Test: Arcam CDS50 CD/SACD-Spieler & Streamer

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Front des Arcam CDS50 CD-Spieler und StreamerDas Dilemma ist da: Jede Menge CDs im Regal und der alte CD-Spieler aus den 80ern ist hinüber. Der Hausherr möchte die CDs rippen und per Streaming von einer NAS abspielen. Die Dame des Hauses protestiert dagegen: Noch ein Gerät mehr im Regal! Und wie soll unsere Oma, wie soll sie mit einem Netzwerk-Spieler klar kommen??? Die Rettung naht in Gestalt des Arcam CDS50. Dieser kann CDs und sogar SACDs abspielen – und Streamen kann er auch noch: vom PC bzw. NAS. Internetradio hat er zudem an Bord. Bingo! Ob der CDS50 den Familienfrieden rettet? Erfahrt mehr hier im Test.

Technik

Bei der eleganten sowie schlanken Erscheinung dürfte dem Einzug des Arcam CDS50 in die Wohnstube nichts im Wege stehen. Einen modernen Eindruck macht er, wie er vor mir steht, und passt so auch bestens in eine schicke Loftwohnung. Dazu ist die Anfassqualität wirklich superb.

Auf der dunkelgrau gehaltenen Front in silber abgesetzt die selbsterklärenden Tasten für die wichtigsten Funktionen. Im Kontrast dazu die dunkelblauen LEDs der Anzeige. Und dezent zurückhaltend die CD/SACD-Lade.

Auf der Rückseite geht es dann weiter mit den Anschlüssen
  • Digitale Eingänge: 1x Cinch koaxial, 1x optisch, 1x USB
  • Analoge Ausgänge: 1x Cinch Stereo, 1x XLR Stereo
  • Digitale Ausgänge: 1x Cinch koaxial, 1x optisch

Arcam CDS50 RückseiteBei den angelieferten Musikdateien ist der Arcam CDS50 sehr großzügig. Ob von CD-R/RW oder SACD und Datenformaten wie FLAC, WMA, MP3 oder AAC und SACD nimmt er vieles an. Lediglich auf Bluetooth, Spotify Connect und Airplay verzichtet der CDS50. Großzügig ist er dafür bei Medien wie externen Festplatten, NAS-Laufwerken, USB-Sticks, Laptops, TVs und anderen mehr.

Der CDS50 wird per LAN oder WLAN mit dem Router des heimischen Netzwerks verbunden und streamt Internetradio und Musik von Spotify, Deezer, Tidal, Qobuz, und Napster. Internetzugriff natürlich vorausgesetzt. Dabei beherrscht das Gerät von MP3 bis HiRes Audio FLAC nahezu alle wichtigen Tonformate.  Der hochauflösende 32-bit DAC ESS9038-Delta-Sigma-DAC von ESS Sabre arbeitet bereits mit einer Signalauflösung von 32 Bit und 192 Kilohertz (kHz). So entsteht die audiophile Hifi-Qualität des Arcam.

Per LAN an den Router angeschlossen findet der CDS50 automatisch und flott sein Netzwerk. Alternativ gelingt das natürlich auch per WLAN: Das eigene Netzwerk auswählen und das richtige Passwort eingegeben, fertig.

Die Bedienung des Arcam CDS50 kann entweder direkt am Gerät, über die mitgelieferte Fernbedienung oder über die kostenlos für IOS erhältliche Arcam MusicLife App erfolgen. Nach dem Druck auf die Power-Taste genehmigt sich der Arcam CDS50 ein paar Sekunden, so ist das halt heutzutage, wenn ein PC im Gerät steckt. Dann die CD-Lade auf, die silberne Scheibe rein, und schon kann es losgehen. Das Umschalten zwischen CD und Streaming per Fernbedienung gelingt nach einigem Durchklicken des Wahlschalters auf der Fernbedienung. Dies könnte intuitiver gelöst sein, zum Beispiel durch einen Direktwahlschalter am Gerät oder auf der Fernbedienung.

Music Life App Arcam für iPadDie Arcam Musiclife App ist dann flott auf das iPad geladen. Für Android gibt es diese App nicht, was allerdings nicht weiter tragisch ist, gibt es doch die gängigen DLNA-Apps wie zum Beispiel BubbleUPnP.

Mit der App hat der Hörer dann Zugriff auf die ganze Litanei der Streamingdienste wie: Tidal, Napster, Qobuz und Deezer. Dazu Internetradio ohne Ende. Musik von Highresaudio lässt sich ebenfalls herunterladen. Die Musik auf der heimischen NAS, Musikserver oder PC lässt sich klassisch über UPnP/DLNA-Protokoll abrufen. Mit der Arcam Musiclife App kommt man gut durch die verschiedenen Medien, Titel-Informationen und Albencover werden klar angezeigt.

