Focal Kanta N2 mit Naim Uniti Nova & Naim Core. Focal Elear & Focal Clear

Focal Kanta 2 mit Dalibor BericAufmerksame Leser werden sagen: Habe ich doch neulich schon gelesen hier! Ja, stimmt. Nach meiner Behauptung, dass der Raum auf den Deutschen HiFi-Tagen in Darmstadt etwas kühl geklungen habe, musste ich das selbstverständlich hier auf den Mitteldeutschen HiFi-Tagen überprüfen! Nun, dem optischen Eindruck nach dürfte es hier aufgrund der wesentlich kleineren Fensterflächen sowie dem Teppichboden auf jeden Fall anders klingen, schaun mer mal.

Dalibor Beric vom Vertrieb Musicline führte hier auf den Mitteldeutschen HiFi-Tagen 2017 den Naim Uniti Nova (4.998 €) und den Naim Core (2.348 €) am Standlautsprecher Kanta N2 (7.400 €) vor, also die gleiche Komibination.

Technik

Die Optik der Focal Kanta N2 weiß zu gefallen.Focal Kanta 2mit Naim Muso Core auf den Mitteldeutschen HiFi-Tagen 2017 in Leipzig Durch die leicht abgewinkelte Polymerfront treffen die Schallwellen beim Hörer quasi punktförmig ein, Laufzeitunterschiede werden so weitestgehend vermieden. Der Berylliumhochtöner wurde überarbeitet, aus dem Naturmaterial Flachs sind der Mittel- und die Tieftöner gefertigt. Bassreflexöffnungen gibt es an Vorder- und Rückwand je eine , jede hängt an einem eigenen Resonanzraum, so sollen Aufdickungen im Tiefton vermieden werden. Also nicht beim ersten Blick Gefahr laufen, und meinen, dass die Kanta 2 direkt an der Wand stehen darf.

Musik gibt der Naim Uniti auf viele verschiedene Arten und Quellen wieder. An digitalen Anschlüssen gibt es am Naim Uniti Nova 2 SPDIF und 2 Toslink, 1 HDMI und 1 BNC. Selbstverständlich ist der Zugriff auf das Hausnetz mit UPnP und W-LAN integriert, auch AirPlay wird geboten. Externe USB-Festplatten und SD-Karten können ebenfalls angeschlossen werden. Spotifiy, Tidal und weitere Dienste werden ebenfalls angeboten. Analoge Anschlüsse bringt das Multitalent 2 Cinch- und DIN mit. Bei dieser Vielfalt sollte wohl jeder auf seine Kosten kommen dürfen. Ebenso wie mit den 2*80 Watt.

Klang

Dalibor Beric stellte diese Kombi mit gut ausgewählten Stücken vor, die nicht jeder kannte. Die beiden Tieftöner machten ihre Sache klasse, sie gingen schnell zur Sache. Im Gegensatz zu Darmstadt allerdings nicht mehr ganz so knackig, statt dessen leicht ins Runde, dies glücklicherweise ohne zu verschleppen oder fett zu werden. Instrumente egal welcher Coleur gab diese Kombi sehr natürlich wieder, egal ob es nun ein Flügel, Gitarre oder Schlagzeug war. Saxophone und Trompeten wurde fein schattiert angeblasen und waren dabei nicht aggressiv. Die Klangfarben wurden fast gemalt und überzeugten mich sehr. Der Hochtonbereich sehr fein aufgelöst, ohne im Ohr zu nerven oder zu zischeln. Das ist was für Aufnahmen wie z. Bsp. wie die von Katie Melua, auch gab es einen schönen Schmelz dazu. Die räumliche Darstellung war ein Traum, das Klangbild insgesamt sehr emotional und zum Eintauchen.

Wie erwartet und bereits beim Darmstädter Bericht beschrieben, beeinflusst der Hörraum den Klang. Mehr als man manchmal glauben mag!

Fazit

Die Kombi von Naim Uniti Nova und Focal Kanta N2 ist sehr überzeugend. Sie klingt emotional und fein aufgelöst bei großer Darstellung. Der hervorragend ausgestatte Naim Uniti Nova führt sie toll durchs Programm.

5,8 von 6 Punkten Preisleistung Klang.


Focal Elear und Focal Clear auf den Mitteldeutschen HiFi-Tagen in Leipzig
Links der Focal Elear, rechts der Focal Clear Kopfhörer.

Ebenfalls gab Focal 2 seiner Kopfhörer zum Besten. Den Focal Elear für 1.000 € sowie den neuen Focal Clear für 1.500 €. Diese beiden Modelle runden das Kopfhörerprogramm des mit Lautsprechern groß gewordenem Hersteller nach “unten” hin ab. Hier haben wir dann auch noch kurz reingehört. Fairerweise muss man sagen, dass der Clear frisch aus der Packung kam und somit noch nicht eingespielt war.

Beide Kopfhörer klingen wunderbar ausgewogen und neutral. Im Bass geht der Elear tief runter mit einer leicht runden Tendenz. Der Clear macht dies ebenso und ist da gemäß seinem Namen nach etwas präziser. Auch die mittleren Lagen überzeugen durch ihre Natürlichkeit. Sowohl Männer- wie auch Frauenstimmen werden täuschend echt dargestellt. Die räumliche Darstellung gelingt beiden Exemplaren sehr gut. Auch die Feinzeichnung sowie Luftigkeit nehmen mich ein.

Wer seinem Spieltrieb nachgehen und Feintuning möchte, kann dies durch den Austausch der Ohrpolster gegen welche aus Leder machen.

Der Focal Clear spielt alles etwas offener und freier als der Focal Elear, der etwas mehr Wärme ausstrahlt. Hier gibt dann wirklich der persönliche Geschmack die ausschlaggebende Rolle zum Kauf. Und wie bereits gesagt, das größere Modell war noch nicht eingespielt.

Fazit

Tja, welchen sollte der interessierte Käufer nun nehmen? Den Focal Elear oder den Focal Clear? Egal, Hauptsache man nimmt einen der beiden! Der Satz kommt Ihnen evtl. bekannt vor? Stimmt, mein Kollege Stefan hat ihn in seinem Bericht über die 3 PS Audio Dectet-Leisten verwendet.

Über B. Weber (Arkoudi) 121 Artikel
Aufgewachsen in der Blütezeit des HiFi mit Telefunken Allegretto TS 2020 nebst einem Dual 1228 mit Reibradantrieb und Wechsler. Damals die Technik des Duals bestaunt, heute denkt man mit Grauen daran, wie die Schallplatten aufeinandergefallen sind... Hörraum ist das Wohnzimmer mit ca. 20 qm. Boden mit Korklinoleum sowie vor der Anlage ein hochfloriger Teppich mit ca. 6 qm. Als Diffusoren fungieren einige Bücher- und CD-Regale. Hinter dem Hörplatz ein selbstgebautes Akustikbild an der Wand.