Praxis-Check: Supra Cables LoRad Netzleiste MK III MD07 DC 16 EU

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Praxis-Check: Supra Cables LoRad Netzleiste MK III MD07 DC 16 EU.

Hallo und willkommen beim Lieblingsthema der HiFi-Gemeinde: Zubehör. Bei kaum einem Thema scheiden sich die Geister mehr, wird mehr debattiert und auch polemisiert. Meiner Meinung nach unnötig. Weil: Ohne ein gewisses Zubehör geht es halt nicht. Den größten klanglich Einfluss hat beispielsweise ein Netzkabel, wenn es komplett fehlt. Das lässt sich im Hörtest nachweisen, im Zweifelsfall im Blindversuch. Ist das Kabel erst beidseitig ordnungsgemäß gesteckt, sind alle gleich. Das ist mal digital. 0 – 1, an – aus. So eine weit verbreitete Meinung.

Supra Cables LoRad Netzleiste MK III MD07 DC 16 EU mit Anschlusskabel

Supra Cables LoRad Netzleiste MK III MD07 DC 16 EU mit Anschlusskabel (Foto: F. Visarius)

Meine Güte, werden jetzt viele denken – das ist jetzt aber auch polemisch. Stimmt. Zu meiner Verteidigung möchte ich anführen, dass es mein Versuch war, in den einleitenden Worten zum Bericht, die Sache mit einem – vielleicht etwas platten – Späßchen zu entkrampfen. Mea culpa. Aber nun zur Sache.

Eine Stromverbindung muss her. Das ist Fakt. Bei vielen HiFi-isten ist das neben dem Netzkabel auch eine Steckdosenleiste. Der Bedarf an Steckdosen liegt bei den meisten Setups nun mal höher als die Spendabilität des Architekten es gebäudeseitig zulässt. Abhilfe schafft das 99 Cent-Paradies oder eine Steckdosenleiste in höherwertiger Ausführung aus dem Baumarkt oder eben vom Spezialisten. In diesem Fall von Letzterem: die LoRad Netzleiste MK III MD07 DC 16 EU des schwedischen Herstellers Supra Cables. Das ist ein ganz schön langer Name für einen einfachen Stromverteiler. Aber ganz so einfach ist der dann doch nicht, wie der Name vermuten lässt. Hinter dem Code des Herstellers Supra Cables verbirgt sich mit LoRad ein namensgebender Hinweis auf die interne LoRad (low radiation) Verkabelung, der dritten Geräte-Generation (Mk III) mit 7 Steckplätzen (MD07). DC kündigt einen Gleichstrom-Blocker (DC = direct current) an. Belastbarkeit ist 16 Ampere, das Ganze in der EU-Ausführung. Bei dieser Leiste sind übrigens 2 Steckplätze ohne Filter. Diese empfiehlt Supra Cables zum Betrieb von Endstufen. Mit diesen Worten ist schon viel gesagt.

Zusätzlich finden sich folgende Informationen beim deutschen Vertrieb GeKo-Hifi:

  • Individuelle NIF (Non Intrusive Filtering) Filterung der einzelnen Steckplätze
  • Standart Filter Konfiguration: bis zur MD-06 ist der erste Steckplatz ungefiltert, ab der MD-07 sind die ersten beiden Steckplätze ungefiltert
  • Schützt vor übermäßiger Magnetfeldbildung
  • Schützt die Geräte vor Gleichspannungsanteilen bis 3,6 Volt (DC-Blocker)
  • Überspannungsschutz (Surge Protection)
  • Interne Verkabelung LoRad 3 x 2,5 mm²
  • Spitzenbelastbarkeit: 3680 Watt bei 230V mit 16 Amper
  • Die NIF und DC Filter arbeiten ohne jeden Erdbezug
  • Flexible Nutzung: Wird mit Wandhalterung und Gummifüßen geliefert
  • Preis: 725 Euro
  • Benötigtes Anschluss-Zubehör:
    Supra Cables LoRad MK II Netzkabel für max. 16A / 250V mit SW-EU Stecker (gerade oder abgewinkelt); UVP 1m, konfektioniert: 110 Euro
Bei Bedarf: Praktische Befestigungselemente zur sicheren Fixierung

Bei Bedarf: Praktische Befestigungselemente zur sicheren Fixierung (Foto: Hersteller)

