Rega Planar 3 & TAD Excalibur Green Test

Der Plattenspieler Rega Planar 3 ist der Nachfolger des RP3. Wir haben ihn zusammen mit dem nagelneuen High Output MC-Tonabnehmersystem Excalibur Green sowie dem Netzteil TT PSU-R in heimischen Gefilden getestet. Den Green hatten wir als Vorserienmodell, in der endgültigen Ausführung ist er dann auch wirklich grün.

Neben dem Excalibur Green (499 €) gibt es noch die beiden Low Outputs MC Excalibur Blue (499 €) sowie den Excalibur Black (699 €). Diese Tonabnehmer wurden zusammen vom TAD-Audiovertrieb, Helmut Thiele sowie einem japanischen Spezialisten entwickelt. Aus Thieles Feder stammen auch die Gehäuse. Diese 3 Partner arbeiten derzeit an einem weiteren Tonabnehmer, man darf gespannt sein.

Im Gegensatz zu den meisten „Massespielern“ ist der Planar 3 mit seinen 6 kg ein rechtes Fliegengewicht. Auf einem stabilen Rack (Meins wiegt ca. 70 kg) bzw. Wandhalter sollte er deshalb schon stehen. Durch seine schlanke Konstruktion und ohne einen die Optik störenden Netzschalter macht er einen leichten eleganten Eindruck.

Die Plexiglashaube ist rückseitig eingesteckt und lässt sich rechtwinklig zum Chassis arretieren. Zum Musik hören nimmt man sie allerdings besser ab, was recht einfach ist, damit sich der Schall aus den Lautsprechern nicht im Plattenspieler verfängt.

Die zwischen Tellerlager und Tonarmbasis vorhandene Metallstrebe versteift den Brettspieler in diesem wichtigen Bereich. Das Tellerlager aus Messing ist sehr exakt an die Achse des Subtellers angepasst, wenn man diesen in das Lager steckt, dauert es schon einige Sekunden, bis er in den endgültigen Zustand abgesunken ist.

Der 2 kg schwere Plattenteller aus Glas sieht schick aus, wie er so seitlich in einem leichten Grün schimmert. Zum Musik hören sollte dann aus klanglichen Gründen aber doch die beiliegende Filzmatte auf ihn aufgelegt werden.

Die Tonarmbasis lässt sich für verschieden hoch gebaute Tonabnehmer nach dem Lösen von 3 Schrauben durch Unterschieben von Aluplättchen in der Höhe verstellen. Auf den ersten Blick erscheint das im Gegensatz zu anderen Tonarmen, bei denen das z. Bsp. durch Verdrehen einer Rändelschraube geschieht, recht umständlich. Allerdings hat diese Methode auch einen Vorteil, die Tonarmbasis sitzt nach dem Andrehen besagter 3er Schrauben bombenfest am Chassis. Und wer wechselt schon täglich sein Tonabnehmersystem…

Der Tonarm RB 330 macht einen sehr wertigen stabilen Eindruck. Er ist leichtgängig und bewegt sich spielfrei in den Lagern, und wackelt kein bißchen. Die Auflagekraft lässt sich über das seitliche Drehrad einstellen und das Antiskating einfach über den 3-stufigen Schieberegler. Montiert am Ausleger der MC-Tonabnehmer Excalibur Green.

Steckernetzteil anschließen und der Plattenteller dreht los; hm, was ist das denn, dreht der sich etwa Tag und Nacht? Nein, der Ein- und Ausschalter befindet sich vorne links unter dem Chassis, da soll mal einer drauf kommen; macht aber nix, wenn man es mal weiß, dadurch sieht er wesentlich eleganter aus.

Dann Diana Krall „Wallflower“ auf den Plattenteller, mal hören, was der Planar 3 so von sich gibt. Die Stimme löst sich wunderbar von den Lautsprechern, ihre feinen Verästelungen kommen voll zum Tragen. Auch die Streicher schweben sehr sauber und klar, ok, ein Tacken mehr Schmelz würde mir schon zusagen. Die Klavierläufe, locker und leicht, stehen stabil wie eine Eins und eiern nicht, auch der Nachhall der Tastenanschläge weiß zu überzeugen. Die samtig weiche Stimme von Michael Buble kommt sauber zur Geltung. Die räumliche Abbildung überzeugt, sie geht über die Lautsprecher hinaus und in die Tiefe.

