Test: Cambridge CXA60 Vollverstärker & Cambridge CXC CD-Laufwerk

Cambridge CXA60 und Cambridge CXC Vorderseite

Schlichte Eleganz, das beschreibt unsere beiden Testgeräte, den Cambridge Audio CXA60 Vollverstärker (1.099 €) und das Cambridge Audio CXC Laufwerk (529 €) wohl am Besten. Die massiven Frontplatten aus Aluminium, die versenkt eingelassenen Druckknöpfe, optisch scheinen die beiden HiFi-Geräte zu schweben, britisches Understatement.

Cambridge Audio CXA60 Vollverstärker

Von der Front her ist der CXA60 ein klassischer HiFi-Vollverstärker, integrierte D/A-Wandler vermutet man nicht auf den ersten Blick. Zu sehen sind der Ein-Ausschalter, 3,5 mm AUX- und Kopfhörerbuchse, je 4 digitale und analoge Eingangsschalter, Regler für Balance, abschaltbare Klangregelung sowie ein Lautstärkeregler, fertig.

Auf der Rückseite dann die dementsprechenden vergoldeten analogen Eingänge. Plus Digitaleingänge, wie da wären: 2 optische, 1 SPDIF & 1 Bluetooth (Für den separat zu erwerbenden Dongle BT100 mit aptX), lediglich ein USB-B Anschluss fehlt mir. PreOut-Buchsen gibt es ebenfalls, dazu stabile bananataugliche Lautsprecheranschlüsse für 2 Lautsprecherpaare, die sich einzeln oder zusammen nutzen lassen.

Cambridge CXA60 und CXC Rückseite

Cambridge CX-Serie FernbedienungIm Inneren ein ordentlicher Ringkerntrafo, der den CXA60 zu 2*60 Watt an 8 Ohm beflügelt. Und ein gut beleumundetes ALPS-Poti für die Lautstärkeregelung. Gut gerüstet für digitale Medien nennt der Cambridge einen klanglich hervorragenden Wolfson WM8740 D/A-Wandler sein eigen, damit analogisiert er die ihm angelieferten digitalen Daten z. Bsp. vom CXC oder TV.

Die hochwertige, logisch aufgebaute Fernbedienung ist angenehm gummiert und griffig. Mit ihr bedient man die Cambridge Komponenten CXA60 bzw. CXA80, das CD-Laufwerk CXC und den Netzwerkspieler CXN in allen Funktionen.

CXC CD-Laufwerk

Cambridge CXC offene Schublade mit Haris AlexiouAuch der Cambridge Audio CXC macht erstmal einen klassischen Eindruck wie ein CD-Spieler. Aber weit gefehlt, der CXC besitzt gar keinen eigenen D/A-Wandler. Was aus meiner Sicht auch vernünftig ist, da der CXA60 eh einen besitzt. So etwas nenne ich Ressourcen sparen, klasse!

Auf der Front die üblichen Bedientasten, auf der Rückseite gibt es lediglich die digitalen SPDIF- und Toslink-Ausgänge zu sehen, fertig. Und die Cinch-Buchsen für den Steuerbus. Die CD-Lade fährt leise ohne zu Rattern aus und ein. Das große Punktmatrix-Display in taubengrauer Schrift zeigt beim Einlegen der CDs ihren Titel an. Beim Beginn der einzelnen Musikstücke werden dann Titel sowie Interpreten, und danach die Laufzeit angezeigt. Abgespielt werden die CDs von einem reinen CD-Laufwerk mit dem Cambridge eigenen S3 Servo-Schaltkreis, so soll die maximale Klangqualität der CD gewährleistet werden.

Klang

Wunderbar sauber, flott und klar geht es dann im Klang zur Sache, ohne dabei den musikalischen Anmachfaktor zu vernachlässigen.

Trocken und ohne aufzuweichen hat der Cambridge CXA60 die Tiefton-Chassis im Griff. Mark Knopfler spielt auf seiner Stratcaster “Private Investigations”, die Cambridge-Kombi bringt die Impulse blitzschnell mit Energie sowie ordentlich Druck in den Raum. Dabei bleibt alles durchsichtig und in sich stimmig sowie tonal ausgewogen und ohne bestimmte Frequenzen zu bevorzugen. Und die Stimme von Mark steht fest fokussiert im Raum.

Im letzten Jahr hatten ein Freund und ich das große Glück, Hans Theessink in einer Kneipe mit ungefähr 70 Gästen zu hören, sehr intim diese Atmosphäre. Und genau diese Atmosphäre wurde hier jetzt äußerst glaubwürdig wiedergegeben. “Wishing Well”, knorrig und doch sehr gefühlvoll seine Stimme, dazu das griffige Gitarrenspiel, wir sitzen wieder in der Kneipe…

Natürlich wie immer bei mir, Haris Alexiou mit “Ja Ena Tango”. Ihr fein aufgelöstes Tremolo, der sauber dargestellte hölzerne Körper der Akustikgitarre. Das immer komplexer werdende Spiel des großen Orchesters, der CXA60 und der CXC liefern das sehr überzeugend an die Lautsprecher, nichts bricht in sich zusammen. Bei der räumlichen Darstellung bleibt alles großzügig und sauber geordnet, die Positionen von Haris Stimme und die der einzelnen Musiker lassen sich jederzeit klar zuordnen.

Die “Jazz Suite #1 – Waltz” von Shostakovich, gespielt vom Riccardo Chailly & Brass of the Royal Concertgebouw Orchestra überzeugt durch ihr feinfühliges Spiel. Toll die einzelnen Farbtupfer des Saxophon, die natürlichen Anblasgeräusche des Holzblattes und die überzeugende Tonalität. Während dieses Spiels bezaubern mich die Geigen mit ihrem feinen Strich, und die Triangel mit ihrem klaren Nachklingen. Der Konzertflügel spielt leicht im Hintergrund plaziert und die Anschläge seiner Saiten perlen rein und sauber. Das Nachschwingen des Flügels wird dabei glaubhaft in den Hörraum gestellt, während die verschiedenen Bläser sehr luftig und plastisch spielen.

Fazit

Der Cambridge CXA60 und Cambridge CXC liefern eine superbe Vorstellung ab. Sie überzeugen in digitaler und analoger Technik. Dabei bieten sie einen großzügigen kraftvollen sowie farbreichen feinfühligen Klang mit großem Anmachfaktor.

 

Cambridge CXA60 und Cambridge CXC Testergebnis

Vertrieb:
Cambridge Audio Deutschland
Alter Wandrahm 15
20457 Hamburg
www.cambridgeaudio.com/deu/de

Über B. Weber (Arkoudi) 151 Artikel
Aufgewachsen in der Blütezeit des HiFi mit Telefunken Allegretto TS 2020 nebst einem Dual 1228 mit Reibradantrieb und Wechsler. Damals die Technik des Duals bestaunt, heute denkt man mit Grauen daran, wie die Schallplatten aufeinandergefallen sind... Hörraum ist das Wohnzimmer mit ca. 20 qm. Boden mit Korklinoleum sowie vor der Anlage ein hochfloriger Teppich mit ca. 6 qm. Als Diffusoren fungieren einige Bücher- und CD-Regale. Hinter dem Hörplatz ein selbstgebautes Akustikbild an der Wand.