Die grundsätzliche Idee – neben solidem mechanischen und elektronischen Aufbau – einer solchen Netzleiste: schlechter Strom rein, verbesserter Strom raus. In der Theorie hat die reine Wechselspannung eine saubere Frequenz von 50Hz bei 230 Volt. Somit hat die Energie, die man für den Betrieb der Geräte benötigt, gleichzeitig eine Signatur – ist also selbst ein Signal. Die nachgeschaltete Elektronik nimmt dieses Signatur auf und verarbeitet sie weiter. Ist eine Verunreinigung, eine nicht erwünschte  oder nicht erwartete Komponente im Signal, wird diese mit weiter verarbeitet. In der Praxis liefert der Hausanschluss bereits einen Wechselstrom der abhängig von der Verbrauchersituation im Stromnetz (z.B. abhängig von der Tageszeit und vom Wohnumfeld) stark abweichen kann. Zudem streuen Verbraucher im eigenen Haushalt ebenfalls ungewünschte Störungen ein. Durch den Einsatz von Hochfrequenz-Filtern und Gleichstrom-Blockern soll der Strom bestmöglich von diesen ungewünschten Komponenten befreit werden. Beziehungsweise sollen die Einflüsse reduziert werden. Zugleich erhöht ein Überspannungsschutz den elektrischen Schutz der (zumeist ja recht teuren) angeschlossenen Geräte. Das alles zentral, bevor es in die Geräte geht.  All dies kann man meines Erachtens übrigens beruhigt sagen, ohne in die Diskussion einer klanglichen Auswirkung bei HiFi-Komponenten einsteigen zu müssen.

Die Frage, ob der Einsatz von Filtern und Co. etwas bringt, kann man nun versuchen messtechnisch und analytisch zu klären.  Dazu fehlen uns a) die Mittel und b) wäre eine Analyse des Stroms trotzdem nur die Erfassung von Indikatoren, also eine indirekte Messung der Auswirkungen auf den Klang. Die wohl direkteste Methode ist es, die Netzleiste einfach anzuklemmen und sich mit den eigenen Ohren einen Eindruck zu verschaffen. Wir lieben Pragmatismus. Wie auch Gerd Kopistecki, Chef des Soester HiFi-Vertriebs Geko-Hifi. Nach vielen, vielen Gesprächen haben wir ihn als klaren Verfechter der „Du musst es halt selber ausprobieren“-Philosophie kennen und schätzen gelernt.

Supra Cables LoRad Netzleiste MK III MD07 DC 16 EU mit Anschlusskabel

Supra Cables LoRad Netzleiste MK III MD07 DC 16 EU mit Anschlusskabel (Foto: F. Visarius)

Im Test-Paket von Geko-Hifi lagen die Supra Cables LoRad Netzleiste MK III MD07 DC 16 EU und ein passendes LoRad MK II 16A Netzkabel. Da sich bei klanglichen Nuancen bzw. bei Veränderungen im Klangbild ein hektischer A-B-Vergleich zumeist nicht anbietet, haben wir ausgiebig in der bestehenden Konfiguration gehört. Und genaugenommen wollten wir an dem Abend auch nichts Anderes machen, da D/A-Wandler auf dem Programm standen. Der Wechsel auf die Supra Cables Netzleiste geschah aus einer Laune heraus. Was ja nicht schlecht ist. Gut, wenn man nicht schon genervt ist, bevor man hinter der Anlage rumfrickeln muss… Also – alles angeschlossen, hingesetzt und wieder eingestiegen in das musikalische Programm, das uns noch so schön in den Ohren nachhallte.

Was wir erleben durften, als wir Platz genommen hatten und die Lauscher wieder ordnungsgemäß im Stereodreieck eingerastet waren darf man nicht mit übergroßen Worten umschreiben. Denn es ging um Feinheiten. Um entscheidende Feinheiten. Um den Eindruck, das etwas an sich schon Vorzügliches noch eine Spur besser – richtiger – geworden ist.

So hörten wir von „Sohn“ das gleichsam impulsive aber auch filigrane „Veto“ und dem Stil der Musik folgend Massive Attacks „Unfinished Sympathy“ und „Teardrop“. Nach den Synthi-Sounds dann eine weibliche, wohlbekannte Stimme im Einklang mit „richtigen“ Instrumenten: Kari Bremnes‘ „Sovngjengersken live“ vom Album „Reise“ mit dem herrlichen Drum-Solo von Helge Andreas Norbakken. Großes Kino auf der Kleinkunstbühne. Yim Hok Mans wahrhaft großes Kino „Poem of Chinese Drums“, mit dem delikaten Spiel der großen Trommeln von Impuls und Stille, von der Burmester Demo-CD rundete unser Bild ab.