Loreena Mc Kennitt „The Best Of“. Die glockenklare Stimme begeisternd in ihren Schattierungen. Bei den Chören werden die Stimmen sauber differenziert und lassen sich gut den einzelnen Positionen zuordnen. Auch die Mehrstimmigkeit der Dudelsäcke (Ein wunderbares Instrument) wird fein herausgearbeitet. Dazu noch das Farbenspiel der Harfe, ich träume in der Mystik dieser Musik wunderbar mit.

Wo ich so scbön beim Hören bin: Der Planar 3 reagiert spürbar auf die Netzphase, einfach mal das Netzteil um 180 Grad gedreht in die Steckdose stecken, der Klang ändert sich hörbar; dies gilt auch für das TT PSU-R, einfach mal probieren.

Hans Theessink & Terry Evans „Visions“ (Beide mal live im Cotton Club gehört). Die Basstrommel kommt sehr schnell, sauber und trocken rüber, der allerletzte Tiefgang fehlt mir ein wenig, dafür müssen dann doch höherpreisige Plattenspieler dran. Hans lässt seine Stimme knorren, als Gegenpart wundervoll samtig dann Terry. Dazu beider Gitarrenspiel, akkurat und schnell das Anreißen der einzelnen Saiten, die Hans teilweise wunderbar jammern lässt. So kenne ich die beiden!

Scott Kelly, Steve Von Till Wino „Songs Of Townes Van Zandt“. Knorrige Stimmen sowie Akustikgitarren, viel mehr gibt es nicht auf diesem Album, aber das sehr gefühlvoll und den Zuhörer gewaltig mitnehmend. Ruhige und schlichte, düstere und bedrückende Interpretation, das sollte bei dieser LP rüberkommen, und das tut es, Punkt!

Mit dem als Zubehör für 320,- € erhältlichen Netzteil Rega TT PSU-R lässt sich die Geschwindigkeit von 33 auf 45 wechseln, dadurch erübrigt sich das Abnehmen des Plattenteller sowie das Umlegen des Antriebgummis. Wesentlich erwähnenswerter: die Klanqualität steigert sich hörbar. Das ganze Klangbild wird noch ruhiger sowie stabiler, dabei legt die räumliche Abbildung weiter zu, auch mehr Feinheiten werden herausgearbeiet. Wer es sich finanziell leisten kann, sollte sich die PSU auf jeden Fall  zulegen.

Preis ca. 800 € für den Rega Planar sowie ca. 500 € für den Excalibur Green. Daraus könnte der Vertrieb ein schönes Paket schmieden…

Fazit: Der Rega Planar 3 bietet zusammen mit dem Excalibur Green einen über die Preisklasse hinausgehenden dynamisch agilen Spitzenklang. Er spielt locker vom Hocker, sauber trocken im Tiefton mit einer sehr feingliedrigen Auflösung im Mittel/Hochtonbereich bei Instrumenten sowie Stimmen, dazu bietet er eine tolle Räumlichkeit. Preisleistungsverhältnis mit 5,75 von 6 Punkten.

Die Geräte wurden uns von Hermann Noch vom TAD Audio Vertrieb zur Verfügung gestellt.

Über Arkoudi 74 Artikel
Aufgewachsen in der Blütezeit des HiFi mit Telefunken Allegretto TS 2020 nebst einem Dual 1228 mit Reibradantrieb und Wechsler. Damals die Technik des Duals bestaunt, heute denkt man mit Grauen daran, wie die Schallplatten aufeinandergefallen sind... Hörraum ist das Wohnzimmer mit ca. 20 qm. Boden mit Korklinoleum sowie vor der Anlage ein hochfloriger Teppich mit ca. 6 qm. Als Diffusoren fungieren einige Bücher- und CD-Regale. Hinter dem Hörplatz ein selbstgebautes Akustikbild an der Wand.

1 Kommentar

  1. Was mich an dem Rega Planar 3 [2016] so begeisterte, war die räumliche und tolle 3D holographische Darstellung. Absolut gelungen.

    War für mich Vinyl kein Argument mehr, muss ich sagen, das der Rega Planar 3 einen schnell in das Reich der schwarzen Scheiben zurückholen kann.

    Das machte vor allem emotional richtig Laune, diesen Vinyldreher zu hören. Vor allem, wenn man den Preis betrachtet. So viel Musik für den Preis? Hammer.

    Optisch sehr gelungen. Für mich aber in weiss bitte…

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