Arcam SA20 und Arcam CDS50 im HiFi-Test

Der Arcam CDS50 unten im Foto. Oben der Vollverstärker Arcam SA10, der sich gerade für den Test warm läuft. Bild: B. Weber

Klang

Das Album „Bridges“ von und mit Hans Theessink kann man schon als Klassiker bezeichnen. In diese eher ruhige Musik höre ich immer wieder gerne mal rein. Warum mache ich das beim Test des Arcam CDS50? Ganz einfach: Dieses Album habe ich als CD/SACD vorliegen und zudem von CD auf den Innuos ZEN MK.II als FLAC gerippt, also ideale Voraussetzungen für einen Test und Vergleich der Qualität der verschiedenen Datenformate.

Arcam HiFi Fernbedienung Verstärker, CD-Spieler und StreameJa, der Hans, der kanns! Seine Stimme knarzt und knorzt daß es eine wahre Pracht und Wonne ist. Nicht ganz so warm wie ich persönlich es gerne mag, aber das ist Geschmackssache. Dafür singt er wirklich sehr klar und sauber ohne Details zu verschweigen. Mmmm… dieser Gitarrenteufel, wie er die Saiten seiner Gitarren bearbeitet. Äußerst gefühlvoll und fast schon voller Melancholie, um dann beim nächsten Stück mit seinen harten Anrissen fast die Saiten zu zerfetzen!

Ja, wie mache ich nun weiter – mit der SACD-Spur oder der FLAC der gerippten CD? Ich entscheide mich für den (Fein-) Ripp. Also umgeschaltet auf die Streamerfunktion. Beim Streaming über den Innuos nimmt nun die Klarheit der Stimme zu. Hans sitzt präsenter vor mir, das gefällt mir schon mal gut. Und was sein Gitarrenspiel betrifft: Auch dieses wird noch echter und gefühlvoller.

Ja, jetzt ist er dran: Der SACD-Layer der Album Bridges, bin ja mal gespannt… Es kommt wie es kommen sollte! Habe ich gerade meinen Rega P6 laufen? Nein, es ist der Arcam CDS50! Äußerst analog ist Hans nun bei mir vor den Ohren! Da hört man doch sehr klar die hohe Qualität des hochauflösenden Mediums. Bei dem nun dritten Medium gelange ich in den Klanghimmel. Bei der Raumbreite- und Tiefe kann ich wunderbar in die Musik eintauchen, insbesondere dann, wenn zur Stimme von Hans Theessink der Chor einsetzt und im Hintergrund die Stimme der farbigen Sängerin mich betört.

Auch mit unseren Standardalben wie der Dali-CD, Haris Alexiou oder den Dire Straits verfestigt sich der gewonnene Klangeindruck vom CDS50. Er spielt immer klar und knackig auf den Punkt, ohne dabei kühl zu wirken. Frauen- oder Männerstimmen wie auch Chöre werden immer natürlich wiedergegeben und haben das gewisse Extra. Bei Rhytmen wippt unweigerlich der Fuß mit.

Wie kommt der Arcam mit komplexeren Musikstücken klar? Dazu „lege“ ich das „Narrenschiff“ von Reinhard Mey auf. Wunderbar! Die S-Laute seiner Stimme werden deutlich wiedergegeben, ohne mein Ohr mit Schärfe zu beleidigen. Der Barde steht in leichtem Abstand vor dem Orchester, welches nach und nach durch die sich steigernde Anzahl der verschiedenen Instrumente immer komplexer wird. Ebenso wie der große Männerchor, der zwischendurch einsetzt; Reinhard kommt dazu, ist er immer noch gut zu orten. Klar gestaffelt lassen sich zum Beispiel die Flötisten orten, die Räumlichkeit des Arcam CDS50 weiß mich zu begeistern.

Fazit

Der Arcam CDS50 umfasst eine sehr große Bandbreite an abspielbaren Medien wie CD, SACD, Streaming und mehr. Zudem bietet er sich Verstärkern aller Couleur als feiner DAC an. Stimmen und Instrumente gibt er feinfühlig sowie klar und knackig strukturiert wieder. Dabei lässt seine Darstellung den Hörer tief in den Raum eintauchen.

Test Ergebnis Arcam CDS50: 5,4 von 6 Punkten

Arcam CDS50, CD- &Netzwerkspieler mit DAC: 849 €

Vertrieb
GP Acoustics GmbH
Kruppstraße 98
45145 Essen
www.de.kef.com

 

About Author

Aufgewachsen in der Blütezeit des HiFi mit Telefunken Allegretto TS 2020 nebst einem Dual 1228 mit Reibradantrieb und Wechsler. Damals die Technik des Duals bestaunt, heute denkt man mit Grauen daran, wie die Schallplatten aufeinandergefallen sind...

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