Was war passiert? Der Raum hat sich verändert, natürliche Instrumente und Effekte waren etwas deutlicher umrissen und sortiert, der Bass schien etwas straffer und impulsiver, die Dynamik etwas höher. Ebenso hielten sich die Schwebungen in der Musik einen Tick länger als zuvor. Dezent. Aber unerwartet deutlich.

Supra Cables LoRad Netzleiste MK III MD07 DC 16 EU

Supra Cables LoRad Netzleiste MK III MD07 DC 16 EU (Foto: F. Visarius)

Aktuell hängt meine Anlage immer noch an der Supra Cables LoRad Netzleiste MK III MD07 DC 16 EU. Warum? Ich habe ein wenig die Sorge, dass – wenn ich den Stecker ziehe und auf eine günstige Baumarkt Steckerleiste wechsle – ich etwas schmerzlich vermissen werde. Etwas, an das ich mich so angenehm gewöhnt habe.

Fazit

Die Supra Cables LoRad Netzleiste MK III MD07 DC 16 EU hat in unserem Praxis-Test einen äußerst positiven Eindruck hinterlassen. Sie ist solide ausgeführt und wirkt technisch auf Effekte wie Magnetfelder, hochfrequente Störungen und Gleichspannungsanteile ein. Auch der obligatorische Überspannungsschutz fehlt nicht. Als die Netzleiste im Stromweg steckte, wirkte das Klangbild aufgeräumter, der Klang impulsiver. Fein, aber merklich. Eine Steckdosenleiste für 725 Euro ist wohl nicht das erste, was man von seinem Ersparten für die HiFi-Anlage kauft. Wenn eine hochwertige Anlage aber schon sehr viel richtig macht und der stetige Sound-Optimierer im Detail nach einer soliden Möglichkeit zur Weiterentwicklung sucht, kann er es mit dieser Netzleiste auf einen Selbst-Versuch ankommen lassen. Und ich meine, einen unverbindlichen Versuch ist es allemal wert. Eine Einstiegs-Alternative bietet übrigens die Supra Cables LoRad Netzleiste MK III MD06 EU/SP. Diese Netzleiste muss zwar auf die Gleichstrom-Blocker verzichten, schlägt aber mit einem UVP von 270 Euro mit rund 450 Euro weniger zu Buche.


Testergebnis der Supra Cables LoRad Leiste: 5,6 von 6 Punkten


KONTAKT

GEKO – Gerd Kopistecki
Ferdinand-Gabriel-Weg 4-8
D-59494 Soest

Tel: 02921/96949-20 + 22
E-Mail: kontakt@gekohifi.de

Homepage GeKo-Hifi


Sicherheitshinweis von GeKo-HiFi

Zu guter Letzt möchte ich den wohlgmeinten Sicherheitshinweis von Gerd Kopistecki weitergeben, der auf der GeKo-Hifi Homepage nach zu lesen ist. Natürlich wird der Sachverhalt vielen klar sein, aber man kann es bei Fragen der Sicherheit sicher nicht oft genug ansprechen:
„Im Verlaufe der Jahre haben wir viel über unkonventionelle, aber nicht zulässige Versuche zur Erdung von HiFi Komponenten vernommen. Vor einer Variante insbesondere müssen wir dringend warnen. Die Erdung über Heizkörper! Dabei können lebensgefährliche Spannungen anliegen. Wird diese Variante in Mehrfamilienhäusern eingesetzt, können sich diese lebensbedrohenden Spannungen auch auf Heizkörper in den benachbarten Wohnungen übertragen.“ (Quelle: Homepage GeKo-HiFi)
Bitte keine Experimente zur eigenen Sicherheit – und zur Sicherheit anderer!

About Author

Vom HiFi-Virus als Jugendlicher infiziert ist HiFi + HighEnd seither Teil meines Lebens. Forenerprobt, als freier Autor und bei den HiFi-IFAs ist mein Motto: Alles kann nichts muss. Die Freude am HiFi und der Musik zählt.

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