dectet

About Author

Aufgewachsen in der Blütezeit des HiFi mit Telefunken Allegretto TS 2020 nebst einem Dual 1228 mit Reibradantrieb und Wechsler. Damals habe ich die Technik des Duals bestaunt. Heute denke ich mit Grauen daran, wie die Schallplatten aufeinandergefallen sind...

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